Medizin

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Alzheimer bei Down-Syndrom: Früher Beginn, wenig Hilfe
Fast jeder Mensch mit Down-Syndrom bekommt auch Alzheimer – das liegt an den Genen. Trotzdem sind die Strukturen in Deutschland darauf nicht eingestellt. Was nicht nur Betroffene dazu wissen sollten.Show moreDepression im Alter
Durchaus keine normale Begleiterscheinung
Clemens Bilharz | Depressionen bei älteren Menschen kommen häufig vor. Dennoch werden sie in vielen Fällen nicht erkannt oder nicht ernst genommen und daher – wenn überhaupt – nicht adäquat behandelt. Damit dürfte die in der älteren Bevölkerung überdurchschnittlich hohe Suizidrate zusammenhängen. Typisch ist oft eine unterschwellige Depression, die von somatischen Beschwerden kaschiert wird. Grundsätzlich stehen bei alten Menschen dieselben antidepressiven Therapieoptionen zur Verfügung wie bei jüngeren. Im Gegensatz zu einem langjährigen Vorurteil ist inzwischen erwiesen, dass auch ältere Patienten von einer Psychotherapie profitieren können.Show moreBitte mehr Fett!
Makronährstoffe in der Ernährung von Krebspatienten
Ulrike Gonder | Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen wird häufig noch pauschal "Wunschkost" empfohlen oder eine fettarme, kohlenhydratbetonte Ernährung. Dies entspricht jedoch nicht mehr dem aktuellen Wissensstand. Um gesunde Zellen bestmöglich zu versorgen und gleichzeitig Krebszellen ihre Hauptenergiequelle zu entziehen, empfiehlt es sich, die Ernährung kohlenhydratärmer und dafür fett- und eiweißbetont zu gestalten. Einige Onkologen empfehlen ihren Krebspatienten zumindest zeitweise sogar eine strenge Variante der kohlenhydratarmen Kost: die ketogene Diät.Show moreDemenz im Alter
Wenn sich das Hirn davonschleicht
Clemens Bilharz | Das demenzielle Syndrom, das in der Mehrzahl der Fälle gleichbedeutend mit der Alzheimer-Krankheit ist, gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Die Betroffenen erfahren in der Regel eine drastische Einschränkung ihres Alltagslebens und werden pflegebedürftig. Durch Arzneimittel, die in das cholinerge System eingreifen, kann der kognitive Abbau derzeit allenfalls verzögert werden. Kausale Therapieoptionen zur Bekämpfung des neurodegenerativen Prozesses, etwa Antikörper gegen Amyloidplaques bei Alzheimer, sind Gegenstand intensiver Forschung. Zunehmend in den Fokus kommen Präventivmaßnahmen wie kognitives Training sowie die ergotherapeutische Reaktivierung von Alltagsfertigkeiten.Show moreGegen den Schwall
Annette Junker | Chemotherapie (CT)-induzierte Übelkeit und CT-induziertes Erbrechen waren ein großes Problem in den Anfängen der systemischen Chemotherapie. Inzwischen scheint dieses Problem vielen in der Onkologie beschäftigten Berufsgruppen durch potente Arzneimittel weitestgehend gelöst zu sein. Aber ein optimales Management in der Anwendung des zur Verfügung stehenden Arsenals an Medikamenten und weitere Fortschritte scheinen noch nicht überall und nachhaltig berücksichtigt zu werden. Die Problematik wird leider immer noch unterschätzt. Dabei schränken eine ständig zermürbende Übelkeit und das plötzliche schwallartige, kräftezehrende Erbrechen erheblich die Lebensqualität der Patienten ein und führen oft zum Abbrechen einer Chemotherapie.Show moreHören im Alter
Schwerhörigkeit kann sozial isolieren und die Demenz fördern
Clemens Bilharz | Mit steigendem Alter kommt es – multifaktoriell bedingt – zu einer Abnahme des Hörvermögens. Das reduzierte Sprachverständnis kann Störungen der Kommunikation und der sozialen Beziehungen zur Folge haben und der Entwicklung von Demenz und Depressionen Vorschub leisten. Doch gibt es heute effiziente therapeutische Möglichkeiten durch Hörsysteme, Cochlea-Implantate und Audiotherapie. Voraussetzung dafür ist nicht nur eine rechtzeitige und differenzierte Diagnostik, sondern auch die Akzeptanz durch die Betroffenen.Show moreHepatotoxizität von Arzneimitteln
Warum immer wieder unerwartete Leberschäden auftreten
Falko Partosch, Ralf Stahlmann | Im September 2012 wurden Ärzte und Apotheker in einem "Rote Hand Brief" über "neue schwerwiegende Nebenwirkungen" bei Anwendung von Tavanic® (Levofloxacin) informiert. Darin heißt es: "Unter Levofloxacin wurden Fälle von Lebernekrosen bis hin zum letalen Leberversagen berichtet […]. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie die Behandlung abbrechen und ihren Arzt konsultieren sollen, wenn sich Anzeichen und Symptome einer Lebererkrankung entwickeln (wie z. B. Appetitlosigkeit, Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins, Juckreiz oder Druckschmerz im Bauch)." Aus pharmakologischer Sicht ist diese Meldung auch deshalb bemerkenswert, weil Levofloxacin kaum metabolisiert wird und ganz überwiegend unverändert über die Niere ausgeschieden wird.Show moreDarmkrebs vorbeugen
Effekte von Makro- und Mikronährstoffen
Alexander Ströhle, Maike Wolters, Andreas Hahn | Etwa 55 % der kolorektalen Tumorerkrankungen, so die Schätzung der Epidemiologen, sind lebensstilbedingt und somit vermeidbar. In der DAZ von letzter Woche (Nr. 39, S. 80) [70] wurde der Einfluss des Rauch- und Bewegungsverhaltens sowie der Lebensmittelauswahl auf die Entstehung von Dickdarm- und Mastdarmkrebs beleuchtet. In dieser Ausgabe wird nun diskutiert, welche Nahrungsfaktoren in welchem Umfang zur Entstehung bzw. Prävention kolorektaler Tumoren beitragen können.Show moreRisiko Darmkrebs
Effekte von Rauchen, Adipositas, Ernährung und Lebensgewohnheiten
Alexander Ströhle, Maike Wolters, Andreas Hahn | Mit einer Inzidenz von jährlich etwa 1,2 Millionen Fällen zählen Krebserkrankungen des Dick- und Mastdarms (maligne kolorektale Tumoren) weltweit zu den dritthäufigsten Krebsformen [35]. Migrationsstudien hatten bereits Mitte des 20. Jahrhunderts darauf hingedeutet, dass ein erheblicher Anteil der Tumorerkrankungen auf Umwelteinflüsse zurückzuführen ist [72]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht heute davon aus, dass die Ernährungsweise und andere Lebensstilfaktoren für etwa ein Drittel aller Kebserkrankungen verantwortlich zu machen sind [117]. Für kolorektale Tumoren wird der Anteil der lebensstilbedingten Erkrankungen auf 55 % geschätzt [85; 88]. Im folgenden Beitrag wird diskutiert, welche Lebensstilelemente in welchem Umfang zur Entstehung und Prävention von kolorektalen Tumoren beitragen können. In der kommenden DAZ steht dann der Einfluss einzelner Nahrungsfaktoren im Mittelpunkt.Show moreAnti-Drug-Antikörper
Wenn Antikörper gegen Arzneistoffe den Therapieerfolg gefährden
Ilse Zündorf und Theo Dingermann | Nachdem 1982 mit Insulin das erste gentechnisch hergestellte Medikament auf den Markt kam, sind in Deutschland mittlerweile 145 Arzneimittel mit 108 rekombinanten Wirkstoffen zugelassen, davon 13 Biosimilars (Stand August 2012, [1]). Bei etlichen Erkrankungen haben diese Wirkstoffe einen Durchbruch in der Therapie erzielt. Und dennoch ist die Freude über diese relativ neue Arzneistoffgruppe nicht ganz ungetrübt. Denn bei einer signifikanten Zahl der mit diesen Wirkstoffen behandelten Patienten bilden sich Antikörper, die diese Medikamente neutralisieren. Wie jetzt im vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herausgegebenen "Bulletin zur Arzneimittelsicherheit" erwähnt [2], wird sich auch das Paul-Ehrlich-Institut im Forschungskonsortium ABIRISK (Anti-Biopharmaceutical Immunization: Prediction and analysis of clinical relevance to minimize the RISK) engagieren, um die klinische Relevanz dieser Antikörper mit dem Kürzel ADA (Anti-Drug-Antikörper) genauer aufzuklären.Show moreDas Auge im Alter
Physiologische Prozesse und Erkrankungen gefährden die Sehfähigkeit
Clemens Bilharz | Funktionale Einschränkungen des Sehens beeinträchtigen die Lebensqualität vieler älterer Menschen. Während es sich bei der Presbyopie um einen normalen Alterungsvorgang handelt, kann andererseits das Auge auch von Alterserkrankungen betroffen sein, deren Frühstadien subjektiv oft nicht bemerkt werden. Dazu zählen Makuladegeneration und Retinopathien, Glaukom und Katarakt. Irreversible Schäden bis hin zur Erblindung können die Folge sein. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind daher unerlässlich.Show more
Botulinumtoxine
Von der Wurstvergiftung zur ästhetischen Medizin
Ralf Stahlmann | Das grampositive, anaerobe Bakterium Clostridium botulinum bildet Neurotoxine, die bereits in extrem geringen Mengen tödlich wirken können. Der Erreger verursacht Wundinfektionen oder Lebensmittelvergiftungen, die als „Botulismus“ seit Langem bekannt sind (lat.: botulus, die Wurst). Bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde der Wirkungsmechanismus des Botulinumtoxins als Hemmung der Acetylcholinfreisetzung aus den präsynaptischen Vesikeln des motorischen und vegetativen Nervensystems beschrieben. Bekanntlich haben viele Stoffe mit hoher biologischer Aktivität, die zunächst als „Gifte“ bekannt wurden, später auch eine Karriere als Arzneimittel gemacht. Die Toxin-verursachte Lähmung der Muskulatur wird seit den 1980er Jahren zur Behandlung diverser neurologischer und anderer Erkrankungen ausgenutzt, und seit etwa zwei Jahrzehnten steht die Anwendung zu kosmetischen Zwecken im Fokus. Schließlich muss erwähnt werden, dass sowohl der Mikroorganismus als auch seine Toxine als „Biowaffe“ eingesetzt werden können und auch unter diesem Aspekt große Aufmerksamkeit erhalten.Show moreTückisches Zervixkarzinom
Clemens Bilharz | Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich über viele Jahre und durchläuft mehrere Vorstufen. Am Anfang steht in der Regel eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus. Die vor fünf Jahren eingeführte Impfung gegen HPV bietet keinen vollständigen Schutz. Wünschenswert wäre daher, die auf konventioneller Zytologie beruhende Früherkennung zu optimieren, um Frauen mit hohem Progressionsrisiko zu identifizieren.
Show moreEnde des Superagonisten
Ilse Zündorf und Theo Dingermann | 2006 war er schon als neue Wunderwaffe für die Therapie von Autoimmunerkrankungen gehandelt worden: der Antikörper TGN1412 als Stimulator, also als Agonist für regulatorische T-Zellen. Doch die ersten Tests im Menschen machten alle Hoffnungen zunichte und stellten die Immunologen vor ein Rätsel. Wie konnte es zu einer solch massiven Fehleinschätzung der Wirkweise des Antikörpers kommen? Und vor allem, wie hatte das Immunsystem der Probanden genau reagiert, welche Immunreaktionen wurden dort angestoßen? Mittlerweile sind einige Fragen beantwortet, und die Behörden haben neue Standards für klinische Prüfungen gesetzt.Show more
Insektenstiche
Von "schmerzhaft" bis "lebensgefährlich"
Clemens Bilharz | In unseren Breiten führen Insektenstiche meistens zu einer schmerzhaften, aber harmlosen lokalen Hautreaktion. Bei Menschen jedoch, die vor allem gegen Bienen- oder Wespenstiche sensibilisiert sind, können sie schwere allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen. Eine spezifische Immuntherapie schützt vor erneuten, potenziell lebensbedrohlichen Reaktionen.Show more
Arginin bei Atherosklerose
Diätetische Maßnahmen bei Atherosklerose – Stellenwert von L-Arginin
Teil 2: Vasoprotektive Effekte von L-Arginin

Arginin bei Atherosklerose
Diätetische Maßnahmen bei Atherosklerose – Stellenwert von L-Arginin,
Teil 1: Pathophysiologische Grundlagen und diätetische Ansatzpunkte
Rheuma und Ernährung
Ernährungstherapie bei entzündlichrheumatischen Erkrankungen
Teil 2: Klinische Evidenz und Empfehlungen
Das Hautkrebs-ABCDE
Screening + Selbstkontrolle steigern Heilungschancen
Einerseits nimmt der Hautkrebs in der hellhäutigen Bevölkerung weltweit zu, andererseits ist er früh erkannt in den meisten Fällen heilbar. Neben dem gesetzlichen Hautkrebsscreening alle zwei Jahre wird auch die regelmäßige Selbstuntersuchung empfohlen. Für die Entstehung von Hautkrebs spielt die UV-Exposition eine entscheidende Rolle. Da unnötig hohe UV-Strahlung und damit vor allem Sonnenbrände vermieden werden können, hat man damit eine wirkungsvolle Präventionsmaßnahme in Händen.Show more
Rheuma und Ernährung
Ernährungstherapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen Teil 1: Hintergründe und Prinzipien
Janina Willers, Bärbel Mang, Gerhard Bach und Andreas Hahn | Die rheumatoide Arthritis ist weltweit eine der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Zu dem heute üblichen multidisziplinären Behandlungsansatz gehören auch ergänzende, nutritive Maßnahmen im Sinne einer Modifikation der Fettsäurezufuhr oder der vermehrten Aufnahme von Antioxidanzien. Im nachfolgenden Artikel werden die pathogenetischen Zusammenhänge der rheumatoiden Arthritis dargestellt und aufgezeigt, wo sich Ansatzpunkte für diätetische Maßnahmen bieten. Welche Effekte die Gabe einzelner Nährstoffe bei Patienten mit rheumatoider Arthritis bewirkt und welche Ernährungsempfehlungen in der Beratungspraxis gegeben werden können, wird dann Gegenstand eines Beitrags in der kommenden DAZ sein.Show more
Brustkrebs und das Screening
Kontroverse um Mammografie-Nutzen hält an
Trotz Zunahme der Erkrankungsfälle sank in den letzten Jahren die Mammakarzinom-Mortalität in vielen Ländern. Dass dies in der Hauptsache den flächendeckenden Mammografie-Screeningprogrammen zur Früherkennung von Brustkrebs zu verdanken sei, wird von nicht wenigen Experten bezweifelt. Auch Negativeffekte wie ein hoher Anteil falsch positiver Befunde werden zusehends kritisiert. Die Herausforderung ist, diejenigen Mammakarzinomtypen zu entdecken, die für die betroffenen Frauen tatsächlich lebensbedrohlich werden.Show moreKampf dem Darmkrebs
Koloskopie ist Goldstandard für die Früherkennung
Epidemiologische Daten legen nahe, dass die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms zunimmt. Doch das langsame Wachstum dieser Krebsart bietet eine reelle Chance auf Früherkennung und Heilung. In Deutschland sind der Stuhltest auf okkultes Blut und die Koloskopie nach wie vor die Eckpfeiler des Darmkrebsscreenings. Neue radiologische oder immunologische Verfahren werden vermehrt diskutiert, bislang aber noch nicht als überlegene Methoden gewertet.Show moreZellen außer Kontrolle
Ilse Zündorf und Theodor Dingermann, Frankfurt | Zellen werden zu Krebszellen, wenn Wachstumskontrollmechanismen nicht mehr funktionieren. Die Basisinformation für das Außer-Kontrolle-Geraten normaler Zellen ist im Genom jeder Zelle in Form von Proto-Onkogenen enthalten. Sie können durch Mutationen so verändert werden, dass die Zelle ihre Wachstumskontrolle verliert, aus Proto-Onkogenen werden Onkogene, die ungebremst Wachstumsaktivatoren bilden und nicht mehr abgeschaltet werden können. Doch die Zelle verfügt auch über Möglichkeiten, mithilfe von Tumor-Suppressorgenen Onkogene zu kontrollieren. Das Verständnis dieser Mechanismen hat inzwischen schon zu vielen neuen Therapieansätzen geführt.
Show moreProstatakrebs früh erkennen
Für die Prostatakrebs-Früherkennung wird neben der digital-rektalen Untersuchung die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) herangezogen. Doch der PSA-Test ist seit Jahren Gegenstand von Diskussionen. Unstrittig ist, dass durch den PSA-Test signifikant mehr Prostatakarzinome diagnostiziert werden als ohne. Andererseits werden auch Karzinome entdeckt, die ohne Früherkennung oder Screening nie symptomatisch geworden wären. Auch was den längerfristigen Nutzen des PSA-Tests betrifft – Gewinn an Lebensjahren und Senkung der Mortalität – , gibt es nach wie vor sich widersprechende Einschätzungen.
Show moreToxische Aminoglykoside
Ralf Stahlmann | Aminoglykosid-Antibiotika erleben aufgrund der zunehmenden Resistenzproblematik und fehlender Alternativen eine Renaissance. Zwar wurden sie lange Zeit wegen ihrer Nephro- und Ototoxizität gemieden, doch ist die Erforschung der toxischen Wirkungen weitergegangen und hat zu einem neuen Verständnis vor allem der Nephrotoxizität geführt. Heute lässt sich das Risiko für schwere Folgeschäden einer Aminoglykosid-Therapie wie akutes Nierenversagen durch Beachtung weniger Punkte reduzieren. Dazu zählen die einmal tägliche Gabe über einen kurzen Zeitraum unter Kontrolle des Plasmaspiegels. Zudem scheint die einmal tägliche Gabe besser wirksam zu sein als beispielsweise eine dreimal tägliche Applikation.
Show moreAngeborene Blutungsneigung
Worunter Bluter leiden und wie ihnen geholfen wird
Angeborene Gerinnungsstörungen äußern sich nicht nur als hereditäre Thrombophilie mit dem Risiko einer Thrombose oder Embolie. Zwar ebenfalls selten, im Einzelfall jedoch ebenfalls gefährlich, sind Störungen mit einer erhöhten Blutungsneigung. Das von-Willebrand-Syndrom und die Hämophilie machen 95% aller angeborenen Koagulopathien aus.Show moreRenale Denervation
Neue Option bei therapierefraktärer HypertonieVon Claas P. Nähle, Rainer Düsing, Nikos Werner, Kai Wilhelm und Hans Schild
Patienten, die trotz einer optimalen medikamentösen Therapie mit drei oder mehr unterschiedlichen Antihypertensiva einen systolischen Blutdruck von ≥ 160 mmHg (bzw. ≥ 150 mmHg bei Diabetes Typ 2) aufweisen, könnten von einer renalen Denervation profitieren. Es handelt sich dabei um eine neue Behandlungsoption, bei der durch gezielte Verödung von Nervenfasern das Zusammenspiel von Nieren und Sympathikus unterbrochen wird.Show moreTeratogene Arzneimittel – auch nach Contergan ein Problem
Einige Anmerkungen 50 Jahre nach der Marktrücknahme von Contergan
Von Ralf Stahlmann
Vor fünfzig Jahren, im Herbst 1961, wurde der Vertrieb des Arzneimittels Contergan (= Thalidomid) eingestellt, weil es bei Einnahme in der Frühschwangerschaft zu grobstrukturellen kindlichen Fehlbildungen führt. Da Amelien, Phokomelien und andere Fehlbildungen der Extremitäten spontan nur sehr selten auftreten, führte eine Häufung von Fällen zur Identifizierung des ursächlichen Medikamentes. Diese Arzneimittelkatastrophe hat mehrere Tausend fehlgebildete Kinder hervorgebracht und war Anlass für eine striktere Arzneimittelgesetzgebung. Heute werden neue Arzneistoffe in umfangreichen Studien hinsichtlich ihres entwicklungstoxikologischen Potenzials geprüft. Teratogenitätsstudien werden in der Regel an zwei Spezies – bei Ratten und Kaninchen – durchgeführt. Teratogene Wirkungen im Tierexperiment bedeuten jedoch nicht automatisch, dass solche Arzneimittel nicht in den Handel kommen.Show moreThromboembolien – ein besonderes Risiko für Frauen
Vor allem bei Frauen kann das Risiko thromboembolischer Ereignisse erhöht sein: zunächst bei der Einnahme hormonaler Kontrazeptiva, später während der Schwangerschaft. Neben anderen Ursachen kann sowohl der Venenthrombose als auch dem Spontanabort eine thrombophile Störung zugrunde liegen. Ein situationsangepasstes und risikoadaptiertes medikamentöses Regime ist notwendig.Show moreRechtliches
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