Bedeutung von PUFAs für die geistige Entwicklung und das Verhalten
Von Jan Philipp Schuchardt und Andreas Hahn
Bestimmte mehrfach ungesättigte Fettsäuren der ω-3- und ω-6-Reihe sind für den Menschen essenzielle Nährstoffe. Sie sind strukturelle und funktionelle Bestandteile von Zellmembranen und Vorstufen der hor-monell und immunologisch aktiven Eicosanoide. Zu-dem üben die ω-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) vasoprotektive und antiinflammatorische Wirkungen aus. Erst neuerdings zeigt sich, dass ω-3-Fettsäuren auch im zentralen Nervensys-tem eine wichtige Rolle spielen und für die Aufrechterhaltung der normalen Hirnfunktion un-entbehrlich sind. Ein Mangel an ω-3-Fettsäuren oder eine Imbalance zwischen ω-3- und ω-6-Fettsäuren wird durch die herrschenden Er-nährungsgewohnheiten begünstigt und ist mit neurologischen und psychiatrischen Störungen wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), Autismus und Depressionen assoziiert. Eine Supplementierung zur Prävention und Therapie dieser Erkrankungen erscheint daher als vielversprechender Ansatz.