Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Auf der Zielgeraden: BTK-Inhibitor bei MS, neue Gentherapie und siRNA
In ihrer April-Sitzung gibt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Startschuss zur Zulassung für drei neue Arzneimittel. Neben einem Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer zur Behandlung der sekundär progredienten multiplen Sklerose (MS) erteilt der Ausschuss für Humanarzneimittel auch ein positives Votum für eine neue Gentherapie zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie sowie für eine siRNA.Show morearzneimittel-und-therapie
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EMA empfiehlt drei neue Arzneimittel zur Zulassung
24.04.2026, 14:30 Uhr
Paracetamolim Fokus
Der analgetische Wirkungsmechanismus von Paracetamol scheint multifaktoriell zu sein und schließt eine Hemmung der Prostaglandin-Bildung, eine Erhöhung der Konzentration von Serotonin im Zentralnervensystem sowie möglicherweise auch eine Beeinflussung des Endocannabinoid-Systems ein. In einem bestimmten Punkt wird die Wirkweise aber seit mehr als drei Jahrzehnten von einem Dogma beherrscht. Dieses postuliert, dass nichtsaure antipyretische Analgetika – wie Paracetamol oder die Phenazon-Derivate – nahezu ausschließlich zentral wirken. Neue Untersuchungen widerlegen diese Hypothese. Danach wirkt Paracetamol vorzugsweise auf die periphere Cyclooxygenase 2 (COX-2), woraus sich neue Konsequenzen für die Therapie ergeben können. Zumindest bei Daueranwendung und hoher Dosierung sollen kardio- und gastrotoxische Wirkungen nicht auszuschließen sein.Show more29.10.2008, 23:00 Uhr
Paracetamol: Ab wie viel Tabletten wird’s gefährlich?
Paracetamolüberdosierungen gehören in Deutschland zu den häufigsten Medikamentenintoxikationen. Dabei treten in den ersten Stunden häufig nur unspezifische gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen auf. Im späteren Verlauf – teilweise erst nach Tagen – folgen dann die typischen Zeichen einer Leberschädigung. Je nach Vergiftungsschwere kommt es dabei zum Beispiel zu Blutungsneigungen, Ikterus und Bewusstseinsstörungen bis hin zum hepatischen Koma. Wichtig ist bei solchen Überdosierungen insbesondere die Frage, wie viele Tabletten genau geschluckt wurden. Mit dieser Information lässt sich dann oft schon einschätzen, ob tatsächlich ein Arzt erforderlich ist oder Entwarnung geben werden kann.Show more29.10.2008, 23:00 Uhr
Zahlreiche Biologicals mit erheblichen Nebenwirkungen
Biologicals sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, die seit mehr als 20 Jahren einen zunehmend wachsenden Anteil an Neuzulassungen stellen. Eine Studie ergab jetzt, dass fast ein Viertel der seit 1995 in Europa und den USA neu zugelassenen Biologicals teilweise erhebliche Nebenwirkungen haben. 46 der insgesamt 174 neuen Wirkstoffe waren danach Gegenstand von 82 Maßnahmen, die sich mit Sicherheitsmängeln befassten. Vom Markt genommen wurde keines der Mittel.Show moreBiologische Arzneimittel
29.10.2008, 23:00 Uhr
Darapladib stabilisiert Plaques in Blutgefäßen
Darapladib hemmt das Enzym Lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2 (Lp-PLA2). Dieses Enzym spielt besonders in Blutgefäß-Plaques eine wichtige Rolle: Produkte seiner Enzymaktivität werden dort mit entzündlichen Prozessen und dem Zelltod in Verbindung gebracht.Show moreEnzymhemmer in der Entwicklung
22.10.2008, 22:00 Uhr
Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs in Phase-II-Studie
In den USA und in Kanada hat Sanofi Pasteur mit einer klinischen Phase-II-Studie begonnen, die die Wirksamkeit und Sicherheit einer Tumorvakzinierung gegen das maligne Melanom in fortgeschrittenem Stadium untersuchen soll. Der Impfstoff wird dabei mit einer konventionellen Krebstherapie kombiniert, wobei ein Zytokin (GM-CSF) und ein gentechnisch hergestelltes α-Interferon (Interferon alpha 2b) verwendet wird.Show moreAus der Forschung
22.10.2008, 22:00 Uhr
Dreifachkombination verhindert tiefe L-Dopa-Plasmatäler
Die kurze Halbwertszeit herkömmlicher Levodopa-Präparate führt in fortgeschrittenen Stadien des Morbus Parkinson zu einer unbeständigen Dopaminversorgung. Mit der Dreifachkombination aus Levodopa plus Carbidopa plus Entacapon (Stalevo®) lässt sich ein gleichmäßigeres Plasmaprofil erreichen. Davon profitieren auch Patienten, die schon früh Wearing-off-Symptome entwickeln.Show moreMorbus Parkinson
22.10.2008, 22:00 Uhr
Auch als Biosimilar verhindert Filgrastim Neutropenien
Im November kommt mit Ratiograstim® das erste biotechnologisch hergestellte Folgeprodukt von Filgrastim auf den deutschen Markt. Filgrastim ist rekombinanter Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor (G-CSF), der seit 1992 vor allem gegen Neutropenien von Krebspatienten unter Chemotherapie eingesetzt wird. Die teure Supportivbehandlung kann die infektionsbedingte Sterblichkeit der Tumorpatienten deutlich senken. Nun soll sie mit Ablauf des Filgrastimpatents etwa 15% billiger werden.Show moreSupportivtherapie bei Krebs
22.10.2008, 22:00 Uhr
EU-Zulassung für Laropiprant
Die Kombination von Nicotinsäure und Laropiprant (1000 mg und 20 mg, vorgesehener Handelname Tredaptive®) wurde in der EU zur Behandlung von kombinierter Dyslipidämie oder primärer Hypercholesterinämie zugelassen und soll demnächst in Deutschland eingeführt werden.Show moreFettstoffwechselstörungen
22.10.2008, 22:00 Uhr
Tiotropium kann die Lungenfunktion verbessern
Das Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®) hat sich in der Uplift-Studie, deren Ergebnis beim Jahreskongress der European Respiratory Society vorgestellt wurde, als sichere Medikation bei der COPD ergeben. Der Wirkstoff bessert die Lungenfunktion wie auch die Lebensqualität der Patienten und senkt signifikant die Rate an Exazerbationen. Er mindert aber nicht den stetigen Abfall der Lungenfunktion und hat damit das primäre Studienziel nicht erreicht.Show moreBehandlung der COPD
15.10.2008, 22:00 Uhr
Fenster für Schlaganfallbehandlung erweitert
Nach einem akuten ischämischen Schlaganfall profitieren die Patienten auch noch nach 3 bis 4,5 Stunden von einer Thrombolyse mit Alteplase. Das ergab die ECASS-3-Studie. Sie gilt als eine Meilensteinstudie für die Behandlung des Schlaganfalls und bildet die Grundlage für eine Ausweitung des Lysefensters auf 4,5 Stunden.Show moreExpertenmeinung
15.10.2008, 22:00 Uhr
Tapentadol mit Zweifach-Wirkung
Tapentadol ist ein zentral wirksames Analgetikum, das zur Behandlung von starken Schmerzen entwickelt wird. Es kombiniert den μ-Opioid-Rezeptor-Agonismus und die Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung in einem Molekül. Im Juli und August wurden weitere Daten der Phase III veröffentlicht, die Zulassung in den USA ist bereits beantragt.Show moreAnalgetikum in der Entwicklung
15.10.2008, 22:00 Uhr
Zoledronsäure auch für Männern empfohlen
Die europäischen Behörden haben eine Empfehlung für die Zulassungserweiterung für Zoledronsäure (Aclasta®) ausgesprochen: das Bisphosphonat kann dann einmal jährlich auch bei Männern mit erhöhtem Knochenbruchrisiko angewendet werden. Zudem soll die Indikation auf den Einsatz zur Verringerung von neuen Frakturen bei Männern und postmenopausalen Frauen, die kürzlich infolge Osteoporose einen Hüftbruch erlitten haben, erweitert werden.Show moreOsteoporosetherapie
15.10.2008, 22:00 Uhr
Plättchenhemmer schützen auch vor Herzinfarkt
Thrombozytenfunktionshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS), Dipyridamol und Clopidogrel senken bei Schlaganfallpatienten deutlich das Risiko für einen erneuten Insult. Inwieweit der Schutz sich auch auf kardiale Ereignisse erstreckt, untersuchte die große interdisziplinäre Profess-Studie. Für die Kombination aus Dypridamol/ASS und Clopidogrel wurden vergleichbar günstige Effekte bewiesen, die die Empfehlung der Leitlinien zur Langzeittherapie stützen. Welche Medikation der Arzt dem Schlaganfallpatienten verordnet, dürften demnach Kosten, Nebenwirkungen und neue Verordnungshinweise entscheiden.Show moreProphylaxe von Gefässkrankheiten
15.10.2008, 22:00 Uhr
„30% weniger Grippetote sind einigermaßen realistisch“
Wie gut schützt eine Grippeimpfung gerade ältere Menschen, die Jahr für Jahr im Herbst dazu gedrängt werden, sich impfen zu lassen? Lassen sich dadurch 50% grippebedingter Todesfälle verhindern oder sind es deutlich weniger? Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von einer Schutzwirkung von 30% aus und wird nun vom Arzneitelegramm wegen dieser Schätzung scharf attackiert. Die Zahlen seien in absurder Weise abgeleitet und daher vermutlich falsch. Das Robert Koch-Institut spricht dagegen von einer einigermaßen realistischen Annahme.Show moreInfluenzaimpfung von Senioren
15.10.2008, 22:00 Uhr
Von SGLT-2-Inhibitoren und Glucokinase-Aktivatoren
Auf der diesjährigen Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Diabetologie in Rom wurde eine Palette innovativer Wirkprinzipien vorgestellt, die die Situation für Diabetiker langfristig verbessern könnten. Manche stehen bereits kurz vor der Zulassung, bei anderen kann es noch Jahre dauern, wenn sie die Hürde großer klinischer Studien überhaupt schaffen. Hier ein Überblick:Show moreInnovationen ante portas
15.10.2008, 22:00 Uhr
Licht und Melatonin helfen dementen Heimbewohnern
Durch einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus, der durch helles Tageslicht und das Hormon Melatonin reguliert wird, können die mit einer Demenzerkrankung verbundenen Symptome verstärkt werden. In einer praxisnah durchgeführten, randomisierten Doppelblind-Studie verbesserten sich bei dementen Senioren im Altersheim durch den kombinierten Einsatz von Licht und Melatonin einige Verhaltensauffälligkeiten leicht. Die deutlichsten Vorteile ergaben sich jedoch beim alleinigen Einsatz von hellem Licht: Kognition und Stimmung konnten dadurch positiv beeinflusst werden.Show moreDemenz
08.10.2008, 22:00 Uhr
Erythropoetin in der Diskussion
Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat eine Sicherheitsprüfung zum Einsatz von Epoetin alpha bei Schlaganfallpatienten eingeleitet. Anlass sind Todesfälle, die in einer in Deutschland durchgeführten randomisierten kontrollierten Studie auftraten, deren Ziel es war, die neurologischen Defizite und die Größe des Infarktareals durch Behandlung mit Erythropoetin zu vermindern.Show moreSchlaganfallstudie
08.10.2008, 22:00 Uhr
Neuer Impfstoff gegen Tuberkulose in klinischer Phase I
Seit Mitte September wird in Neuss ein neuer Impfstoff gegen Tuberkulose mit der Bezeichnung VPM1002 in der klinischen Phase I an freiwilligen Probanden auf seine Sicherheit getestet. Basis für VPM1002 ist der "klassische" Impfstoff Bacille Calmette-Guérin (BCG), der gentechnisch so weiter entwickelt wurde, dass er wesentlich wirksamer eine Infektion mit dem Tuberkulose-Erreger verhindern soll als sein vor mehr als 80 Jahren entwickelter Vorgänger.Show moreAus der Forschung
08.10.2008, 22:00 Uhr
Neue Optionen für Prävention und Therapie
Die Chancen für die Bekämpfung des Morbus Alzheimer liegen in der Vorbeugung und in einer frühestmöglichen Intervention. Denn das Zeitfenster, in dem die Erkrankung sich manifestiert, umfasst 15 bis 20 Jahre. Präventive Maßnahmen sind im Wesentlichen dieselben, die auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Fortschritte in der Therapie versprechen neue Wirkstoffe und Kombinationen. Was als nächstes die bekannten Antidementiva ergänzen könnte, diskutierten Experten auf dem diesjährigen Neurologenkongress.Show moreAlzheimer Demenz
08.10.2008, 22:00 Uhr
Degarelix hemmt die Testosteronproduktion
Degarelix ist ein neuer Gonadorelin-Antagonist, der für die Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms entwickelt wird. Die Zulassung in Europa und in den USA ist beantragt, Degarelix soll im kommenden Jahr auf den Markt kommen.Show moreNeuer Gonadorelin-Antagonist
08.10.2008, 22:00 Uhr
Chondroprotektivaenttäuschen erneut
Glucosamin und Chondroitinsulfat scheinen nach den Ergebnissen einer neuen Studie weder alleine noch in Kombination die Progression einer Kniegelenkarthrose aufhalten zu können. Darauf deuten Gelenkspaltmessungen hin, die sowohl unter den Chondroprotektiva als auch unter Placebo und Celecoxib ähnliche Werte ergaben.Show moreKniegelenk-Arthrose
08.10.2008, 22:00 Uhr
Nasales Fentanyl sorgt für rasche Schmerzlinderung
Deutlich rascher als bei den bisherigen Darreichungsformen setzt die schmerzlindernde Wirkung von Fentanyl bei der intranasalen Applikation ein. Tumorpatienten mit Durchbruchschmerzen kann so innerhalb von Minuten geholfen werden.Show moreDurchbruchschmerzen bei Tumorpatienten
08.10.2008, 22:00 Uhr
Fesoterodin hilft bei überaktiver Blase
Mit Fesoterodin (Toviaz®) ist seit Mitte September ein neues Antimuscarinikum zur Behandlung der überaktiven Blase auf dem Markt. Fesoterodin ist mit Tolterodin, das ebenfalls zur Behandlung der überaktiven Blase eingesetzt wird, strukturverwandt. Beide Substanzen werden im Körper in den aktiven Metaboliten 5-Hydroxymethyltolterodin umgewandelt.Show moreNeuer Muscarinrezeptor-Antagonist
01.10.2008, 22:00 Uhr
Nutzen von Antihypertonika altersunabhängig
Heute steht eine Vielzahl von Wirkstoffen zur Behandlung des Bluthochdrucks zur Verfügung. In Abhängigkeit von individuellen Lebensumständen, Begleiterkrankungen und Alter obliegt es den Ärzten das bestmögliche Therapieregime für den Patienten auszuwählen. Nun wurden von der australischen Blood Pressure Lowering Treatment Trialists‘ Collaboration im Rahmen einer Metaanalyse verschiedene Behandlungsschemata hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in Abhängigkeit vom Patientenalter miteinander verglichen.Show moreBluthochdruck
01.10.2008, 22:00 Uhr
Erste Zulassung für Rivaroxaban
Die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada hat weltweit die erste Zulassung für den neuen Gerinnungshemmer Rivaroxaban (Xarelto®) erteilt, wie Bayer HealthCare mitteilte. Der einmal täglich einzunehmende orale, direkte Faktor-Xa-Inhibitor kann damit zur Prävention von venösen Thromboembolien bei Patienten nach Hüft- oder Kniegelenkersatzoperation eingesetzt werden.Show morePrävention venöser Thromboembolien
01.10.2008, 22:00 Uhr
Erlotinib: Vorsicht bei Leberfunktionsstörungen
Erlotinib (Tarceva®) kann bei Patienten mit bestehenden Leberfunktionsstörungen zu schweren hepatotoxischen Komplikationen führen. Die amerikanischen Herstellerfirmen haben in den USA an alle Ärzte eine Sicherheitswarnung herausgegeben und die Fachinformationen um entsprechende Warnhinweise ergänzt.Show moreHepatotoxizität
01.10.2008, 22:00 Uhr
Die 2. sexuelle Revolution
Als am 1. Oktober 1998 der PDE-5-Hemmer Sildenafil (Viagra®) zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingeführt wurde, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass die kleine blaue Pille die Behandlung der Erektionsstörungen derart revolutionieren würde. Die erektile Dysfunktion und die damit verbundenen Probleme in der Partnerschaft sind heute, zehn Jahre später, ein Thema geworden, über das man sprechen kann. Und unbestritten ist inzwischen auch, dass eine solche Pille nicht nur Erektions-, sondern auch Partnerschaftsprobleme zu lösen vermag. Zudem hat die Forschung rund um die PDE-5-Hemmer zu einem enormen Kenntniszuwachs auf dem Gebiet der männlichen, aber auch der weiblichen Sexualstörungen geführt.Show more10 Jahre Viagra®
01.10.2008, 22:00 Uhr
Benefit durch Dexamethason?
Die zusätzliche parenterale Gabe von Dexamethason zur Standardtherapie einer Migräneattacke hat zwar keinen unmittelbaren schmerzsenkenden Einfluss, kann aber das erneute Auftreten der Kopfschmerzen verhindern; so das Fazit einer kanadischen Metaanalyse.Show moreMigräneanfall
01.10.2008, 22:00 Uhr
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