Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreOrale Therapie der multiplen Sklerose
Immunmodulator Laquinimod verringert Schubrate
Die zweijährige Einnahme von Laquinimod führte bei Patienten mit einer schubförmigen multiplen Sklerose zu einer Verringerung der Schubhäufigkeit und einem verlangsamten Fortschreiten der Behinderung. Langzeitergebnisse fehlen noch, dem jetzigen Kenntnisstand zufolge ist die Therapie mit keinen schweren Nebenwirkungen behaftet.Show more
Auch auf das Auge achten!
Bei Diabetes regelmäßig zum Augenarzt gehen
Diabetische Retinopathie und Makulopathie gehören zu den mikrovaskulären Komplikationen des Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Das Risiko lässt sich durch eine möglichst gute Blutzuckereinstellung reduzieren. Um Netzhautveränderungen möglichst früh zu erkennen, werden regelmäßige augenärztliche Kontrollen empfohlen. Die Therapie stützt sich im Wesentlichen auf die Laserkoagulation und, bei Visusbeeinträchtigungen durch ein diabetisches Makulaödem, auf die intravitreale Applikation eines VGF-Inhibitors.Show more
Erhöhtes Blasenkrebsrisiko unter Pioglitazon
Verdacht gegen das orale Antidiabetikum bestätigt
Die aktuelle Auswertung der britischen General Practice Research Database (GPRD) zum Blasenkrebsrisiko unter einer Therapie mit Pioglitazon wird sicherlich erneut für Diskussionen sorgen. Bereits seit längerem steht das Antidiabetikum im Verdacht, die Entstehung von Blasenkrebs deutlich zu begünstigen. Frühere Studien hatten zu unterschiedlichen Entscheidungen einzelner Arzneibehörden geführt, die später zum Teil auch wieder rückgängig gemacht wurden. In Deutschland sind Pioglitazon-haltige Arzneimittel bei strenger Indikationsstellung weiter als Reservemedikament zugelassen.Show moreGliflozine als neue antidiabetische Hoffnungsträger?
Sie senken den Blutzucker – sind sie auch sicher?
Der erste Vertreter der antidiabetischen Gliflozine, Dapagliflozin (Forxiga®), steht in Europa vor der Zulassung. Gliflozine hemmen selektiv den Glucosetransporter SGLT-2, sie senken den Blutzucker durch vermehrte renale Glucoseausscheidung. Dies führt auch zu Kalorien- und Gewichtsverlust, und dies ohne Gefahr der Unterzuckerung. Das positive Bild trüben Berichte über Infektionen und gravierendere Nebenwirkungen. Der Stellenwert der Gliflozine wurde kontrovers diskutiert beim diesjährigen Hauptkongress der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.Show more
Osteoporose
Osteoporose verändert die Knochen und damit die Körpergestalt, sie führt zu Frakturen und Schmerzen mit dramatischen Folgen wie Pflegebedürftigkeit bis hin zum Tod. Ein frühzeitiger Eingriff in den bei Osteoporose gesteigerten Knochenabbau kann helfen, solche Folgen in Grenzen zu halten. Medikamentös werden hierzu eine Basismedikation bestehend aus Calcium und Vitamin D sowie Anti-Osteoporotika – vor allem Bisphosphonate – eingesetzt.
Von Thomas Herdegen
Show moreKlassifizierung der COPD wird komplexer: Körperliche Belastbarkeit und Exazerbationen werden berücksichtigt
Entscheidend bei der GOLD-Klassifikation der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) war bislang die Einschränkung der Lungenfunktion. Das Komitee der "Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease" (GOLD) hat nun ein Update mit neuen Kriterien der Klassifizierung vorgelegt. Diese tragen, so hieß es beim Pneumologenkongress in Nürnberg, der Komplexität der Erkrankung weit besser Rechnung als die bisherige Einteilung.Show moreWarnung vor Weichmachern
Phthalate in Medizinprodukten als Diabetes-Risiko?
Bestimmte Weichmacher in Kunststoffen können offenbar die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 fördern. Einer schwedischen Studie zufolge sind Menschen mit Diabetes auffällig mit Phthalaten belastet. Weichmacher finden sich in Verpackungen und vielen Kosmetikartikeln, aber auch in Medizinprodukten wie Kathetern oder Blutbeuteln. Frühere Untersuchungen ergaben, dass bestimmte Phthalate Männer unfruchtbar machen oder zu genitalen Fehlbildungen bei Kindern führen können. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) fordert, diese Weichmacher zu ersetzen.Show moreTherapie der Osteoporose
Die Basis einer wirksamen Osteoporose-Therapie sind gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung, Supplementierung von Calcium und Vitamin D sowie die Gabe von Anti-Osteoporotika. Therapeutika der ersten Wahl sind Bisphosphonate und RANKL-Antikörper gefolgt von SERM und Strontium. Für spezifische Indikationen stehen noch Parathormon und Calcitonin zur Verfügung.Show moreOsteoporose
Wenn der Knochen nicht mehr trägt
Osteoporose ist nicht nur die Abnahme an Knochensubstanz. Mit verminderter Knochendichte erhöhen sich die Gangunsicherheit und das Frakturrisiko, verändert sich die Körpergestalt und nehmen muskuloskelettale Schmerzen zu. Da Frakturen bei Älteren die Mortalität um 20% erhöhen und die Fähigkeit zur Selbstversorgung begrenzen, stellt die Prophylaxe von Frakturen eine wesentliche Sicherung der Lebensqualität dar.Show moreAnti-Osteoporotika
Wirkstoffe gegen den Knochenschwund
Zahlreiche Wirkstoffe können die Entstehung und den Verlauf einer Osteoporose günstig beeinflussen. Besonders vertebrale, also die Wirbelsäule betreffende Frakturen profitieren davon. Therapeutika der 1. Wahl sind die Bisphosphonate, die sich in Zukunft gegenüber RANKL-Antikörpern und Cathepsin-K-Inhibitoren bewähren müssen.Show moreDas Knochensystem: ein lebendiges Organ
Unser Knochensystem ist nicht starr, sondern ein höchst lebendiges Organ, das einem ständigen Umbau unterliegt. Der Knochen ist neben Körperstütze auch Sitz der Blutstammzellen, der wichtigste Speicher von Mineralstoffen sowie Ziel und/oder Quelle von Hormonen, Zytokinen und Akteuren des Intermediärstoffwechsels.Show more
Hautkrebs seltener unter Therapie mit NSAID? Fall-Kontroll-Studie mit überraschenden Ergebnissen
In Deutschland erkranken mehr als 170.000 Menschen jährlich an weißem Hautkrebs. Von etwa 24.000 Patienten, die am schwarzen Hautkrebs erkranken, sterben 3000 pro Jahr. Eine aktuelle dänische Fall-Kontroll-Studie, die die Verordnungsdaten von mehr als 18.500 Hautkrebspatienten auswertete, kommt zu unerwarteten Ergebnissen. Verglichen mit Kontrollen, bekamen Hautkrebspatienten seltener nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID). Die Patienten mit Gelenkbeschwerden oder anderen Erkrankungen erhielten nicht-selektive NSAID oder selektive COX-2-Inhibitoren.Show moreLebensqualität vor Blutzuckersenkung: Therapie beim hochalten Diabetiker individualisieren
Diabetische Therapie-Standards wie das Senken von Blutzucker und Körpergewicht können bei geriatrischen Patienten genau die falsche Therapie sein. Im Alter werden Erhalt von Lebensqualität und Wohlbefinden und die Ausdehnung der behinderungsfreien Lebenszeit wichtiger. An diesen übergeordneten Therapiezielen hat sich auch die Medikation zu orientieren.Show moreNebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen
Generell sind Anti-Osteoporotika sichere Wirkstoffe mit einem geringen Potenzial für Arzneimittelinteraktionen. Alltagsrelevante Probleme sind Interaktionen mit Calcium-haltigen Wirkstoffen oder Calcium-haltiger Nahrung, Akute-Phase-Reaktionen bei Bisphosphonaten sowie Estrogen-vermittelte Effekte bei den SERM.Show more
Therapie der Mukoviszidose: Inhalation mit Mannitol verbessert die Lungenfunktion
Therapien, die die Abnahme der Lungenfunktion bei Mukoviszidose-Patienten hinauszögern, haben ganz wesentlich zu einem Anstieg der Lebenserwartung der Betroffenen geführt. Ein neuer Baustein im Bereich der Sekretolyse ist inhalatives Mannitol (Bronchitol®), das die Lungen-Clearance verbessert und ergänzend zur Standardtherapie eingesetzt werden kann.Show moreVerschreibungspflicht für Ketoprofen | Interleukin 7: Zulassungsempfehlung | Online-Datenbank zu Nebenwirkungen
Hoher Blutzucker bei Pneumonie erhöht Sterberate
Auch milde akute Hyperglykämie ist gefährlich
Leicht erhöhte Blutzuckerwerte galten bislang als eher günstig für Patienten auf Intensivstationen, da man von einer Verbesserung der Glucoseverfügbarkeit für das Gehirn ausging. Die Auswertung der Daten einer multizentrischen prospektiven Kohortenstudie zeigt jetzt eine deutlich erhöhte Mortalität von Personen, die wegen einer ambulant erworbenen Pneumonie hospitalisiert wurden, auch wenn bei diesen nur milde oder moderate Erhöhungen des Blutzuckerwerte nachgewiesen wurden.Show moreImmuntherapie bei Darmkrebs: Phase-II-Studie zeigt erste positive Ergebnisse
Eine neue Immuntherapie mit dem Toll-like-Rezeptor-Agonisten MGN1703 richtet sich gegen tumorspezifische Antigene. Erste Ergebnisse zeigen bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs eine Verdoppelung des progressionsfreien Überlebens und eine Halbierung der Tumorprogression. Der DNA-basierte TLR9-Agonist soll das Immunsystem gegen tumorassoziierte Antigene aktivieren, indem es bei bestimmten Immunzellen auf verschiedene Rezeptoren, primär TLR9, abzielt.Show moreMit Licht gegen lichtbedingte Hautveränderungen: Photodynamische Therapie aktinischer Keratosen
Es fällt zunächst kaum auf: Im Gesicht, auf dem Handrücken oder an anderen stark sonnenexponierten Stellen wird die Haut stellenweise rau und färbt sich rötlich-braun. Kein Grund zur Sorge, meinen viele, ein bisschen Creme drauf, dann geht das schon wieder weg. Diese Einstellung kann fatal sein, denn bei den Hautveränderungen handelt es sich um aktinische Keratosen. Sie werden – untherapiert – mit der Zeit größer und schmerzhaft, in 10% aller Fälle entwickelt sich aus ihnen ein maligner Hautkrebs. Werden die Hautveränderungen frühzeitig behandelt, so lassen sie sich in der Regel normalisieren. Eine Behandlungsoption ist die photodynamische Therapie.Show moreFischöl für Dialysepatienten? Anwendung zum Thromboseschutz bei Gefäßprothesen
Für eine erfolgreiche Hämodialyse ist ein zuverlässiger Gefäßzugang unabdingbar. Jede der zurzeit eingesetzten Methoden hat Vor- und Nachteile. Bei Gefäßprothesen ist vor allem das hohe Thromboserisiko problematisch. Eine kanadische Studie hat untersucht, ob dieses durch die Einnahme von Fischölkapseln verringert werden kann.Show more
Schmerztherapie nach WHO
Im AMTS-Spezial werden ausgesuchte Arzneimitteltherapiesicherheits-Aspekte des jeweiligen Themengebietes vorgestellt. Dies beinhaltet zum Beispiel Informationen über risikobehaftete Wirkstoffe, Empfehlungen zur Vermeidung von gefährlichen Wirkstoff-Kombinationen oder Hinweise zu Patientenfaktoren wie Alter, Geschlecht oder eingeschränkten Organfunktionen, die berücksichtigt werden sollten.Show moreFidaxomicin bei Clostridium-difficile-Infektionen: Wirksam und verträglich wie Vancomycin
Infektionen mit Clostridium difficile gehören zu den häufigsten nosokomialen Infektionen. Eine internationale Studie unter Leitung von Wissenschaftlern der Universitätsklinik Köln zur Effektivität und Sicherheit der Antibiotika Fidaxomicin und Vancomycin bei der Behandlung von Patienten mit einer Clostridium-difficile-Infektion zeigt bei vergleichbarer Verträglichkeit einen dauerhafteren Behandlungserfolg mit dem Makrolidantibiotikum Fidaxomicin, der über den bislang üblichen Behandlungsstandard hinausgeht.Show moreNutzenbewertung: Knackpunkt ist die Vergleichstherapie
Linagliptin in Deutschland vorerst nicht im Handel
Am 26. April, drei Tage nach Beginn der Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zu Linagliptin (Trajenta®), ist der Zulassungsinhaber Boehringer Ingelheim aus den Verhandlungen ausgestiegen. Ein Erstattungspreis wie bei generischen Sulfonylharnstoffen im niedrigen zweistelligen Centbereich komme für das Unternehmen nicht infrage, sagten Firmenvertreter beim Kongress der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Stuttgart am 16. Mai. Das Unternehmen fordert vom G-BA eine "erneute und sachgerechte Nutzenbewertung".Show more
Metaanalyse zeigt klare Vorteile einer Primärprävention
Vor etwa einem Jahr empfahlen die Autoren eines Cochrane Reviews einen zurückhaltenden Einsatz von Statinen zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Jetzt zeigt eine aktuelle Metaanalyse, die die Daten von 27 Studien auswertete, überzeugende Vorteile einer Statintherapie zur Primärprävention bei Risikopatienten. Statine könnten das Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle und Diabetes gering erhöhen, aber die klaren Vorteile überwiegen diese potenziellen Gefahren, so die Autoren. Die derzeitigen Leitlinien sollten daher geändert werden.Show moreRechtliches
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