Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Neue Hinweise zu Captopril, Cefixim und Codein-Kombinationen
Captopril kann auch nach Jahren noch Angioödeme auslösen, Cefixim eine Enzephalopathie. Codein-haltige Schmerzmittel-Kombinationen bekommen gleich mehrere neue Warnungen. Neues gibt es auch bei Gabapentin. Was ändert sich in den Fach- und Gebrauchsinformationen?Show moreMultiple Sklerose
Für eine frühzeitige Therapieeskalation bei der multiplen Sklerose haben sich Experten beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ausgesprochen. Zeigen die Patienten eine hohe Krankheitsaktivität oder entwickeln trotz Basistherapie einen weiteren Krankheitsschub, so sollte die Behandlung demnach unverzüglich durch Wirkstoffe wie Fingolimod (Gilenya®) intensiviert werden. Ziel der Therapieeskalation ist es, weitere Krankheitsschübe effektiv abzuwehren.Show moreBakterielle Arthritis als rheumatologischer Notfall
Den Erreger direkt im Gelenkpunktat nachweisen
Die septische Arthritis ist eine meist akute, bakterielle Infektion der Gelenke. Dabei gelangen die Erreger hämatogen, über eine fortgeleitete gelenknahe Osteomyelitis oder von außen in die Gelenke. Die septisch-bakterielle Arthritis ist als rheumatologischer Notfall zu behandeln. Sie bedarf aufgrund ihrer hohen Morbidität und auch Mortalität einer zügigen Diagnostik und einer sofortigen effektiven Behandlung.Show more
Ein jugendlicher Diabetiker
Der 16-jährige Patient kommt an einem Montagmorgen in die Apotheke. Er klagt über anhaltende Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen seit dem Vortag. Er hat starken Durst und tätigt über 30 Atemzüge in der Minute, der Atem geht schwer. | Andreas Niclas Förster, Hartmut Derendorf und Robert Hermann
Show more
Gefürchtete Unterzuckerung
Das Auftreten einer Hypoglykämie wird von Typ-1- und Typ-2-Diabetikern aller Altersklassen gefürchtet. So sehr, dass viele von ihnen dazu neigen, einen höher eingestellten Blutglucose- und HbA1c-Spiegel zu akzeptieren, um Hypoglykämien zu vermeiden. Das Auftreten der unerwünschten Nebenwirkung der Therapie ist von einigen Faktoren abhängig, lässt sich aber in vielen Fällen vorhersehen. Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet, durch Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante, anstrengende körperliche Aktivität bei gleichbleibender Insulinzufuhr eine Hypoglykämie zu entwickeln.
Show morePerampanel bei Epilepsie
AMPA-Antagonismus soll anfallsfreie Zeit verlängern
In der Epilepsie-Therapie wurden in den letzten 20 Jahren nur geringe Fortschritte erzielt. Jetzt wurde mit Perampanel (Fycompa®) ein Antiepileptikum eingeführt, das als Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse bei Therapieresistenz die Chancen auf Anfallsfreiheit deutlich verbessern soll.Show moreNeuer Therapieansatz bei Herzinsuffizienz
ARNI für Patienten mit normaler Auswurfleistung
Eine Studie untersuchte die Wirksamkeit des Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitors (ARNI) LCZ696 bei Herzinsuffizienz-Patienten. LCZ696 ist eine von Novartis entwickelte Kombination aus Valsartan und dem Neprilysin-Inhibitor AHU-377. Dieses Prodrug inhibiert nach enzymatischer Aktivierung den Abbau von endogenem natriuretischem Peptid und steigert zugleich seine Wirksamkeit. Bei einer diastolischen Relaxationsstörung bei Herzinsuffizienz ist die Wirkung des natriuretischen Peptids unzureichend. Durch den Neprilysin-Inhibitor scheint eine direkte Beeinflussung auf die Volumenbelastung möglich.Show moreCorticoide nur bei Bedarf?
Asthmatiker könnten von neuer Strategie profitieren
Glucocorticoide täglich inhaliert sollen die Entzündungsprozesse bei Asthma unterdrücken. Doch viele Patienten verzichten auf die Anwendung, wenn sie keine Symptome verspüren. Möglicherweise können bei leichtem bis mittelschwerem Asthma die Therapieziele auch erreicht werden, wenn auf die tägliche Einnahme verzichtet und das Glucocorticoid zusammen mit dem Beta-Sympathomimetikum bei Bedarf angewendet wird.Show moreSchnellere Risikoerkennung
Patienten sollen Nebenwirkungen direkt melden
Verbraucher und Patienten können ab sofort direkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen über das Internet melden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) haben soeben die Testphase für dieses neue Angebot eröffnet. Es soll die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern.Show moreCatridecacog zur Blutungsprophylaxe | Bortezomib auch zur subkutanen Gabe
Teduglutid bei Kurzdarmsyndrom
GLP-2-Analogon senkt parenteralen Ernährungsbedarf
Die europäischen Behörden haben das rekombinant hergestellte Analogon des Glucacon-like Peptids 2 (GLP-2) Teduglutid (Revestive®) für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit Kurzdarmsyndrom zugelassen.
Show moreInhalatives Beta-Interferon bei erkältungsbedingtem Asthma
Prävention Rhinovirus-bedingter Asthmaanfälle
Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der eine Vielzahl von Reizen die Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege und die damit verbundene Entzündung verursachen kann. Nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma kann durch Infektionen der Atemwege ausgelöst werden, und besonders Rhinoviren können bei Asthmatikern schwere Attacken auslösen. Eine placebokontrollierte Studie belegt die antivirale Wirksamkeit eines inhalativen Beta-Interferon-Präparats bei schweren Asthmaanfällen.
Show moreGefährlicher Brustkrebs-Subtyp ähnelt Ovarialkarzinom
Neue Therapieoptionen bei Eierstockkrebs?
Beim Vergleich unterschiedlicher Mammakarzinom-Subtypen kristallisierten sich vier Subtypen heraus. Der Subtyp mit der schlechtesten Prognose weist dabei große Ähnlichkeiten mit dem Ovarialkarzinom auf, einem Tumor mit ebenfalls schlechter Prognose. Eine Optimierung bestehender Therapieformen könnte somit zur Bekämpfung beider Tumorarten von erheblicher Bedeutung sein.
Show moreVorhersage des kardiovaskulären Risikos
Welche Lipidparameter zeigen am besten das Risiko an?
Zur routinemäßigen Einschätzung kardiovaskulärer Risiken greift man unter anderem auf die Lipidparameter Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin zurück. Eine epidemiologische Arbeitsgruppe der Universität Cambridge geht der Frage nach, ob die Berücksichtigung weiterer Lipidwerte zu genaueren prognostischen Werten führt.
Show moreLinaclotid gegen Obstipationbei Reizdarmsyndrom
Zulassungsempfehlung für neues Peptid
Zur Behandlung eines Reizdarmsyndroms werden neue Therapieoptionen entwickelt. Ende des Jahres wird die Zulassung für Linaclotid erwartet, ein Guanylatcyclase-C-Rezeptoragonist, der in klinischen Phase-III-Studien in der Behandlung des Reizdarmsyndroms mit überwiegender Obstipation einen klaren Patientennutzen gezeigt hat.
Show moreNeue Leitlinie bei Rheuma
Schnelle Krankheitsremission steht im Mittelpunkt
Die Ziele der Rheumatherapie haben sich geändert: Oberste Priorität hat es mittlerweile, möglichst rasch eine Krankheitsremission zu erreichen und diese zu erhalten, um Gelenkschädigungen auf lange Sicht zu verhindern. Hilfen auf dem Weg zu diesem Behandlungsziel bietet die neue S1-Leitlinie zur sequenziellen medikamentösen Therapie der rheumatoiden Arthritis 2012, die beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Bochum vorgestellt wurde.
Show more
Beratungsbedürftiges Johanniskraut
Pflanzliche Zubereitungen erfreuen sich bei vielen Patienten großer Beliebtheit. Die Therapeutika natürlichen Ursprungs erwecken jedoch zuweilen den Eindruck, auf sanfte Weise zu heilen und nebenwirkungsarm bzw. -los zu sein. Die alte Weisheit, dass Wirkung und Nebenwirkung oft eng zusammenhängen, blenden viele Patienten lieber aus. Sie beziehen beispielsweise Johanniskraut-Präparate häufig nicht über die Apotheke und müssen den Informationen der Packungsbeilage vertrauen. Doch hier gibt es große Defizite.Show moreInteraktionen mit CYP3A4
Induktoren und Inhibitoren können Wirkstoffspiegel stark beeinflussen
Ruwen Böhm, Kirstin Reinecke, Ekkehard Haen, Ingolf Cascorbi, Thomas Herdegen | Das prominenteste Isoenzym der CYP-Familie ist das CYP3A4. Es metabolisiert nicht nur 40% aller den Phase I-Metabolismus durchlaufenden Arzneistoffe, sondern stellt auch mit 29% den Hauptanteil der CYP-Enzyme in der Leber. Zu den Substraten von CYP3A4 gehören zahlreiche Arzneimittel aus den Wirkstoffgruppen der Benzodiazepine, Calciumkanalblocker, Immunsuppressiva, Statine, Makrolidantibiotika und Steroide wie orale Kontrazeptiva und Vitamin D. Die Wirkstoffkonzentrationen dieser Arzneistoffe können steigen oder fallen und das therapeutische Fenster verlassen, wenn der Patient zugleich Substanzen einnimmt, die eine Inhibition oder Induktion von CYP3A4 bewirken. CYP3A4-Inhibitoren, die die Arzneistoffkonzentrationen erhöhen und zu einer Zunahme von Nebenwirkungen (UAW) führen, sind u. a. Makrolidantibiotika, Azolantimykotika, HIV-Protease-Inhibitoren, aber auch bestimmte Nahrungsmittel (Grapefruit, Bitterorange). Dagegen vermindern CYP3A4-Induktoren wie Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin oder Johanniskraut die Arzneiwirkung. CYP3A4 kooperiert bei der Elimination mit dem Transporter P-Glykoprotein (P-gp), der ähnliche Substrate und Inhibitoren und die gleichen Induktoren hat wie CYP3A4.Show moreMCP-Tropfen exakt dosieren
Kritische Arzneiform im Zeitalter der Rabattverträge
Als es noch keine Rabattverträge gab, trat das Problem des Austausches von wirkstoffgleichen Präparaten unterschiedlicher Hersteller in bemerkenswertem Umfang fast nur im Notdienst auf. Doch durch die häufigen Änderungen der Rabattverträge muss vor allem bei der Abgabe von Tropfen wegen voneinander abweichenden Dosierungsangaben genau hingeschaut werden. Am Beispiel von Metoclopramid-Tropfen – von denen in den Packungsgrößen 20 und 30 ml neun Präparate von sieben Herstellern im Markt sind – wird das Problem der Dosiergenauigkeit näher betrachtet.
Show moreSchmerzmittel nach Herzinfarkt
In der letzten Ausgabe der DAZ (DAZ 2012; Nr. 38; S. 38 ff) berichteten wir über eine Studie, nach der das kardiale Risiko auch Jahre später noch erhöht sein soll, wenn nicht-steroidale Analgetika (NSA) nach einem Herzinfarkt zur Schmerzbekämpfung eingesetzt werden. Prof. Dr. Thomas Herdegen hatte die Studie kommentiert und war auf Ungereimtheiten zwischen der aktuellen und einer älteren Veröffentlichung der Autoren gestoßen. Er hat nachgefragt und uns das folgende Ergebnis mitgeteilt.Show moreErste Grippeimpfung als Nasenspray
Kinder und Jugendliche nadelfrei vor Influenza schützen
Mit Fluenz® steht in Deutschland ab sofort für die Grippeimpfsaison 2012/13 das erste nasale Influenza-Impfspray für Kinder und Jugendliche ab einem Lebensalter von 24 Monaten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zur Verfügung. Der nasale Lebendimpfstoff konnte bei dieser Altersklasse in zahlreichen Studien eine bessere Wirksamkeit im Vergleich zu herkömmlichen Injektionsimpfstoffen zeigen.Show moreVitamin B3 wirkt gegen MRSA
Hochdosiertes Nicotinamid im Modellversuch
Gegen Antibiotika resistente Bakterien stellen gerade im Krankenhausbereich ein besonderes Problem dar. Ein häufiger Erreger nosokomialer Infektionen sind multi-(Methicillin-)resistente Stämme von Staphylococcus aureus. Wie ein internationales Team von Wissenschaftlern jetzt zeigt, kann dieser Erreger im Modellversuch durch hohe Gaben von Nicotinamid (Vitamin B3) erfolgreich bekämpft werden. Die Wirkung wird offensichtlich über einen spezifischen Transkriptionsfaktor vermittelt, der durch die Aktivierung neutrophiler Granulozyten zu einer intensiven Bekämpfung des Bakteriums führt.Show moreMethämoglobinämie durch Lokalanästhetika
Todesfälle durch unsachgemäße Anwendung
Eine lokalanästhesierend wirkende Lidocain-Prilocain-Creme (Emla®, Anesderm®) kann bei großflächiger Applikation eine toxische Methämoglobinämie verursachen. Aus Spanien sind Todesfälle im Zusammenhang mit der Anwendung von Emla® Creme beschrieben, die auf eine unsachgemäße Anwendung zurückzuführen sind [1].Show moreFidaxomicin: Selektive Wirkung gegen Clostridium difficile
Körpereigene Darmflora kaum beeinflusst
Das anaerobe, Endosporen bildende Stäbchenbakterium Clostridium difficile gehört zu den häufigsten Erregern nosokomialer Infektionen, die zu schwer verlaufenden Diarrhoen führen können. Das neue Makrozyklin-Antibiotikum Fidaxomicin zeigte in klinischen Studien eine bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit als das bislang unter der Standardtherapie verwendete Vancomycin. Wie neue Untersuchungen zeigen, ist dies möglicherweise auf eine selektive Wirkung gegen C. difficile zurückzuführen. Gleichzeitig wurden die Bakterien der normalen Darmflora weniger beeinträchtigt.Show moreRechtliches
© 2026 Deutsche Apotheker Zeitung