
Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Orale Tumortherapie: Es gibt nichts, was nicht schiefgehen kann
Orale Chemotherapie verlagert Hochrisiko-Arzneistoffe aus der Klinik in das häusliche Setting, wobei ihre Wirksamkeit und Sicherheit entscheidend von der korrekten Einnahme abhängen. Strukturierte Beratung – unabhängig von einer pDL – darf bei keiner Abgabe fehlen. Doch worauf kommt es an?Show more
Adalimumab für Kinder mit schwerem M. Crohn | Vorteil für simultane Radiochemotherapie | Vollvirus-Impfstoff gegen HIV in Phase I
Paradoxes Prinzip?
Der erste Serotonin-Reuptake-Enhancer Tianeptin (Tianeurax®) steht seit November nun auch in Deutschland zur Behandlung der Depression zur Verfügung. Seine Wirkung wird allerding nur in zweiter Linie auf die verstärkte Wiederaufnahme von Serotonin zurückgeführt. Im Vordergrund scheinen seine Effekte auf die Neuroplastizität des Gehirns und die gestörte glutamaterge Neurotransmission zu stehen. Klinische Studien zeigen eine Überlegenheit gegenüber Placebo. Die Substanz erwies sich als vergleichbar wirksam wie trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Inhibitoren.Show moreMarcumar-Alternative ASS?
ASS kann auch venöse Thromboembolien verhindern
Eine Behandlung mit einmal täglich 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) reduziert nach tiefen venösen Thromboembolien (VTE) das Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und erneuten VTE. Das zeigen sowohl die WARFASA- als auch die ASPIRE-Studie. Ist die (lebens-)lange Gabe von ASS damit eine neue Therapiealternative zu Phenprocoumon oder zu keiner Antikoagulation nach VTE?
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Eine junge Rheumapatientin
Nur eine frühzeitige Behandlung hilft, die Beweglichkeit zu erhalten
Isabel Waltering, Jürgen Rech und Hartmut Derendorf | In der Klinischen Pharmazie dreht sich alles um den Patienten, um Leitlinien und um das klinische Ergebnis. Bearbeiten Sie mit uns diesen Patientenfall und erlernen Sie so zusätzliches Wissen in Klinischer Pharmazie.Show moreAntipsychotika bei Alzheimer
Rückfallrisiko beim Absetzen von Risperidon
Patienten mit Alzheimer sind oft aggressiv oder sehr erregt. Der Einsatz von Neuroleptika bei diesen Symptomen ist zwar umstritten, sie werden jedoch häufig verordnet. Die Einnahme von Risperidon (Risperdal®) unterliegt strengen Auflagen der FDA und wird auch bei uns wegen des erhöhten Schlaganfallrisikos kritisch beurteilt. Es wird empfohlen, die Antipsychotika nicht länger als sechs Monate einzunehmen. Eine Studie deutet nun darauf hin, dass bei Alzheimer-Patienten, die auf Risperidon ansprechen, das Risiko für den Rückfall in aggressiv-psychotisches Verhalten nach Absetzen einer Behandlung mit Risperidon erhöht ist.
Show moreMukosaheilung im Blickpunkt
Neues Ziel bei entzündlichen Darmerkrankungen
Wie gut eine Therapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wirkt, wurde lange Zeit im Wesentlichen an der Besserung der Symptome festgemacht. Das scheint sich zu ändern. Als neues Therapieziel wird die Abheilung der Darmschleimhaut derzeit intensiv diskutiert. Denn sie geht einher mit längeren steroidfreien Remissionen und einer verbesserten Lebensqualität. Erreichen lässt sich eine solche Mukosaheilung mit klassischen Immunsuppressiva, besser noch durch eine TNF-alpha-Blockade.
Show moreDrohende Frühgeburt
Wehenhemmer und die Frage nach dem Nutzen
Ziel des Einsatzes von Wehenhemmern ist es, den Geburtstermin um mehrere Tage hinauszuzögern. Doch welches Tokolytikum hat den besten Erfolg, ist am nebenwirkungsärmsten und verlängert nicht nur die Zeit bis zur Geburt, sondern senkt auch die neonatale Morbidität und Mortalität? Anhand einer Metaanalyse von Haas und Kollegen, veröffentlicht im British Medical Journal, wurde die Effektivität von verschiedenen Tokolytika bewertet. Vorteile werden für Prostaglandininhibitoren und Calciumkanalblocker gesehen.
Show moreErfolgreiche Sturzprophylaxe
Jedes Jahr stürzen rund 30% der über 65-Jährigen, oft mit fatalen Folgen. Viele Maßnahmen werden zur Sturzprophylaxe angeboten und um die Anzahl fallbedingter Knochenbrüche zu reduzieren. Wie effektiv die unterschiedlichen Herangehensweisen wirklich sind, untersuchte ein Cochrane-Review für den ambulanten Bereich. Das Ergebnis: Körperliche Aktivität im Alter ist ein entscheidender Faktor.Show moreEntgleisen verhindern
Die Glukosurie zählt zu den prominenten Krankheitssymptomen eines Diabetes und zeigt in aller Regel einen entgleisten Zuckerstoffwechsel an. Ein neues Therapieprinzip schickt sich an, eben diese Zuckerausscheidung mit dem Urin in die Behandlung der chronischen Glucosestoffwechselstörung einzuführen. Dazu wird der Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT-2) im proximalen Tubulus der Niere gehemmt. Mittlerweile befinden sich mehrere Vertreter der Substanzklasse der SGLT-2-Inhibitoren in klinischer Entwicklung.Show moreDie Contergan-Tragödie
Die Gestaltung des Arzneimittelgesetzes (AMG) wird durch politische, rechtliche und gesellschaftliche Faktoren geprägt. Einen großen Einfluss hatte die Contergan-Tragödie, die zu einer Verschärfung der rechtlichen Vorschriften und zu einer Neugestaltung des AMG führte. Neue Probleme, wie etwa Fälschungen oder der Internethandel, werden sich ebenfalls in einer veränderten Gesetzgebung niederschlagen.Show moreGlycopyrronium bei COPD
Die europäischen Behörden haben Seebri® Breezhaler® 44 μg für erwachsene Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassen. In Phase-III-Studien verbesserte der Wirkstoff Glycopyrronium stärker als Placebo die Lungenfunktion, reduzierte die Atemnot sowie die Zahl der Exazerbationen und erhöhte die Lebensqualität.Show moreDas Internetportal Embryotox
Informationen zu Arzneimitteln für Schwangere
Fachinformationen oder gängige Nachschlagewerke zur Pharmakotherapie geben selten zufriedenstellende Hinweise, ob ein Arzneimittel in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit angewendet werden kann. Diese Informationslücke wird unter anderem durch das Internetportal Embryotox www.embryotox.de geschlossen, in dem Substanz- und Indikations-bezogene Daten abrufbar sind.
Show more"Von A bis Z neu recherchiert"
Der "Mutschler" erscheint in seiner Jubiläumsausgabe
Im Januar 1970 erschien der "Mutschler" als "Lehrbuch der Pharmakologie" zum ersten Mal – jetzt, im Herbst 2012, liegt mit der 10. Auflage eine Jubiläums-Ausgabe vor, die höchste Ansprüche erfüllt. Seit mehr als 40 Jahren setzt das Werk aus der Feder von Prof. Dr. Dr. Ernst Mutschler Maßstäbe in der Welt der Pharmazeuten und Mediziner.Show moreRückenschmerzen hinterfragen
M. Bechterew und Co. werden oft zu spät erkannt
Als Charakteristikum des Morbus Bechterew gelten Verknöcherungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke, später der Wirbel. Heute lässt sich diagnostisch eine rein entzündliche Frühform der Erkrankung ausmachen. Das machte eine neue Klassifikation der Spondyloarthritiden notwendig, wie auch eine Anpassung der Therapien. Die nicht-röntgenologische Spondyloarthritis spricht auf entzündungshemmende Medikamente an. Für die Behandlung ihrer schweren Formen wurde als erstes Biologikum Adalimumab (Humira®) zugelassen.
Show moreNatürlich durch die Wechseljahre
Phytotherapie und Homöopathie
Hitzewallungen und Schlafstörungen können Frauen in den Wechseljahren erheblich zu schaffen machen. Viele suchen dann eine Alternative zur Hormontherapie. Sowohl Phytotherapie als auch Homöopathie haben hier Behandlungsoptionen anzubieten. Empfehlenswert ist zudem eine Ernährung, die reich an Phytoöstrogenen ist. Von der Einnahme isolierter Isoflavone sollte dagegen eher abgeraten werden.
Show moreWurmmittel gegen Kopfläuse
Ivermectin wirkt nach einmaliger Anwendung
Das in Deutschland nicht zugelassene Ivermectin wird vorrangig zur Behandlung von Nematodenerkrankungen eingesetzt. In zwei randomisierten Studien war eine topische Formulierung auch gegen Kopfläuse wirksam. In den USA ist diese Lotion (SkliceTM) seit Februar diesen Jahres bei Kopflausbefall ab einem Alter von sechs Monaten zugelassen.Show moreStarke Knochen für Männer
Zoledronsäure senkt Frakturrisiko stärker als Placebo
Osteoporose wird häufig als eine Erkrankung postmenopausaler Frauen wahrgenommen. Doch Männer sind fast ebenso häufig betroffen – nur etwa zehn Jahre später. In Studien mit Osteoporosemitteln sind sie jedoch bisher unterrepräsentiert. Entgegen diesem Trend war eine kürzlich veröffentlichte Studie mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure ausschließlich mit Männern durchgeführt worden. Der Wirkstoff reduzierte das relative Risiko für neue Wirbelkörperfrakturen gegenüber Placebo um 67%.Show moreAchtung chronische Migräne
Bis zu 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer chronischen Migräne, oft nicht diagnostiziert und nicht adäquat therapiert. Mit einer gezielten Anamnese und den Blick auf mögliche Risikofaktoren lassen sich die Patienten besser identifizieren. Die Behandlung stützt sich dann auf nicht-medikamentöse Maßnahmen sowie eine wirksame medikamentöse Prophylaxe. Explizit zugelassen ist Onabotulinumtoxin A (Botox®), das in den PREEMPT-Studien bei Patienten mit chronischer Migräne untersucht wurde.Show moreRuxolitinib bei Myelofibrose
Erster Januskinasenhemmer bei seltener Leukämieform
Bis vor Kurzem stand zur Behandlung der Myelofibrose keine wirksame Pharmakotherapie zur Verfügung. Durch die Zulassung des Januskinaseninhibitors Ruxolitinib (Jakavi®) besteht nun erstmals die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie. Der klinische Nutzen von Ruxolitinib wurde in den zwei zulassungsrelevanten Studien COMFORT-I und COMFORT-II gezeigt.Show moreHoffnungsträger Serelaxin
Neue Therapieoption?
Nach über einem Jahrzehnt erfolgloser Suche nach neuen Möglichkeiten zur Behandlung der akuten Herzinsuffizienz liegen jetzt die Daten einer Phase-III-Studie vor, die hoffen lassen. In der internationalen RELAX-AHF-Studie reduzierte Serelaxin (RLX030), eine rekombinante Form des humanen Peptidhormons Relaxin-2, die Atemnotbeschwerden und verringerte die Zahl der Todesfälle nach sechs Monaten. Novartis will nun die Zulassung einreichen.Show moreKrebsprävention mit Statinen?
Reduzierte Krebssterblichkeit nach Statin-Einnahme
Statine können möglicherweise zu einem Rückgang der Krebssterblichkeit beitragen. Das suggerieren vor Kurzem veröffentlichte Ergebnisse einer epidemiologischen Studie aus Dänemark.
Show moreArzneimittel und CYP2D6
Genetische Polymorphismen beeinflussen den Therapieerfolg
Kirstin Reinecke, Ruwen Böhm, Ekkehard Haen, Ingolf Cascorbi, Thomas Herdegen | Das Cytochrom-P450-Isoenzym 2D6 (CYP2D6) ist an der Metabolisierung von knapp einem Viertel der gebräuchlichsten Arzneistoffe, insbesondere Psychopharmaka vom Typ der SSRI, Betablocker und Schmerztherapeutika, beteiligt. Genetische Polymorphismen und Arzneimittelinteraktionen können die Aktivität von CYP2D6 stark verändern und dadurch die Plasmaspiegel von Arzneistoffen, die von CYP2D6 metabolisiert werden, erhöhen oder erniedrigen. Dies kann sich auf den therapeutischen Erfolg sowie die Verträglichkeit einer Pharmakotherapie auswirken. Ein Wechsel der Medikation oder eine Anpassung der Dosierung kann dann notwendig sein.Show moreInhalationsarzneimittel sind erklärungsbedürftig
Anwendungsfehler reduzieren, Adhärenz verbessern
In den zurückliegenden Monaten sind zahlreiche Dosieraerosole und Trockenpulver-Inhalationssysteme für die Asthmatherapie wie auch die COPD-Behandlung neu auf den Markt gekommen. Doch was nützt ein innovatives Device, wenn es nicht korrekt angewendet wird? Wo die Fallstricke liegen und wie Patienten zu mehr Adhärenz geführt werden können, war Thema auf der Jahrestagung der DPhG-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern.
Show moreGezielte Wirkung im Tumor
Neues Antikörperkonjugat gegen Lymphome
Anfang November hat das Antikörperkonjugat Brentuximab Vedotin (Adcetris®) die europäische Zulassung erhalten. Ein Linker hält das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat im Blut stabil und hilft, das Zytostatikum in CD30-positive Tumorzellen einzuschleusen. Erst hier wird der Linker durch lysosomale Enzyme gespalten und das Zytostatikum Monomethyl-Auristatin E freigesetzt. Der Wirkstoff wird zur Therapie des fortgeschrittenen Morbus Hodgkin und zur Behandlung des rezidivierten anaplastischen großzelligen Lymphoms eingesetzt.
Show moreCremen statt schlucken
Topische NSAR bei Arthrose ähnlich effektiv wie orale
Eine Cochrane Metaanalyse zeigt, dass topische nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) bei Arthrose an Hand und Knie Placebozubereitungen überlegen sind. Sie wirken dabei so gut wie orale NSAR, verursachen aber weniger Magen-Darm-Beschwerden [1].
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