Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Orale Tumortherapie: Es gibt nichts, was nicht schiefgehen kann
Orale Chemotherapie verlagert Hochrisiko-Arzneistoffe aus der Klinik in das häusliche Setting, wobei ihre Wirksamkeit und Sicherheit entscheidend von der korrekten Einnahme abhängen. Strukturierte Beratung – unabhängig von einer pDL – darf bei keiner Abgabe fehlen. Doch worauf kommt es an?Show moreVerstopfung nach Stufenschema behandeln
Wie soll eine chronische Obstipation behandelt werden? Antwort auf diese Frage gibt eine S2k-Leitlinie von DGNM und DGVS, die auf dem diesjährigen Kongress für Viszeralmedizin 2012 in Hamburg vorgestellt wurde. Sie empfiehlt eine Therapie nach Stufenschema, bei dem Allgemeinmaßnahmen und Ballaststoffe die Basis bilden. Es folgen Laxanzien, allen voran Makrogole, Bisacodyl und Natriumpicosulfat und, auf der nächsten Stufe, das Prokinetikum Prucaloprid. Vor der Therapie steht allerdings die Diagnose. Das gilt auch für die chronische Obstipation.Show moreTolvaptan bremst Zystenniere
Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (Zystenniere) zählt zu den häufigsten genetischen Erkrankungen. Bisher gibt es keine Möglichkeit, das unaufhaltsame Zystenwachstum zu stoppen, das mit einem fortschreitenden Nierenversagen einhergeht. Im Rahmen der TEMPO-Studie wurde nun der Einfluss des Vasopressin-Antagonisten Tolvaptan (Samsca®) auf die Zystenniere untersucht. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Zystenniere konnte reduziert und damit die Entwicklung einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz verzögert werden.Show moreGeringeres Risiko für primären Hyperparathyreoidismus
Frauen profitieren von Calciumzufuhr
Im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie mit Daten der Nurses’ Health Study I wurde seit Beginn im Jahr 1986 bis 2008 bei insgesamt 277 Frauen ein primärer Hyperparathyreoidismus diagnostiziert. Da im Rahmen dieser Kohortenstudie auch regelmäßig alle vier Jahre semiquantitativ die Aufnahme von Calcium über Nahrung und Supplemente erfasst wird, sind die Forscher um Julie Paik in Boston der Frage nachgegangen, ob die Calciumzufuhr einen Einfluss auf die Entstehung eines primären Hyperparathyreoidismus hat.
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Ein Schlaganfall-Patient
Patient Friedhelm Schumacher ist 61 Jahre alt. Um 7:40 Uhr erwacht er mit einer Schwäche und Gefühlsstörung der rechten Körperseite. Wenig später, so berichtet die Ehefrau, habe er auch nicht mehr sprechen können. Frau Schumacher bemerkt außerdem ein "schiefes Gesicht" und verständigt schon kurz danach den Notarzt. Show more"Gefährliches Johanniskraut"
In einem aktuellen Übersichtsartikel hat eine Arbeitsgruppe der China Medical University die publizierte Evidenz (Primär-, Sekundär- und Tertiär-Literatur) der Jahre 2000 bis 2010 zum Thema unerwünschter Interaktionen von Phytopharmaka und Nahrungsergänzungsmitteln mit klassischen Arzneimitteln systematisch recherchiert und ausgewertet. Obwohl die Arbeit epigonal ist und inhaltlich keine neuen Erkenntnisse bietet, rief sie ein breites Echo in der Fach- und Laienpresse hervor.Show more"Bewahren Sie Ihr Augenlicht"
Initiative informiert über Augenerkrankungen
Altersabhängige Makuladegeneration und diabetische Retinopathie sollten so früh wie möglich erkannt und konsequent behandelt werden. Denn nur so lässt sich das Risiko des Sehverlusts reduzieren. Die Initiative "Bewahren Sie Ihr Augenlicht" hat sich deshalb die Aufklärung auf die Fahnen geschrieben. Sie bietet umfangreiches Informationsmaterial und Ansprechpartner. So soll der Gang zum Augenarzt erleichtert und die Möglichkeit einer rechtzeitigen Intervention mit Erhalt des Augenlichts eröffnet werden.
Show moreBtM-Verschreibungspflicht für Tilidin/Naloxon
Retardierte Arzneiformen sind nicht betroffen
Ab dem 1. Januar 2013 werden Tilidin/Naloxon in schnell freisetzenden Arzneiformen der BtM-Verschreibungspflicht unterstellt, so fordert das die 26. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (26. BtMÄndv), die im Juli dieses Jahres beschlossen wurde. Hintergrund ist, dass Tilidin-haltige Lösungen mit schneller Wirkstofffreisetzung trotz des Zusatzes von Naloxon immer wieder mit gefälschten Rezepten missbräuchlich erworben wurden.
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AMTS-Spezial Blutungsrisiko
Schlaganfallpatienten müssen lebenslang eine effektive Thromboseprophylaxe erhalten, um das Risiko eines erneuten thromboembolischen Ereignisses zu minimieren. Im Gegenzug kann der Patient durch die Therapie gefährdet sein, eine schwerwiegende Blutung zu entwickeln. Diese beiden Risiken gilt es, bei der Behandlung mit oralen Antikoagulanzien gegeneinander abzuwägen. Um das Risiko einer Blutung unter der Therapie mit oralen Antikoagulanzien einzuschätzen, steht seit kurzem der sogenannte HAS-BLED-Score zur Verfügung.Show morePegylierung verlängert die Insulinwirkung
Weniger nächtliche Hypoglykämien
Derzeit wird versucht, die Wirkung von Insulin zu verlängern. Für die basale Insulintherapie des Diabetes mellitus erwartet man sich davon mehrere Vorteile. Die Bemühungen, die Wirkung des Stoffwechselhormons zu verlängern, zielen vor allem darauf, die Insulinspiegel abzuflachen und Wirkspitzen zu vermeiden. Dadurch soll insbesondere das Risiko von Hypoglykämien minimiert werden. Mit der neuen Insulinformulierung LY2605541 könnte bald ein Insulinanalogon zur Verfügung stehen, das den basalen Insulinbedarf zuverlässig über 24 Stunden abdeckt.
Show moreHilfe bei Dabigatran-assoziierten Blutungen
Mit Gerinnungstests die Wirkung kontrollieren
Für die neuen oralen Antikoagulanzien wie Dabigatran (Pradaxa®) steht bisher kein spezifisches und schnell wirkendes Antidot zur Verfügung. Bei geplanten Operationen ist das kein Problem, hier sollte es 24 Stunden zuvor abgesetzt werden. Bei Notfällen dagegen kann die antikoagulierende Wirkung bisher nicht aufgehoben werden. Das BfArM hat nun Hinweise und Empfehlungen für die Therapie von Blutungen und das perioperative Management veröffentlicht.
Show moreAntiemetikum gegen Juckreiz
Aprepitant lindert durch Biologicals hervorgerufenes Hautjucken
Juckreiz ist eine häufige Nebenwirkung von EGF-Rezeptor-Blockern und Tyrosinkinase-Inhibitoren. Im Lancet Oncology wurde eine Studie veröffentlicht, die den Einsatz von Aprepitant (Emend®) gegen diesen Juckreiz untersuchte. Es zeigte sich eine signifikante Wirksamkeit des Neurokinin-Rezeptorenblockers bei schwerem Juckreiz, der von diesen zielgerichteten Therapien hervorgerufen wird.
Show moreASS nach Darmkrebs
Lebensverlängerung nur bei Vorliegen einer Mutation?
Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) steigert möglicherweise nur bei einem bestimmten Typ des kolorektalen Karzinoms die Überlebenschancen. So traten unter ASS-Einnahme bei Patienten, die eine Mutation im Apoptose-Signalweg des Tumors aufwiesen, deutlich weniger Todesfälle auf als in der Vergleichsgruppe [1].
Show moreGefahr für Kinder durch rezeptfreie Erkältungsmittel
Nebenwirkungen durch Antihistaminika
Rezeptfreie Erkältungsmittel für Kinder, die Antihistaminika der ersten Generation enthalten, können gefährliche Nebenwirkungen haben, warnt die Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in einem Positionspapier. Der ausgeprägte und anhaltende sedierende Effekt kann gerade bei kleinen Kindern zu Benommenheit und Krämpfen bis hin zum kardiorespiratorischen Kollaps führen. Gefordert wird deshalb eine umfassende Beratung der Eltern, bevor sie zu rezeptfreien Antihistaminika-haltigen Präparaten greifen.Show moreNeues rund um Vitamin D
Erfolgreich in der Prävention chronischer Erkrankungen
Seit 40 Jahren beforscht Prof. Dr. Michael F. Holick vom Boston University Medical Center, Massachusetts, d as Thema Vitamin D und hat weltweit dazu beigetragen, dass die Bedeutung des Vitamin-D-Mangels bei der Entstehung chronischer Erkrankungen erkannt wurde. Unter anderem konnte er zeigen, dass die aktive Form von Vitamin D zur Behandlung hyperproliferativer Hauterkrankungen eingesetzt werden kann und etablierte so eine Therapie, die heute für viele Patienten mit leichter Psoriasis als Behandlungsoption der ersten Wahl gilt. Gemeinsam mit Apotheker Uwe Gröber von der Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen, hat Professor Michael F. Holick soeben ein Buch über das "Sonnenvitamin" Vitamin D veröffentlicht.Show moreBenzodiazepin-Missbrauch gezielt ansprechen
Wie klappt der Einstieg in den Ausstieg?
In Deutschland sind rund 1,4 Millionen Menschen arzneimittelabhängig, davon etwa 70 Prozent von Benzodiazepinen. Ein Arzneimittelmissbrauch liegt nach Schätzungen bei rund 2,8 Millionen Menschen vor. Insbesondere ältere Frauen sind von diesem Problem betroffen. Ganz im Sinne der Nationalen Strategien zur Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung 2012 hat die Bundesapothekerkammer bereits im vergangenen Jahr einen Leitfaden für die apothekerliche Praxis herausgegeben.Show moreErfolgreiche Langzeittherapie bei Psoriasis
Neue umfassende Langzeitdaten zeigen die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie die Verbesserung der Lebensqualität bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis unter der Therapie von Ustekinumab (Stelara®).Show moreGut gemeint oder gut gemacht?
Gastrointestinale Beschwerden und Selbstmedikation
Gut gemeint oder gut gemacht? Auf dem diesjährigen Kongress Viszeralmedizin 2012 wurde auch darüber gesprochen, wie sich Fehler bei der Arzneimitteltherapie in der Gastroenterologie vermeiden lassen. Im Fokus: Protonenpumpenhemmer in der Selbstmedikation und alkoholhaltige Kinderarzneimittel. Das Fazit: Omeprazol ist auch in der Selbstmedikation wirksam und sicher. Und: Anders als alkoholhaltige Getränke lösen alkoholhaltige Kinderarzneimittel keine gastrointestinalen Beschwerden aus.
Show moreTherapie und Umgang mit Glucocorticoiden
Die "Cortison-Angst" ist in den meisten Fällen unbegründet. Bei der längeren Einnahme höherer Dosierungen können präventiv einige Nebenwirkungen vermindert werden, ebenso wie durch alternierende Gabe oder Dosisminderung. In jedem Fall muss der Patient gut beraten werden.Show moreGlycopyrronium bei COPD zugelassen | Crizotinib für Patienten mit NCSLC | Tolperison: Einschränkung der Indikation
Corticoid-Nebenwirkungen
Cortison-haltige Arzneimittel sind wegen ihrer Nebenwirkungen gefürchtet, die mit der Dosis und Dauer der Glucocorticoid-Einnahme korrelieren. Bei korrekter Indikation ist grundsätzlich von einem positiven Nutzen-Nebenwirkungs-Verhältnis auszugehen. Die kurzfristige Einnahme von Glucocorticoiden ist in der Regel unproblematisch. Bei topischer Gabe muss weniger mit systemischen als mit lokalen Reaktionen gerechnet werden. Insgesamt dürfen Glucocorticoide als gut verträglich gelten, wenn die Einnahmedauer kurz ist oder das 7,5 mg-Prednisolon-Äquivalent über eine längere Zeit nicht überschritten wird.Show moreRechtliches
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