Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Sollte man ASS 100, DOAK und Co. bei Blutungen absetzen?
Treten gastrointestinale Blutungen bei Patientinnen und Patienten mit antithrombotischer Therapie auf, ist eine Frage zentral: Sollen die Wirkstoffe zunächst abgesetzt, oder weiter eingenommen werden?Show morePositive Corticoid-Effekte sind nur von kurzer Dauer
Schmerzen aufgrund einer lateralen Epicondylitis werden durch Corticoid-Injektionen rasch behoben, allerdings kehrt der Schmerz nach kurzer Zeit wieder zurück. Physiotherapeutische Maßnahmen führen hingegen zu einem längerfristigen Erfolg, so das Ergebnis einer australischen Studie.Show more
Blutdruck runter, Blutzucker rauf
Von Verena Stahl | Bis zu 90% der Typ-2-Diabetiker leiden unter Hypertonie [1] und hypertone Diabetiker zeigen eine ausgeprägte Erhöhung ihres gesamten kardiovaskulären Risikos. Einer gut abgestimmten Therapie beider Erkrankungen inklusive der Einhaltung bestimmter Zielwerte kommt daher eine große Bedeutung zu. Jedoch gibt es auch antihypertensive Wirkstoffe, die diabetogen wirken und daher bei hypertonen Diabetikern vermieden werden sollten.Show more

Eine Patientin mit Juckreiz und Ödemen
Die 89-jährige Frau K. lebt seit Jahren in einem Seniorenwohnheim. Sie ist verwitwet und war früher Lehrerin. Nach einem leichten Schlaganfall im Jahr 2010 hat sich ihr Zustand verschlechtert. | Von Gabriele Baumgärtner, Markus Zieglmeier, Robert Hermann und Hartmut Derendorf
Show moreBritische Studie spricht von kausaler Assoziation
Seit 2010 besteht der Verdacht, dass zwischen der Pandemrix®-Impfung und dem Auftreten einer Narkolepsie ein Zusammenhang besteht. In mehreren europäischen Studien wurde dieser Frage nachgegangen, die jüngste Untersuchung hierzu wurde Ende Februar 2013 publiziert. Die Autoren sprechen von einer kausalen Assoziation zwischen der A/H1N1-Impfung und einer Narkolepsie, halten sich aber mit einer konkreten Einschätzung des Risikos zurück.Show moreHochdosiertes Calcium ohne Risiko für Frauen?
In einer breit angelegten US-amerikanischen Studie wurde der Zusammenhang zwischen regelmäßiger Calcium-Einnahme und dem Auftreten von Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Das erstaunliche Ergebnis: Die Einnahme von hochdosiertem Calcium erhöht das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben – allerdings überraschenderweise nur bei Männern. Frauen waren davon nicht betroffen.Show moreErster Vergleich antibiotischer Therapien bei akuten bakteriellen Hautinfektionen
Mit Tedizolid befindet sich eine Alternative zur Behandlung akuter bakterieller Hautinfektionen zum seit 2001 eingesetzen Linezolid in klinischer Prüfung. Beide Oxazolidinon-Antibiotika führen zu vergleichbaren klinischen Ansprechraten. Allerdings gibt es Hinweise auf leichte Vorteile von Tedezolid bei der Therapiesicherheit. Außerdem ist die Therapiedauer unter der neuen Substanz kürzer. Die ESTABLIH-1 Studie soll zeigen dass Tedizolid dem etablierten Linezolid nicht unterlegen ist.Show moreNeuer IL5-Antikörper Mepolizumab bei Asthma
Die Blockade von Interleukin 5 durch den monoklonalen Antikörper Mepolizumab senkt das Exazerbationsrisiko von Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma.Show moreEvidenzlage und Nebenwirkungen der Cholesterinsenker-Therapie
Von Olaf Rose | Cholesterin-Senker vom Typ HMG-Co-A-Reduktase-Hemmer gehören zu den weltweit mit am häufigsten eingesetzten Medikamenten. Dank ausgezeichneter Evidenzlage setzen viele Leitlinien wie der Third Report of the National Cholesterol Education Program (NCEP) seit über 10 Jahren auf Statine als Standard in der Therapie erhöhter Cholesterin-Werte. Die bekannteste Nebenwirkung ist spätestens seit dem Skandal um Lipobay® der gefürchtete Muskelabbau, die Rhabdomyolyse. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen niedrigen Coenzym Q10-Spiegeln, bedingt durch den Wirkmechanismus der Statine, und unerwünschten Wirkungen auf die Muskulatur wird diskutiert.Show more
Diabetes mellitus Typ 2
Seit dem ersten Pharmakologisch-Beitrag zu Diabetes mit dem Titel "Diabetes mellitus Typ 2– die Spinne im Netz des metabolischen Syndroms" (DAZ 5/2009, 424 – 443) hat sich im Bereich der Diabetes-Therapie eine der großen "Revolutionen" der Pharmakotherapie vollzogen: die oralen insulinotropen Sulfonylharnstoffe und Glinide werden durch Inkretin-Mimetika und Gliptine verdrängt. Dazu kommt noch mit den SGLT-2-Hemmstoffen ein weiteres neues Prinzip, nämlich die Förderung der Glucose-Ausscheidung mit dem Harn.
Von Thomas Herdegen
Cochrane Review bewertet topische Corticosteroide
Eine chronische Rhinosinusitis, die mit Nasenpolypen einhergeht, ist die Folge entzündlicher Schleimhautveränderungen in der Nase und den Nasennebenhöhlen. Es kommt zur Verengung der Luftwege, der oft mit einer Nasennebenhöhlen-Operation begegnet wird. Zudem gehören topische Corticosteroide zur Therapie der ersten Wahl. In einem Cochrane-Review wurde untersucht, welchen Stellenwert sie im Zusammenhang mit einer Operation haben.Show moreVereinzelte Todesfälle sorgen für Unruhe
In den letzten Tagen überschlugen sich wieder einmal die Meldungen zu einem angeblich "neuen Coronavirus", das neuerdings sein Unwesen treiben soll. "Gefährlicher Erreger: Neues Coronavirus umgeht Immunabwehr..." titelt der Focus. Der Spiegel weckt Neugier mit der Überschrift "Großbritannien: Patient stirbt nach Coronavirus-Infektion". Und die Welt überschreibt ihren Bericht mit "Neues Coronavirus trickst Immunsystem leicht aus". Was ist dran an diesen Meldungen, und wie hat man sie unaufgeregt zu werten?Show moreTherapieoptionen bei aktinischer Keratose im Vergleich
Aus einer aktinischen Keratose kann sich ein Plattenepithelkarzinom entwickeln, daher sollte sie grundsätzlich behandelt werden. Erfreulicherweise gibt es eine Vielzahl wirksamer Therapieoptionen, wie ein kürzlich veröffentlichter Cochrane-Review zeigt.Show moreSo wirken Notfallkontrazeptiva
Letzte Woche haben die deutschen Bischöfe entschieden, die "Pille danach" für vergewaltigte Frauen zu erlauben. Allerdings nur, wenn sie die Befruchtung verhindere, nicht aber zum Abort der befruchteten Eizelle führe. Aber wie wirken die in Deutschland auf dem Markt befindlichen Präparate zur Notfallkontrazeption eigentlich? Welche Unterschiede gibt es zwischen dem etablierten Levonorgestrel und dem neueren Ulipristalacetat und für wen eignet sich welches Präparat?Show moreLungenkarzinom überholt Mammakarzinom
In wenigen Jahren wird Lungenkrebs in Europa die häufigste Krebstodesursache bei Frauen sein und damit das Mammakarzinom überholen. Das zeigen neue epidemiologische Daten, die von italienischen und Schweizer Wissenschaftlern publiziert worden sind.Show moreTiefe Hirnstimulation auch in frühen Stadien
Die EARLYSTIM-Forschungsgruppe um Prof. Dr. Günther Deuschl von der Neurologie der Uni-Klinik Schleswig-Holstein in Kiel hat am 14. Februar eine viel beachtete Studie im New England Journal of Medicine zur frühzeitigen tiefen Hirnstimulation veröffentlicht. Sie könnte zu einem Paradigmenwechsel in der Parkinsonbehandlung führen und eine Option auch in wesentlich früheren Krankheitsstadien werden.Show moreNSAR Phenylbutazon in Fertiggerichten
Jeden Tag tauchen neue Meldungen über weitere Fertigprodukte auf, in denen als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch enthalten ist. Das ist zwar aus Sicht des Verbraucherschützers fragwürdig, stellt aber an sich keinerlei gesundheitliche Bedrohung dar. Nun wurde in einigen Proben der Stoff Phenylbutazon nachgewiesen. Ein Analgetikum aus der Gruppe der NSAR, das aufgrund seines Nebenwirkungspotenzials bei Menschen nur noch äußerst sparsam eingesetzt wird. Im Pferdesport wird es zur Leistungssteigerung verwendet.Show moreValproinsäure in der Schwangerschaft meiden
Der Gebrauch von Arzneimitteln in der Schwangerschaft ist kritisch und sollte auf das notwendige Minimum begrenzt werden. Es gibt jedoch Erkrankungen, die unbehandelt ein größeres Risiko für Mutter und/oder Kind darstellen als die Arzneimitteltherapie. Die Epilepsie ist so eine behandlungspflichtige Erkrankung. Die teratogenen Risiken von Antiepileptika sind bekannt. Eine Studie ergab nun, dass vor allem die Behandlung von schwangeren Epilepsie-Patientinnen mit Valproinsäure die kognitive Entwicklung der Kinder nachhaltig schädigen kann.Show more
Lithium in der Schwangerschaft
Verena Stahl | Die Hälfte aller bipolar erkrankten Frauen befindet sich im gebärfähigen Alter und viele von ihnen haben, wie nicht erkrankte Frauen gleichen Alters auch, einen Kinderwunsch. Nicht wenige von ihnen fürchten jedoch Fehlbildungen des Kindes durch die bei bipolarer Störung eingesetzten Medikamente und lehnen eine Schwangerschaft daher ab. Andere wiederum ängstigen sich berechtigterweise vor einem Rückfall, sollten sie die Medikamente während der Schwangerschaft absetzen müssen.
Show moreBei Kombination mit MTX kann Dosis reduziert werden
Bei Patienten mit mittelschwerer aktiver rheumatoider Arthritis kann durch die Kombinationstherapie mit Methotrexat und Etanercept eine niedrige Krankheitsaktivität erreicht werden. Diese kann auch erhalten werden, wenn die Dosis von Etanercept reduziert wird, wie die PRESERVE-Studie zeigte.Show more
Ein Patient mit bipolarer Störung
Markus Schmidt ist ein 38-jähriger Patient. Er kommt in die Apotheke und Sie bemerken, dass er zitterige Hände hat und auch etwas benommen zu sein scheint. Er wünscht eine Packung Ibuprofen 400 mg. | Von Martina Hahn, Hartmut Derendorf und Sibylle Roll
Show moreAxitinib bei Nierenzellkarzinom
Seit September 2012 ist der Tyrosinkinase-Inhibitor Axitinib (Inlyta®) zur Zweit-Linien-Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms zugelassen. Axitinib wird nach Versagen einer Behandlung mit Sunitinib oder einem Zytokin eingesetzt und ermöglicht so eine effektive Weiterbehandlung, die sich in einem verlängerten progressionsfreien Überleben niederschlägt.Show moreTNF-Antagonist könnte Option bei Therapieresistenz und erhöhten Entzündungswerten sein
Eine erhöhte Plasmakonzentration an proinflammatorischen Biomarkern wird mit einer Therapieresistenz gegenüber konventionellen Antidepressiva in Verbindung gebracht [1]. In einer klinischen Studie wurde nun untersucht, ob der spezifische TNF-Antagonist Infliximab eine neue immunologische Option zur Behandlung einer therapieresistenten Depression sein könnte. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Entzündungsmarkern und antidepressiver Wirkung.Show moreForderung nach verstärktem Einsatz von Naproxen
Mit Schlagzeilen wie: "Diclofenac trotz übler Nebenwirkungen oft verkauft – Forscher sehen nun starke Gründe, die Zulassung zurückzuziehen" wird zurzeit vor gefährlichen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln gewarnt. Besonders im Fokus steht Diclofenac, vor dem wieder einmal wegen kardiovaskulärer Risiken gewarnt wird. Als risikoärmere Alternative wird Naproxen angepriesen.Show moreBessere Adhärenz durch vier Wirkstoffe in einer Kapsel
Die Idee, kardiovaskuläre Risikopatienten mit einem ganzen Cocktail an Medikamenten in nur einer einzigen Tablette zu versorgen, ist nicht neu. Bereits in den 90er Jahren wurde ernsthaft über das Konzept der "Polypille" nachgedacht. Als Wirkstoffkandidaten für eine fixe Kombination wurden Plättchenhemmer, Cholesterinsenker und Hochdruckpräparate wie Calciumantagonisten, ACE-Hemmer, Betablocker und Diuretika ins Spiel gebracht. Demgegenüber hat sich eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Simon Thom vom Imperial College, London (UK), mit der Frage beschäftigt, ob sich die Adhärenz verbessern lässt, wenn mehrere Medikamente bei klarer Indikationsstellung in einer Kapsel zusammengefasst werden.Show moreRechtliches
© 2026 Deutsche Apotheker Zeitung