Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Lasmiditan verschwindet vom Markt
Der 5-Hydroxytriptamin-1F-Rezeptoragonist Lasmiditan gilt laut Leitlinie als alternative Option bei (mittel-)schweren Migräneattacken, wenn Triptane kontraindiziert sind oder Schmerzmittel versagen. Doch diese Möglichkeit steht vor dem Aus: Der Wirkstoff wird schon bald vom Markt verschwinden. Warum der Zulassungsinhaber diesen Schritt geht und was das konkret für Patienten bedeutet, hat die DAZ nachgefragt.Show moreVom kardiovaskulären und gastrointestinalen Risiko der NSAR
Eine Metaanalyse, die das Ziel hatte, das kardiovaskuläre Risiko der NSAR zu beurteilen, zeigt, dass bei längerer Einnahme hoher Dosen Diclofenac und Ibuprofen das Risiko von kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in ähnlichem Ausmaß steigern wie Coxibe. Naproxen scheint dagegen das Risiko nicht zu erhöhen.Show moreDie Kehrseite der modernen Antidiabetika?
Die subkutan-injizierbaren Glucagon-Like Peptide-1 (GLP-1)-Analoga sowie die oralen Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren (DPP-4-Hemmer, Gliptine) haben die Therapie des Typ-2-Diabetes in den letzten Jahren wesentlich bereichert. Sie erzielen eine gute Senkung des HbA1c bei nur geringem Hypoglykämie-Risiko. Besonders in Kombination mit Metformin werden sie häufig eingesetzt und etablieren sich zunehmend in der Therapie. Zudem führen sie nicht zu Gewichtszunahme oder wirken sogar gewichtssenkend. Nun stehen sie erneut im Verdacht, Pankreatitis oder sogar Pankreaskarzinome zu begünstigen.Show moreGenetischer Polymorphismus ist gefährlich für Kinder
Berichte über Todesfälle und lebensbedrohliche Atemdepressionen nach Einnahme von Codein bei Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren führte zu einer umfangreichen retrospektiven Analyse der Therapiesicherheit von Codein. Nun bestätigte sich ein Zusammenhang zwischen dem genetischen Polymorphismus in CYP2D6 und dem Risiko einer Opioid-Intoxikation. Die FDA und EMA beschränken daher den Einsatz von Codein als postoperatives Analgetikum für Kinder und weitere Risikogruppen.Show more
Ein Alzheimer-Patient
Frau B. kommt zu Ihnen in die Apotheke und schildert folgendes Problem: Ihr Vater Aloys Braumann ist vor drei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Seit gestern leidet der 82-Jährige unter Durchfällen und Übelkeit. | Von Isabell Waltering, Tilman Fey, Robert Hermann und Hartmut Derendorf

Gefährliche Komedikation
Von Verena Stahl | Die medikamentöse Therapie der Alzheimer-Demenz ist vielschichtigen Herausforderungen ausgesetzt. Die meisten Alzheimerpatienten leiden an mehreren chronischen Erkrankungen gleichzeitig, so dass Polymedikation eher die Regel als die Ausnahme ist. Es ist dabei wahrscheinlich, dass sie Wirkstoffe mit anticholinergen (parasympatholytischen) Eigenschaften erhalten, da diese in vielen Arzneistoffgruppen vertreten sind, wie Antidepressiva, Antiparkinsonmittel und urologischen Spasmolytika. Dabei ist die Gabe von Arzneistoffen mit anticholinerger Wirkung bei Alzheimer-Patienten in vielerlei Hinsicht nicht ratsam.
Show moreAktuelle Informationen vom BfArM
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert seit April 2013 über etwaige Lieferengpässe von Arzneimitteln. In dem Register werden aktuelle Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland auf der Basis freiwilliger Informationen der Zulassungsinhaber in einer Übersicht zusammengestellt - siehe Tabelle unten.Show moreStudie zu Antibiotika-Verordnungen für Kinder
Jeffrey Garber und seine Mitarbeiter vom Children’s Hospital of Philadelphia wollen niedergelassene Kinderärzte dazu bewegen, Antibiotika bei akuten Atemwegsinfektionen leitlinienkonformer zu verordnen. In einer randomisierten Studie erreichten sie durch eine einstündige Schulung und regelmäßige Überprüfungen und Feedbacks nahezu eine Halbierung der Verordnungszahlen von nicht-leitliniengerechten Breitbandantibiotika.Show moreImpfung für chronische Schmerzen verantwortlich?
Während noch vor kurzem Australien über Erfolge seines nationalen Impfprogramms im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs berichtet hat, setzt nun Japan überraschend die Empfehlung für eine HPV-Impfung im Rahmen des Japan´s Preventive Vaccination Law aus. Hintergrund sind Berichte über das Auftreten von schweren chronischen Schmerzzuständen in zeitlichem Zusammenhang mit einer HPV-Impfung.Show moreBlutdrucksenkung mit allen Mitteln?
Gefährliche Kombinationen vermeiden
Ein Mechanismus zur Senkung des Blutdrucks ist die Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. Dazu stehen verschiedene Arzneistoffgruppen zur Verfügung. Die Hypothese, dass durch eine Kombination dieser Arzneistoffe bessere Therapieerfolge zu erzielen wären, wurde in aktuellen Studien widerlegt – ganz im Gegenteil: Es traten teils gravierende Nebenwirkungen auf. Nun hat sich die Europäische Arzneimittelbehörde EMA der Sache angenommen.Show more
Tief Luft holen
Von Verena Stahl | Die Erkrankung cystische Fibrose ist bislang nicht heilbar, jedoch lassen sich ihre Symptome und ihr Verlauf durch viele therapeutische Maßnahmen positiv beeinflussen. Zu den wesentlichen Bausteinen des Gesamtkonzeptes gehört dabei die Inhalationstherapie. Diese (mehrmals) täglich durchzuführende Maßnahme verlangt den Patienten jedoch lebenslang viel Disziplin und Zeit ab. Neben der von anderen respiratorischen Erkrankungen bekannten Trockeninhalation setzen Mukoviszidose-Patienten insbesondere die Feuchtinhalation von Inhalationslösungen mithilfe spezieller Geräte ein.Show moreKohortenstudie belegt erhöhtes Risiko bei Männern
Netzhautablösungen, Achillessehnen-Rupturen, Leberschäden – zur Wirkstoffgruppe der Fluorochinolone gab es in den vergangenen Jahren mehrere Berichte über unerwünschte Wirkungen. Ganz aktuell zeigte eine Untersuchung ein zweifach erhöhtes Risiko für akutes Nierenversagen bei Männern im Alter zwischen 40 und 85 Jahren, die Fluorochinolone oral einnahmen. Bei gleichzeitiger Anwendung eines ACE-Hemmers oder eines Sartans kam es sogar zu einer mehr als vierfachen Risikoerhöhung.Show moreFDA-Zulassung für Kombination Ezetimib/Atorvastatin | Erstes Glitazar in Indien zugelassen
Reduzierte Mortalitätsrate bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz
Den meisten Menschen ist Coenzym Q10 als Radikalfänger in Anti-Aging-Mitteln bekannt. Doch mittlerweile zeigt auch die Wissenschaft ernsthaftes Interesse an dem vielgepriesenen "Wundermittel". Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die Gabe von Coenzym Q10 die Mortalitätsrate bei schwerer Herzinsuffizienz nahezu halbiert.Show moreGinkgo biloba
Von Robert Hermann und Oliver von Richter | Ginkgo-Präparate gehören heute neben Johanniskraut-Produkten zu denjenigen Phytopharmaka, deren Potenzial für Arzneimittelinteraktionen am umfassendsten charakterisiert ist. Die Effekte auf die Aktivität aller maßgeblichen Cytochrom-P450-Enzyme und einer Reihe von Arzneistofftransportern wurden mittels spezifischer Markersubstanzen untersucht [1]. Allein in diesem Jahrhundert sind mehr als 20 kontrollierte klinische Interaktionsstudien mit gesunden Probanden und Patienten publiziert worden [1]. Allerdings sind die Ergebnisse – wie alle klinischen Daten zu Phytopharmaka – produktspezifisch und nicht auf Produkte anderer Hersteller übertragbar.Show moreTocilizumab für Kinder mit Arthritis | Zulassung für Vierkombi gegen HIV
Duloxetin verbessert auch die Arbeitsfähigkeit
Depressive Erkrankungen sind in Deutschland eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit. Eine aktuelle Subgruppenanalyse der PADRE (Painful Physical Symptoms in Depresses Patients Relation to Treatment Outcomes in Clinical Practice)-Studie konnte nun zeigen, dass das dual wirksame Antidepressivum Duloxetin (Cymbalta®) die Erwerbsfähigkeit von depressiven Patienten mit begleitender Schmerzsymptomatik verbessert.Show moreRosiglitazon bald wieder da?
In den USA sollen Auflagen und Einschränkungen aufgehoben werden
Externe Gutachter haben der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA empfohlen, die Anwendungseinschränkungen für das orale Antidiabetikum Rosiglitazon (Avandia® , Avandamet® , Avaglim®) zu lockern. Das Thiazolidindion Rosiglitazon war 1999 (in Europa 2000) eingeführt worden und 2010 in die Kritik geraten, bis die Europäische Arzneimittelagentur das gesundheitliche Nutzen-Risiko-Verhältnis vor allem in Bezug auf kardiovaskuläre Risiken als ungünstig bewertete und das Ruhen der Zulassung Rosiglitazon-haltiger Arzneimittel anordnete. In den USA wurde Rosiglitazon mit strengen Auflagen versehen, blieb aber am Markt.Show moreAntibiotika oft nicht nötig
Bei Harnwegsinfektionen die Symptome behandeln
Besteht der Verdacht auf einen akuten Harnwegsinfekt, so werden oft Antibiotika verschrieben. In vielen Fällen wäre das aber gar nicht nötig. In bis zu 50% der Fälle verschwinden die Symptome innerhalb einer Woche. Eine Befragung aus den Niederlanden zeigte, dass Frauen auch durchaus bereit sind, eine Woche lang auf Antibiotika zu verzichten.Show moreZwei neue Wirkstoffe für Melanom-Patienten | Zulassungsempfehlungen der EMA
STIKO: Ab August 2013 alle Säuglinge impfen
Nach einem langen, schwierigen Prozess hat sich die Ständige Impfkommission (STIKO) entschieden, die Rotavirus-Impfung für alle Säuglinge vor dem sechsten Lebensmonat zu empfehlen. Entscheidend war letztlich die hohe Zahl an Hospitalisierungen im Rahmen von Rotavirus-Infekten. Das immer wieder diskutierte Invaginationsrisiko wurde dagegen als "gering" eingestuft. Die Eltern müssen aber über die Symptomatik der Infektion und deren Risiken aufgeklärt werden. Kosten einsparen lassen sich mit der Impfung nicht. Dafür müssten die Impfstoffpreise deutlich gesenkt werden.Show more"Five things physicians and patients should question”
Um die Qualität der Betreuung älterer und dementer Patienten zu verbessern, hat eine Arbeitsgruppe der American Geriatrics Society mit Unterstützung weiterer geriatrischer US-Fachorganisationen eine Liste mit fünf Handlungsanweisungen erarbeitet.Show moreKurz und trotzdem gut
Bei der akuten Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist eine systemische Gabe von Corticosteroiden internationaler Behandlungsstandard. Über die Dauer und die optimale Dosis gehen die Meinungen jedoch auseinander. Eine randomisierte Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine fünftägige Behandlung der verbreiteten 14-tägigen Therapie nicht unterlegen ist.Show moreRechtliches
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