Sie sind hier: Tagesnews-Wirtschaft > News

Wirtschaft

Hamburger Apothekerverein gibt Tipps zu BtM-Rezepten. (Foto: Bilder)

Hamburger Apothekerverein gibt Tipps zu BtM-Rezepten. (Foto: Bilder)

Retaxationen

Apotheker wollen noch genauer prüfen

Hamburg - Der Hamburger Apothekerverein ergreift nun Maßnahmen, um die Apotheken vor künftigen Retaxationen zu schützen. Als Reaktion auf Retaxationen von Betäubungsmittelverordnungen bietet der Verein seinen Mitgliedsapotheken einen Handzettel zur Information der Patienten. Darin wird den Versicherten erklärt, warum in bestimmten Fällen Betäubungsrezepte nicht sofort beliefert werden können, sondern erst vom Arzt korrigiert werden müssen.

Mit einem Rundschreiben vom Donnerstag übermittelte der Verein eine „Information für Versicherte der Novitas BKK, BKK vor Ort und BKK Hoesch“ über „Probleme bei der Erstattung von Schmerzpflastern und anderen Betäubungsmitteln“. Mit dem Handzettel werden die Patienten über die besonderen formalen Anforderungen an Betäubungsmittelrezepte informiert. Weiter heißt es, die genannten Krankenkassen würden „selbst bei kleinsten (angeblich) formalen Fehlern“ nachträglich die komplette Bezahlung des Rezeptes ablehnen. Dies zwinge die Apotheken dazu, „den Wortlaut der Betäubungsmittelrezepte noch genauer zu prüfen“.

In dringenden Fällen, in denen die Abgabe von Betäubungsmitteln erlaubt ist, würden die Patienten unmittelbar versorgt. Doch heißt es weiter in dem Handzettel: „Im Übrigen werden wir Sie aber bitten müssen, mit Ihrem Rezept auch bei kleinsten Ungenauigkeiten noch einmal zum Arzt zu gehen und diese korrigieren zu lassen, weil Ihre Krankenkasse das so verlangt.“

Der Hamburger Apothekerverein reagiert damit auf Retaxationen einzelner Betriebskrankenkassen, die sich auf Formfehler beziehen, und wirbt bei den Versicherten um Verständnis für die Position der Apotheker.

Thomas Müller-Bohn / 28.10.2011, 12:16 Uhr

Kommentare:

12  nächste 
Winfried Meyer sagt:
30.10.2011 18:18

Nachtrag :
zum Vorgesagten auch hier, laienöffentlich = kunden-/patientennah ,
wenn auch vorerst nur im Virtuellen-Raum
www.facebook.com/apothekeadhoc

Winfried Meyer sagt:
30.10.2011 18:01

gleicher Unmut ! , "gemäßigtere" Strategien ?
oder doch eher etablierte Hasenfüssler ?
>>> zeitgleich laufende "Dialoge"(Kommentare) in
www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Apothekenpraxis/16872.html

Winfried Meyer sagt:
30.10.2011 17:20

Gegenstrategien zur "Auswahl" oder Selbermachen ?

"Meine" Strategie-Überlegung geht dahin, daß nach der 1. LAVen-Austrittswelle Anfang-2012 ALLE KKen als bisherige Vertragspartner des DAV sich Sorgen machen werden, diesen bisher pflegeleichten "Partner" namens DAV zu verlieren mangels dessen Vertretungslegitimation im Alleinvertretungsanspruch ...
und sich sorgen dergestalt, sich in Zukunft schwierigeren weil professionelleren anderen Vertragsgruppen gegenüberstehen zu sehen.
Aus Sicht der KKen, insbesondere z.B. der Novitas-BKK, könnte sehr schnell die Einsicht zu einer BGB-konformen Vertragsänderung OHNE beiderseitig-"freiwillig" festgelegtem Strafkatalog reifen. Mehr noch, die Versicherungsaufsicht in Bonn mehr...

Winfried Meyer sagt:
29.10.2011 17:45

VOR dem nächsten Apothekertag-2012, gar auf einer AUSSERORDENTLICHEN (Frühjahr-2012 ?) ABDA-Hauptversammlung muß der TOP-1 heißen: ABDA-SATZUNG auf den Prüfstand !!!
1.)
neue ABDA-Satzungs-§§ einbringen bzgl. eines Quorum-Verfahrens zum "vorlaufenden" Mitgliederentscheid (ähnlich Parteien, aktuell FDP) systemimmanent in Parlamentarischer-Demokratie LIKE Volksbegehren/-entscheid, jedoch NICHT zu verwechseln mit einer Direkt-Demokratie per se !
Eine anzustrebende PARTIZIPATIVE-Demokratie kennt mehrere Verfahrenswege der ÖFFENTLICHEN Anhörung/Rederechte für Andersdenkende, im Gegensatz zu einer Präsidial-Repräsentativen-Demokratie "marschieren müssend durch alle hierarchischen Instanzen" einer Einheits-Partei like mehr...

Praktiker sagt:
29.10.2011 15:45

Wenn man das hier so liest, es ist alles richtig!

Nur, es ändert nichts am Zustand ,daß
Präsenzapotheker in der Gesundheitspolitik seit längerem keine Bedeutung haben und auch so auch nicht haben werden.

Kernfrage für die Zukunft:
Wie können Präsenzapotheker besser vertreten werden?

Allein der Austritt im kommenden Jahr
aus den LAVs reicht nicht!

dietmar frensemeyer sagt:
29.10.2011 12:45

ich finde auch die Überschrift so was von DEVOT .. eklig ....
Apotheker wollen RECHTSSICHERHEIT und in Ruhe ihre Arbeit machen
Apotheker wollen Verträge die BGB Konform sind wie für alle anderen Berufe in Deutschland auch und Apotheker wollen Funktionäre die entweder das Hirn zwischen den Ohren gebrauchen oder für den Wahnsinn haften, den sie anrichten.

Dietmar frensemeyer sagt:
29.10.2011 12:16

Schuld sind einzig und allein m.E. VERANTWORTUGNSLOSE Funktionäre, die in unserem Namen Verträge unterzeichnen, die mehrere im BGB verankerte Grundrechte ausser Kraft setzen und zwar nicht nur einmals sondern wiederholt. DAS IST DER SKANDAL.Seit dem Urteil des BSG in 2002 ist der SAchverhalt klar, aber DAV und LAV's unterschreiben munter weiter solche Verträge...

Alexander Hupe sagt:
29.10.2011 11:00

@ Praktiker

Immerhin macht der Hamburger Apothekerverein überhaupt was. Was unternehmen die anderen Landesapotheker-Vereine, der DAV...?

Schweigen im Walde.

Ich bin zwar schon ewig nicht mehr Mitglied im Landesapotheker-Verein, kann mir aber vorstellen, was in den Rundschreiben an die zahlenden Mitglieder steht: Wir weisen Sie darauf hin, dass alle Rezepte bis auf den letztzen I-Punkt korrekt ausgefüllt sein müssen, denn sonst verstoßen Sie bei der Abgabe gegen § bla bla bla.

Praktiker sagt:
29.10.2011 10:31

Wer trägt die Verantwortung beim AV Hamburg für diese untaugliche Maßnahme?

Auf eine Begründung dieser Papierzettel warten viele Beitragszahler!

Wir warten auf das Argumentationsfeuerwerk!

Dr.Müller sagt:
29.10.2011 08:35

Manchmal denke ich , der Berufsstand der Apotheker ist der dümmste überhaupt.
Wir lassen uns , satt stolz darauf zu sein, als Heilberufler zu gelten, zum e.K. degradieren, wir erbringen für s.g. Präquak!ifizierungen absolut unsinnige Belege und Nachweise(Nachweis über die Gewerbebefähigung, wenn man schon lange eine Apotheke führt ja und die Approbationsurkunde sowieso), wir werden bei Rabattverträgen ausgenutzt und ausgepresst wie Zitronen,lassen uns in den Medien verunglimpfen , wir machen bei Rabattschlachten , Versandzockereien fröhlich mit, wir beuten uns selbst aus, wie es kein anderes Berufsbild in diesem unserem schönen Lande tut. Und dann kommen
die , die unsere Interessen vertreten mit Handzetteln daher. Merkt Ihr denn nicht , was Ihr für eine Lachnummer abgebt? mit uns kann mehr...

12  nächste 

Kommentar abgeben:

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

 

 

Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:

RSS-Feed Tagesnews Alle

RSS-Feed Tagesnews Wirtschaft

 

Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.