Erforschung von Zoonosen

Nicht nur für Tiere bedrohlich

Remagen - 26.11.2014, 08:50 Uhr


Das britische Ministerium für Internationale Entwicklung (DFID) und das Labor für Wissenschaft und Technologie der Verteidigung wollen viel Geld in die Hand nehmen, um zusammen mit vier Wissenschaftsräten des Vereinigten Königreichs ein Forschungsprogramm mit dem Titel „Zoonosen und neu aufkommende Tierhaltungssysteme (ZELS)“ zu finanzieren.

20,5 Millionen britische Pfund sollen hierzu in den nächsten fünf Jahren in elf Projekte in Entwicklungsländern in Afrika, Südasien und Südostasien gesteckt werden. Zusätzlich werden 1,5 Millionen Pfund  für die Ausbildung von Doktoranden aus Großbritannien und den Entwicklungsländern locker gemacht, die in den Projekten arbeiten.

Dr. Melanie Welham, Wissenschaftliche Direktorin des beteiligten Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) sagt: „Zoonosen bedrohen nicht nur die tierische und menschliche Gesundheit. Sie haben auch große wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auf der ganzen Welt.“

Die geförderten ZELS Projekte beziehen sich unter anderem auf Faktoren für die Übertragung von Zoonose-Erregern aus der Tierhaltung auf den Menschen, die Bekämpfung der Vogelgrippe durch die Entwicklung neuer Diagnoseinstrumente und Impfstoffe, die Steuerung und Überwachung von aufkommenden Zoonosen in der Geflügelzucht und den Handelskanälen in Bangladesch und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit den Wegen der Weiterverarbeitung von Lebensmitteltieren.

Mindestens 61 Prozent aller Humanpathogene sind zoonotischen Urspungs, heißt es in der Presseerklärung des Medical Research Council, die das Programm vorstellt. Sie machen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 75 Prozent aller im letzten Jahrzehnt neu aufgetretenen Krankheitserreger aus.


Dr. Helga Blasius


Das könnte Sie auch interessieren

Tamiflu-Studiendaten

NICE hinterfragt Beurteilung

Preisdruck im Atemwegsgeschäft

GSK will sparen

INFEKTIONEN BEI VERBRENNUNGEN

Intelligenter Verband mit „Ampelfunktion“

Humboldt-Preisträgerin erforscht in Saarbrücken das Potenzial einer tropischen Baumrinde

Arzneimittel gegen Magengeschwüre