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BMG hält Weitergabe von Restarzneimittel für rechtens. (Foto: Sket)

BMG hält Weitergabe von Restarzneimittel für rechtens. (Foto: Sket)

Praxis ohne Grenzen

Bahr diskutiert auf DAZ.online: Ich habe das rechtlich klären lassen

Berlin - Gestern besuchte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auf einer Wahlkampftour in Bad Segeberg die „Praxis ohne Grenzen“. Dort sprach sich Bahr dafür aus, nicht eingesetzte Alt- und Restarzneimittel aus Pflegeheimen an nicht krankenversicherte Patienten abzugeben. Das provozierte Nachfragen: Auf welcher Rechtsgrundlage könnte dies geschehen? Auch DAZ.online fragte nach.

Jetzt liegt nicht nur die Antwort des BMG vor. Daniel Bahr äußerte sich persönlich im Diskussionsforum von DAZ.online: „Ich habe das rechtlich klären lassen und wir haben einen Weg aufgezeigt, der natürlich nicht das Dispensierrecht infrage stellt.“ Einige Kommentare zu diesem Thema findet Bahr „nur noch peinlich". „Nehmen Sie sich lieber ein Beispiel an den Ärzten; Arzthelfern oder Apothekern, die sich in der Praxis ohne Grenzen engagieren und nicht einfach nur ihren Frust rauslassen, sondern konkret etwas an Verbesserungen für Menschen erreichen!“, schreibt der Gesundheitsminister als Kommentator auf DAZ.online. 

In der offiziellen Stellungnahme des BMG heißt es: „Soweit der Eindruck entstanden ist, dass es sich um eine Neuregelung handelt, ist dies nicht richtig. Die Beantwortung der einzelnen Fragen erübrigt sich daher. Grundsätzlich ist zu dem Komplex zu sagen, dass nach geltendem Recht die Abgabe von apothekenpflichtigen Arzneimitteln den Apotheken vorbehalten ist. Es existiert kein ausdrückliches gesetzliches Verbot für Apotheken Arzneimittel, die bereits an Heimbewohner oder andere Patienten abgegeben wurden, erneut abzugeben. Allerdings hat der Apotheker die Gewähr dafür zu tragen, dass diese Arzneimittel sicher und in ihrer Qualität nicht beeinträchtigt sind.“

Eine Abgabe von Arzneimitteln durch Ärzte sei nach geltendem Recht nicht zulässig, werde allerdings von der „Praxis ohne Grenzen" auch nicht beabsichtigt. Nach dem Konzept der „Praxis ohne Grenzen" sollen die Abgabe und die Prüfung der Arzneimittel durch eine öffentliche Präsenzapotheke erfolgen.

In seiner „Praxis ohne Grenzen“ behandelt Arzt Dr. Uwe Denker in Bad Segeberg nicht nur kostenlos Patienten, die nicht krankenversichert sind. Sie erhalten dort auch Arzneimittel-Musterpackungen. Das reichte aber nicht zur Arzneimittelversorgung seiner Patienten aus. Denker sprach im BMG vor und ersuchte um Hilfe.

Gestern schaute Bahr persönlich in der Praxis vorbei. Eine Stunde sprach Bahr vor Ort mit Denker, Apothekern und Herstellern. Danach äußerte er sich gegenüber dem NDR so: „Arzneimittel, die beispielsweise in Pflegeheimen über bleiben, ungeöffnet sind, von guter Qualität, noch nicht abgelaufen, können ja für andere Patienten zur Verfügung stehen“, so Bahr. Und weiter: „Wichtig ist, dass der Apotheker draufschaut und gewährleistet, dass Qualität und Sicherheit auch wirklich gewährleistet sind. Er übernimmt die Verantwortung dafür.“

Lesen Sie hierzu auch:

Bahr: Altarzneimittel können für andere Patienten zur Verfügung stehen

 

Lothar Klein / 20.04.2012, 09:06 Uhr

Kommentare:

12  nächste 
Clodius sagt:
25.04.2012 13:10

@Mensch: Habe ich Ihnen erlaubt, meinen Beitrag in dieser Form zu verwenden? Ich kann mich nicht erinnern, Herr zu Guttenberg.

Der Vorwurf des Geizes trifft mich nicht, da ich ohnehin nicht zum Kreis derer gehöre, denen der Bahr-Vorschlag zugute käme. Ich sollte Ihren Beitrag wohl eher so verstehen, dass hier ein allgemeiner Beißreflex geift, sobald jemand einen Vorschlag gutheißt, der
zur Kostensenkung beitragen will. Nach dem Motto: Kostensenkung gern, aber bitte ohne meine Einkünfte zu schmälern.

Nichts anderes meint der Begriff Gier.

Mal dumm gefragt: warum sind Sie eigentlich Apotheker geworden, wenn Ihnen der Patient solchen Brechreiz verursacht?

Mensch sagt:
24.04.2012 14:51

Und in welcher Apotheke bekomme ich das Mittel gegen den Brechreiz, den die hier zu lesenden Kommentare der "Patientnzunft" bei mir verursacht?
Sie werden noch an Ihrer Gier und Geiz-ist-geil-Mentalität ersticken!

Clodius sagt:
24.04.2012 14:44

in welcher Apotheke bekomme ich das Mittel gegen den Brechreiz, den die hier zu lesenden Kommentare der Apothekerzunft bei mir verursacht?

Sie werden noch an Ihrer Gier ersticken!

Tara sagt:
24.04.2012 14:30

Liebe Apotheker, man kann sein Image auch vollends ruinieren, nur weiter so in dieser traurigen Debatte.

Apo Ost sagt:
24.04.2012 12:48

Der Vorschlag ist Humburg und zwar aus Kostengründen:
Mit der selben Intention könnte man ja dafür sein nicht verbrauchte Baumaterialien von kommunalen und staatlichen austellen einzusammeln , zu prüfen , neu zu verpacken und dann an in eine finanzielle Schieflage geratene Bauherren zu verschenken.
Der Bauherr freud sich bestimmt, aber wer bezahlt den Aufwand für die Handarbeit davor ???
Populismus pur

FDPWähler sagt:
24.04.2012 12:15

Wenn die Medikamente nicht abgelaufen sind und ungenützt sind, dann kamm diese weiter verwenden. Wir müssen die Kosten senken, zudem gehört das gesamte Gesundheitssystem auf dem Prüfstand. Korruption und Misswirtschaft gehört hart bestraft, einige Apotheker gehören sowieso ins Gefängnis.

al rhythmo sagt:
24.04.2012 11:48

Jetzt mal ehrlich:die Idee an sich ist doch nicht schlecht-vor dem Hintergrund ,daß wir hier Säckeweise unbenutzte Altarzneimittel horten und entsorgen.Der Ton,welcher häufig angeschlagen wird,ist unter aller Kanone!DAS ist nämlich typisch für "uns":ewig am nörgeln ;anstatt konstruktiv etwas beizutragen!Wir könnten uns doch in der Öffentlichkeit ganz anders darstellen wenn wir es wären,die diese Arzneimittel wieder nutzbar machen würden.Das würde uns unserem gesetzl.Auftrag wieder näher bringen und uns auch für die Gesellschaft unersetzlich machen!Sonst machen das eben Andere!Und Minister anonym in einer Sachdebatte zu Beleidigen:das ist typisch für diesen Berufsstand!Zetern ,Nörgeln und Rumheulen ohne einmal richtig über die Sache reflektiert zu haben...

Flachzange sagt:
23.04.2012 22:38

@ H. Grompe
Schnellinfo :
Einheitskasse , Einheitsmittel fertig.
140 Krankenkassen ,1000de rabattverträge über zigtausende Medikamente , da reicht kein Apothekenlager. alles klar?
Zu viel Kassen, zuviel Rabattgeld --> die versorgung leidet an der Gier der mächtigen Kassen.

Helmut Grompe sagt:
23.04.2012 19:40

Die empörten Zuschriften kann ich nur verstehen, wenn die Apotheker den eigentlichen Versorgungsauftrag mit Medikamenten nachkommen würden.
In meinen Wohnbereich gab es zu DDR-Zeiten zwei Apotheken, wo ich die vom Arzt verschriebenen Medikamente bekam.
Jetzt sind im gleichen Bereich 7 Apotheken vorhanden, deren Erscheinungsbild eher einem Kosmetik- uns Süßwarenladen ähnelt, vom im gleichen Gebäude praktizierenten Augenarzt verschriebene Augentropfen gegen erhöhten Augeninnendruck erhält man erst im zweiten Anlauf, weil nicht vorhanden und erst bestellt werden müssen. Meiner Frau geht es mit gängigen Tabletten gegen Diabetis ähnlich. Meine Meinung dazu ist, viel zu viele Apotheken und dadurch eine zu schlechte Versorgung mit Medikamenten.

Günter sagt:
21.04.2012 16:45

Wann immer sich die Möglichkeit in Gesprächen mit Patienten über die aktuelle Gesundheitspolitik ergibt,versuche ich die FDP als das darzustellen,zu dem sie verkommen ist: Eine ignorante Yuppie-Selbstdarstellertruppe mit NULL Sachkompetenz,gepaart mit um so größerer Geldgier(Was wurde eigentlich aus der 1,1 Mio.€-Geld"Spende" vom Hotelunternehmer August Baron von Finck,die kurz vor der Hotel-Mwst-Senkung an die FDP geflossen sind?). Diese käufliche Gurkentruppe versuche ich mittlerweile,wo's nur geht,massivst zu schädigen.Wenn das viele Kollegen auch tun,können wir bei täglich über 2 Mio.Kundenkontakten in deutschen Apotheken ganz schön was bewegen. Also auf,wir haben nichts mehr zu verlieren!!
Ziel muss sein,diese Partei zukünftig,wenn überhaupt nur noch als mehr...

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