Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News
Politik

Erst nach einer dreimonatigen Evaluationszeit will die Kammer Änderungen am neuen Notdienstsystem vornehmen. (Foto: ABDA)
Notdienstregelung in Westfalen-Lippe
Keine Ausnahme für Bad Berleburger Apotheker
Berlin - Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe untersagte einigen Bad Berleburger Apothekern, zusätzlich zum regulären noch freiwilligen Notdienst zu machen. Trotz grundsätzlicher Akzeptanz sehen die Apotheker noch Verbesserungsbedarf beim neuen Notdienstsystem. Die Kammer will keine Präzedenzfälle schaffen und warte zunächst die Ergebnisse der dreimonatigen Evaluation ab, kommentierte Kammer-Geschäftsführer Michael Schmitz gegenüber DAZ.online.
Zum Jahreswechsel wurde aus den 95 voneinander unabhängigen Notdienstbezirken ein flächendeckendes Gesamtnetz. Die neue Regelung stößt bei den Apothekern grundsätzlich auf breite Zustimmung – auch bei Apotheker Karsten Wolter, der in Bad Berleburg die Kur-Apotheke betreibt. Gerade in ländlichen Regionen sei die Änderung notwendig, um wirtschaftlich angemessene Ergebnisse zu erzielen und gleichzeitig eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung zu erreichen, so Wolter gegenüber DAZ.online.
Dennoch habe jedes neue System anfängliche Schwierigkeiten, so der Apotheker weiter. Beim neuen Notdienstsystem sei es der Umstand, dass es keine Sonderlagen berücksichtige: Wegen der unterschiedlichen Höhenverhältnisse der Mittelgebirgslandschaft um Bad Berleburg liege die nächste diensthabende Apotheke teilweise zwar nur 13 Kilometer Luftlinie entfernt, der Fahrweg betrage jedoch bis zu 27 Kilometer. Für diese Strecke benötige man bis zu 35 Minuten. Um diese Situation zu vermeiden, wollten Wolter und einige Kollegen einen zusätzlichen Notdienst anbieten – erhielten von der Kammer jedoch eine Absage.
Um Präzedenzfälle zu verhindern, seien alle Apotheker von Anfang an darüber informiert worden, dass es in den ersten drei Monaten keine Sonderregelungen geben werde, erklärt Schmitz die Entscheidung der Kammer gegenüber DAZ.online. „Das ist kein kategorisches Nein“, so der Kammer-Geschäftsführer weiter – es spreche nichts gegen Änderungen zur Verbesserung des Systems. Die Kammer will jedoch zunächst die Ergebnisse der dreimonatigen Evaluation abwarten und dann im Dialog mit den betroffenen Apothekern das System weiter optimieren. Einen Gesprächstermin hat Wolter bereits vereinbart – noch im Januar werde er mit der Kammer Rücksprache halten, so der Apotheker.
Lesen Sie hierzu auch:
Apothekennotdienst Westfalen-Lippe: Neues Jahr – neue Notdienstregelung
Apothekennotdienst Westfalen-Lippe: Noch kein Ergebnis – aber sinnvoller Dialog
Juliane Ziegler / 03.01.2012, 08:59 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.




pille sagt:
04.01.2012 13:51Ich würde Herrn Wolter raten einen 365 Tage Notdienst anzubieten. Nur so kann sichergestellt werden, dass sowohl Fixer als auch Schwangerschaftstests rund um die Uhr für 2.50 Euro verkauft werden können. Haaaalloooo !!! AUFWACHEN!!!