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Apothekertag 2012

ABDA-Präsident Heinz-Günther Wolf (Foto: DAZ/Schelbert)

ABDA-Präsident Heinz-Günther Wolf (Foto: DAZ/Schelbert)

DAZ-TV zum Lagebericht

Wolf: „Zu Treibern der Politik werden“

Düsseldorf - „Wir müssen die Politik wieder auf den richtigen Pfad bringen. Denn es brennt inzwischen an zu vielen Stellen“, betonte ABDA-Präsident Heinz-Günther Wolf bei seinem Lagebericht auf dem Apothekertag 2011. Die Apotheker hätten gute Konzepte für die Zukunft eingebracht, jetzt gehe es darum, sie durchzusetzen. Zentraler Punkt ist für Wolf dabei das ABDA/KBV-Konzept.

DAZ.TV-Interview mit ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf

Deutliche Worte richtete Wolf an die schwarz-gelbe Regierungskoalition: „Schwarz-gelb hat strukturell nichts für die Apotheken getan. Im Gegenteil: Ankündigungen und Zusagen wurden nicht eingehalten, auch dann nicht, wenn sie schwarz auf weiß im Koalitionsvertrag stehen.“ Vor der Wahl hätten der feie Heilberuf und die Mittelständler genau im Fokus von schwarz-gelb gelegen, nach der Wahl sei davon nichts mehr zu spüren. „Wer hätte bei der Bundestagswahl 2009 geahnt, dass gerade die bürgerlichen Parteien uns Freiberufler und Mittelständler ausquetschen würden?“, klagte der ABDA-Präsident und richtete an die Politik den Appell, das Ruder jetzt herumzureißen. „Wir erwarten von einer Regierung, die aus Christdemokraten und Liberalen besteht, dass sie nicht einfach nur per Gesetz staatlich verordnet. Wir erwarten, dass bürgerliche Politik auch die Kräfte der Leistungserbringer und der Selbstverwaltung fördert und anerkennt“, forderte er weiter. Die Apotheker seien bereit, Verantwortung auch weiterhin zu übernehmen. Wenn sie von der Politik aber kontinuierlich mit neuen bürokratischen Hürden überworfen und zusätzlich noch Gelder aus der pharmazeutischen Versorgung herausgeschnitten würden, dann könne diese Verantwortung nicht mehr vernünftig getragen werden.

Die Delegierten des Apothekertags 2011 als Vertreter des gesamten Berufsstandes forderte Wolf auf, zusammenzustehen und gemeinsam Position zu beziehen. „Nur zusammen können wir uns Gehör verschaffen und Politik verändern. Wir müssen zu Treibern der Politik werden. Wenn falsche Politik gemacht wird, dann müssen wir handeln und dafür sorgen, das die Politik wieder erkennt, was pharmazeutische Versorgung in Deutschland wert ist“, betonte Wolf. Der Deutsche Apothekertag biete die richtige Plattform, um zu diskutieren und Forderungen zu platzieren. Drei klare Forderungen stellte Wolf ans Ende seiner Rede:

- Das KBV/ABDA-Modell muss im Ganzen ein Herzstück des Versorgungsstrukturgesetzes werden.

- Bei der Apothekenbetriebsordnung sagen die Apotheker „Ja“ zur Apotheke, die alles kann – so wie es heute ist.

- Die deutschen Apotheker brauchen eine gerechte Honorierung für ihre gute Arbeit, das heißt, eine Dynamisierung der fixen Vergütung, Kostendeckung bei der Übernahme von Gemeinwohlpflichten und die Festsetzung des Apothekenabschlags in Höhe von 1,75 Euro als Ausgangsbasis im Gesetz.

Dr. Beatrice Rall / 07.10.2011, 08:30 Uhr

Kommentare:

Winfried Meyer sagt:
09.10.2011 10:38

@ "Basis" : Was TUN ???

Die ABDA-Führung als ANTI-Demokraten im eigenen Hause ???
MitgliederENTSCHEIDE auf LÄNDERebene, bindend für Bundesvertretung, soll einer FÖDERALEN Struktur abträglich sein ?,
oder doch nur dem Machterhalt einer BGB-Gesellschaft namens ABDA dienen ? Details über KONKRETES (in ZAHLEN + Anwendbarkeit ausgedrücktes) neues DIFFERENZIERTES Honorar-System innerhalb des Themas "Versorgungsstrukturgesetz" erhalten Sie via
www.apointernetclub.blogspot.com
.
p.s.: u.a. Herr Wolf ist heute von mir angeschrieben worden u.a. via die facebook-Sites von www.pharmazeutische-zeitung.de und www.apotheke-adhoc.de

Elisabeth Jedamzik sagt:
09.10.2011 09:10

Ja, ankotzen tut einen Vieles. Die Politik, die Kassen, die Standesvertretungen ,die schweigende Kollegenschaft. Schlimmeres hat die ABDA nach ihren eigenen Worten immer verhütet.
Aber vorzuwerfen ist ihr, dass in einer Zeit , wo nur das Laute, Plakative, Provozierende,sich Gehör verschafft (vergleiche Ärztefunktionärsgetöse, auch noch NACH massiven Milliarden-Honorarerhöhungen!!!--da hätte man von uns jahrelang nix mehr gehört!) )dass man sich in dieser Zeit eine gewisse "Samtpfötigkeit" der Argumentation leisten zu können meint. GROBE FEHLEINSCHÄTZUNG !!!! Selbstbewusst und laut gute BEZAHLUNG fordern,und dabei hoch genug einsteigen. Nicht gute Argumente (die haben wir doch seit Jahren), also Ratio, muss eingesetzt werden, sondern wir müssen ein Bauch- mehr...

Winfried Meyer sagt:
08.10.2011 21:31

@ prdrjh 08.10.2011 16:10

... und WARUM haben Sie nicht den Mut eines angeblich freien+selbstbewußten Apotheker-UNTERNEHMERS, für Ihr "Gesagtes" mit Ihrem nachvollziehbaren Klarnamen zu bürgen, wie im REAL-Life ? ... oder tun Sie das dort etwa auch nicht gegenüber Ihren Kunden/Patienten, sich versteckend hinter nebulösen Etisch-Nebelwand-Obrigkeiten, beamtenlike "listengewählt" in Gruppendruck statt direktgewählt ?

Demokratie-UNverständnis der ABDA und Reaktionen auf einen abgelehnten Antrag-2011
www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Politik/16990.html
("Keine Direktwahl bei der ABDA") Dialog mit Bellartz auf apotheke-adhoc-facebook-Site
Thomas Bellartz: "Direktwahl....in einer föderalen mehr...

prdrjh sagt:
08.10.2011 16:10

Zur Zeit kotzt mich vieles in der Politik, in der Gesundheitspolitik und im Gesundheitswesen (incl. Verhalten der Krankenkasssen) an, aber genauso kotzen mich allmählich alle Kommentare an, die grundsätzlich anderen(!), also ABDA, Apo-verbänden, Apo-Kammern usw. nur Untätigkeit, Unfähigkeit, Unwilligkeit, Privatinteressen grob unterstellen; ich bin mir sicher, daß die wenigsten von ihnen sich jemals in der Berufspolitik nennenswert eingebracht haben und bei diesem Bemühen die realen (und realistischen) Möglichkeiten kennengelernt haben, gegen die Politik (Gesetze und Verordnungen), die Kassen (politisch überhöhte Diktatsmacht bei Verträgen), die Medien ('man muß ihnen ja nur sagen, was sie schreiben/senden sollen, oder?' oder könnte es sein, daß gegen deren voreingenommene mehr...

Kollege sagt:
07.10.2011 18:22

die Frage nachdem "was haben wir falsch gemacht" stellt sich nicht ! Vielmehr "was haben wir und ABDA überhaupt gemacht?".
Anstatt jahrelang konsequente Vertragspolitik gegenüber Krankenkassen etc. zu betreiben, lassen wir uns von der ABDA durch Aussagen politischer Neutralität in den Schlaf singen.So fällt es nicht mal auf, daß die "Lobby" der Apotheker nichts tut. Die Tatsache, daß in den Medien aktuell nicht einmal der DAT erwähnt wird, dürfte ein klares Statement abgeben. Können wir uns so viel Understatement leisten ? Ärzte/Zahnärzte nicht, wir aber offensichtlich schon ! Also weiter nicken und Beiträge zahlen.....

p.s.
nächstes Update der Arzneibücher nicht vergessen

dietmar frensemeyer sagt:
07.10.2011 18:17

@Peter K. coole Frage
WIR HABEN GAR NICHTS GEMACHT und
solange sich die Mehrheit der Apotheker nicht einmal traut, in Foren wie diesen, sich mit ihrem Namen zu ihrer Meinung zu bekennen, solange geht's weiter bergab.

Peter K. sagt:
07.10.2011 08:20

Schauen Sie sich die Zahnärzte an. Früher hatten die ein Verhältnis von 30 zu 70 Kasse zu Privatliquidation. Heute genau umgekehrt! Und keiner beschwert sich, wenn er für ein Implantat 1300,- Euro zahlen muß!
Was haben wir da falsch gemacht?!

Elisabeth Jedamzik sagt:
06.10.2011 19:38

@DFA
Richtig, Die Koordinaten werden durch die politischen Mehrheiten und die Mächtigen festgesetzt.
Deshalb: in ZAHLEN fordern und Bescheidenheit ist fehl am Platz. Sonst kommts wie immmer : SCHLIMMER.

dietmar frensemeyer sagt:
06.10.2011 17:38

gerechte Honorierung?

So reden politische Amateure.
Wer die grossen Kommentatoren unserer Zeit liest, der weiß: Was gerecht ist bestimmen die Mehrheiten.

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