Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Wie man Nierensteinen vorbeugen kann
Nierensteine neigen zum Rezidiv, und wer einmal einen Nierenstein hatte, muss mit weiteren rechnen. Für viele Betroffene stellt sich daher die Frage, wie sie erneuten Nephrolithen vorbeugen können. Der Stellenwert diätetischer und pharmakotherapeutischer Interventionen wurde in einem systematischen Review untersucht. Show more
Ein Jugendlicher nach Nierentransplantation
Matthias Hoffmann ist ein 15-jähriger Patient, der vor drei Monaten
nierentransplantiert wurde. Das Organ zeigte eine gute
Funktion. Nach vier Wochen wurde wegen Verdachts auf eine
Abstoßungsreaktion eine hochdosierte Cortison-Therapie begonnen, die mit
dem Antimykotikum Noxafil® (Posaconazol Suspension) begleitet wurde. Die Therapie mit Voriconazol musste wegen Hautreaktionen umgestellt werden. Da Matthias die Suspension nicht gern einnimmt, bittet die Mutter die
Apothekerin herauszufinden, ob es dieses Medikament nicht auch als
Tablette gibt. Außerdem möchte sie noch eine Spülung gegen
Zahnfleischentzündung für ihren Sohn, da das Zahnfleisch sehr
angeschwollen und gerötet ist.
Von Isabel Waltering, Susanne Koling, Olaf Rose und Hartmut Derendorf unter Mitarbeit von Mathias Freitay
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Drohende Abstoßung
Welche Auswirkungen Veränderungen in der Galenik mit sich bringen, lässt sich sehr gut am Beispiel des Immunsuppressivums Tacrolimus veranschaulichen. Derzeit sind vier verschiedene orale Formulierungen im Handel erhältlich: die unretardierte Hartkapsel (z. B. Prograf®), die retardierte Hartkapsel (Advagraf®), die Retardtablette mit MeltDose®-Technologie (Envarsus®) und das Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Modigraf®). Die Umstellung von einer auf eine andere Formulierung erfolgte in der Vergangenheit unbeabsichtigt und mit verheerenden Auswirkungen, sollte aber nur mit Bedacht unter strenger Kontrolle der Blutspiegel erfolgen. / Von Verena StahlShow more

Wenn der Kreislauf in den Keller geht
Von Sarah Katzemich | Niedriger Blutdruck erfordert meist keine Therapie, die Kreislaufprobleme machen den Betroffenen aber oft schwer zu schaffen. Den Patienten ist kalt und schwindelig, sie fühlen sich müde oder fallen sogar in Ohnmacht. Wenn Medikamenteneinwirkung und Grunderkrankungen ausgeschlossen sind, kann in erster Linie mit nicht-medikamentösen Maßnahmen geholfen werden, wie durch den Verzicht auf Tabak und Alkohol, durch höhere Trinkmengen, sportliche Betätigung und Kneipp-Anwendungen. Auch Homöopathie und Naturmedizin bieten viele Möglichkeiten. Auf synthetische Wirkstoffe, wie Dihydroergotamin oder Etilefrin, sollte erst nach ärztlicher Klärung zurückgegriffen werden. Show moreLithium-Therapie sicherer machen
Lithium gilt als fester Bestandteil der Behandlung bipolarer Störungen. Häufig treten jedoch durch die langjährige Behandlung Schädigungen der Nieren sowie Schild- und Nebenschilddrüsen auf. Eine retrospektive Studie erfasste nun patientenspezifische Laborwerte während einer Lithium-Therapie und ermittelte die tatsächliche Inzidenz von Organschäden. Das soll dazu beitragen, eventuelle Risikogruppen zu erkennen.Show moreWeder gut noch schlecht
Nachdem 2010 das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Rosiglitazon wegen kardiovaskulärer Risiken als ungünstig eingestuft wurde, legten die Aufsichtsbehörden EMA und FDA den Herstellern neuer Antidiabetika nahe, diesbezüglich Studien durchzuführen. Die entsprechenden Untersuchungen mit Saxagliptin und Alogliptin wurden bereits letztes Jahr veröffentlicht und ergaben weder negative noch positive kardiovaskuläre Auswirkungen der beiden Wirkstoffe. Jetzt wurden auch die Studienergebnisse für Sitagliptin und Lixisenatid publik gemacht.Show moreGezielt gegen Eierstockkrebs
Das Ovarialkarzinom ist mit jährlich knapp 8000 Neuerkrankungen die sechsthäufigste Tumorerkrankung der Frau. Die Prognose ist schlecht und das relative 5-Jahresüberleben liegt nur bei etwa 40%. Etwa 5600 Betroffene sterben pro Jahr daran. Auch die Entwicklung umfangreicher operativer und medikamentöser Behandlungskonzepte hat daran wenig geändert. Ein neuer Baustein zur Therapieverbesserung ist der PARP-Inhibitor Olaparib, der bei Vorliegen bestimmter Mutationen zur Erhaltungstherapie des BRCA-mutierten Ovarialkarzinoms eingesetzt werden kann. Olaparib (Lynparza®; AstraZeneca) ist der erste zugelassene PARP-Inhibitor und seit dem 1. Juni 2015 im Handel.Show moreEinmal so gut wie dreimal
jb | Die derzeit gültige Empfehlung für die Immunisierung gegen humane Papilloma-Viren lautet, drei Impfungen zu verabreichen. Allerdings gibt es Hinweise, dass derselbe Schutz vor Infektionen mit den onkogenen Viren schon mit zwei oder sogar mit einer Dosis erzielt werden kann. Eine Post-hoc-Analyse von zwei doppelblinden, randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studien hat das jetzt für den bivalenten Impfstoff gegen die HPV-Subtypen 16 und 18 (Cervarix®) untersucht. Show moreAus Liebe zur Naturmedizin
Die Erfolgsgeschichte des auf Naturmedizin spezialisierten Familienunternehmens Pascoe Naturmedizin begann vor drei Generationen und mehr als 120 Jahren, als Friedrich H. Pascoe im Jahr 1895 mit seiner ersten Apotheke ein erfolgreiches Geschäftsjahr abschloss. Heute gehört Pascoe Naturmedizin zu den 100 modernsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands. Show moreEine Frage der Darreichungsform
jb | Ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko unter Testosteron-Substitution wird seit Längerem diskutiert. Eine aktuelle Untersuchung hat sich jetzt der Frage gewidmet, ob es einen Zusammenhang zwischen der Pharmakokinetik und der Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse gibt. Show moreTransparenz ohne Konsequenz
jb | Leitlinien-Autoren müssen ihre Interessenkonflikte offenlegen. Das wird in der Praxis auch weitestgehend so gehandhabt. Organisationen wie MEZIS, Transparency Deutschland und NeurologyFirst geht das allerdings nicht weit genug. Sie fordern, dass Interessenkonflikte von Leitlinien-Autoren nicht nur erklärt, sondern auch reguliert werden müssen.Show moreEinmalgabe ist nicht immer besser
Die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAKs) Dabigatran, Rivaroxaban und Apixaban werden mittlerweile auch im ambulanten Bereich häufig anstelle von Phenprocoumon eingesetzt. Obwohl die Halbwertszeiten der NOAKs untereinander ähnlich sind, sind die Dosierungsschemata mit einer ein- bzw. zweimal täglichen Einnahme unterschiedlich. Der Einfluss der verschiedenen Einnahmeintervalle auf die Adhärenz, die bei diesen Arzneistoffen besonders wichtig ist, wurde nun in einem Review aus Belgien diskutiert. Show moreRechtliches
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