Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Asundexian reduziert Schlaganfallrisiko ohne erhöhte Blutungsgefahr
Der Faktor XIa-Hemmer Asundexian verringerte in der Phase-3-Studie OCEANIC-STROKE erneute ischämische Schlaganfälle um 26% – ohne das Risiko für schwere Blutungen zu erhöhen. Das macht Asundexian zu einem starken Kandidaten für die Sekundärprävention bei nicht-kardioembolischen Schlaganfällen.Show morearzneimittel-und-therapie
pharmazie
Sekundärprävention
16.04.2026, 15:30 Uhr
Nutzen bleibt trotz risikoreicherem Verhalten
jb | Die tägliche Einnahme von Truvada® (Emtricitabin/Tenofovir) reduziert das Risiko einer HIV-Infektion. Das haben randomisierte Placebo-kontrollierte Studien gezeigt. Allerdings gab es Bedenken, dass diese Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zu einem risikoreicheren Sexualverhalten führt, das den Nutzen außerhalb von klinischen Studien am Ende kompensieren könnte. Antwort auf diese Frage sollte die PROUD-Studie geben.Show more16.09.2015, 22:00 Uhr
Alzheimer – übertragbar?
So ganz neu ist die Entdeckung nicht, dass Parallelen zwischen Alzheimer und den ansteckenden Prionenerkrankungen existieren. Tierversuche, die darauf hinwiesen, wurden schon 2010 veröffentlicht. Jetzt kamen zusätzlich Autopsieberichte von Patienten dazu, die an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verstorben waren und die typischen Alzheimer-Plaques aufwiesen.Show more16.09.2015, 22:00 Uhr
Rauchen beschleunigt MS-Verlauf
jb | Rauchen ist ein etablierter Risikofaktor für multiple Sklerose, außerdem scheint der blaue Dunst die Wirksamkeit der Therapie zu beeinträchtigen. Welche Auswirkungen Tabakkonsum nach der Diagnose auf den Verlauf hat, war allerdings bisher nicht klar. Bei multipler Sklerose folgt typischerweise auf eine Phase mit Schüben und Remission eine sekundäre Progression. Eine Querschnittsstudie sollte daher klären, ob sich bei Rauchern die Zeit bis zum Eintreten einer sekundären Progression ändert. Show more16.09.2015, 22:00 Uhr
Eine neue Option nicht nur bei Statin-Intoleranz
Zu hohe Cholesterolspiegel lassen sich mit Statinen allein nicht immer ausreichend senken. Mit diversen Therapieoptionen, wie Fibraten, Niacin oder Ezetimib, ist daher bereits versucht worden, über den Effekt von Statinen hinaus eine weitere Senkung des Cholesterolspiegels zu erzielen, jedoch nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. Für Patienten, bei denen Statine kontraindiziert sind oder die diese nicht vertragen, war es bislang schwer, eine adäquate Senkung der Cholesterolspiegel zu erreichen. Mit dem monoklonalen PCSK9-Antikörper Evolocumab (Repatha®) kommt nun ein erster Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse als weiterer Behandlungsansatz hinzu. Show more16.09.2015, 22:00 Uhr
Eine Frage des Alters – oder auch nicht
Die Klassifikation chronischer Nierenerkrankungen beruht auf den Vorgaben der KDIGO (= Kidney Disease: Improving Global Outcomes). Diese 2002 entwickelte und 2012 aktualisierte Einteilung basiert auf der glomerulären Filtrationsrate und der Albuminurie. Das Alter des Betroffenen wird nicht berücksichtigt. Da chronische Nierenerkrankungen vor allem bei älteren Patienten auftreten, wird derzeit diskutiert, ob das Alter in die Klassifikation einfließen soll. In der letzten Mai-Ausgabe des Journals of American Medical Association werden zwei unterschiedliche Standpunkte dargelegt.Show more16.09.2015, 22:00 Uhr
Stressfaktor Lärm
MÜNCHEN (rei) | Stille ist Luxus – einer, den man in deutschen Städten meist vergeblich sucht. Denn hier herrscht im Tagesmittel ein Schalldruck von 55 Dezibel (dB). Dieser Lärm stört nicht nur die Konzentration und verursacht Stressreaktionen, er ist auch ein Risikofaktor für die Gesundheit, so das Fazit einer Pressekonferenz, die am 2. September in München von Heel zum „Tag der Inneren Balance“ veranstaltet wurde.Show more16.09.2015, 22:00 Uhr
Chemotherapie bis zum Schluss?
Chemotherapien in den letzten Lebensmonaten sind keine Seltenheit. Neben sinnvollen Indikationen sind sie häufig Ausdruck von Machtlosigkeit und nicht reflektiertem Aktionismus. Doch wie wirkt sich dieses Vorgehen auf die Lebensqualität des Betroffenen aus? Eine Studie befasste sich mit dieser Frage. Show more09.09.2015, 22:00 Uhr
Sommerloch-Thema oder echte Gefahr?
Im Zollernalbkreis wurden seit Mitte Mai 49 Personen an das Gesundheitsamt gemeldet, bei denen das sogenannte Q-Fieber aufgetreten ist. Um Schlimmeres zu vermeiden, wurde ein Dorffest und ein Blutspendetermin abgesagt – gerechtfertigte Maßnahmen oder übertriebene Vorsicht? Show more09.09.2015, 22:00 Uhr
Mit Wärme gegen Regelschmerzen
STUTTGART (wes) | Acht von zehn Frauen leiden laut einer aktuellen Online-Befragung während der Menstruation unter Schmerzen [1]. Sie fühlen sich in ihrem Alltag und ihrer Freizeit oft eingeschränkt und suchen nach einer Lösung für unbeschwertere Tage. Die ThermaCare® Wärmeauflagen bei Regelschmerzen bieten hier eine neue Behandlungsoption.Show more09.09.2015, 22:00 Uhr
Ernährung, Medikamente oder Sport?
Die ADA und AHA haben die amerikanischen Leitlinien zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse bei Diabetikern überarbeitet. Dabei wurde erklärt, dass eine zu strikte Kontrolle des Hb A1c-Wertes und des Blutdrucks vielen Patienten eher schadet als nutzt und individuell abzuwägen ist. Bei der Behandlung von Dyslipidämien konnte nur für die Senkung des LDL-Spiegels ein signifikant positiver Effekt nachgewiesen werden. Sportliche Aktivität konnte zwar die Lebensqualität der Patienten steigern, brachte aber keine Reduktion des kardiovaskulären Risikos mit sich. Dagegen reduzierte eine mediterrane Diät das Risiko um 30%. Bariatrische Eingriffe reduzierten Körpergewicht und kardiovaskuläre Risikofaktoren stärker als eine medikamentöse Therapie.Show more09.09.2015, 22:00 Uhr
Favipiravir könnte nach Ebola-Exposition schützen
bk | Für die Therapie von Ebola bzw. das Vorgehen im Falle einer potenziellen Ansteckung gibt es wenig klinische Erfahrung. Nun berichten britische Forscher über acht Personen, bei denen eine Post-Expositions-Prophylaxe mit Favipiravir durchgeführt wurde. Dass alle diese Patienten von einer Ebola-Infektion verschont blieben, beweist allerdings nicht die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.Show more09.09.2015, 22:00 Uhr
Betablocker in der Tumortherapie
Betablocker werden zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen, darunter Hypertonie, KHK, Glaukom oder Migräne eingesetzt. Sie unterdrücken durch Blockade adrenerger Rezeptoren den Einfluss des Sympathikus auf den Körper. Derselbe Mechanismus scheint auch Auswirkungen auf die Progression des Ovarialkarzinoms zu besitzen, wie nun eine Studie berichtet. Show more09.09.2015, 22:00 Uhr
Arzneimittelinteraktionen
Die Arzneimittelinteraktionen (Tab. 5 und 6) orientieren sich überwiegend an der Fachinformation und den Interaktionen, die in der ABDATA-Datenbank aufgeführt sind. Interaktionen der ABDATA-Datenbank, die nur vorsichtshalber zu überwachen sind (niedrigste Risikostufe), werden nicht beschrieben.1. Veränderung der Wirkung bzw. Nebenwirkung von Antikonvulsiva durch komedizierte Wirkstoffe | ||
betroffenes Antikonvulsivum | verändert durch | Veränderung und Mechanismus |
|---|---|---|
a. Hemmstoffe der neuronalen Erregung | ||
| Carbamazepin | Diuretika, serotonerge AntidepressivaMAO-HemmstoffeFlupirtinFluvoxamin, FluoxetinHypnotika, Sedativa, Alkohol | SIADH, unter anderem durch Natrium-Verlust und Flüssigkeitsretentiontheoretisch: Serotonin-SyndromHepatotoxizität Akkumulation von Carbamazepin durch Abbau-HemmungSedierung, Reaktionsvermögen ↓ |
| Oxcarbazepin | Diuretika | SIADH, Hyponatriämie |
| Gabapentin | Mg- und Al-haltige Antazida | mäßiger Wirkverlust |
| Pregabalin | OpioideH1-Blocker | verstärkte ObstipationAppetitsteigerung (?) |
| Lamotrigin | Estrogen-haltige Kontrazeptiva | Wirkverlust |
| Phenytoin | Amiodaron, Antikonvulsiva | Wirkverstärkung durch CYP2C9/19-Hemmung |
| Valproat | Acetylsalicylsäure | Wirkverstärkung durch Verdrängung aus der Plasma-Protein-Bindung |
| Zonisamid | CYP3A4-Induktoren | Wirkverlust |
b. Verstärker der neuronalen Hemmung | ||
| Tiagabin | CYP3A4-Induktoren | Wirkverlust |
2. Beeinflussung von Wirkstoffen durch Antikonvulsiva | ||
Antikonvulsivum | betroffener Wirkstoff | Veränderung und Mechanismus |
a. Hemmstoffe der neuronalen Erregung | ||
| Carbamazepin | CYP3A4- und 2C9-Substrate: Kontrazeptiva, Phenprocoumon, Azol-Antimykotika, Z-Substanzen, Ciclosporin (Tacrolimus?)β-Blocker, VerapamilLithium | Wirkverlust durch beschleunigten Abbau via CYP3A4- oder CYP2C19-InduktionAV-Block durch Hemmung der Erregungsausbreitunginitiale Neurotoxizität (unklarer Mechanismus) |
| Oxcarbazepin | prinzipiell wie Carbamazepin | |
| Eslicarbazepin | CYP3A4-Substrate wie Estrogene, Phenprocoumon und Ciclosporin | Wirkverlust durch beschleunigten Abbau |
| Lamotrigin | Estrogen-haltige Kontrazeptiva | eventuell Wirkverlust |
| Perampanel | Gestagen-haltige Kontrazeptiva | Wirkverlust |
| Phenytoin | Estrogen- und Gestagen-haltige KontrazeptivaClozapin, Metamizol | WirkverlustAgranulozytose |
| Rufinamid | Kontrazeptiva | Wirkverlust durch CYP3A4-Induktion |
| Valproat | Benzodiazepine | Wirkverstärkung durch Hemmung des Abbaus |
b. Verstärker der neuronalen Hemmung | ||
| Benzodiazepine | sedierende Wirkstoffe | Wirkverstärkung |
| Phenobarbital | CYP3A4- und CYP2C9-Substrate wie Estrogene, Phenprocoumon, TheophyllinTetracycline, Griseofulvin, Methotrexat, Ciclosporin | Wirkverlust durch CYP-InduktionWirkverlust durch Verstärkung des Abbaus |
| Primidon | wie Phenobarbital | |
Antikonvulsivum | 2. Antikonvulsivum | (Plasmaspiegel-)Veränderung des 2. Antikonvulsivums |
|---|---|---|
| Carbamazepin (CBZ) | EthosuximidPhenytoinPerampanel | AbnahmeZu- und AbnahmeAbnahme |
| Felbamat | PhenytoinValproat | Zunahme durch CYP2C9/19-HemmungZunahme durch Oxidations-Hemmung |
| Lamotrigin | Carbamazepin, Phenytoin, PrimidonValproat | Abnahme durch UGT1A4-InduktionZunahme durch UGT1A4-Hemmung |
| Phenytoin | CarbamazepinLamotriginFelbamat | Zu- und Abnahme der PlasmakonzentrationAbnahme durch UGT1A4-InduktionAbnahme |
| Phenobarbital, Primidon | LamotriginFelbamat | Abnahme durch UGT1A4-InduktionAbnahme |
| Sultiam | Phenytoin | Zunahme (durch CYP2C9/19-Hemmung?) |
| Valproat | BenzodiazepineEthosuximidLamotriginPhenobarbital, PrimidonRufinamidFelbamatPhenytoin | Zunahme durch Hemmung des AbbausZunahmeZunahme durch UGT1A4-Hemmung (HWZ steigt von 25 auf 60 Stunden)Zunahme durch CYP2C9-HemmungZunahme durch Hemmung der ClearanceZunahmeMenge des freien Phenytoins steigt, erhöhtes Risiko für Phenytoin-Nebenwirkungen |
| CYP3A4-Induktoren | Perampanel, Tiagabin, Zonisamid | Wirkverlust |
Pharmako-logisch!
03.09.2015, 00:00 Uhr
Antikonvulsiva
Die Antikonvulsiva lassen sich nur schwer klassifizieren. Weder die pharmakodynamischen Eigenschaften noch die Indikationen bieten sich als Grundlage für eine vernünftige Einteilung von Antikonvulsiva an. Die einfache Einteilung in Pharmako-logisch! erfolgt danach, ob das Antikonvulsivum die Erregung hemmt oder die Hemmung verstärkt.Show morePharmako-logisch!
03.09.2015, 00:00 Uhr
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