Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Auf der Zielgeraden: BTK-Inhibitor bei MS, neue Gentherapie und siRNA
In ihrer April-Sitzung gibt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Startschuss zur Zulassung für drei neue Arzneimittel. Neben einem Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer zur Behandlung der sekundär progredienten multiplen Sklerose (MS) erteilt der Ausschuss für Humanarzneimittel auch ein positives Votum für eine neue Gentherapie zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie sowie für eine siRNA.Show moreDie Rezidivrate nach Brustkrebs senken
Die Prognose postmenopausaler Patientinnen nach frühem Brustkrebs kann durch die Gabe von Aromatasehemmern und Bisphosphonaten verbessert werden. Zu diesem Schluss kamen zwei Metaanalysen der englischen Early Breast Cancer Trialists‘ Collaborative Group.Show moreSicherheits-Check für die HPV-Impfung
Im Juli dieses Jahres hat die europäische Arzneimittelagentur EMA ein Risikobewertungsverfahren zu HPV-Impfstoffen gestartet. Es ist nicht das erste Mal, dass Sicherheitsaspekte der Impfung gegen das humane Papillomavirus genauer unter die Lupe genommen werden. Diesmal sind es das komplexe regionale Schmerzsyndrom sowie das posturale orthostatische Tachykardiesyndrom (s. Kasten). Ausdrücklich nicht festgestellt werden soll mit dieser Überprüfung, ob der Nutzen der Impfstoffe deren Risiken überwiegt.Show moreKrebsrisiko von Fleischwaren
In der vergangenen Woche griffen viele Medien eine Pressemitteilung der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC zum Verzehr von rotem Fleisch und Wurstwaren auf. Dieser zufolge wird der Genuss von verarbeitetem Fleisch als krebserregend und von rotem Fleisch als vermutlich krebserregend eingestuft. Show moreEbola - was bleibt?
Die schlechte Nachricht: Auch wenn in den letzten Wochen nur noch einzelne Ebola-Fälle bestätigt wurden, könnte die Krankheit wieder aufflackern. Wie neue Studien zeigen, persistieren Virusbestandteile im Samen von überlebenden Männern monatelang und bleiben womöglich ansteckend. Nach den aktualisierten Empfehlungen der WHO sollten die Überlebenden ungeschützte Sexualkontakte meiden, bis der Nachweis des Virus negativ ausfällt. Die gute Nachricht ist, dass ein breit wirksames Virostatikum entdeckt wurde, das im Labor Ebola-infizierte Tiere heilte.Show moreEin Husten und seine Folgen
wes | Die Geschichte des Arzneimittel-Reimports in Deutschland begann vor 40 Jahren mit einem England-Urlaub. Als sich Apotheker Andreas Mohringer 1975 während seines Besuchs auf der Insel erkältete, war er erstaunt, wie günstig er dort Hustensaft kaufen konnte. Als er dann noch feststellte, dass dieser exakt die gleichen Inhaltsstoffe hatte wie das viel teurere deutsche Pendant, war eine Idee geboren, die den Arzneimittelmarkt in Deutschland verändert hat: Warum diese Preisunterschiede nicht nutzen?Show moreSchulschwänzen – Schulangst – Schulphobie
Bis zu 10% der Schülerinnen und Schüler nehmen häufig und regelmäßig nicht am Schulunterricht teil. Die Gründe dafür sind vielfältig. Je nachdem, ob es sich bei dem schulvermeidenden Verhalten um Schulschwänzen, Schulphobie oder Schulangst handelt, muss anders reagiert werden. Differenzialdiagnostisch kann auch der Blick auf das Verhalten der Eltern weiterhelfen. Zugrunde liegende psychische Probleme, wie Angststörungen und Depressionen, aber auch eine Somatisierung müssen erkannt und eine Chronifizierung vermieden werden – mit dem Ziel, den Schulerfolg durch die Fehlzeiten nicht zu gefährden.Show moreWie funktioniert der Blutzucker-Test?
Nicht zuletzt die Kosten für die Teststreifen sorgen immer wieder für Diskussionen über die weite Verbreitung der Blutzucker-Selbstmessung. Sicherlich ist nicht bei allen Typ-2-Diabetikern eine permanente Messung des Blutzuckers indiziert. Dennoch sind Geräte für die Selbstkontrolle entscheidend für ein modernes Diabetes-Management. Die heutigen Messsysteme sind flexibel und werden unterschiedlichen Anforderungen gerecht.Show moreSchnelle Wirkung, keine Hemmung des Darms
gmc | Durchfall ist eines der häufigsten gastrointestinalen Symptome. In Deutschland erleidet jährlich etwa jeder Dritte ein- bis zweimal eine akute Durchfallepisode. Eine Option für die Selbstmedikation von akutem Durchfall ist Racecadotril.Show moreSuchttherapie in der Praxis
Die Substitutionsbehandlung opiatabhängiger Patienten hat sich seit ihrer Einführung vor über 20 Jahren als evidenzbasiert und wirksam etabliert. Wie sie heute im praktischen Alltag durchgeführt wird, welche Vorteile sie für den Patienten birgt und welche Hürden Arzt und Patient zu überwinden haben, war Thema einer von Hexal initiierten Meet the Expert-Veranstaltung. Show moreAntihypertensiva abends einnehmen
Die spanische MAPEC-Studie hat den Zusammenhang zwischen dem nächtlichen Blutdruckabfall und dem Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, analysiert. War der Blutdruck im Schlaf nur wenig reduziert, begünstigte dies die Entstehung eines Diabetes. Zudem wurden Hypertoniker in zwei Gruppen eingeteilt, die ihre gewohnte Blutdruckmedikation entweder morgens oder abends einnahmen. Eine abendliche Einnahme war mit einem geringeren Diabetes-Risiko verbunden. Show more
Risiken von Viagra & Co
Die am weitesten verbreitete Indikation der Phosphodiesterase-5(PDE-5)-Inhibitoren ist die erektile Dysfunktion, die meist Männer im höheren Lebensalter betrifft. Darüber hinaus finden die Wirkstoffe Einsatz bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (siehe POP-Fall S. 46). Aufgrund ihrer gefäßerweiternden Wirkung sollte der Einsatz der PDE-5-Inhibitoren vor allem bei Patienten mit kardiovaskulären Grunderkrankungen sorgfältig abgewogen werden. Zudem können eine Reihe von Arzneimittel-Interaktionen auftreten, da die Wirkstoffe intensiv über Cytochrom P450-Enzyme metabolisiert werden
Von Bettina Krieg

Eine Patientin mit pulmonaler arterieller Hypertonie
Frau K.S. ist eine adipöse 43-jährige Patientin mit Bluthochdruck,
Diabetes mellitus und leichtem Asthma. Als Hauptbeschwerden gibt sie
intermittierende Luftnot und Schwindel an. Sie berichtet, dass sie sich
vor ein paar Tagen nach dem Duschen sehr matt gefühlt habe und sich
starke Kreislaufprobleme mit Luftnot entwickelt hätten. Die Luftnot sei
zuvor schon öfter aufgetreten. Zudem fühle sie sich sehr müde und
schlapp und leide unter gelegentlichem Herzrasen. Ab und zu seien ihre
Knöchel geschwollen. Die Symptome träten auch unter alltäglicher
körperlicher Belastung auf, jedoch nicht in Ruhe. Für die Luftnot wurde
ihr Salbutamol-Spray verschrieben, allerdings empfindet die Patientin
keinerlei Besserung der Atemnot nach Inhalation.
Von Ina Richling, Olaf Rose, Christian Fechtrup und Hartmut Derendorf
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