Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Auf der Zielgeraden: BTK-Inhibitor bei MS, neue Gentherapie und siRNA
In ihrer April-Sitzung gibt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Startschuss zur Zulassung für drei neue Arzneimittel. Neben einem Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer zur Behandlung der sekundär progredienten multiplen Sklerose (MS) erteilt der Ausschuss für Humanarzneimittel auch ein positives Votum für eine neue Gentherapie zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie sowie für eine siRNA.Show moreHilfe bei Acne inversa
Bei Acne inversa (oder Hidradenitis suppurativa) handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die große entzündliche Knoten, Abszesse und Vernarbungen auf der Haut verursacht. Eine Hemmung des Tumornekrose-Faktors alpha (TNF-α) mit dem Antikörper Adalimumab kann die klinische Symptomatik deutlich verbessern. Show moreGezielt Migräne vorbeugen
ms | Der Antikörper AMG 334 soll zur Migräneprävention eingesetzt werden. Nun liegen erste Ergebnisse aus der pivotalen Phase-III-Studie ARISE vor. Tatsächlich führte die Therapie zu einer Reduktion der Migräne-Attacken im Vergleich zu Placebo.Show moreBessere Alternativen zu Fluorchinolonen
ms | Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat angekündigt, Fluorchinolone künftig mit neuen Warnhinweisen zu kennzeichnen. Bei Sinusitis, akuten Exazerbationen einer chronischen Bronchitis und unkomplizierten Harnwegsinfektionen sollen sie nur dann eingesetzt werden, wenn es keine anderen Therapieoptionen gibt. Was genau sind die Alternativen?Show moreFür die Haut: Dermasence Cream Soft LSF 30 und Solvinea Med LFS 50+
Preis-werte Abfallentsorgung
Kaum zu glauben, dass Müll so wichtig ist – nicht der, den wir in unserer häuslichen Umgebung mühsam trennen, sondern der, den wir in jeder einzelnen unserer Zellen produzieren. „Zellulärer Abfall“ ist offensichtlich ein spannendes Thema – so spannend, dass jetzt der dritte Nobelpreis dafür verliehen wurde. Show moreBio-Lavendel aus Deutschland
Bio-Lavendel aus Deutschland? Das hätte sich Axel Meyer 1991, als die erste Auflage seines Buchs „Lexikon der Düfte“ erschien, nicht träumen lassen. Vor genau 25 Jahren markierte dieses Buch die Gründung der Taoasis Natur Duft Manufaktur, die aus dem Taoasis Verlag hervorgegangen ist. Den aromatischen Pflanzen ihre flüchtigen Essenzen zu entlocken und die Kostbarkeiten in kleinen braunen Fläschchen „einzufangen“, war eine seiner Visionen, die mittlerweile längst Wirklichkeit geworden ist.Show moreDaclizumab als „Robin Hood der IL-2-Verteilung“
Mit der Zulassung von Daclizumab (Zinbryta®) betritt ein neues Wirkprinzip die therapeutische Bühne der schubförmig remittierenden multiplen Sklerose. Der Antikörper richtet sich gegen die CD25-Untereinheit des Interleukin-2-Rezeptors und soll das Wachstum aktivierter T-Zellen eindämmen – und damit die Entwicklung von Entzündungsherden und die Zerstörung der Myelinscheiden. Erreicht wird in klinischen Studien eine im Vergleich zu Placebo und zu IFN beta-1a signifikant niedrigere Schubrate und signifikant verbesserte kernspintomografische Parameter.Show moreFragliche Stabilität der INR
ms | Patienten mit Vorhofflimmern profitieren von einer Therapie mit Warfarin. Für einen optimalen Behandlungserfolg muss der INR-Wert konstant in einem vorher definierten Zielbereich liegen. Wie eine englische Studie zeigt, bleibt bei einem großen Anteil der Patienten eine einmal eingestellte INR allerdings nicht über einen langen Zeitraum stabil.Show moreErst Schnupfen, dann Husten – oder umgekehrt
gmc | Ein Entzündungsprozess in den oberen beziehungsweise in den unteren Atemwegen kann oft auf die gesamten Atemwege übergreifen. Meist setzt die Infektion oben an und geht dann tiefer – ein sogenannter Etagenwechsel findet statt. Ein umgekehrter Wechsel von unten nach oben – also erst Husten, dann Schnupfen ist jedoch auch nicht selten. Daher spricht man auch von den „United Airways“, da die Atemwege eine barrierefreie Einheit bilden. Das pflanzliche Spezialdestillat ELOM-080 (GeloMyrtol® forte) ist in jedem Fall eine gute Empfehlung – sowohl bei akuten als auch bei chronischen Atemwegsinfekten. Show moreOrale Kontrazeptiva und Depressionen
Frauen erkranken nach der Pubertät doppelt so häufig an Depressionen wie Männer; ein Grund hierfür könnte der Einfluss von Estrogen und Progesteron sein. Da Varianten dieser Sexualhormone auch zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden, könnten hormonelle Kontrazeptiva ebenfalls das Depressionsrisiko erhöhen. Ob diese Assoziation besteht, wurde in einer prospektiven Kohortenstudie untersucht.Show moreÜber kurz oder lang
Europäische und amerikanische Leitlinien bewerten den Einsatz von Betablockern nach einem akuten Myokardinfarkt bei Patienten ohne Herzinsuffizienz unterschiedlich. Eine französische Beobachtungsstudie zeigte, dass eine frühzeitige Gabe von Betablockern die Mortalität innerhalb der ersten 30 Tage senkt. Eine Fortsetzung der Einnahme über das erste Jahr hinaus brachte jedoch keine Überlebensvorteile.Show moreNeue und alte Wirkstoffe gegen Zika
Derzeit gibt es weder einen Impfstoff noch Arzneimittel, mit dem sich Zikavirus-Infektionen gezielt behandeln lassen. Eine neue Studie hat nun 6000 Wirkstoffe auf ihre Wirksamkeit gegen Zikaviren untersucht und einige interessante Kandidaten gefunden, die zukünftig eine gezielte Therapie ermöglichen könnten.Show moreNeuer Zoster-Impfstoff ist willkommen
Seit drei Jahren ist ein Impfstoff gegen Herpes Zoster für Personen ab 50 Jahren in Deutschland zugelassen und verfügbar. Eine bundesweite Impfempfehlung gibt es nicht. Welche Fragen noch offen sind, erläutert Prof. Dr. Andreas Sauerbrei vom Uniklinikum Jena.Show more
Gastroduodenale Ulcuskrankheit
Gastroduodenale Ulcera resultieren aus einer Dysbalance zwischen schleimhautprotektiven und –aggressiven Faktoren. Primär ursächlich für die Entstehung eines peptischen Ulcus ist die chronische Gastritis, welche durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) sowie die Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) hervorgerufen werden kann. Die beiden genannten Risikofaktoren liegen insbesondere bei älteren Patienten vergesellschaftet vor und wirken sich synergistisch auf das Risiko einer Mukosaschädigung und Ulceration aus. Beim H.-pylori-induzierten Ulcus steht aufgrund fehlender Präventionsstrategien die medikamentöse Behandlung im Vordergrund.
In
diesem Beitrag wird die Krankheit aufgearbeitet sowie die
leitliniengerechte und evidenzbasierte Therapie erläutert und an zwei
Patientenfällen aus der Praxis angewendet. | Von Carina John und Olaf Rose
Rechtliches
© 2026 Deutsche Apotheker Zeitung