Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Mirtazapin wirksam bei Methamphetamin-Abhängigkeit
Methamphetamin-Abhängigkeit gehört zu den besonders zerstörerischen Suchterkrankungen. Pharmakologische Unterstützung gibt es bisher nicht. Jetzt berichten australische Mediziner von moderaten Erfolgen durch Anwendung des Antidepressivums Mirtazapin.Show moreBundesweit stark erhöhte Influenzaaktivität
In Deutschland hat die Grippewelle in diesem Jahr früher begonnen, wie aus den Meldungen an das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut hervor geht. Die Aktivitäten des Grippevirus sind bundesweit deutlich angestiegen und befindet sich weiterhin auf einem stark erhöhten Niveau. Besonders betroffen waren bisher vor allem der Norden und Westen, jetzt treten vermehrt Fälle auch in den südlichen Bundesländern auf. Dass sich die Grippe von Norden her ausbreitet statt wie in den vergangenen Jahren von Süden her, ist eher untypisch.Show moreFixkombination aus Olmesartan und Amlodipin zugelassen
Bei vielen Hypertonikern reicht ein Wirkstoff zur adäquaten Blutdruckkontrolle nicht aus. Zur Sicherung der Compliance erscheint es sinnvoll, diesen Patienten Fixkombinationen zu verordnen, wie beispielsweise die seit November 2008 zugelassene feste Kombination aus Olmesartanmedoxomil und Amlodipinbesilat (Sevikar®), die jetzt eingeführt wurde. In den USA ist die Fixkombination seit 2007 unter den Namen AzorTM auf dem Markt.Show moreEtanercept für Kinder mit schwerer Plaque-Psoriasis
Als erstes Biological ist der lösliche TNF-Rezeptor Etanercept (Enbrel®) nun auch für die Behandlung von Kindern ab acht Jahren mit chronischer schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Ausschlaggebend für das "Go" der europäischen Zulassungsbehörde waren die Ergebnisse einer Phase-III-Studie, die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei den jungen Patienten belegt.Show moreSublinguale Fentanyltablette wirkt innerhalb von Minuten
Die neue Fentanyl-Sublingualtablette (Abstral®) löst sich innerhalb von nur 10 bis 15 Sekunden im Mund auf und gewährleistet bereits fünf bis zehn Minuten nach der Einnahme eine effektive Schmerzlinderung. Von dem raschen Wirkeintritt, der der sogenannten Fast Acting Sublingual(FAST)-Technologie zu verdanken ist, profitieren Patienten mit plötzlich auftretenden Durchbruchschmerzen.Show moreWichtige Neben- und Wechselwirkungen
Im Vordergrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Arzneimittelinteraktionen stehen bei Diabetikern die akute Senkung des Blutzuckers (Hypoglykämie mit Bewusstlosigkeit und Sturzgefahr) und die chronische Erhöhung des Blutzuckers (vermehrtes Risiko für Spätkomplikationen). Viele Diabetiker leiden auch unter Komplikationen im Rahmen des metabolischen Syndroms. Die erforderliche Polypharmakologie erhöht das Risiko von Arzneimittelinteraktionen.
Die Spinne im Netz des metabolischen Syndroms
Der Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten und kostenträchtigsten Krankheiten. In Deutschland sind geschätzte 6 Millionen Menschen und damit 7% der Bevölkerung daran erkrankt, der überwiegende Teil an Diabetes mellitus Typ 2. Die Inzidenz steigt in den westlichen Industrienationen stetig, wahrscheinlich aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten. Gegenwärtig verdoppelt sich nach dem 40. Lebensjahr die Häufigkeit pro Lebensjahrzehnt, im 8. Lebensjahrzehnt ist nahezu jeder Fünfte betroffen. In den Nachkriegsjahren war der sogenannte Altersdiabetes eher selten, trat dann aber mit steigendem Wohlstand und der Verfügbarkeit billiger schneller Kohlenhydrate – Stichwort „fast food“ – immer häufiger auf. | Von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Show moreHaloperidol oder Atypika bei erster schizophrener Episode?
In einer offenen, randomisierten Studie mit praxisorientierter Ausrichtung wurde die Wirksamkeit von Haloperidol im Vergleich zu Antipsychotika der zweiten Generation bei der Behandlung von ersten schizophrenen Episoden untersucht. Dabei brachen mehr Patienten, die Haloperidol eingenommen hatten, die Therapie vorzeitig ab als Patienten, die ein atypisches Antipsychotikum verordnet bekommen hatten. Eine positive Erwartungshaltung zugunsten der Atypika könnte allerdings das Ergebnis beeinflusst haben.Show moreGlitazone sind noch nicht ausreichend untersucht
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat jetzt seinen Abschlussbericht zur Nutzenbewertung von Glitazonen in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 veröffentlicht: Es sieht es als wissenschaftlich nicht belegt an, dass Glitazone bei Typ-2-Diabetikern die Sterblichkeit oder Komplikationen, die durch Schäden an den Blutgefäßen verursacht werden, besser vermindern als alternative Therapien. Weil Langzeitstudien fehlen, sind Aussagen zum langfristigen Nutzen oder Schaden dieser oralen Antidiabetika derzeit nur eingeschränkt möglich.Show moreFetuin-A: Biomarker für Herzinfarktund Schlaganfallrisiko
Das Eiweißmolekül Fetuin-A wird in der Leber gebildet und ans Blut abgegeben. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam haben gemeinsam mit Ärzten der Universität Tübingen in einer prospektiven Studie zeigen können, dass das Eiweiß ein Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen ist: Studienteilnehmer mit hohen Blutwerten von Fetuin-A sind mit einem drei- bis vierfach höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden [1].Show morePharmakotherapie
Aus der Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes lassen sich wirksame Strategien für eine antidiabetische Therapie mit Antidiabetika (Tab. 1) ableiten:
- die Hemmung der Resorption von Kohlenhydraten
- die Beschleunigung der Freisetzung von Insulin
- das Durchbrechen der Insulin-Resistenz
- die Verminderung der Glucose-Produktion bzw. die Verbesserung der Glucose-Verwertung
- exogenes Insulin bei ungenügender Insulin-Freisetzung.
Abbildung 3 fasst die Wirkungen, Indikationen und Risiken der oralen Antidiabetika zusammen.

Diabetes mellitus Typ 2
Der Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten und kostenträchtigsten Krankheiten. In Deutschland sind geschätzte 6 Millionen Menschen und damit 7% der Bevölkerung daran erkrankt, der überwiegende Teil an Diabetes mellitus Typ 2. Die Inzidenz steigt in den westlichen Industrienationen stetig, wahrscheinlich aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten. Gegenwärtig verdoppelt sich nach dem 40. Lebensjahr die Häufigkeit pro Lebensjahrzehnt, im 8. Lebensjahrzehnt ist nahezu jeder Fünfte betroffen. In den Nachkriegsjahren war der sogenannte Altersdiabetes eher selten, trat dann aber mit steigendem Wohlstand und der Verfügbarkeit billiger schneller Kohlenhydrate – Stichwort „fast food“ – immer häufiger auf. | Von Prof. Dr. med. Thomas Herdegen
Show moreAppell an die Eigenverantwortlichkeit
Aus der Erkenntnis, dass Krebserkrankungen mit der Lebensweise zusammenhängen und familiär gehäuft auftreten, lassen sich präventive Maßnahmen zur Verhinderung eines Tumorleidens ableiten. Dabei spielen neben den heute empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen die Verantwortung und Selbstfürsorge eines jeden Einzelnen eine nicht zu unterschätzende Rolle.Show moreEinsatz der Radiopharmazie in Therapie und Diagnostik
Die Radiopharmazie ist bei der Radio- und Nuklearchemie angesiedelt. Ihr Arbeitsfeld umfasst die Entwicklung und Herstellung radioaktiver Arzneimittel und Diagnostika, mit deren Hilfe In-vivo-Messungen metabolischer Prozesse durchführt und spezielle Therapien ermöglicht werden. Prof. Dr. Per Hartvig Honoré, Kopenhagen, erläuterte im Rahmen des onkologisch-pharmazeutischen Fachkongresses Anwendungsmöglichkeiten und Zubereitung von Radiopharmazeutika.Show moreFDA genehmigt automatisierten Procalcitonin-Test bei Sepsis
In der Intensivmedizin ist die Sepsis die häufigste nicht-koronare Todesursache mit einer Sterblichkeitsrate von 32%. Die Überlebenschancen können durch einen schnellen Nachweis erhöht werden. Die FDA hat jetzt der deutschen Brahms AG die Vermarktung eines patentierten Procalcitonin (PCT) Kryptor® -Tests in den USA genehmigt. Der automatisierte Bluttest stellt bei gefährdeten Patienten fest, ob ein erhöhtes Anfälligkeitsrisiko für schwere Blutvergiftungen und septischen Schock besteht.Show morePlötzlicher Herztod unteratypischen Neuroleptika
Auch Patienten, die mit atypischen Neuroleptika behandelt werden, müssen mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod rechnen. Folgt man den Ergebnissen einer retrospektiven Kohortenanalyse, so sind die atypischen Neuroleptika bezüglich dieser Nebenwirkung nicht sicherer als die klassischen Vertreter.Show moreOrale MS-Therapeutika werden Interferone ergänzen
Standen in der Pathophysiologie der multiplen Sklerose (MS) bislang die T-Zellen im Brennpunkt, hat sich der Fokus der Forschung in den letzten Jahren zu den B-Zellen verschoben. Das führte zu neuen Ansätzen für die Therapie. Geprüft werden Fusionsproteine wie Atacicept, die zerstörerische B-Zellen in MS-Läsionen aufspüren und angreifen. Aber auch der Weg über autoreaktive T-Lymphozyten verspricht Erfolg. Das orale Fingolimod hindert sie an ihrer Wanderung ins ZNS. Eher unspezifisch greift das Zytostatikum Cladribin beide Lymphozytenstämme an.Show moreFDA erteilt Zulassung für Chemokin-Rezeptorantagonist
Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat die Zulassung für Plerixafor (Mozobil™) erteilt: Der CXCR4-Chemokin-Rezeptorantagonist mobilisiert hämatopoetische Stammzellen und wird in Kombination mit dem Wachstumsfaktor G-CSF (granulocyte colony stimulating factor) im Vorfeld einer autologen Stammzelltransplantation beim Non-Hodgkin-Lymphom oder multiplem Myelom angewendet, damit vermehrt Stammzellen aus dem Knochenmark in das periphere Blutsystem freigesetzt werden.Show moreImpfung kann nicht vor Rezidiven schützen
In einer Phase-III-Studie wurde die Wirksamkeit des Impfstoffs Vitespen (Oncophage®), einem Hitzeschockprotein-Peptid-Komplex, der aus dem Tumorgewebe des einzelnen Patienten gewonnen wird, bei Nierenkrebspatienten als unterstützende Therapie zur Operation untersucht. Das rezidivfreie Überleben konnte dabei durch die Impfung nicht verlängert werden.Show moreSuizidgefahr unter Leukotrien-Rezeptorantagonisten?
Postmarketing-Berichte hatten den Verdacht aufkommen lassen, dass die bei allergischem Asthma und allergischer Rhinitis eingesetzten Leukotrien-Rezeptorantagonisten und -Syntheseinhibitoren für schwere neuropsychiatrische Komplikationen bis hin zum Suizid verantwortlich sein könnten. Die FDA hat daraufhin die Daten aller kontrollierten klinischen Studien von Montelukast, Zafirlukast und Zileuton überprüfen lassen. Doch die Sichtung dieser Daten ließ kein erhöhtes Suizidrisiko erkennen. Trotzdem will die FDA noch keine Entwarnung geben.Show moreOmeprazol und Sumatriptan bald ohne Rezept
Der Protonenpumpenhemmer Omeprazol und das Migränemittel Sumatriptan sollen aus der Verschreibungspflicht entlassen und unter bestimmten Bedingungen im Rahmen der Selbstmedikation in der Apotheke erhältlich sein, so die Empfehlung, die der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht in seiner Sitzung ausgesprochen hat. Gefordert wird "die Einhaltung bestimmter Formulierungen in der Produktinformation", daher sollen die Fach- und Produktinformationen der Präparate angepasst werden.Show moreKardiovaskuläre Risikofaktoren beachten
Dank Antipsychotika der zweiten Generation ("Atypika") können wichtige Ziele wie die langfristige Erhaltungstherapie, eine Rezidivprophylaxe sowie die soziale Reintegration schizophrener Patienten besser umgesetzt werden. Eine wichtige Voraussetzung ist die anhaltende Compliance des Patienten, die vornehmlich vom Nebenwirkungsspektrum der eingesetzten Substanz abhängt. Mit Ziprasidon (Zeldox®) steht ein gewichtsneutraler Wirkstoff zur Verfügung, unter dem keine kardiovaskulären Begleiterscheinungen auftreten.Show moreRechtliches
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