Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Erster Kombinationsimpfstoff gegen Grippe und COVID zugelassen
Mit mCombriax® soll bald schon der erste mRNA-Kombinationsimpfstoff in ganz Europa auf den Markt eingeführt werden. Die Europäische Kommission hat die mRNA-Vakzine von Moderna Mitte April 2026 zugelassen.Show moreThalidomid unterdrückt Immunsystem
Thalidomid (Thalidomide® Celgene) wird jetzt bei uns zur Behandlung des multiplen Myeloms eingeführt. Wegen der Gefahr schwerer Missbildungen muss der Wirkstoff über das Thalidomide-Celgene-Schwangerschafts-Präventions-Programm verschrieben und abgegeben werden.Show moreTyrosinkinase-Inhibitoren verbessern die Prognose
Mit der Einführung des Tyrosinkinase-Inhibitors Imatinib hat sich die Prognose fortgeschrittener gastrointestinaler Stromatumore (GIST) deutlich verbessert. Aktuelle Studien befassen sich mit der Verbesserung der adjuvanten Therapie und einer differenzierten Behandlung fortgeschrittener Tumore.Show moreVerkürzung der Behandlungsdauer durch Moxifloxacin?
Die lange Therapiedauer ist der wichtigste Grund für einen Misserfolg der Tuberkulosetherapie, denn vielen Patienten fehlt die Geduld für die monatelange regelmäßige Einnahme der Medikamente. Ergebnisse einer jüngst veröffentlichen Studie deuten darauf hin, dass ein Ersatz des standardmäßig eingesetzten Tuberkulosetherapeutikums Ethambutol durch das Chinolonantibiotikum Moxifloxacin die notwendige Therapiedauer weiter verkürzen könnte.Show moreSenken Statine bei Dialysepatienten das Risiko?
Dialysepatienten weisen ein hohes kardiovaskuläres Risiko auf. Die Therapie mit Statinen senkt zwar die Lipidwerte, hat aber keinen Einfluss auf kardiovaskuläre Ereignisse, wie eine jüngst veröffentlichte Langzeitstudie mit Rosuvastatin zeigte. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich in pathogenetischen Besonderheiten der renalen Gefäßverkalkung zu suchen.Show moreVandetanib hemmt zwei Rezeptortypen gleichzeitig
Während der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology wurde eine neue, zielgerichtete Substanz vorgestellt, die sich in der Entwicklung befindet und die eine gute Wirksamkeit beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) in der Zweit-Linien-Therapie aufweisen konnte: Es konnte gezeigt werden, dass Vandetanib (Zactima®), wenn es einer Docetaxel-Therapie hinzugefügt wird, das progressionsfreie Überleben von Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom verlängert.Show moreOrlistat wegen Hepatotoxizität unter Beobachtung
Auf der Liste potenziell gefährlicher Medikamente der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA befindet sich auch das Diätmittel Orlistat (Xenical® , alli®). Besonderes Augenmerk wird auf eine mögliche Hepatotoxizität gelegt. In Deutschland kann das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aus den Daten, wie sie derzeit vorliegen, keine steigende Zahl von Nebenwirkungsmeldungen erkennen.Show moreIntranasales Fentanyl bei Durchbruchschmerzen
Als erstes Opioid mit schnellem Wirkeintritt wurde Fentanyl als Spray zur nasalen Anwendung (Instanyl®) von den europäischen Behörden zur Behandlung von Durchbruchschmerzen bei erwachsenen Tumorpatienten zugelassen, die wegen chronischer Schmerzen bereits eine Opioid-Basismedikation erhalten. Der Hersteller Nycomed beabsichtigt, Instanyl® im zweiten Halbjahr 2009 auf den Markt zu bringen.Show moreHerzerkrankungen und Psyche hängen zusammen
Dem Einfluss psychosozialer Faktoren auf die Entstehung und den Verlauf kardiovaskulärer Erkrankungen wird in den letzten Jahren verstärkt Bedeutung zugemessen. Zahlreiche Studien haben interessante Zusammenhänge aufgezeigt.Show moreGefitinib zur Behandlung des Lungenkarzinoms
Gefitinib (Iressa®) ist ein niedermolekularer selektiver Inhibitor der Tyrosinkinase des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors. Der neue Wirkstoff ist zur Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten zugelassen, die an der lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Form des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms leiden und bei denen aktivierende Mutationen dieser Tyrosinkinase nachgewiesen sind.Show moreBlutgerinnungsstörungen – Therapie der Thrombosen und Blutungsgefahr
Eine Gerinnungshemmung muss immer die zahlreichen Komorbiditäten im Auge behalten, die zu schweren Blutungen führen können. Deshalb werden sichere Alternativen immer wichtiger für die herkömmliche Therapie mit Heparinen und Cumarinen.Show moreBlutgerinnungsstörungen – Die Pharmakotherapie
Die Hemmung der Thrombozytenaggregation durch Acetylsalicylsäure und Clopidogrel und die Hemmung der plasmatischen Gerinnung durch Heparin, neuartige (oral verfügbare) Thrombin-Inhibitoren sowie durch Vitamin-K-Antagonisten gehören zu den häufigsten und wichtigsten Therapieprinzipien der modernen Medizin. Der Einsatz dieser Wirkstoffe erfordert die genaue Kenntnis der Wirkung, der Verordnungseinschränkungen und der Kontraindikationen, um das stets lauernde Risiko von Blutungen zu minimieren. Fibrinolytika werden unter intensivmedizinischen Bedingungen bei akuten Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzt, wenn auch unter sehr restriktiven Indikationskriterien.Show moreEsomeprazol kann Asthma-Beschwerden nicht lindern
Für Patienten mit schwer kontrollierbarem Asthma empfehlen ärztliche Leitlinien, nach Komorbiditäten zu fahnden, die für das Therapieversagen verantwortlich sein könnten. Dazu zählen beispielsweise gastroösophagealer Reflux, Übergewicht, obstruktive Schlafapnoe, Sinusitis oder Depression. Nicht immer führt eine Behandlung dieser Erkrankungen jedoch zu einer Verbesserung der Asthmabeschwerden, wie kürzlich eine großangelegte amerikanische Studie gezeigt hat.Show moreBlutgerinnungsstörungen – Die Pathophysiologie
Die Mehrzahl der Gerinnungsstörungen sind nicht die Folge von primären Krankheiten wie Defizienz von Protein C oder Protein S. Sie sind die Folge von chronischen Krankheiten wie dem metabolischen Syndrom, KHK oder Immobilität. Zum Verständnis der Pathogenese und der entsprechenden spezifischen Therapien soll eine Reihe von Krankheitsprozessen beschrieben werden, die zu Gerinnungsstörungen führen. Umgekehrt sind Krankheiten mit erhöhtem Blutungsrisiko wie z. B. Hämophilien oft auf (erbliche) Dysfunktionen oder Abwesenheit einzelner Gerinnungsfaktoren zurückzuführen.
Show moreBlutgerinnungsstörungen – Wichtige Neben- und Wechselwirkungen
Die Therapie mit Gerinnungshemmern muss einerseits das Blutungsrisiko beachten und andererseits die effektive Wirkung sicher stellen, damit keine Thromboembolien entstehen. Während die ganz neuen Wirkstoffe hier ein verbessertes Wirkungs-und Sicherheitspotenzial versprechen, muss im Umgang mit den älteren gängigen Substanzen manches beachtet werden.
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Blutgerinnungsstörungen – Zwischen Stau und überhöhter Geschwindigkeit
Gerinnungshemmende Wirkstoffe gehören zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Ihr Einsatz erfordert eine ständige Überwachung, denn ihre therapeutische Breite ist stets zweifach limitiert: Wirkungsverstärkung erhöht das Blutungsrisiko, Wirkungsabschwächung steigert das Thrombose- und Infarktrisiko. Beide Risiken sind oft schon durch die Grunderkrankung vorhanden. Arzneimittelinteraktionen spielen besonders in der Therapie von Gerinnungshemmstoffen eine wichtige Rolle. | Von Prof. Dr. med. Thomas HerdegenShow more
Blutgerinnungsstörungen – Die Physiologie
Die Gerinnung gleicht einem Bogen, der lebenslang permanent mit höchster Kraft gespannt ist, dessen Pfeil aber – sofern keine Verletzungen vorliegen – niemals abgeschossen werden darf. Wird der Pfeil abgeschossen, muss er in kürzester Zeit seine Höchstgeschwindigkeit erreichen – und gleichzeitig muss die Kontrolle verstärkt werden, dass an anderen Stellen im Körper keine weiteren gespannten Bogensehnen Pfeile abschießen. Wie realisiert das die Physiologie der Blutgerinnung?Show moreNeuer Therapieansatz bei multipler Sklerose
Die Autoimmunerkrankung multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Ursache für eine bleibende neurologische Behinderung im jüngeren Erwachsenenalter: Es richten sich Immunzellen des eigenen Körpers gegen die Hüllen der eigenen Nervenfasern und zerstören sie. Die fehlende Regenerationsfähigkeit der Markscheiden wird durch ein hemmendes Protein (p57kip2) verursacht. In frühen Krankheitsphasen kann dieser Hemmstoff aktiv vom Körper unterdrückt werden. Ein neuer Therapieansatz könnte die Blockade der Bildung des Hemmproteins selbst sein.Show moreIntradermaler Grippeimpfstoff erzeugt hohe Immunantwort
Zur Impfsaison 2009/2010 wird in Deutschland erstmals ein intradermal applizierter Grippeimpfstoff zur Verfügung stehen, zunächst für Personen ab 60 Jahre. Gerade bei älteren Menschen, die weniger gut auf Impfungen ansprechen, soll die Injektion der Vakzine in die Dermis eine bessere Immunantwort auslösen als die übliche intramuskuläre Anwendung.Show moreMütterliche Valproinsäure-Einnahme senkt kindlichen IQ
Eine Interimsanalyse weist auf verringerte kognitive Fähigkeiten dreijähriger Kinder hin, deren Mütter während der Schwangerschaft Valproinsäure eingenommen hatten. Daher sollte Valproinsäure bei Epileptikerinnen mit Kinderwunsch zurückhaltend eingesetzt werden.Show moreGefahr für Tod durch Bronchialkarzinom steigt
Eine kombinierte Hormonersatztherapie in der Postmenopause ist mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Brustkrebs verbunden. Aber auch mit vermehrten Todesfällen durch Bronchialkrebs muss gerechnet werden.Show moreDatenmanipulation zu Ungunsten von Insulin Glargin?
Die Diskussion um ein erhöhtes Krebsrisiko unter Therapie mit dem langwirksamen Insulinanalogon Glargin (Lantus®) nimmt an Schärfe zu. Besonders deutlich wird der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, Prof. Dr. Gerhard Ehninger. Er sieht keine Steigerung des Krebsrisikos und wirft dem Leiter des IQWiG, Prof. Dr. Peter Sawicki vor, er bediene sich eines üblen Taschenspielertricks, um das Medikament zu verteufeln. Sawicki ist Mitautor einer Kohortenstudie, die ein erhöhtes Krebsrisiko für Glargin gezeigt hat.Show moreIQWiG: Auch kein Zusatznutzen bei Typ-1-Diabetes
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen kann für Typ-1-Diabetiker keinen Zusatznutzen von Insulin Glargin oder Insulin Detemir im Vergleich zu Humaninsulin erkennen. Zudem sei die Langzeitsicherheit unklar. Auch bei Typ-2-Diabetes hatte das IQWiG keinen Zusatznutzen unter einer Therapie mit den beiden langwirksamen Insulinanaloga gesehen.Show moreRechtliches
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