Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Topisches Testosteron + SGLT-2-Inhibitoren = Erythrozytoserisiko
Auch auf der Haut angewendetes Testosteron birgt das Risiko für Nebenwirkungen. Grund dafür ist die systemische Wirkung des lokal angewendeten Arzneimittels. Ein neu entdecktes Risiko ist die mögliche Interaktion bei gleichzeitiger Anwendung von SGLT-2-Inhibitoren und Testosteron. Show moreBlutgerinnungsstörungen – Die Pharmakotherapie
Die Hemmung der Thrombozytenaggregation durch Acetylsalicylsäure und Clopidogrel und die Hemmung der plasmatischen Gerinnung durch Heparin, neuartige (oral verfügbare) Thrombin-Inhibitoren sowie durch Vitamin-K-Antagonisten gehören zu den häufigsten und wichtigsten Therapieprinzipien der modernen Medizin. Der Einsatz dieser Wirkstoffe erfordert die genaue Kenntnis der Wirkung, der Verordnungseinschränkungen und der Kontraindikationen, um das stets lauernde Risiko von Blutungen zu minimieren. Fibrinolytika werden unter intensivmedizinischen Bedingungen bei akuten Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall eingesetzt, wenn auch unter sehr restriktiven Indikationskriterien.Show moreEsomeprazol kann Asthma-Beschwerden nicht lindern
Für Patienten mit schwer kontrollierbarem Asthma empfehlen ärztliche Leitlinien, nach Komorbiditäten zu fahnden, die für das Therapieversagen verantwortlich sein könnten. Dazu zählen beispielsweise gastroösophagealer Reflux, Übergewicht, obstruktive Schlafapnoe, Sinusitis oder Depression. Nicht immer führt eine Behandlung dieser Erkrankungen jedoch zu einer Verbesserung der Asthmabeschwerden, wie kürzlich eine großangelegte amerikanische Studie gezeigt hat.Show moreBlutgerinnungsstörungen – Die Pathophysiologie
Die Mehrzahl der Gerinnungsstörungen sind nicht die Folge von primären Krankheiten wie Defizienz von Protein C oder Protein S. Sie sind die Folge von chronischen Krankheiten wie dem metabolischen Syndrom, KHK oder Immobilität. Zum Verständnis der Pathogenese und der entsprechenden spezifischen Therapien soll eine Reihe von Krankheitsprozessen beschrieben werden, die zu Gerinnungsstörungen führen. Umgekehrt sind Krankheiten mit erhöhtem Blutungsrisiko wie z. B. Hämophilien oft auf (erbliche) Dysfunktionen oder Abwesenheit einzelner Gerinnungsfaktoren zurückzuführen.
Show moreBlutgerinnungsstörungen – Wichtige Neben- und Wechselwirkungen
Die Therapie mit Gerinnungshemmern muss einerseits das Blutungsrisiko beachten und andererseits die effektive Wirkung sicher stellen, damit keine Thromboembolien entstehen. Während die ganz neuen Wirkstoffe hier ein verbessertes Wirkungs-und Sicherheitspotenzial versprechen, muss im Umgang mit den älteren gängigen Substanzen manches beachtet werden.
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Blutgerinnungsstörungen – Zwischen Stau und überhöhter Geschwindigkeit
Gerinnungshemmende Wirkstoffe gehören zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Ihr Einsatz erfordert eine ständige Überwachung, denn ihre therapeutische Breite ist stets zweifach limitiert: Wirkungsverstärkung erhöht das Blutungsrisiko, Wirkungsabschwächung steigert das Thrombose- und Infarktrisiko. Beide Risiken sind oft schon durch die Grunderkrankung vorhanden. Arzneimittelinteraktionen spielen besonders in der Therapie von Gerinnungshemmstoffen eine wichtige Rolle. | Von Prof. Dr. med. Thomas HerdegenShow more
Blutgerinnungsstörungen – Die Physiologie
Die Gerinnung gleicht einem Bogen, der lebenslang permanent mit höchster Kraft gespannt ist, dessen Pfeil aber – sofern keine Verletzungen vorliegen – niemals abgeschossen werden darf. Wird der Pfeil abgeschossen, muss er in kürzester Zeit seine Höchstgeschwindigkeit erreichen – und gleichzeitig muss die Kontrolle verstärkt werden, dass an anderen Stellen im Körper keine weiteren gespannten Bogensehnen Pfeile abschießen. Wie realisiert das die Physiologie der Blutgerinnung?Show moreNeuer Therapieansatz bei multipler Sklerose
Die Autoimmunerkrankung multiple Sklerose (MS) ist die häufigste Ursache für eine bleibende neurologische Behinderung im jüngeren Erwachsenenalter: Es richten sich Immunzellen des eigenen Körpers gegen die Hüllen der eigenen Nervenfasern und zerstören sie. Die fehlende Regenerationsfähigkeit der Markscheiden wird durch ein hemmendes Protein (p57kip2) verursacht. In frühen Krankheitsphasen kann dieser Hemmstoff aktiv vom Körper unterdrückt werden. Ein neuer Therapieansatz könnte die Blockade der Bildung des Hemmproteins selbst sein.Show moreIntradermaler Grippeimpfstoff erzeugt hohe Immunantwort
Zur Impfsaison 2009/2010 wird in Deutschland erstmals ein intradermal applizierter Grippeimpfstoff zur Verfügung stehen, zunächst für Personen ab 60 Jahre. Gerade bei älteren Menschen, die weniger gut auf Impfungen ansprechen, soll die Injektion der Vakzine in die Dermis eine bessere Immunantwort auslösen als die übliche intramuskuläre Anwendung.Show moreMütterliche Valproinsäure-Einnahme senkt kindlichen IQ
Eine Interimsanalyse weist auf verringerte kognitive Fähigkeiten dreijähriger Kinder hin, deren Mütter während der Schwangerschaft Valproinsäure eingenommen hatten. Daher sollte Valproinsäure bei Epileptikerinnen mit Kinderwunsch zurückhaltend eingesetzt werden.Show moreGefahr für Tod durch Bronchialkarzinom steigt
Eine kombinierte Hormonersatztherapie in der Postmenopause ist mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Brustkrebs verbunden. Aber auch mit vermehrten Todesfällen durch Bronchialkrebs muss gerechnet werden.Show moreDatenmanipulation zu Ungunsten von Insulin Glargin?
Die Diskussion um ein erhöhtes Krebsrisiko unter Therapie mit dem langwirksamen Insulinanalogon Glargin (Lantus®) nimmt an Schärfe zu. Besonders deutlich wird der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, Prof. Dr. Gerhard Ehninger. Er sieht keine Steigerung des Krebsrisikos und wirft dem Leiter des IQWiG, Prof. Dr. Peter Sawicki vor, er bediene sich eines üblen Taschenspielertricks, um das Medikament zu verteufeln. Sawicki ist Mitautor einer Kohortenstudie, die ein erhöhtes Krebsrisiko für Glargin gezeigt hat.Show moreIQWiG: Auch kein Zusatznutzen bei Typ-1-Diabetes
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen kann für Typ-1-Diabetiker keinen Zusatznutzen von Insulin Glargin oder Insulin Detemir im Vergleich zu Humaninsulin erkennen. Zudem sei die Langzeitsicherheit unklar. Auch bei Typ-2-Diabetes hatte das IQWiG keinen Zusatznutzen unter einer Therapie mit den beiden langwirksamen Insulinanaloga gesehen.Show moreNeues humanes GLP-1-Analogon Liraglutid
Mit dem Wirkstoff Liraglutid (Victoza®) ist in Deutschland als erstem Land weltweit eine neue Behandlungsoption beim Typ 2-Diabetes zugelassen worden. Das humane GLP-1-Analogon senkt über physiologische Mechanismen signifikant den HbA1c -Wert, ohne das Hypoglykämierisiko zu erhöhen.Show moreHPV-Impfung reduziert Krebsvorstufen
Seit langem wird heftig über den Nutzen einer HPV-Impfung mit den Impfstoffen Cervarix® und Gardasil® zur Reduktion von Zervixkarzinom-Fällen diskutiert. Die Gegner der Impfung bemängelten vor allem die Qualität der vorgelegten Daten. Jetzt wurden die abschließenden Ergebnisse der Patricia-Studie vorgelegt, die den Befürwortern einer HPV-Impfung neue Argumente liefert [1]. Gleichzeitig zeigt die mit Cervarix® durchgeführte Studie auch die "Lücken" dieser HPV-Impfung auf.Show moreWas tun bei poor mobilizern?
Für eine erfolgreiche autologe Stammzelltransplantation müssen zunächst aus dem peripheren Blut genügend Progenitor-Zellen geerntet werden. Leider scheitert das bei ca. 10% der schon vorbehandelten Patienten, den poor mobilizern, mit den bisher üblichen Methoden. Jetzt wurde auf der Jahrestagung der amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO) eine Untersuchung von 65 Patienten vorgestellt, die von einer Therapie mit dem Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktor (G-CSF) plus dem neuen Wirkstoff Plerixafor profitieren konnten.Show moreKonstanter Androgenentzug mit Histrelin-Implantat
Seit dem 2. Juli 2009 ist mit dem GnRH-Agonisten Histrelin (Vantas®) ein neuer Therapieansatz in der Behandlung des lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms verfügbar. Über zwölf Monate hinweg kann damit der Testosteronspiegel auf niedrigem Niveau gehalten werden.Show moreEpigenetische Feinregulation der RNA-Synthese entschlüsselt
Viele Funktionen des Organismus werden durch epigenetische Regulationsmechanismen gesteuert. Diese sind nicht an die DNA-Grundstruktur der Zelle gebunden, können aber dennoch an folgende Generationen weitergegeben werden. Jetzt wurde ein weiterer wichtiger Mechanismus in diesem komplexen Puzzle aufgeklärt: das Enzym TFIIH-Kinase wurde als Regulator der RNA-Polymerase II, die die genetische Information der DNA in mRNA kopiert, identifiziert. Dieser Befund könnte zum besseren Verständnis der Entstehung von Krebs und anderen Erkrankungen beitragen.Show moreCatumaxomab wirkt gegen Krebsstammzellen
Der neue monoklonale Antikörper Catumaxomab (Removab®) ist zur intraperitonealen Behandlung des malignen Aszites bei Patienten mit EpCAM-positiven Karzinomen indiziert, für die keine Standardtherapie zur Verfügung steht oder bei denen diese nicht mehr anwendbar ist.Show moreVareniclin steht unter Beobachtung
Vareniclin findet sich auf einer in regelmäßigen Abständen von der FDA veröffentlichten Liste zu Medikamenten, die durch eine gehäufte Meldung von Nebenwirkungen aufgefallen sind und deshalb unter besonderer Beobachtung stehen. Unter Vareniclin waren Fälle von schweren Hautreaktionen, Sehstörungen, Angioödemen und ein erhöhtes Unfallrisiko aufgetreten. Auch in Deutschland wurden entsprechende Nebenwirkungen berichtet. Eine veränderte Risikosituation sieht das BfArM jedoch nicht.Show moreScreening nach kindlicher Krebserkrankung
Junge Frauen, deren Brustbereich im Kindesalter radiotherapeutisch bestrahlt wurde, haben ein erhöhtes Brustkrebsrisiko und sollten daher ab 25 Jahren jährlich eine Mammographie durchführen lassen. Allerdings vernachlässigen viele Betroffene diese Untersuchung, wie eine amerikanische Studie feststellte.Show moreVerblüffende Wirkung von Propranolol
"Blutschwämmchen" oder "Storchenbiss" werden die roten Hautmale bei Neugeborenen im Volksmund genannt. Meist sind sie harmlos und klein und verschwinden während der ersten Lebensjahre. Sind solche Hämangiome jedoch groß oder an einer ungünstigen Körperstelle, können sie eine Verunstaltung bedeuten und Behinderungen hervorrufen. Bisher werden ausgedehnte Hämangiome vor allem mit Prednisolon behandelt, erstaunlich positive Ergebnisse werden aber auch mit Propranolol erzielt.Show moreMetastudie: Es gibt doch kein Depressions-Gen
Es wurde vor wenigen Jahren als sensationelles Ergebnis einer dreijährigen Studie gefeiert und erschien in der renommierten Fachzeitschrift Nature Neuroscience: Depressionen sollten auf einen bestimmten Genotyp des Serotonin-Transporter-Gens zurückzuführen sein. Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt in einer Metastudie nachgewiesen, dass es keinen Zusammenhang zwischen diesem sogenannten 5-HTTLPR-Polymorphismus, hohen Belastungen durch kritische Lebensereignisse und einer erhöhten Inzidenz von Depressionen gibt.Show moreTrastuzumab bei Magenkrebs
Magenkrebs ist die zweithäufigste Todesursache aller Krebserkrankungen, weltweit werden ca. eine Million neue Fälle pro Jahr diagnostiziert. Bei vielen Patienten ist die Erkrankung dann schon lokal fortgeschritten oder metastasiert. Eine klassische Chemotherapie, meist aus einem Platinderivat und Fluorouracil, kann zwar das mediane Überleben um neun bis elf Monate verlängern. Um aber hier eine weitere Verbesserung zu erreichen, wird sehr intensiv nach neuen Therapieoptionen auch im Hinblick auf zielgerichtete Therapien geforscht. Der Antikörper Trastuzumab (Herceptin®) verspricht hier eine weitere Option zu sein.Show moreRechtliches
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