Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Was der neue AMTS-Aktionsplan in petto hat
Zum 1. April 2026 hat das Bundeskabinett einen neuen Aktionsplan für Arzneimitteltherapiesicherheit beschlossen. Insgesamt 20 Maßnahmen sollen dazu beitragen, die AMTS zu stärken. Von den Ideen ist noch nichts in Stein gemeißelt: Die Ansätze werden zunächst erarbeitet bzw. erprobt.Show moreNeuer CD20-Antikörper Ofatumumab
Ofatumumab (Arzerra®) ist ein monoklonaler Antikörper gegen das Protein CD20. Er ist angezeigt für die Behandlung von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), die refraktär auf Fludarabin und Alemtuzumab sind. Die Zulassung wurde unter der Auflage erteilt, dass weitere Studiendaten nachgeliefert werden.Show moreEthosuximid scheint die beste Wahl zu sein
Ethosuximid und Valproinsäure sind bei der Behandlung von Kindern mit diagnostisch gesicherter Absence-Epilepsie über einen Zeitraum von vier bis fünf Monaten wirksamer als Lamotrigin. Zu diesem Ergebnis kam eine doppelblinde, randomisierte Studie mit zuvor unbehandelten Kindern. Ethosuximid schnitt zusätzlich bei der Messung von Aufmerksamkeitsparametern besser ab als Valproinsäure.Show moreDutasterid plus Tamsulosin für moderate bis schwere BPH
Die Fixkombination Dutasterid plus Tamsulosin (Duodart®) ist seit Ende Mai in Deutschland für die Behandlung moderater bis schwerer Symptome der benignen Prostatahyperplasie (BPH) und für die Risikoreduktion von akutem Harnverhalt und operativen Eingriffen bei Patienten mit moderaten bis schweren BPH-Symptomen zugelassen. Die europäische Zulassung erfolgte bereits Ende März 2010. Ab 15. Juni wird das Duo nun auf dem Markt erhältlich sein.Show moreHoffnungsvolle Therapieoption gegen Sepsis
Jedes Jahr erkranken weltweit etwa 20 Millionen Menschen an einer Sepsis. Als Folge einer bakteriellen Infektion gerät das Immunsystem außer Kontrolle und es kommt zu einer komplexen systemischen Entzündungsreaktion des Organismus. Die Therapiemöglichkeiten sind bislang begrenzt, und bis zu 50% der Patienten sterben. Wissenschaftler haben jetzt im Tierversuch einen neuen Weg zur Bekämpfung von Blutvergiftungen aufgezeigt: durch Blockierung eines spezifischen Enzyms, das während der Entzündung verstärkt aktiviert wird, wurde die Sterberate deutlich gesenkt.Show moreRANK-Inhibitor Denosumab reduzierte das Frakturrisiko
Die europäischen Behörden haben dem vollhumanen monoklonalen Antikörper Denosumab (Prolia®) die Zulassung erteilt. Er ist indiziert zur Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko und zur Behandlung eines Knochendichteverlustes durch eine hormonablative Therapie (Androgendeprivation) bei Männern mit Prostatakarzinom und erhöhtem Frakturrisiko. Denosumab wird zweimal jährlich subkutan injiziert.Show moreGesund zum Fußball-WM-Titel: Achten Sie auf Ihr Herz!
Emotionale Aufregung kann zu Herzproblemen führen. Dass dies auch für Fußballspiele zutrifft, hat eine während der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland durchgeführte Studie untersucht. Sie zeigte, dass an den Tagen, an denen die deutsche Nationalmannschaft spielte, das Risiko für ein akutes kardiales Ereignis deutlich erhöht war.Show moreMetaanalyse zum Therapieansatz Lp-PLA2 -Hemmung
Ergebnisse einer Metaanalyse zeigen, dass hohe Konzentrationen des Entzündungsmarkers Lp-PLA2 (Lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2) mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und vaskulär bedingte Todesfälle verknüpft sind. Daher ist dieses Enzym ein interessantes Target für die Entwicklung von Arzneistoffen zur Prävention vaskulär bedingter Erkrankungen.Show moreNeuer Alpha-1-Rezeptor-Antagonist Silodosin
Silodosin (Urorec) ist ein neuer selektiver Alpha-1A-Adrenorezeptor-Antagonist. Er ist bei Männern zur Behandlung der Anzeichen und Symptome einer benignen Prostatahyperplasie indiziert. Eine Blockade der Alpha-1A-Adrenorezeptoren in Prostata, Harnblase, Blasenhals und in der prostatischen Harnröhre bewirkt dort eine Entspannung der glatten Muskulatur und so eine Verminderung des Blasenauslasswiderstands.Show morePharmakotherapie psychotischer Störungen
Neuroleptika unterscheiden sich weniger in ihrem antipsychotischen Wirkprofil als in ihrer Wirkstärke und ihren Nebenwirkungen. Die Verordnung eines Neuroleptikums orientiert sich daher an der schnellen Aufsättigung, am Risikoprofil für motorische Dysfunktionen oder am Risiko für vegetativmetabolische Nebenwirkungen.Show more

Wenn die Lebensmaßstäbe verrückt sind
Schizophrene und wahnhafte Erkrankungen sind komplexe psychiatrische Störungen, bei denen inhaltliche oder formale Denkstörungen wie Wahn oder desorganisierte Sprache das Krankheitsbild charakterisieren. Dazu kommt eine hohe Komorbidität von somatischen Erkrankungen. Die chronischen Krankheitsverläufe erfordern eine jahre- oder jahrzehntelange Pharmakotherapie mit Antipsychotika (Neuroleptika). Ein besonderes Problem dieser Arzneistoffe ist die Auslösung von motorischen und vegetativen Störungen. | Von Thomas Herdegen
Show moreErhöhtes Risiko für Knochenbrüche bei Frauen unter PPI?
Die langfristige Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) kann möglicherweise das Risiko von Frakturen an Hüfte, Handgelenk und Wirbelsäule erhöhen. Nach der Auswertung mehrerer Beobachtungsstudien kommt die amerikanische Food and Drug Administration FDA zu dieser Einschätzung und nimmt einen entsprechenden Warnhinweis in die Fachinformation auf.Show moreNeuroleptika
Neuroleptika (Antipsychotika, major tranquilizer) sind die einzigen Wirkstoffe zur Therapie von Psychosen wie der Schizophrenie. Neuroleptika hemmen entweder die D2 -Rezeptoren oder noch zusätzlich die 5-HT2 -Rezeptoren. Sie verändern die synaptische Signalübertragung entweder von Dopamin allein oder von Dopamin plus Serotonin.Show moreLeberschäden unter Orlistat?
Die FDA hat die Aufnahme neuer Sicherheitshinweise in die Fachinformationen von Orlistat hinsichtlich möglicher Lebertoxizität angeordnet. Im August 2009 war man auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Orlistat und Leberschäden aufmerksam geworden. Die anschließende Auswertung der verfügbaren Daten aus präklinischen, klinischen und Postmarketingstudien aus dem Zeitraum April 1999 bis August 2009 führte jetzt zu diesen erweiterten Sicherheitshinweisen.Show moreVerbesserter Therapieerfolg mit Telaprevir
Für Hepatitis-C-Patienten, die auf eine Standardbehandlung nicht mehr ansprechen, gibt es eine neue, vielversprechende Therapieoption. Wie in einer aktuellen Studie gezeigt wurde, erhöht die zusätzliche Gabe des Protease-Inhibitors Telaprevir die Heilungsraten.Show moreSchizophrenie
Der Begriff Schizophrenie leitet sich vom griechischen schizo = spalten und phren = Zwerchfell ab, da die alten Griechen den Sitz der Seele im Oberbauch lokalisierten (gegenwärtig noch in den "gut feelings" trivialisiert). Er soll die Zerrissenheit von Fühlen und Denken beschreiben. Der Einsatz von Neuroleptika als Arzneistoffe gegen eine persönlichkeitsumfassende Störung leitet sich seinerseits ab von neurolep = das Gehirn ergreifend. Die unter dem Begriff Schizophrenie zusammengefassten Störungsbilder haben eine vielschichtige Begriffsgeschichte, die – ähnlich derjenigen der affektiven Störungen – die verschiedenen Krankheitsbilder, pathogenetischen Konzepte und Verlaufsformen wiedergeben.Show moreMit SGLT-Inhibitoren gegen Übergewicht?
Eine völlig neuartige Gruppe von Diabetesmedikamenten ahmt eine seltene genetische Störung nach: Dabei wird der Blutzucker über die Nieren ausgeschieden, ohne dass es zur Unterzuckerung kommt. Damit werden auch Kalorien ausgeschieden, was sich günstig auf das Gewicht auswirken könnte.Show moreBlutzuckerselbstkontrolle zur besseren Motivation
Die regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle (BZSK) soll Menschen mit Diabetes zum eigenverantwortlichen Management ihrer Erkrankung ermutigen und befähigen. Das nennen Diabetologen "Empowerment". Studien haben gezeigt, dass im günstigen Fall neben besserer Motivation auch eine bessere Stoffwechseleinstellung resultieren kann. Moderne Messgeräte und Software helfen beim Protokollieren und Auswerten der Daten – Voraussetzung für sinnvolle Therapieentscheidungen.Show moreGefährliches Thiamindefizit bei Diabetikern
Die Diabetesprävalenz steigt, und damit auch die Häufigkeit diabetischer Begleiterkrankungen. Besonders quälend ist für viele Zuckerkranke die diabetische Polyneuropathie. Als eine Säule der Therapie neben der normnahen Blutzuckerkontrolle gilt die Blockade metabolisch-toxischer Stoffwechselwege. Sie gelingt mit Benfotiamin, einer Vorstufe von Thiamin, das die Bildung gefährlicher AGEs reduziert. Klinische Studien zeigen, dass sich vor allem der neuropathische Schmerz reduzieren lässt. Zudem gibt es Hinweise auf gefäßprotektive Effekte.Show moreSchwangerschaftshypertonie mit Vitaminen vorbeugen?
Können Komplikationen einer Präeklampsie durch antioxidative Vitamine verhindert werden? Mit dieser Frage befasste sich eine amerikanische Studie. Die Ergebnisse lassen nicht erkennen, dass durch Vitamin E und C die mit der Schwangerschaftshypertonie verbundenen Komplikationen reduziert werden.Show morePunktmutation beeinflusst Dosierung von Statinen
US-amerikanische Wissenschaftler konnten zeigen, dass eine Punktmutation des Enzyms Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) einen erheblichen Einfluss auf die Expression des Leberenzyms und die Metabolisierung von Statinen hat. Dies könnte von besonderer Bedeutung für eine individuelle Dosisfindung nicht nur dieser Stoffgruppe sein.Show morePharmazeutische Betreuung bessert Compliance bei Diabetikern
Ein Mehr an Therapietreue brächte der Bevölkerung auf vielen Gebieten einen größeren gesundheitlichen Nutzen als bessere Medikamente, sagen Cochrane-Analysen. Im Gegensatz zu neuen Arzneimitteln würde diese Maßnahme auch noch die Gesamtkosten senken. Insbesondere gilt dies für die galoppierende Volkskrankheit Diabetes, zeigte ein Symposium von Bundesapothekerkammer und Deutscher Diabetes-Gesellschaft. Es ging um Ausmaß und Folgen von Noncompliance, und um mögliche Interventionen. Diabetologen plädierten dafür, das Potenzial der Apotheken besser zu nutzen.Show moreVorteile gegenüber oraler Schmerztherapie?
Warum die transdermale Analgetika-Applikation nur selten überzeugend istKay Brune, Erlangen-Nürnberg
Die transdermale Applikation von Analgetika erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Dieses gilt einerseits für die Cyclooxygenasehemmer (NSAR), die z. B. in Form des Diclofenac und Ibuprofens in immer neuen galenischen Formulierungen (Creme, Gel, Lotion, Spray etc.) auf den Markt kommen. Dabei steht die Vorstellung im Vordergrund, man könne durch topische Applikation über z. B. schmerzhaften Gelenken und anderen Bindegewebsstrukturen einen direkten Effekt auslösen, ohne durch eine systemische Aufnahme des Wirkstoffes eine Belastung des gesamten Körpers in Kauf zu nehmen [1, 17, 28]. Auf der anderen Seite werden hochwirksame Opioide als Pflaster transdermal appliziert, um die bei oraler Gabe für viele Wirkstoffe dieser Gruppe unumgängliche gastrointestinale/hepatische Inaktivierung zu umgehen. Beide Überlegungen scheinen plausibel. Aber werden die therapeutischen Ziele wirklich erreicht und, wenn ja, werden sie mit (zusätzlichen) unerwünschten Wirkungen erkauft?
Show moreInfliximab plus Azathioprin bei Morbus Crohn überlegen
Bisher war die vergleichende Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie mit Infliximab und/oder Azathioprin bei Morbus Crohn unbekannt. In einer internationalen Vergleichsstudie konnte nun erstmals die Überlegenheit einer Therapie mit Infliximab sowie mit einer Kombination von Infliximab und Azathioprin gegenüber einer herkömmlichen Azathioprin-Monotherapie bei Patienten mit einem mittleren bis schweren Schub einer Morbus-Crohn-Erkrankung nachgewiesen werden.Show moreEine Proteinfessel für unbekannte Grippeviren
Gegen neuartige Influenzaviren hat der Mensch zumeist keine vorab bestehende Immunität. Dennoch sollte das Immunsystem des Körpers in der Lage sein, möglichst rasch nach einer Infektion Schutzmechanismen gegen den unbekannten Erreger zu aktivieren. Berliner und Freiburger Wissenschaftler haben jetzt die Struktur eines Proteins aufgeklärt, das eine Art Fußangel bildet. Wichtige Bestandteile des Influenzavirus werden so in der infizierten Zelle gefesselt und inaktiviert [1]. Auf diese effektive Weise können auch neuartige Viren daran gehindert werden, sich ungehemmt zu vermehren.Show moreRechtliches
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