Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreDie Pandemie ist vorbei, das Virus zirkuliert weiter
Die WHO hat am 10. August 2010 die Neue-Grippe-Pandemie für beendet erklärt. Schon im Vorfeld hatte die STIKO entsprechende Impfempfehlungen aufgehoben und darauf verwiesen, dass der für die Pandemie verantwortliche Influenza-Erreger A(H1N1)v-2009 in den neuen saisonalen Grippeimpfstoffen berücksichtigt ist. Eine Impfung gegen die saisonale Grippe wird jetzt erstmals auch für Schwangere empfohlen. Für sie wird das Risiko für schwere Verläufe als besonders hoch eingestuft.Show moreGeringes kardiovaskuläres Risiko durch HbA1c -Werte < 6,0%?
Die in den USA durchgeführte ACCORD-Studie hatte das Ziel zu klären, ob das kardiovaskuläre Risiko für Typ-2-Diabetiker durch eine konsequente Einstellung auf einen HbA1c -Wert von unter 6% im Vergleich zur derzeitigen Standardtherapie mit dem Ziel eines HbA1c -Werts von unter 7,5% gesenkt wird. Von besonderem Interesse sind die Ergebnisse, weil zu Beginn der Studie vor rund fünf Jahren in den Leitlinien der amerikanischen Diabetesgesellschaft ein HbA1c -Wert von unter sieben empfohlen wurde.Show moreEntscheidend ist, wie der Patient die Therapie erlebt
Nicht die Lungenfunktion ist der zentrale Maßstab bei der Bewertung der Behandlungsqualität bei Asthma und COPD. Wichtiger ist das Patient Reported Outcome, also das, was der Patient unter der Therapie erlebt und beim Befragen als sein Befinden berichtet.Show moreTestosteron schadet dem Herz
Nehmen ältere Männer das Sexualhormon Testosteron ein, stärkt dies nicht nur die Muskeln, sondern birgt auch Gefahren für Herz und Kreislauf – bis hin zum Herzinfarkt. Das zeigte die TOM-Studie (Testosterone in Older Men with Mobility Limitations), die jetzt wegen dieser alarmierenden Ergebnisse abgebrochen wurde.Show moreNeuer Therapieansatz mit PARP-Inhibitoren
Bei einer prognostisch ungünstigen Subgruppe von Mammakarzinomen wurden in ersten Untersuchungen mit einer neuen Substanzklasse, den PARP-Inhibitoren, positive Ergebnisse erzielt. Studien in der adjuvanten und metastasierten Situation werden derzeit in Deutschland initiiert.Show moreNur positive Ergebnisse sind gute Ergebnisse?
Wenn man die Auswertung der Bostoner Arbeitsgruppe um Florence Bourgeois zusammenfasst, die das Studienregister ClinicialTrials.gov bezüglich fünf Wirkstoffgruppen untersucht hat, sind für veröffentlichte herstellerfinanzierte Studien positive Ergebnisse charakteristisch. Dabei sollte durch das Studienregister verhindert werden, dass Studien mit einem negativen Ausgang von den Herstellern nicht veröffentlicht werden und so das Gesamtbild verzerrt wird.Show morePPI als Risikofaktor für erneute Clostridium difficile-Infektion
Clostridium difficile ist ein nosokomialer Problemkeim. Für die Infektion typisch ist eine mit heftigen Durchfällen verbundene Darmentzündung, die auch als Clostridium difficile-assoziierte Diarrhoe (CDAD) bezeichnet wird. Zur Behandlung der Erkrankung, die auf eine vollständige Beseitigung der auslösenden Ursache zielt, werden häufig Protonenpumpenhemmer und die Kombination von zwei Antibiotika eingesetzt. Wissenschaftler aus Südkorea zeigten jetzt, dass die PPI-Gabe überdacht werden sollte, da sie mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten der Durchfallerkrankung verbunden sein kann.Show moreFructose kann das Wachstum von Krebszellen anregen
Der Kohlenhydratstoffwechsel nimmt eine Schlüsselstellung bei der Krebsentstehung ein. Es ist bereits häufig vermutet worden, dass Zucker das Wachstum von Krebszellen anregen können. In diesem Zusammenhang galt das Interesse bislang vor allem der Rolle von Glucose. Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass auch Fructose Krebszellen "füttern" kann. Die Aktivierung eines spezifischen Stoffwechselwegs durch Fructose kann zumindest die Bildung von Pankreaskarzinomen fördern.Show moreTherapie von Warzen braucht Motivation und Geduld
Zu den (meist) gutartigen Hautveränderungen zählen verschiedene Warzen und Pigmentstörungen. Für den Hautarzt sind Verrucae und Melasma wie Husten in der Apothekenpraxis: Routinefälle, die aber im Einzelfall volle Aufmerksamkeit erfordern. Ein Update der Therapiemöglichkeiten bot die Münchner Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie.Show moreCapsaicin senkt Bluthochdruck bei Labortieren
Der für die Schärfe der Chilibeere Capsicum verantwortliche Inhaltsstoff Capsaicin senkt bei Laborratten den Bluthochdruck. In einer Langzeitstudie konnten chinesische Wissenschaftler nachweisen, dass die Wirkung des Alkaloids auf eine vermehrte Ausschüttung von Stickstoffmonoxid zurückzuführen ist, wobei der Rezeptor TRPV1 in spezifischer Weise aktiviert wird. Es gibt Hinweise auf eine entsprechende Reaktion auch beim Menschen, wobei ähnliche, weniger scharfe Substanzen ebenfalls den Effekt zeigen.Show moreRetardierte Opioide und das Alkohol-Interaktionsrisiko
Retardierten Opioiden auf Polymethacrylat-Triethylcitrat-Basis soll die Zulassung entzogen werden. Das hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA im Rahmen seiner Tagung im Juli 2010 beschlossen. Hintergrund ist die Gefahr einer verstärkten Wirkstofffreisetzung durch Alkohol. Der Beschluss liegt der Europäischen Kommission zur Entscheidung vor. Für den deutschen Markt wird er aber keine Konsequenzen haben.Show moreNeue Impfempfehlungen der STIKO
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. Die wesentlichsten Neuerungen sind die Empfehlung einer generellen Masern-Schutzimpfung für junge Erwachsene sowie die Empfehlung der Influenza-Schutzimpfung für alle Schwangeren. Bei den Impfempfehlungen für Röteln, Meningokokken, Tollwut und Cholera hat die STIKO Anpassungen und Präzisierungen vorgenommen.Show moreSuizidrisiko von Antiepileptika differenziert betrachten
Im Jahre 2008 hatte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA aufgrund der bis dahin vorliegenden Datenlage verfügt, dass die Hersteller von Antiepileptika mit unterschiedlichen Wirkstoffen vor einem erhöhten Suizidrisiko warnen müssen. Eine jetzt veröffentlichte Fall-Kontroll-Studie Berliner Wissenschaftler kommt zu einer differenzierten Bewertung dieses Risikos bei verschiedenen Wertstoffen. Sie warnen jedoch davor, aus Angst vor einer Suizidalität auf die Einnahme der Medikamente ganz zu verzichten.Show moreAntiparkinsonmittel
Es gibt keine pharmakotherapeutische Möglichkeit, den Untergang der dopaminergen Neurone zu verhindern. Die Pharmakotherapie des Parkinson-Syndroms (PS) ist daher immer noch symptomatisch. Ziel ist der Ersatz des fehlenden Dopamins bzw. die Normalisierung der dopaminergen Übertragung im Striatum.
Show moreZur Primärprophylaxe auch ohne kardiovaskuläres Risiko?
Eine aktuelle Metaanalyse leistet einen weiteren Beitrag zur Kontroverse um eine lipidsenkende Therapie mit Statinen zur Primärprävention kardiovaskulärer und zerebrovaskulärer Ereignisse bei Menschen mittleren Alters ohne Krankheitsdiagnose bei Therapiebeginn. Danach scheint ein potenzieller Nutzen für Risikopersonen ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung –falls überhaupt vorhanden – kleiner als bisher angenommen zu sein.Show moreRhabdomyolyse unter Zoledronsäure
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) macht auf die Möglichkeit eine Rhabdomyolyse unter Bisphosphonaten aufmerksam. Unter intravenös verabreichter Zoledronsäure wurde ein Patient mit Verdacht auf eine Rhabdomyolyse auf die Intensivstation aufgenommen. Die AkdÄ vermutet, dass es sich angesichts der häufigen und langjährigen Anwendung von Bisphosphonaten um keine häufige UAW handelt, da sie in der Literatur bisher nicht beschrieben wurde.Show more
Stillstand der geordneten Bewegungen
Die Parkinson-Erkrankung ist ein vielschichtiges neurologisches Syndrom, bei dem Störungen der Bewegungen dominieren, aber auch vegetative, affektive und kognitive Störungen auftreten. Die kausale Therapie wie Transplantation von Stammzellen ist (noch) keine breite Therapieoption, aber die symptomatisch orientierte Pharmakotherapie erreicht über viele Jahre eine Stabilisierung der Bewegungsstörungen. Die dopaminerge Pharmakotherapie, das heißt die Parkinson-Therapie im engeren Sinne, verbessert aber hauptsächlich nur die motorischen Symptome. | Von Thomas Herdegen
Show moreNeuer Cholesterinsenker Pitavastatin
Pitavastatin ist ein neues Statin, das zur Senkung erhöhter Gesamt-Cholesterin- und LDL-Cholesterin-Spiegel eingesetzt wird. Es wurde in Großbritannien als Referenzland zugelassen, die Zulassung in anderen europäischen Ländern wird derzeit beantragt.Show morePharmakotherapie des Parkinson-Syndroms
Im Zentrum der Parkinson-Therapie steht die Supplementierung des fehlenden Dopamins mit L-Dopa, Dopamin-Rezeptor-Agonisten und Hemmstoffen der metabolisierenden Enzyme wie der DDC, COMT und MAO-B. Eine differenzielle Pharmakotherapie vermag die schweren Symptome der Parkinson-Krankheit so zu bessern, dass nach Diagnosestellung eine über 20 Jahre reichende, befriedigende Lebensqualität zu erzielen ist. L-Dopa ist die wirkungsvollste Substanz gegen das am meisten belastende Hauptsymptom Akinese, verursacht aber selbst komplexe und schwer zu therapierende Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien. Die nicht-dopaminergen Störungen werden so therapiert wie bei Nicht-Parkinson-Patienten.Show moreKlinik und Pathogenese des Parkinson-Syndroms
Das Parkinson-Syndrom ist eine Störung des Alters, unter der 1% der über 60-Jährigen und 3% der über 80-Jährigen leiden (0,3% der Gesamtbevölkerung). Damit ist das Parkinson-Syndrom nach den Demenz-Erkrankungen die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Seine klinische Bedeutung liegt nicht nur in der motorischen Behinderung, sondern in zahlreichen anderen Störungen des autonomen Nervensystems und in der hohen Komorbidität für affektive (meist depressive) und kognitive (meist demenzielle) Störungen.Show moreAuch Nichtdiabetiker nehmen unter Inkretintherapie ab
In der Diabetestherapie sind sie schon etabliert: Gliptine und GLP-1-Rezeptoragonisten, die physiologische Effekte der Darm-Inkretine verstärken bzw. nachahmen. Sie lösen keinen Unterzucker aus und machen die Patienten nicht dicker, als sie ohnehin sind. Mehr noch: Unter GLP-1-Agonisten sinkt das Körpergewicht. Das macht sie interessant für die Adipositastherapie, in der es an zugelassenen Substanzen mangelt. Neue Studien zeigen: Man muss nicht diabetisch sein, um unter Inkretinmimetika abzunehmen.Show moreHantaviren auf dem Vormarsch
Die Zahl der Hantaviren-Infektionen in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Bis zum Juli 2010 wurden dem Robert-Koch-Institut bereits 1148 Fälle gemeldet. Im Vergleichszeitraum 2009 waren es lediglich 25 Fälle. Die Virusinfektion wird vorwiegend durch Rötelmäuse übertragen und verursacht zumeist plötzlich einsetzendes hohes Fieber mit unspezifischen grippeähnlichen Symptomen. Bei einem Teil der Patienten kann es zu einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz kommen, die reversibel ist.Show moreNeues Taxan bei hormonrefraktärem Prostatakarzinom
Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat dem Mikrotubuli-Inhibitor Cabazitaxel (vorgesehener Handelsname Jevtana®) in Kombination mit Prednison die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem, hormonrefraktärem Prostatakarzinom erteilt, die zuvor mit einem Docetaxel-haltigen Therapieregime behandelt wurden. Ein Zulassungsdossier über das neue Taxan Cabazitaxel wird derzeit auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), geprüft.Show moreRechtliches
© 2026 Deutsche Apotheker Zeitung