Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreMetaanalyse zur Therapie der akuten Phase
In einer Metaanalyse wurden Effektivität und Akzeptanz gebräuchlicher Wirkstoffe zur Therapie der akuten Manie ermittelt. Die Antipsychotika Risperidon, Olanzapin und Haloperidol schnitten dabei besser ab als der Stimmungsstabilisator Lithium. Dagegen wirkten die Antiepileptika Gabapentin, Lamotrigin und Topiramat bei akuter Manie nicht besser als Placebo.Show moreAbirateron zur Behandlung von Patienten mit Prostatakarzinom zugelassen
Die Europäische Kommission hat Abirateronacetat (Zytiga®) nach einem beschleunigten Verfahren zugelassen. Abirateron ist ein einmal täglich oral zu verabreichender Inhibitor der Androgenbiosynthese, der in Kombination mit Prednison oder Prednisolon zur Behandlung von metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) bei Männern mit fortgeschrittener Erkrankung oder nach einer Chemotherapie auf Docetaxel-Basis zugelassen wurde.Show moreVerbesserung der Gehfähigkeit mit Fampridin
Einschränkungen der Gehfähigkeit gehören für Patienten mit multipler Sklerose zu den größten Belastungen. Mit dem Kaliumkanal-Inhibitor Fampridin (Fampyra®) steht für die Betroffenen seit September die erste zugelassene medikamentöse Therapie zur Verbesserung der Gehfähigkeit zur Verfügung.Show moreDarmbakterien fördern Übergewicht
Dass die Neigung zu Übergewicht und die Zusammensetzung der Darmflora zusammenhängen könnten, zeigt eine neue Studie aus den USA. Demnach könnte die häufige Anwendung von Antibiotika einer der vielen Faktoren sein, warum Übergewicht in vielen Industrieländern immer weiter zunimmt.Show morePirfenidon verlangsamt die Abnahme der Lungenfunktion
Eine kausale Therapie der idiopathischen Lungenfibrose ist derzeit nicht in Sicht. Ein möglicher Lichtblick ist das Orphan Drug Pirfenidon (Esbriet®), dem in zwei Phase-III-Studien ein klinischer Benefit zugesprochen wurde.Show moreExenatid zur einmal wöchentlichen Applikation eingeführt
Seit 1. September 2011 ist der langwirksame GLP-1-Rezeptor-Agonist Exenatide 1 x wöchentlich (Bydureon ® ) in Deutschland erhältlich, wie Lilly Deutschland mitteilte. Es ist das erste Antidiabetikum, das nur noch einmal wöchentlich verabreicht werden muss.Show moreDysmenorrhö oder Dysurie – Zeichen einer Endometriose
Endometrioseherde können fast überall sitzen: Im Peritoneum, auf den Ovarien oder auch im Rektum. Sie bereiten Schmerzen, schränken die Lebensqualität massiv ein und sind eine der häufigsten Ursache für Sterilität. Trotzdem dauert es im Mittel sechs Jahre bis die Diagnose "Endometriose" gestellt wird. Je nach Lokalisation und Schweregrad stehen dann hormonelle und operative Therapieoptionen zur Verfügung. Die beste medizinische Versorgung ist aufgrund der interdisziplinären Zusammenarbeit in einem Endometriosezentrum gewährleistet.Show moreNeues Virostatikum Letermovir
Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat jetzt für das Virostatikum Letermovir den Fast-track-Status für eine beschleunigte Zulassung gewährt. Letermovir wird von der AiCuris GmbH in Wuppertal zur Behandlung des Humanen Cytomegalievirus (HCMV) entwickelt und befindet sich derzeit in Phase II der klinischen Prüfung.Show moreKrankheiten und das Verursacherprinzip
Die Gesundheitskosten explodieren, Krankenkassen melden Defizite, die Politik ringt um einen Ausgleich, sie versucht zu sparen bei den Apothekern, bei den Ärzten, bei den Krankenhäusern, bei den Arzneimittelherstellern, bei sich selbst (?). Darauf möchte Prof. Dr. H. P. T. Ammon, Altpräsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Altpräsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, aufmerksam machen. Niemand habe bisher darüber diskutiert, ob Einsparungen auch beim Patienten selbst möglich sind.Show moreImmunmodulator Ipilimumab als neuer Therapieansatz
Ipilimumab (Yervoy®) ist seit Juli 2011 für die Therapie des fortgeschrittenen, nicht-resezierbaren oder metastasierten Melanoms bei Erwachsenen zugelassen, die bereits zuvor einer Behandlung unterzogen wurden. Der Wirkmechanismus des neuen Immuntherapeutikums ist indirekter Art und beruht auf einer T-Zell-vermittelten, gegen den Tumor gerichteten Immunantwort. Ipilimumab stellt die erste Therapieoption mit einem signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben seit über 30 Jahren dar.Show moreWirken Mirtazapin und Sertralin bei Demenzpatienten?
Obwohl Demenzkranke häufig unter Depressionen leiden, gab es bislang wenige Studien zur antidepressiven Therapie dieses Patientenkollektivs. Eine englische Arbeitsgruppe untersuchte daher Wirksamkeit und Sicherheit von Sertralin und Mirtazapin bei depressiven Demenzpatienten. Ihr Fazit: Beide Mittel wirken nicht besser als Placebo.Show moreEffektive Immunsuppression mit Costimulations-Blocker
Die Vielfalt heutiger Immunsuppressiva hat das Akutversagen einer transplantierten Niere weitgehend gebannt. Die Einjahres-Überlebensrate von Transplantat und Patient liegt aktuell bei etwa 90%. Weniger gut sieht es mit der langfristigen Prognose aus. Herausforderungen sind, die Nierenfunktion länger aufrecht zu erhalten, und metabolische Nebenwirkungen der Immunsuppression zu mindern. Eine neue Option eröffnet die Zulassung des selektiven T-Zell-Costimulationsblockers Belatacept (Nulojix® , ausgesprochen [nu‘lo:jiks]).Show moreAus die Laus! Machen Sie mit!
Vorbeugen, behandeln, schützen: Das Laus-Stop der Firma Rausch bietet sich als natürlich wirksame Kur gegen Kopfläuse und Nissen an. Mit einer Aktion für die Beratung, Vorbeugung und Hilfe können die Apotheken wichtige Akzente in ihrer Kundenberatung setzen.Show moreBrentuximab vedotin hilft beim Hodgkin-Lymphom
Brentuximab vedotin (Adcetris TM ) ist ein Antikörperkonjugat, bei dem der Antikörper mit einigen Molekülen Monomethyl-Auristatin gekoppelt ist. In den USA wurde bereits eine Zulassung für die Behandlung des Hodgkin-Lymphoms erteilt.
Show moreLinagliptin für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen
Der lang wirkende Hemmer der Dipeptidyl-Peptidase 4(DPP-4) Linagliptin (Trajenta ® ) hat in Kombination mit Metformin und Metformin plus Sulfonylharnstoff die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle erhalten.
Show moreNebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen
Wie bei den Benzodiazepinen oder den Corticosteroiden sind bei den Opioiden grundsätzlich die Wirkungen (Analgesie, Sedierung, Entspannung, Unterdrückung des Hustenreizes) nicht von den Nebenwirkungen (Sucht, Atemdepression, Obstipation, Übelkeit, Miosis) zu trennen, da die analgetisch wirksamen Opioidrezeptoren eben das gesamte Wirkspektrum vermitteln (Tab. 2, Abb. 9). Die analgetische Selektivität ist daher nur relativ und verschwindet mit zunehmender Potenz der Opioide bzw. mit zunehmender Dosierung.Show morePflanzlicher Wirkstoff hemmt Osteoklasten
Ein Wirkstoff aus der Immergrünen Magnolie verspricht einen neuen Ansatz in der Osteoporosetherapie: Wie ein Forscherteam vom Institut für Biochemie und Molekularen Medizin der Universität Bern herausgefunden hat, hemmt der Magnolieninhaltsstoff 4-O-Methylhonokiol die Entstehung der Osteoklasten und kann so den Knochenabbau im menschlichen Körper bremsen.Show moreDas körpereigene Opioidsystem
Die therapeutischen Opioidwirkstoffe wirken ebenso wie die missbräuchlich verwendeten Opium-Drogen über die Stimulation der körpereigenen Opioidrezeptoren. Diese Rezeptoren und ihre endogenen Liganden, die Endorphine und Endomorphine – Kunstworte aus "endogen" und "Morphin" – dienen primär der eigenen Schmerzabwehr sowie der Koordination von vegetativen Funktionen und der psychischen Motivierung unter schmerzhaften-stressvollen Bedingungen.Show moreWie wirksam ist die H.-pylori-Eradikation in Lateinamerika?
Zur Eradikation des weltweit verbreiteten Magenkeims Helicobacter pylori werden verschiedene Therapieschemata empfohlen. Bezüglich ihrer Wirksamkeit gibt es offenbar große regionale Unterschiede, wie eine in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlichte Untersuchung gezeigt hat.Show more
Opioide
Opioide sind die wichtigsten Schmerzmittel im klinischen Alltag, die bei starken bis stärksten Schmerzen ausreichend analgetisch wirken. Doch sprechen nicht alle Schmerzen auf Opioide an, und Nebenwirkungen begrenzen den Einsatz. Daher sollten Opioide nicht unkritisch verordnet werden. Grundsätzlich gehört die Verordnung von Opioiden und das Ausstellen von BtM-Rezepten zum Handwerk eines jeden Arztes, zumal jeder Patient einen Anspruch auf eine bestmögliche Schmerzlinderung besitzt. Für den Apotheker ist das Wissen vom Umgang mit den Nebenwirkungen und den vielfältigen Darreichungsformen alltagsrelevant.
Von Thomas Herdegen
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Die Opioidwirkstoffe
Das individuelle Wirkprofil der Opioide ergibt sich aus ihrer Affinität zu und intrinsischen Aktivität an den µ-Opioid-Rezeptoren sowie einer komplexen Kinetik mit Anflutung und Rückverteilung. Die Einteilung in schwache und starke Opioide spiegelt auch die Unterstellung unter die BtMVV wider.Show moreKlinischer Einsatz von Opioiden
"Divinum est sedare dolorem" – der Schmerzhemmung der Opioide werden schon in antiken Zivilisationen göttliche Eigenschaften zugeschrieben, was sich auch in der Namensableitung von Morpheus, dem Gott des Schlafes, abbildet. Im ambulanten Bereich sind die Opioid-Therapeutika die wichtigsten Analgetika bei starken Schmerzen, wobei Entspannung und Wohlgefühl die Schmerzlinderung unterstützen können.Show moreSaxagliptin im Vergleich mit Sulfonylharnstoff
Saxagliptin (Onglyza™) ist ein DPP(Dipeptidyl-Peptidase)-4-Inhibitor, der nur einmal täglich eingenommen werden muss. Saxagliptin senkt in Kombination mit Metformin den HbA1c -Wert mindestens so effektiv wie das Duo Metformin/Sulfonylharnstoff, allerdings mit einem weitaus geringeren Risiko für Hypoglykämien.Show moreRechtliches
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