Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Vier Wirkstoffe sollen bei Long/Post-COVID erstattungsfähig werden
Für Menschen, die an Long- oder Post-COVID erkrankt sind, gibt es gute Nachrichten: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den Weg für die standardmäßige Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung für vier Arzneimittel frei gemacht. Show moreNeue Strategien in der Onkologie
Mithilfe neuer Zytostatika sollen Signalwege beeinflusst werden, die bei onkologischen Erkrankungen eine Rolle spielen. Eine der Schlüsselstellen in den Transduktionswegen ist der MRN-Komplex, der über wichtige zelluläre Vorgänge wie etwa Apoptose, Alterung und Reparatur entscheidet.Show moreAfatinib bei Kopf-Hals-Tumoren
Jetzt wurden zwei Phase-III-Studien zur Prüfung von Afatinib bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen oder rezidivierten/metastasierten Kopf-Hals-Tumoren begonnen, wie Boehringer Ingelheim am 26. Januar ankündigte. Afatinib ist die erste zielgerichtete Therapie mit vergleichbarer antitumoraler Aktivität wie Cetuximab bei Patienten mit metastasiertem Kopf-Hals-Krebs, deren Erkrankung nach einer Behandlung mit einer Platin-basierten Chemotherapie erneut aufgetreten ist.Show moreErbliche Brust- und Eierstockerkrankungen
Bestimmte Gene wie etwa BRCA1 und BRCA2 haben eine Schlüsselfunktion bei der Zellzykluskontrolle und bei der Aufrechterhaltung der genomischen Integrität. Mutationen an solchen Hochrisikogenen führen zu einem Funktionsverlust und erhöhen das Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen wie Brust- und Eierstockkrebs um ein Vielfaches. Betroffenen Frauen werden eine Gendiagnostik sowie eine intensivierte Früherkennung angeboten.Show moreVardenafil schützt Sinneszellen
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen konnten im Tierexperiment eine zelluläre Signalkaskade identifizieren, die für den Erhalt der empfindlichen Haarsinneszellen im Innenohr bei Verletzungen durch Lärm verantwortlich ist. Demnach kann Vardenafil das Innenohr von Versuchsratten vor Schäden durch Lärm schützen.Show moreDo-it-yourself-Nachweis von HIV-Infektionen?
Der Nachweis einer HIV-Infektion erfolgt bislang mit einem Bluttest, ein Speicheltest zur Bestimmung ist umstritten. Während die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Genehmigung für den ersten HIV-Speicheltest in den USA schon im Jahre 2004 erteilte, ist er in Deutschland bislang nicht zugelassen. Eine Metastudie, die die weltweiten Ergebnisse von fünf Datenbanken auswertete, zeigt jetzt die Zuverlässigkeit des Tests, die der des jetzigen Bluttests zum Nachweis von Antikörpern gegen HIV-1 und HIV-2 kaum nachsteht.Show moreUmdenken in der Psychiatrie
Das atypische Antipsychotikum Quetiapin hat ein breites Indikationsgebiet. Es ist für die Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen und als Add-on-Therapie der unipolaren Depression zugelassen. Diese Wirksamkeit bei affektiven Störungen und Psychosen ist vor allem von Vorteil, wenn sich die Krankheitsbilder überlappen.Show moreNeues, lang wirksames Antihypertonikum
Azilsartanmedoxomil (Edarbi®) ist ein weiterer Angiotensin-II-Rezeptorantagonist zur Therapie der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Es wird in einer Dosis von 20 bis 80 mg einmal täglich eingenommen, alleine oder in Kombination mit anderen Antihypertonika. Azilsartan ist für neu diagnostizierte Hypertoniker und für Patienten geeignet, die die Zielwerte unter einer Monotherapie mit einem ACE-Hemmer oder einem anderen AT1-Rezeptorblocker nicht erreichen.
Show moreNeues orales Kontrazeptivum
Ab sofort ist das neue orale Kontrazeptivum Zoely® [gesprochen Sou-lie] in Deutschland verfügbar. Es handelt sich dabei um eine monophasische "Pille" mit dem naturidentischen Östrogen 17β-Estradiol. Kombinationspartner ist das Gestagen Nomegestrolacetat.Show moreAugengrippe im Ruhrgebiet
Seit Mitte November 2011 bis zur 1. Kalenderwoche 2012 wurden im Ruhrgebiet 207 Erkrankungen an Keratoconjunctivitis epidemica registriert, die im Zusammenhang mit der Behandlung in einer Augenklinik in Bottrop stehen. Das Robert Koch-Institut sieht darin ein "Infektionsgeschehen von besonderer Bedeutung". Meldungen aus anderen Städten im Ruhrgebiet deuten darauf hin, dass das Virus zurzeit noch massiv grassiert. So sind auch in Mülheim erste Fälle mit der hochansteckenden Bindehautentzündung von niedergelassenen Augenärzten gemeldet worden.Show more"Pille" bei Dysmenorrhö
Obwohl zahlreiche Frauen an einer Dysmenorrhö leiden, wird diese häufig als "Befindlichkeitsstörung" abgetan. Die Studie einer schwedischen Arbeitsgruppe belegt jetzt eine Linderung der Regelschmerzen unter der Gabe von kombinierten oralen Kontrazeptiva. Zu diesem Ergebnis gab es bereits früher positive Untersuchungen, doch wurden sie 2009 vom "Cochrane Review" infrage gestellt. Die aktuelle Studie zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der "Pille" und einer Linderung der Regelschmerzen.Show moreErfolgreich Tumoren aushungern
Der Multi-Tyrosinkinase-Hemmer Sunitinib (Sutent®) wird seit fünf Jahren zur Behandlung maligner Erkrankungen eingesetzt. Die Erstzulassung erfolgte zur Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms, wenig später erfolgte eine Erweiterung der Indikation, die nun auch seltene Krebserkrankungen wie gastrointestinale Stromatumoren (GIST) und pankreatische neuroendokrine Tumoren (pNET) umfasst.Show moreRivaroxaban vereinfacht die Antikoagulation:
Für den oralen Gerinnungshemmer Rivaroxaban (Xarelto®) wurde die EU-Zulassung um zwei Indikationen erweitert: 1. die Behandlung tiefer Venenthrombosen (TVT) sowie die Prävention wiederkehrender TVT und Lungenembolien nach akuter TVT und 2. die Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren.Show moreDiagnose des Diabetes
Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend, ohne plötzliche manifeste Symptome. Um die Stoffwechselstörung früh zu erfassen, braucht man einfache und sichere Laborbestimmungen, die noch dazu präzise sein sollten. Die seit Jahrzehnten übliche Blutglucoseanalytik erfüllt die Forderungen nur zum Teil. In jüngerer Zeit wird als Alternative die Bestimmung des Langzeit-Blutzucker HbA1c auch zur Diagnose des Diabetes gehandelt. Die Methode erscheint verlockend einfach – zunächst.
Show moreDronedaron bei permanentem Vorhofflimmern
Beim Einsatz des neuen Antiarrhythmikums Dronedaron (Multaq®) ist aus mehreren Gründen Vorsicht geboten. So darf es beispielsweise nicht bei Patienten mit permanentem Vorhofflimmern angewendet werden, da eine Studie, die Vorteile für diese Patientengruppe zeigen sollte, Mitte letzten Jahres aus Sicherheitsgründen gestoppt worden war.Show moreNiacin ohne Nutzen bei Hypercholesterinämie?
Studienabbruch sorgt für Diskussionen
Die großangelegte amerikanische Studie AIM-HIGH sollte den Nutzen einer Niacin-Behandlung für die Lipidwerte und darüber hinaus einen klinischen Benefit für die Patienten durch Reduktion der Zahl kardiovaskulärer Ereignisse zeigen. Wegen mangelnder Effektivität wurde sie jedoch 18 Monate vor dem geplanten Ende abgebrochen, was unter Experten ein geteiltes Echo zur Folge hatte.Show moreHilfe bei Darmkrebs
Biomarker zeigt Wirksamkeit einer Chemotherapie
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei lokal fortgeschrittenen kolorektalen Karzinomen erfolgt zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie und/oder Radiochemotherapie. Dabei werden die Zytostatika meist in Kombinationen verabreicht. Mannheimer Wissenschaftler haben jetzt einen Biomarker identifiziert, der möglicherweise nicht nur Aussagen zum Erfolg einer Chemotherapie bei fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom erlaubt, sondern auch Hinweise auf eine individuell angepasste Therapie und Therapieoptionen bei entsprechender Arzneimittelresistenz gibt.Show morePrimärprävention kardiovaskulärer Ereignisse
Mehr Schaden als Nutzen durch Acetylsalicylsäure
Bei Gesunden überwiegt der Nachteil einer langfristigen prä ventiven Einnahme von Acetylsalicylsäure. Zu diesem Schluss kommt eine in diesem Monat publizierte Metaanalyse, der zu folge einer Verringerung nicht-tödlich verlaufender Myokardinfarkte ein erhöhtes Blutungsrisiko gegenübersteht.Show moreBei Entwicklungsstörungen an M. Crohn und Colitis denken!
CED bei Kindern rechtzeitig erkennen
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) gehören nicht gerade zu den "Top Ten" der Kinderkrankheiten. Dennoch heißt es bei wiederkehrenden (blutigen) Durchfällen und Bauchschmerzen, insbesondere aber auch bei Gedeih- und Wachstumsstörungen aufmerksam zu sein. Denn werden chronisch-entzündliche Darmerkrankungen übersehen oder erst spät diagnostiziert, sind die Folgen gravierender als bei früher Diagnose und Therapie.Show more
Herzinfarkte unter Dabigatran
Metaanalyse bestätigt geringfügig erhöhtes Risiko
Erste Hinweise darauf, dass das neue orale Antikoagulans Dabigatran (Pradaxa®) das Herzinfarktrisiko geringfügig erhöhen könnte, hatte die Zulassungsstudie RE-LY ergeben. Der Verdacht wurde nun durch eine Metaanalyse erhärtet, die vorab schon auf der Jahrestagung der American Heart Association Ende 2011 diskutiert worden war.Show moreDexamfetamin bei ADHS
Neue Reservemedikation für Kinder
Dexamfetamin (Attentin®) ist im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren indiziert, wenn andere medikamentöse und nicht-medikamentöse therapeutische Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind.Show moreNeuer Impfstoff gegen Hepatitis-C-Virus
In Phase-I-Studie vielversprechend
Die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursachte Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit des Menschen mit hoher Chronifizierungsrate, die zu schweren Leberschädigungen führen kann. Ein Impfstoff gegen das Virus ist bislang nicht verfügbar. Jetzt wurde zunächst an gesunden Probanden ein neuartiger Impfstoff getestet, der sowohl eine lang anhaltende T-Zell-Antwort zeigte und auch zu keinen schweren Komplikationen führte. Feldstudien an einer größeren Zahl von Risikopatienten sollen jetzt eine tatsächliche Schutzwirkung zeigen.Show morePlötzlicher, unerwarteter Tod von Epilepsiepatienten
Warnzeichen und Risikofaktoren beachten
Das plötzliche, unerwartete Versterben eines Epilepsiekranken ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt, doch erst in den vergangenen zwanzig Jahren befasste sich die Medizin näher mit diesem Phänomen. In einer im Lancet publizierten Übersichtsarbeit wurden die bisherigen Kenntnisse zusammengetragen und Strategien zur Prävention erörtert.Show moreTherapie der Mukoviszidose
Inhalatives Mannitol bessert mukoziliäre Clearance
Die Therapie der Mukoviszidose hat sich in den vergangenen Jahren zwar weiterentwickelt, bisher konnte aber keiner der zugelassenen Wirkstoffe die mukoziliäre Clearance verbessern. Inhalatives Mannitol, das kürzlich das positive Votum des CHMP erhalten hat, setzt früher im pathophysiologischen Prozess an, als aktuell verfügbare Optionen und kann so die Lungenclearance verbessern. Das zeigen auch die Ergebnisse von Phase-III-Studien. Es kam zu einer signifikanten und dauerhaften Verbesserung des FEV1 im Vergleich zur Kontrolle sowie zu einer klinisch relevanten Reduktion pulmonaler Exazerbationen.Show moreTabakentzug mit Risiken
"Vareniclin nicht Mittel der 1. Wahl!"
2007 wurde mit Vareniclin (Champix®) eine Alternative zu den bisherigen medikamentösen Raucherentwöhnungsmitteln in Deutschland auf den Markt gebracht. Sie sollte erfolgreicher als Nicotinersatzpräparate oder Bupropion den Weg zum Nichtraucher weisen. Oft wurde und wird Vareniclin als Mittel der ersten Wahl eingesetzt. Doch Studien, die auf eine erhöhte Selbstmordgefahr und kardiovaskuläre Risiken hinweisen (s. Kästen), sorgen für Verunsicherung [1, 2].Show moreRechtliches
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