Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Clascoteron: neues Akne-Arzneimittel ab Juni verfügbar
Clascoteron (Winlevi®) ist ein topisches, verschreibungspflichtiges Akne-Arzneimittel mit neuartigem Wirkprinzip. Im Oktober 2025 erhielt es die europäische Zulassung. Nun soll es ab Juni 2026 auf den deutschen Markt eingeführt werden und über den Großhandel bestellbar sein.Show moreFDA sieht positives Nutzen-Risiko-Verhältnis für Tofacitinib
Januskinase-Inhibitoren als neue Wirkstoffklasse
In Deutschland schätzt man die Zahl der an einer rheumatoiden Arthritis Erkrankten auf 800.000. Als Ursache wird von einer Autoimmunerkrankung ausgegangen. Tofacitinib, ein neuartiger Wirkstoff aus der Klasse der Januskinase-Inhibitoren, steht jetzt kurz vor der Zulassung in den USA. Diese neue Wirkstoffklasse greift direkt in die intrazellulären Signalwege ein, die im Netzwerk der inflammatorischen Zytokine von zentraler Bedeutung sind. Das Mittel soll bei Patienten eingesetzt werden, die auf andere immunmodulierende Antirheumatika mit starken Nebenwirkungen reagieren.
Show moreLorcaserin: Ein neuer Appetitzügler in den USA zugelassen
Selektive Aktivierung von Serotoninrezeptoren
Der neue Serotoninagonist Lorcaserin (vorgesehener Handelsname Belviq®, Arena Pharmaceuticals) wurde Ende Juni 2012 in den USA von der Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung der Adipositas zugelassen.
Show moreCushing-Syndrom weist auf erhöhtes kardiovaskuläres Risiko
Kardiovaskuläre Ereignisse unter Glucocorticoiden
Das exogene (iatrogene) Cushing-Syndrom kann nach regelmäßiger, systemischer Gabe von adrenocorticotropem Hormon oder Corticoiden im Rahmen der Therapie von Autoimmunerkrankungen oder Allergien auftreten. Britische Wissenschaftler haben jetzt in einer Kohortenstudie ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall für Patienten aufgezeigt, die während einer systemischen Therapie mit Glucocorticoiden ein iatrogenes Cushing-Syndrom entwickelten.
Show moreAktives Triptan-Pflaster in der Pipeline
Transdermale Applikation mittels Iontophorese
Ein elektronisches Migränepflaster, das Sumatriptan freisetzt, ist in den Vereinigten Staaten erneut zur Zulassung angemeldet. Das Einmalpflaster setzt mithilfe der Iontophorese für einige Stunden Sumatriptan frei. Das Pflaster NP101 wäre das erste transdermale System zur aktiven Applikation eines Triptans. Es soll Vorteile hinsichtlich der Verträglichkeit aufweisen.
Show moreErhöht eine Herpes-zoster-Impfung die Infektionsgefahr?
Sicherheit einer Impfung mit dem Lebendimpfstoff belegt
Die Gürtelrose wird durch die Reaktivierung von latenten Varizella-Zoster-Viren hervorgerufen, manifestiert sich in akuten, schmerzhaften Hautausschlägen und führt oft auch zu chronischen Schmerzzuständen und postherpetischen Neuralgien. Eine aktive Impfung reduziert das Herpes-zoster-Risiko bei immunkompetenten Menschen zwischen 50 und 59 Jahren um 70% und bei über 60-Jährigen um 51%. Deshalb wird für alle Patienten über 60 Jahre eine einmalige Impfung mit der Zoster-Vakzine empfohlen. Fraglich ist, ob die Impfung mit dem Lebendimpfstoff bei Patienten, die unter einer immunsuppressiven Therapie stehen, kontraindiziert ist.
Show moreSchmerztherapie besänftigt agitierte Demenzpatienten
im Pflegeheim an unbehandelte Schmerzen denken
Die Trias aus Demenz, Schmerzen und Agitiertheit kommt bei Pflegeheimpatienten häufig vor. Bei dem Symptomen-Mix ist nicht immer klar, was Henne und was Ei ist, womöglich besteht ein Circulus vitiosus aus Agitiertheit und Schmerzen. Eine aktuelle Studie belegt, dass eine standardisierte, individuell angepasste Schmerztherapie bei dementen Patienten sowohl Verhaltensauffälligkeiten als auch neuropsychiatrische Symptome bessern kann.
Show moreEverolimus bei Mammakarzinom zugelassen | Enzalutamide bei Prostatakarzinom | FDA-Zulassung für Ziv-Aflibercept | Strontiumranelat auch für Männer
Neue Therapieoption gegen multiresistente Tuberkulose
Delamanid in Phase-II-Studie erfolgreich
Delamanid ist ein potenzielles neues Antituberkulotikum, das auch gegen resistente Stämme von Mycobacterium tuberculosis wirksam ist. In einer Phase II-Studie war es in zwei Dosierungen Placebo signifikant überlegen.
Show moreImpfung gegen Parkinson
Hoffen auf α-Synuclein-Antikörper
Immer wieder lassen neue, theoretisch sehr plausible Therapieansätze Parkinson-Patienten und ihre Angehörigen hoffen. Und immer wieder werden solche Hoffnungen enttäuscht, wie das Beispiel Stammzelltherapie lehrt. Jetzt lässt der Start einer Phase-I-Studie mit einen α-Synuclein-Antikörper aufhorchen.
Show moreNeues Kombinationspräparat gegen Magenkarzinom
Fixkombination aus Tegafur, Gimeracil und Oteracil
Mit Teysuno® ist seit Anfang Juli ein neues oral einsetzbares Kombinationspräparat zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom auf dem Markt. Es ist in Kombination mit Cisplatin zugelassen. Teysuno® enthält das Zytostatikum Tegafur sowie Gimeracil und Oteracil. Gimeracil und Oteracil sorgen dafür, dass das Zytostatikum Tegafur bereits bei niedrigerer Dosierung wirksam und sicher ist und dass weniger Nebenwirkungen auftreten, als unter der Therapie mit Tegafur allein.Show moreUmstrittener Volumenersatz
Ringer-Lösung ist HES bei schwerer Sepsis überlegen
Die Volumenersatztherapie mit Hydroxyethylstärke (HES) ist wieder in die Schlagzeilen geraten. Hintergrund ist eine neue randomisierte Multicenterstudie, in der HES 130/0.42 mit Ringer-Acetat-Lösung bei Intensivpatienten mit schwerer Sepsis verglichen worden ist. Das Ergebnis: in der HES 130/0.42-Gruppe verstarben mehr Patienten und eine Nierenersatztherapie war häufiger notwendig als in der Ringer-Acetat-Gruppe.Show moreEindeutiger Trend zur personalisierten Medizin
Neues vom amerikanischen Krebskongress ASCO
„Die personalisierte Medizin führt zu ermutigenden Therapieerfolgen, allerdings kann derzeit nur eine Minderheit davon profitieren“ – so können die Ergebnisse des diesjährigen amerikanischen Krebskongresses ASCO zusammengefasst werden. Im Folgenden werden einige Studien zur medikamentösen Therapie einzelner Tumorarten vorgestellt.Show moreKombitherapie auch gegen resistente Tuberkuloseerreger
Ergebnisse mit neuen Wirkstoffen vielversprechend
Die Therapie selbst der unkomplizierten Tuberkulose ist aufwendig. Nach den derzeitigen Leitlinien der WHO besteht sie aus einer über zwei Monate applizierten Kombination von vier Antituberkulotika, die Therapie wird anschließend für weitere vier Monate mit zwei dieser Präparate fortgesetzt. Wissenschaftler der unabhängigen südafrikanischen Tbc-Alliance haben die vorläufigen Ergebnisse einer Phase-IIA-Studie mit einer neuen Kombinationstherapie vorgestellt, die ohne die zur Zeit eingesetzten Arzneimittel auch gegen multiresistente Erreger eingesetzt werden könnte.Show moreNeue Impfempfehlungen der STIKO veröffentlicht
Bei unbekanntem Impfstatus nachimpfen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert. Es wurden bei der Mumpsimpfung die berufliche Indikation sowie bei den tetravalenten Meningokokkenimpfstoffen die erweiterte Zulassung auf Kinder ab einem Jahr berücksichtigt. Darüber hinaus wird erstmals die Empfehlung zu Nachholimpfungen bei unvollständigem oder unbekanntem Impfstatus umfassend dargestellt.Show moreNeues Zytostatikum Pixantron
Befristete Zulassung bei Non-Hodgkin-Lymphomen
Pixantronmaleat (Pixuvri®) ist ein zytotoxisches Aza-Anthracendion. Es ist in der EU zur Monotherapie bei erwachsenen Patienten mit mehrfach rezidivierten oder therapierefraktären aggressiven Non-Hodgkin-B-Zell-Lymphomen (NHL) zugelassen.Show moreErhöhen zentrale Stimulanzien das kardiovaskuläre Risiko?
Studie zur Sicherheit der ADHS-Therapie
In den letzten Jahren gab es einige klinische und politische Debatten über potenzielle kardiovaskuläre Risiken durch die Therapie mit Stimulanzien des zentralen Nervensystems, die bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt werden. Der Mangel an evidenzbasierten Daten zur kardiologischen Sicherheit dieser Arzneimittel hat zu großer Unsicherheit der Zulassungsbehörden geführt. Eine aktuelle Studie sorgte nun für Entwarnung, da die Therapie mit zentralen Stimulanzien hier bei den Kindern nicht zu einem erhöhten Risiko schwerer kardialer Ereignisse führte.Show moreArzneimittel und Therapie
Fortschritte bei der Behandlung der Hämophilie?
Rekombinante Technologien erlauben wahrscheinlich in absehbarer Zukunft die Entwicklung von Gerinnungsfaktoren mit verlängerter Halbwertszeit. Das könnte zu weiteren Fortschritten bei der Behandlung der Hämophilie beitragen und die Lebensqualität von Patienten mit Hämophilie A und B entscheidend verbessern.Show moreApremilast bei Psoriasis
Erfolge mit erstem oralen PDE-4-Hemmer
Patienten mit moderater und schwerer Plaque-Psoriasis haben einen hohen Leidensdruck. Trotz einiger Substanzen, die bei dieser Indikation erfolgreich eingesetzt werden können, geht die Suche nach gut wirksamen, verträglichen und möglichst oral verabreichbaren Wirkstoffen weiter. Der Phosphodiesterase-4-Hemmer Apremilast, ein small molecule, war in einer Phase-II-Studie in zwei Dosierungen Placebo signifikant überlegen.Show moreHIV-Prävention mit Truvada®
„Pille davor“ ist teuer und schützt nur bedingt
Was von vielen Medien als medizinische Sensation gefeiert wird, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als ein umstrittenes Unterfangen: Die Zulassung des antiretroviralen Kombinationspräparates Truvada® zur Aids-Prävention in den USA. Denn anders als manche Schlagzeile vermuten lässt, schützt die Einnahme nur bedingt vor einer HIV-Infektion. Im Gespräch mit der DAZ verweist Dr. Annette Haberl, Sekretärin für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Aids-Gesellschaft, darauf, dass es eine hocheffektive medikamentöse Prävention bereits gibt: die antiretrovirale Therapie von HIV-Infizierten. Sie reduziert das HIV-Infektionsrisiko nicht infizierter Partner um 96%.
Show moreKurz gemeldet: Erstmals Zulassung für Gentherapie empfohlen | Calcitonin nur kurz anwenden | FDA-Zulassung für Carfilzomib
Ultra-Langzeitinsulin Degludec
Hoffen auf seltenere nächtliche Hypoglykämien
Das neue ultra-langwirksame Basalinsulin Insulindegludec wurde in zwei Phase-III-Studien mit einem herkömmlichen Basalinsulin verglichen. Bei diesem Vergleich erwies sich Insulindegludec als ebenso wirksam wie Insulinglargin. Ein Pluspunkt für Insulindegludec ist das leicht reduzierte nächtliche Hypoglykämierisiko.
Show moreMariendistelextrakt wirkungslos bei Hepatitis C?
Orales Silymarin in Studie erfolglos
Über 400.000 Menschen sind in Deutschland von einer Hepatitis C betroffen. Die Infektionskrankheit zeichnet sich durch eine hohe Chronifizierungsrate aus, die zu schweren Leberschädigungen führen kann. Da einige Patienten auf die Standardtherapie nicht ansprechen, wurde ein Silymarin-Extrakt eingesetzt, der in einer Pilotstudie vielversprechende Resultate geliefert hatte. Eine aktuelle randomisierte kontrollierte US-Studie zeigt jetzt die Wirkungslosigkeit des Präparats Legalon forte® bei chronischer Hepatitis C.
Show moreVon der WHO zugelassene Antimalariamittel wirkungslos
Zu geringer Wirkstoffgehalt durch Produktionsmängel
Auf die Gefährlichkeit von gefälschten und gepanschten Arzneimitteln gegen Malaria und die Bedeutung für die Zunahme von Resistenzbildungen bei Plasmodium-Stämmen ist kürzlich hingewiesen worden. Wie eine amerikanische Studie jetzt zeigt, enthielten etwa 10% der von der WHO zugelassenen Antimalaria-Medikamente nicht die geforderte Menge an Wirkstoff. In einer weiteren Studie wurden ebenfalls von der WHO zugelassene Präparate gegen Tuberkulose und andere bakterielle Infektionen untersucht, auch fast 7% dieser Produkte wurden als mangelhaft eingestuft.Show moreErster bundesweiter Aktionstag gegen den Schmerz
„Jeder soll wissen, was bei Schmerzen zu tun ist“
Schmerzpatienten sind in Deutschland noch immer unterversorgt. Es fehlen bis zu 2500 schmerztherapeutische Einrichtungen. Kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen und andere psychotherapeutische Verfahren werden zu selten genutzt. Darauf wiesen Schmerzexperten auf dem ersten bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz in München hin. Sie fordern eine bessere Aufklärung der Patienten, mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit und individuelle multimodale Therapiekonzepte.
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