Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Wie man Nierensteinen vorbeugen kann
Nierensteine neigen zum Rezidiv, und wer einmal einen Nierenstein hatte, muss mit weiteren rechnen. Für viele Betroffene stellt sich daher die Frage, wie sie erneuten Nephrolithen vorbeugen können. Der Stellenwert diätetischer und pharmakotherapeutischer Interventionen wurde in einem systematischen Review untersucht. Show moreVerkehrsrisiko Psychotropika
Mehr Unfälle unter Schlafmitteln und Antidepressiva
Zahlreiche Arzneimittel können die Verkehrstüchtigkeit herabsetzen. Dazu gehören vor allem Präparate, die auf eine Beeinflussung der Gehirntätigkeit direkt zielen wie Antiepileptika oder Beruhigungsmittel, aber auch bestimmte Analgetika und Antidiabetika. Eine taiwanesische Fallkontroll-Studie untersuchte jetzt das Risiko für Verkehrsunfälle unter einer Medikation mit verschiedenen zentral wirksamen Medikamenten. Danach führte nicht nur die Einnahme von Benzodiazepinen, sondern auch von Antidepressiva sowie Schlaf- und Beruhigungsmitteln zu einer erhöhten Zahl von Verkehrsunfällen.Show moreNeuer Wirkstoff Brentuximab
Das Antikörperkonjugat Brentuximab Vedotin (Adcetris®; Takeda) steht kurz vor der europäischen Zulassung. Es wird bei bestimmten fortgeschrittenen Lymphomen eingesetzt, die eine Überexpression von CD30-Zellen aufweisen. Dank einer speziellen Linker-Technologie wird der zytotoxische Wirkstoffanteil in die Tumorzelle eingeschleust und entfaltet erst dort seine Wirkung.Show moreFitte Dicke sterben später
Fett-Muskelmasse-Verteilung beeinflusst Mortalität
Das Phänomen, dass ein erhöhtes Körpergewicht bei gleichzeitig gutem Fitnesszustand beim Eintreten einer chronischen Erkrankung im Vergleich zu einem normalen BMI und gleichzeitig geringerer Muskelmasse von Vorteil ist, wurde bereits bei kardiovaskulären Erkrankungen und dem damit verbundenen Mortalitätsrisiko beschrieben. Für die Arbeitsgruppe um Carnethon der Nortwestern University in Chicago Anlass genug, sich mit dem kardiovaskulären und Gesamt-Mortalitätsrisiko von normal- und übergewichtigen Diabetikern zu beschäftigen.Show moreHohe Effektivität der Impfung gegen Rotaviren
Deutlich weniger Hospitalisierungen
Rotaviren sind die häufigste Ursache für schwere, akute Durchfallerkrankungen weltweit. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres haben mehr als 90% aller Kinder eine Infektion durchgemacht. Schwerste Krankheitsverläufe sind in der Altersgruppe zwischen sechs Monaten und zwei Jahren zu finden. Belgien war das erste Land in der EU, das eine routinemäßige Impfung gegen Rotaviren in das Impfprogramm für Kinder aufnahm. Eine belgische Fallkontrollstudie zeigt jetzt den Erfolg dieser Impfung, die zu einer deutlichen Reduktion der Rotavirus-bedingten Hospitalisierung von Kleinkindern geführt hat.
Show moreB-Vitamine und Folsäure zur Schlaganfallprävention
Antithrombotika vermindern positive Effekte
Hohe Homocysteinspiegel gelten als Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse. Eine logische Schlussfolgerung wäre, diese zu senken, um beispielsweise Schlaganfälle zu verhindern. Dass dies funktioniert, konnte bisher jedoch nicht eindeutig belegt werden. Nun scheint man eine Ursache dafür identifiziert zu haben. In einer Posthoc-Analyse der VITATOPS-Studie (Vitamins to prevent stroke), war die Supplementation nur bei den Patienten effektiv, die keine Wirstoffe wie ASS oder Clopidogrel einnahmen.Show moreDie Priscus-Liste im Test
Praktikabilität und Vergleich mit internationalen PIM-Listen
Svenja Siebert, Barbara Elkeles, Georg Hempel, Julia Kruse, Martin Smollich | Die 2010 publizierte Priscus-Liste ist inzwischen umfassend bekannt und besitzt einen festen Stellenwert in der geriatrischen Pharmakotherapie. Sie listet 83 Wirkstoffe auf, die als potenziell inadäquate Medikation (PIM) für ältere Patienten eingestuft werden. Damit liefert die Priscus-Liste Ärzten und Apothekern ein Werkzeug, um die Medikation geriatrischer Patienten insbesondere unter den Aspekten Arzneimitteltherapiesicherheit und Prävention unerwünschter Arzneimittelwirkungen zu bewerten. Im Rahmen einer interprofessionell durchgeführten Untersuchung wurde nun erstmals die klinische Praktikabilität der Priscus-Liste im geriatrischen Alltag ermittelt und mit anderen PIM-Listen verglichen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie publiziert [1].Show moreDuogynon: Zusammenhang mit Fehlbildungen nicht belegt
Retrospektive statistische Auswertung vorgestellt
Bis in die 1970er Jahre wurde die Kombination aus Progesteron und Östradiol (Duogynon®) zum hormonellen Nachweis einer Schwangerschaft verwendet. In den Folgejahren wurde immer wieder die Frage gestellt, ob seine Anwendung in der Frühschwangerschaft Fehlbildungen bei Neugeborenen hervorrufen könnte. Obwohl die Zulassung nach schriftlichem Verzicht von Schering 1980 erloschen ist, erfasst und prüft das BfArM weiterhin Berichte über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Duogynon® .Show moreRizatriptan gegen Migräne
Auch für Kinder und Jugendliche geeignet
Rizatriptan ist zur Behandlung der Migräne auch für Kinder und Jugendliche geeignet. Das zeigte sich jetzt in einer Studie mit 977 jungen Patienten. Die neuen Daten, die jetzt in der Fachzeitschrift Cephalalgia veröffentlicht wurden, haben in den USA bereits die Zulassung des Wirkstoffs Rizatriptan für Kinder ermöglicht und könnten jetzt auch das Prüfverfahren für die EU beschleunigen.
Show moreLieferengpass für Daunorubicin
Therapie von Leukämie-Patienten gefährdet
Anfang September wird ein vorübergehender Engpass für Daunorubicin erwartet. Lieferschwierigkeiten bei der Versorgung mit Zytostatika traten in jüngster Zeit häufiger auf und werden von Fachgesellschaften mit Sorge betrachtet.
Show moreInhalative Glucocorticoide hemmen das Wachstum
Erwachsene kleiner nach Asthmatherapie in der Kindheit
Die dauerhafte Anwendung von Glucocorticoiden bei Kindern vor der Pubertät mit persistierendem Asthma führt zu einer zeitweisen Verlangsamung des Wachstums. Bisher wurde vermutet, dass es sich hier nur um eine Wachstumsverzögerung handele, die keine Auswirkung auf die am Ende des Wachstums erreichte Körpergröße hätte. Eine aktuelle doppelblinde, placebokontrollierte Studie weist aber doch auf eine geringere Größe der in der Kindheit Behandelten im Erwachsenenalter hin.
Show moreSchlafapnoe als Risikofaktor für Hypertonie
Nutzen einer Überdruck-Beatmung
Zwei kürzlich veröffentlichte Studien untersuchten bei Schlafapnoe-Patienten den Nutzen einer Überdruckbeatmung (CPAP) für das kardiovaskuläre Outcome, insbesondere die Entwicklung eines Bluthochdrucks. Die Atemaussetzer im Schlaf sind ein Risiko für die Entwicklung einer Hypertonie. Es zeigten sich Hinweise darauf, dass eine Überdruckbeatmung dieses Risiko reduzieren kann.Show morePsoriasis umfassend behandeln
Was TNF-α-Inhibitoren bei Psoriasis leisten können
Die TNF-alpha-Blockade ist fester Bestandteil der Psoriasis-Therapie. Bei einem Teil der Patienten lässt sich nur damit das primäre Ziel, ein PASI 75, erreichen. Unverzichtbar sind TNF-alpha-Inhibitoren auch bei Psoriasis-Arthritis und der Nagelpsoriasis. Aktuelle Daten zu den beiden TNF-alpha-Inhibitoren Infliximab und Adalimumab wurden anlässlich der 23. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München präsentiert.Show moreArzneimittelinteraktionen
Verstehen, vermitteln und vermeiden
Ruwen Böhm, Kirstin Reinecke, Ekkehard Haen, Ingolf Cascorbi, Thomas Herdegen | Unerwünschte Arzneimittelinteraktionen sind häufig, gefährden den Therapieerfolg und führen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Das Wissen darum und die Aufklärung der Patienten durch Arzt und Apotheker sind unabdingbar für eine sichere Arzneimitteltherapie. Bei OTC-Arzneimitteln mit Interaktionspotenzial sind die Apotheker in besonderem Maße gefordert. Arzneimittelinteraktionen entstehen durch verschiedene galenische, pharmakokinetische und pharmakodynamische Mechanismen, die im Folgenden erklärt werden. Veränderungen der Pharmakokinetik werden am Beispiel von Cytochrom-P450-Isoenzymen in weiteren Artikeln vorgestellt.Show moreKurz gemeldet: Arrhythmien unter Domperidon | Gestörter Riechsinn bei Mäusen repariert | FDA: Linaclotid bei chronischer Obstipation
Gabapentin mildert Schwere und Häufigkeit von Husten
Antiepileptikum ist bei chronischem Husten wirksam
Die Ursache für Husten kann sehr unterschiedlich sein, und der Husten selbst ist lediglich ein Symptom und dient der Reinigung der Atemwege. Dauert der Husten über einen Zeitraum von mehreren Wochen, sollte er ärztlich abgeklärt werden. Eine medikamentöse Therapie gestaltet sich bei ungeklärter Ursache oft als schwierig. Eine kleine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie zeigt jetzt eine deutliche Besserung der Symptomatik durch das Antiepileptikum Gabapentin.Show moreRuxolitinib gegen Myelofibrose
EU-Zulassung für den ersten JAK-Inhibitor
Jetzt hat die Europäische Kommission den neuen Wirkstoff Ruxolitinib (vorgesehener Handelsname Jakavi®) zur Behandlung der lebensbedrohlichen Myelofibrose zugelassen. Wie Novartis mitteilte, beruht die Entscheidung auf den positiven Daten einer klinischen Studie.Show moreNeuer Wirkstoff bei Mukoviszidose
Ivacaftor verbessert gestörten Chloridionentransport
Der neue Wirkstoff Ivacaftor (Kalydeco®) ist angezeigt zur Behandlung der zystischen Fibrose (CF, Mukoviszidose) bei Patienten ab sechs Jahren mit einer G551D-Mutation im CFTR-Gen. Ivacaftor steigert die Aktivität der defekten Kanäle bei Patienten mit G551D-Mutation. Dadurch normalisiert sich der Ionentransport durch die Kanäle, was zu weniger zähflüssigen Sekreten und somit zu einer Milderung der Krankheitssymptome führt.Show moreArthrosepatienten unterstützen
Pharmazeutische Betreuung verbessert die Versorgung von Patienten mit Osteoarthritis
Patienten mit einer Kniegelenksarthrose sind häufige Apothekenkunden. Eine Studie aus Vancouver zeigt, dass diese im Rahmen einer pharmazeutischen Betreuung besser versorgt werden können. Es besserte sich die Qualität der Versorgung sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität der betroffenen Patienten.Show moreStudie zum Brustkrebsrisiko von Spironolacton
Keine Risikoerhöhung für Frauen über 55 Jahre
Im Rahmen einer retrospektiven vergleichenden Kohortenstudie haben Mackenzie und Kollegen in Großbritannien den Einfluss auf das Brustkrebsrisiko bei Frauen über 55 Jahren durch die Einnahme von Spironolacton untersucht. Das Ergebnis zeigt – allerdings mit Einschränkung der zur Verfügung stehenden Datenlage – kein erhöhtes Brustkrebsrisiko für diese spezielle Patientengruppe.Show moreStatintherapie: erhöhtes Risiko für Grauen Star?
Möglicher Zusammenhang befürchtet
Ein Zusammenhang zwischen einer Medikation mit Statinen und einem erhöhten Risiko für die Entstehung einer Katarakt (Grauer Star) ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Nachdem die Ergebnisse einer australischen Studie aus dem Jahr 2007 eine Reduktion der Entstehung von Katarakten unter einer Statintherapie aufgezeigt hatten, kommt eine retrospektive kanadische Studie jetzt aufgrund von Daten zur Diagnose und Therapie von Linsentrübungen, Typ-2-Diabetes, Medikation mit Statinen und demografischen Parametern zu dem gegenteiligen Ergebnis.Show moreMysteriöse Immunschwäche
Aids-ähnliche Symptome ohne HIV-Infektion
Seit 2004 beobachten Spezialisten bei schwerkranken Erwachsenen Symptome, die verblüffend stark denjenigen von Aids-Patienten ähneln, wobei die Betroffenen jedoch HIV-negativ sind. Meist stammen diese Patienten aus Ostasien. Sie werden von opportunistischen Infektionen geplagt, die teils schwerste Symptome verursachen. Derartige Fälle wurden nun systematisch untersucht und die Ergebnisse im New England Journal of Medicine publiziert. Als Ursache für die Aids-ähnliche Erkrankung fand man Autoantikörper gegen Interferon γ (IFN-γ). Kommt hier eine neue Bedrohung, ähnlich wie Aids, auf die Menschheit zu?Show moreWeniger Pneumonien nach Einsatz von ACE-Hemmern
Husten durch ACE-Hemmer mit protektivem Effekt
Im Gegensatz zu Angiotensin-Rezeptorblockern haben Angiotensin-Converting Enzym Hemmer scheinbar einen protektiven Effekt im Hinblick auf das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken. Patienten mit vorangegangenem Schlaganfall und Asiaten profitierten ganz besonders von einer ACE-Hemmer-Therapie. Im Zusammenhang mit einer ACE-Hemmer-Therapie kam es auch zu weniger Todesfällen durch Pneumonie. Eine Metaanalyse, die soeben im British Medical Journal veröffentlicht wurde, kam zu diesen Ergebnissen.Show moreRechtliches
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