Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
FDA genehmigt oralen GLP-1-Rezeptoragonist Orforglipron
Eli Lilly bringt mit Orforglipron in Foundayo™ einen small-molecule GLP-1-Rezeptoragonisten in den USA auf den Markt, der einmal täglich als Tablette eingenommen wird – ohne Injektionen und ohne Mahlzeitenbindung.Show moreCorticoid-Nebenwirkungen
Cortison-haltige Arzneimittel sind wegen ihrer Nebenwirkungen gefürchtet, die mit der Dosis und Dauer der Glucocorticoid-Einnahme korrelieren. Bei korrekter Indikation ist grundsätzlich von einem positiven Nutzen-Nebenwirkungs-Verhältnis auszugehen. Die kurzfristige Einnahme von Glucocorticoiden ist in der Regel unproblematisch. Bei topischer Gabe muss weniger mit systemischen als mit lokalen Reaktionen gerechnet werden. Insgesamt dürfen Glucocorticoide als gut verträglich gelten, wenn die Einnahmedauer kurz ist oder das 7,5 mg-Prednisolon-Äquivalent über eine längere Zeit nicht überschritten wird.Show more"Best of the year" in der Onkologie
Strategien, um Zytostatika an den Wirkort zu bringen
Vom 19. bis 23. Oktober 2012 trafen sich zum 75-jährigen Bestehen der deutschen Fachgesellschaft DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) knapp 5000 Ärzte, Wissenschaftler und Pflegekräfte in Stuttgart, um über aktuelle Forschungsergebnisse aus der Onkologie und deren Umsetzung in die Praxis zu diskutieren. Traditionsgemäß wurden in der Eröffnungssitzung die wichtigsten Neuerungen dieses Jahres aus der Sicht eines Hämatologen und eines Onkologen zusammengefasst.Show moreGlucocorticoide – die Wirkstoffe
Es gibt eine Vielzahl von synthetischen Glucocorticoiden, die zur Therapie zahlreicher Krankheiten eingesetzt werden. Die Glucocorticoide unterscheiden sich in der Applikationsform und ihrer Wirkstärke. Akute Krankheiten erfordern den Einsatz hochpotenter Glucocorticoide. Die inhalativ verabreichten Glucocorticoide werden in einem späteren Artikel zum Thema Asthma und COPD besprochen.Show more
Glucocorticoide
Endogenes Cortisol und synthetische Glucocorticoide sind Hormone für das Leben. Zudem zählen Glucocorticoide zu den wichtigsten und wirkungsvollsten Arzneistoffen, die jedoch wegen ihrer Nebenwirkungen gefürchtet und oft gemieden werden. Bei richtiger Anwendung ist das Nutzen-Schaden-Verhältnis der Glucocorticoide dennoch immer positiv.
Von Thomas Herdegen
Neuer Wirkstoff bei COPD
Aclidinium bewirkt nachhaltige Bronchodilatation
Aclidinium (Eklira®, Bretaris®) ist ein neuer Wirkstoff für die bronchodilatatorische Dauertherapie bei Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD). Er ist für die zweimal tägliche Inhalation mittels Multidosis-Pulverinhalator (Genuair®) zugelassen. Durch seine hohe Affinität zum M3-Rezeptor bewirkt Aclidinium eine effektive Bronchodilatation. COPD-Symptome wie Dyspnoe, Husten und Auswurf können damit wirkungsvoll gemildert und Exazerbationen verhindert werden.
Show moreZum Nutzen und Risiko von Massenimmunisierungen
Welche Nebenwirkungen kommen wie häufig vor?
Massenimpfungen gegen Erreger altbekannter Erkrankungen wie Masern, Mumps und Röteln in der Pädiatrie oder neu entdeckter Viren wie H1N1 gehören in der modernen Medizin zur üblichen Vorgehensweise. Immer wieder gibt es Schlagzeilen zu sogenannten Impfzwischenfällen, die sich im modernen Kommunikationssystem schnell verbreiten und zu einer gewissen Impfmüdigkeit führen. Eine dänische Kohortenstudie gibt nun eine Hilfestellung zur Risikobewertung von Nebenwirkungen, die möglicherweise nach Massenimpfungen auftreten.Show moreAufgaben der Glucocorticoide
Das endogene Cortisol und die synthetischen Glucocorticoide sind in dreierlei Hinsicht "Hormone für das Leben": Der Körper bildet in seiner aktiven Tagesphase ständig Cortisol, das als überwiegend kataboles Hormon die Energie für körperliche und psychische Aktivitäten bereitstellt und das Immunsystem kontrolliert. Durch die immunsuppressiv-immunmodulatorische und antientzündliche Wirkung sind Glucocorticoide lebensrettend bei schweren allergischen und auto-immunologischen Reaktionen sowie bei Organtransplantation; schließlich schützen die antientzündlichen Glucocorticoide Organe, Gewebe und Gelenke vor Zerstörung.Show moreLeitlinie ordnet Therapie bei Gelenkrheuma neu
Vollständige Krankheitsremission schnell erreichen
Eine S1-Leitlinie für die sequenzielle medikamentöse Therapie der rheumatoiden Arthritis hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) bei ihrem Jahreskongress im September vorgestellt. Neu ist gegenüber dem früheren Algorithmus eine klare zeitliche Strukturierung mit verkürzten Kontrollabständen und Fristen für eine Therapieeskalation. Das Armamentarium von Glucocorticoiden bis hin zu Biologika bleibt gleich, wird aber neu geordnet. Erstmals gibt es auch Hinweise für eine Therapie-Deeskalation.Show moreHormonersatztherapie in der Menopause
Herzinfarktrate signifikant reduziert
Eine aktuelle dänische Studie zeigt kardioprotektive Effekte einer postmenopausalen Hormonsubstitution auf. So reduzierte eine früh eingeleitete Hormonersatztherapie die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Todesfällen. Diese Ergebnisse stehen im Widerspruch zur WHI-Studie, die ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko unter einer Hormonersatztherapie gezeigt hatte.Show moreKurz gemeldet: Decitabin zugelassen | Neuer Endothelin-Rezeptor-Antagonist | Abatacept zur subkutanen Anwendung | Zulassungsempfehlung für Ultra-Langzeitinsulin
Schützt Vitamin D vor Atemwegsinfekten?
Kritische Anmerkungen zu einer aktuellen Studie
In einer aktuellen, doppelblinden und placebokontrollierten Studie konnte die Supplementierung von 100.000 I.E. Vitamin D pro Monat die Häufigkeit und Schwere von Atemwegsinfekten bei Erwachsenen nicht senken. Ist Vitamin D somit unwirksam in der Prävention von Infekten der oberen Atemwege?Show moreTiotropium für Asthmapatienten
Signifikant weniger Exazerbationen
Patienten mit schwer kontrollierbarem Asthma sind trotz einer leitliniengerechten Therapie mit inhalativen Glucocorticoiden und langwirksamen Beta-Agonisten von Exazerbationen und eingeschränktem Atemzugsvolumen betroffen. Boehringer Ingelheim und Pfizer haben nun parallel zwei Studien mit Asthmapatienten zum Einsatz des langwirksamen und bisher nur für die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung zugelassenen Anticholinergikums Tiotropium (Spiriva®) durchgeführt. Es besserte sich nicht nur wie erwartet die Lungenfunktion, sondern es verringerte sich auch die Zahl an Exazerbationen.Show moreNeuer Parameter für die Alzheimer-Diagnostik
Radiopharmazeutisches Diagnostikum zugelassen
Zur zusätzlichen Absicherung einer Alzheimer-Diagnose steht seit kurzem in den USA das mit radioaktivem Fluor markierte Florbetapir F18 zur Verfügung, das intravenös verabreicht in das Gehirn gelangt und sich, sofern vorhanden, im β-Amyloid-Plaque anreichert. Diese Anreicherung kann mittels der Positronenemissions-Tomographie (PET) bildlich dargestellt werden.
Show moreStatine in der Primärprävention
Kardiovaskulärer Nutzen versus diabetogenes Risiko
In einer aktuellen Analyse der Jupiter-Studie wird das Diabetesrisiko unter einer Statintherapie relativiert. Nur Patienten, die per se ein hohes Diabetesrisiko aufweisen, entwickeln unter Statinen einen manifesten Diabetes. Doch selbst bei diesen Patienten ist der kardiovaskuläre Benefit höher einzuschätzen als das Diabetesrisiko.
Show moreKinaseinhibitor ausgezeichnet
Innovationspreis für Vemurafenib beim Melanom
Der PZ-Innovationspreis, der in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen wurde, ging an den Wirkstoff Vemurafenib (Zelboraf®) der Roche Pharma AG. Er ist zugelassen für die Therapie des fortgeschrittenen malignen Melanoms bei Patienten mit einer Mutation des BRAF-Proteins. Damit wird erstmals eine zielgerichtete Therapie für diese Indikation möglich.
Show moreBetablocker stehen auf dem Prüfstand
Der Nutzen von Betablockern wird in einer aktuellen Studie infrage gestellt. Ausgangspunkt der Forscher war es, die seit Jahrzehnten übliche Therapie mit Betablockern nach Herzinfarkt unter Berücksichtigung moderner therapeutischer Ansätze einer Prüfung zu unterziehen. Das Ergebnis ihrer Studie, in der Patienten mit KHK-Risiken, mit stabiler KHK und mit stabiler KHK nach einem Myokardinfarkt eingeschlossen waren, zeigte nicht durchweg den erwarteten Nutzen.Show moreImpfung gegen humane Papillomviren
Neue Ergebnisse zur Sicherheit von Gardasil®
Die Impfungen gegen humane Papillomviren standen nach anfänglich positiven Reaktionen im Fokus von Sicherheitsbedenken. Gardasil® geriet nach der Neueinführung in den Verdacht, für Todesfälle und andere schwerwiegende Ereignisse verantwortlich zu sein [4]. Eine vom Gardasil® -Hersteller Merck & Co gesponserte Studie zeigt nun, dass zumindest kurz nach der Impfung nur Probleme an der Einstichstelle und Synkopen die Ursache für einen Krankenhausaufenthalt waren [1].
Show moreNeuropathischer Schmerz
Oxycodon/Naloxon: weniger Schmerz, weniger opioidtypische Nebenwirkungen, mehr Lebensqualität
Die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) gilt als gut verträglich. Eine aktuelle Studie zeigte nun, dass sie den neuropathischen Schmerz wirksam reduziert, auch bei Patienten, die bereits mit einem Opioid vorbehandelt waren. Die gastrointestinalen Beschwerden gingen zurück, und die Lebensqualität stieg deutlich.
Show moreMultiple Sklerose
Für eine frühzeitige Therapieeskalation bei der multiplen Sklerose haben sich Experten beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ausgesprochen. Zeigen die Patienten eine hohe Krankheitsaktivität oder entwickeln trotz Basistherapie einen weiteren Krankheitsschub, so sollte die Behandlung demnach unverzüglich durch Wirkstoffe wie Fingolimod (Gilenya®) intensiviert werden. Ziel der Therapieeskalation ist es, weitere Krankheitsschübe effektiv abzuwehren.Show moreBakterielle Arthritis als rheumatologischer Notfall
Den Erreger direkt im Gelenkpunktat nachweisen
Die septische Arthritis ist eine meist akute, bakterielle Infektion der Gelenke. Dabei gelangen die Erreger hämatogen, über eine fortgeleitete gelenknahe Osteomyelitis oder von außen in die Gelenke. Die septisch-bakterielle Arthritis ist als rheumatologischer Notfall zu behandeln. Sie bedarf aufgrund ihrer hohen Morbidität und auch Mortalität einer zügigen Diagnostik und einer sofortigen effektiven Behandlung.Show more
Ein jugendlicher Diabetiker
Der 16-jährige Patient kommt an einem Montagmorgen in die Apotheke. Er klagt über anhaltende Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen seit dem Vortag. Er hat starken Durst und tätigt über 30 Atemzüge in der Minute, der Atem geht schwer. | Andreas Niclas Förster, Hartmut Derendorf und Robert Hermann
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Gefürchtete Unterzuckerung
Das Auftreten einer Hypoglykämie wird von Typ-1- und Typ-2-Diabetikern aller Altersklassen gefürchtet. So sehr, dass viele von ihnen dazu neigen, einen höher eingestellten Blutglucose- und HbA1c-Spiegel zu akzeptieren, um Hypoglykämien zu vermeiden. Das Auftreten der unerwünschten Nebenwirkung der Therapie ist von einigen Faktoren abhängig, lässt sich aber in vielen Fällen vorhersehen. Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet, durch Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante, anstrengende körperliche Aktivität bei gleichbleibender Insulinzufuhr eine Hypoglykämie zu entwickeln.
Show morePerampanel bei Epilepsie
AMPA-Antagonismus soll anfallsfreie Zeit verlängern
In der Epilepsie-Therapie wurden in den letzten 20 Jahren nur geringe Fortschritte erzielt. Jetzt wurde mit Perampanel (Fycompa®) ein Antiepileptikum eingeführt, das als Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse bei Therapieresistenz die Chancen auf Anfallsfreiheit deutlich verbessern soll.Show moreRechtliches
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