Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Malaria-Impfungen senken Kindersterblichkeit um 13%
Vorbeugende Impfungen können viele Leben retten - das zeigten Wissenschaftler in einer Analyse nun für Malaria bei Kindern. Forscher sehen sogar noch mehr Potenzial.Show moreDie Contergan-Tragödie
Die Gestaltung des Arzneimittelgesetzes (AMG) wird durch politische, rechtliche und gesellschaftliche Faktoren geprägt. Einen großen Einfluss hatte die Contergan-Tragödie, die zu einer Verschärfung der rechtlichen Vorschriften und zu einer Neugestaltung des AMG führte. Neue Probleme, wie etwa Fälschungen oder der Internethandel, werden sich ebenfalls in einer veränderten Gesetzgebung niederschlagen.Show moreGlycopyrronium bei COPD
Die europäischen Behörden haben Seebri® Breezhaler® 44 μg für erwachsene Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassen. In Phase-III-Studien verbesserte der Wirkstoff Glycopyrronium stärker als Placebo die Lungenfunktion, reduzierte die Atemnot sowie die Zahl der Exazerbationen und erhöhte die Lebensqualität.Show moreDas Internetportal Embryotox
Informationen zu Arzneimitteln für Schwangere
Fachinformationen oder gängige Nachschlagewerke zur Pharmakotherapie geben selten zufriedenstellende Hinweise, ob ein Arzneimittel in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit angewendet werden kann. Diese Informationslücke wird unter anderem durch das Internetportal Embryotox www.embryotox.de geschlossen, in dem Substanz- und Indikations-bezogene Daten abrufbar sind.
Show more"Von A bis Z neu recherchiert"
Der "Mutschler" erscheint in seiner Jubiläumsausgabe
Im Januar 1970 erschien der "Mutschler" als "Lehrbuch der Pharmakologie" zum ersten Mal – jetzt, im Herbst 2012, liegt mit der 10. Auflage eine Jubiläums-Ausgabe vor, die höchste Ansprüche erfüllt. Seit mehr als 40 Jahren setzt das Werk aus der Feder von Prof. Dr. Dr. Ernst Mutschler Maßstäbe in der Welt der Pharmazeuten und Mediziner.Show moreRückenschmerzen hinterfragen
M. Bechterew und Co. werden oft zu spät erkannt
Als Charakteristikum des Morbus Bechterew gelten Verknöcherungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke, später der Wirbel. Heute lässt sich diagnostisch eine rein entzündliche Frühform der Erkrankung ausmachen. Das machte eine neue Klassifikation der Spondyloarthritiden notwendig, wie auch eine Anpassung der Therapien. Die nicht-röntgenologische Spondyloarthritis spricht auf entzündungshemmende Medikamente an. Für die Behandlung ihrer schweren Formen wurde als erstes Biologikum Adalimumab (Humira®) zugelassen.
Show moreNatürlich durch die Wechseljahre
Phytotherapie und Homöopathie
Hitzewallungen und Schlafstörungen können Frauen in den Wechseljahren erheblich zu schaffen machen. Viele suchen dann eine Alternative zur Hormontherapie. Sowohl Phytotherapie als auch Homöopathie haben hier Behandlungsoptionen anzubieten. Empfehlenswert ist zudem eine Ernährung, die reich an Phytoöstrogenen ist. Von der Einnahme isolierter Isoflavone sollte dagegen eher abgeraten werden.
Show moreWurmmittel gegen Kopfläuse
Ivermectin wirkt nach einmaliger Anwendung
Das in Deutschland nicht zugelassene Ivermectin wird vorrangig zur Behandlung von Nematodenerkrankungen eingesetzt. In zwei randomisierten Studien war eine topische Formulierung auch gegen Kopfläuse wirksam. In den USA ist diese Lotion (SkliceTM) seit Februar diesen Jahres bei Kopflausbefall ab einem Alter von sechs Monaten zugelassen.Show moreStarke Knochen für Männer
Zoledronsäure senkt Frakturrisiko stärker als Placebo
Osteoporose wird häufig als eine Erkrankung postmenopausaler Frauen wahrgenommen. Doch Männer sind fast ebenso häufig betroffen – nur etwa zehn Jahre später. In Studien mit Osteoporosemitteln sind sie jedoch bisher unterrepräsentiert. Entgegen diesem Trend war eine kürzlich veröffentlichte Studie mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure ausschließlich mit Männern durchgeführt worden. Der Wirkstoff reduzierte das relative Risiko für neue Wirbelkörperfrakturen gegenüber Placebo um 67%.Show moreAchtung chronische Migräne
Bis zu 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer chronischen Migräne, oft nicht diagnostiziert und nicht adäquat therapiert. Mit einer gezielten Anamnese und den Blick auf mögliche Risikofaktoren lassen sich die Patienten besser identifizieren. Die Behandlung stützt sich dann auf nicht-medikamentöse Maßnahmen sowie eine wirksame medikamentöse Prophylaxe. Explizit zugelassen ist Onabotulinumtoxin A (Botox®), das in den PREEMPT-Studien bei Patienten mit chronischer Migräne untersucht wurde.Show moreRuxolitinib bei Myelofibrose
Erster Januskinasenhemmer bei seltener Leukämieform
Bis vor Kurzem stand zur Behandlung der Myelofibrose keine wirksame Pharmakotherapie zur Verfügung. Durch die Zulassung des Januskinaseninhibitors Ruxolitinib (Jakavi®) besteht nun erstmals die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie. Der klinische Nutzen von Ruxolitinib wurde in den zwei zulassungsrelevanten Studien COMFORT-I und COMFORT-II gezeigt.Show moreHoffnungsträger Serelaxin
Neue Therapieoption?
Nach über einem Jahrzehnt erfolgloser Suche nach neuen Möglichkeiten zur Behandlung der akuten Herzinsuffizienz liegen jetzt die Daten einer Phase-III-Studie vor, die hoffen lassen. In der internationalen RELAX-AHF-Studie reduzierte Serelaxin (RLX030), eine rekombinante Form des humanen Peptidhormons Relaxin-2, die Atemnotbeschwerden und verringerte die Zahl der Todesfälle nach sechs Monaten. Novartis will nun die Zulassung einreichen.Show moreKrebsprävention mit Statinen?
Reduzierte Krebssterblichkeit nach Statin-Einnahme
Statine können möglicherweise zu einem Rückgang der Krebssterblichkeit beitragen. Das suggerieren vor Kurzem veröffentlichte Ergebnisse einer epidemiologischen Studie aus Dänemark.
Show moreArzneimittel und CYP2D6
Genetische Polymorphismen beeinflussen den Therapieerfolg
Kirstin Reinecke, Ruwen Böhm, Ekkehard Haen, Ingolf Cascorbi, Thomas Herdegen | Das Cytochrom-P450-Isoenzym 2D6 (CYP2D6) ist an der Metabolisierung von knapp einem Viertel der gebräuchlichsten Arzneistoffe, insbesondere Psychopharmaka vom Typ der SSRI, Betablocker und Schmerztherapeutika, beteiligt. Genetische Polymorphismen und Arzneimittelinteraktionen können die Aktivität von CYP2D6 stark verändern und dadurch die Plasmaspiegel von Arzneistoffen, die von CYP2D6 metabolisiert werden, erhöhen oder erniedrigen. Dies kann sich auf den therapeutischen Erfolg sowie die Verträglichkeit einer Pharmakotherapie auswirken. Ein Wechsel der Medikation oder eine Anpassung der Dosierung kann dann notwendig sein.Show moreInhalationsarzneimittel sind erklärungsbedürftig
Anwendungsfehler reduzieren, Adhärenz verbessern
In den zurückliegenden Monaten sind zahlreiche Dosieraerosole und Trockenpulver-Inhalationssysteme für die Asthmatherapie wie auch die COPD-Behandlung neu auf den Markt gekommen. Doch was nützt ein innovatives Device, wenn es nicht korrekt angewendet wird? Wo die Fallstricke liegen und wie Patienten zu mehr Adhärenz geführt werden können, war Thema auf der Jahrestagung der DPhG-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern.
Show moreGezielte Wirkung im Tumor
Neues Antikörperkonjugat gegen Lymphome
Anfang November hat das Antikörperkonjugat Brentuximab Vedotin (Adcetris®) die europäische Zulassung erhalten. Ein Linker hält das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat im Blut stabil und hilft, das Zytostatikum in CD30-positive Tumorzellen einzuschleusen. Erst hier wird der Linker durch lysosomale Enzyme gespalten und das Zytostatikum Monomethyl-Auristatin E freigesetzt. Der Wirkstoff wird zur Therapie des fortgeschrittenen Morbus Hodgkin und zur Behandlung des rezidivierten anaplastischen großzelligen Lymphoms eingesetzt.
Show moreCremen statt schlucken
Topische NSAR bei Arthrose ähnlich effektiv wie orale
Eine Cochrane Metaanalyse zeigt, dass topische nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) bei Arthrose an Hand und Knie Placebozubereitungen überlegen sind. Sie wirken dabei so gut wie orale NSAR, verursachen aber weniger Magen-Darm-Beschwerden [1].
Show moreVerstopfung nach Stufenschema behandeln
Wie soll eine chronische Obstipation behandelt werden? Antwort auf diese Frage gibt eine S2k-Leitlinie von DGNM und DGVS, die auf dem diesjährigen Kongress für Viszeralmedizin 2012 in Hamburg vorgestellt wurde. Sie empfiehlt eine Therapie nach Stufenschema, bei dem Allgemeinmaßnahmen und Ballaststoffe die Basis bilden. Es folgen Laxanzien, allen voran Makrogole, Bisacodyl und Natriumpicosulfat und, auf der nächsten Stufe, das Prokinetikum Prucaloprid. Vor der Therapie steht allerdings die Diagnose. Das gilt auch für die chronische Obstipation.Show moreTolvaptan bremst Zystenniere
Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (Zystenniere) zählt zu den häufigsten genetischen Erkrankungen. Bisher gibt es keine Möglichkeit, das unaufhaltsame Zystenwachstum zu stoppen, das mit einem fortschreitenden Nierenversagen einhergeht. Im Rahmen der TEMPO-Studie wurde nun der Einfluss des Vasopressin-Antagonisten Tolvaptan (Samsca®) auf die Zystenniere untersucht. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Zystenniere konnte reduziert und damit die Entwicklung einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz verzögert werden.Show moreGeringeres Risiko für primären Hyperparathyreoidismus
Frauen profitieren von Calciumzufuhr
Im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie mit Daten der Nurses’ Health Study I wurde seit Beginn im Jahr 1986 bis 2008 bei insgesamt 277 Frauen ein primärer Hyperparathyreoidismus diagnostiziert. Da im Rahmen dieser Kohortenstudie auch regelmäßig alle vier Jahre semiquantitativ die Aufnahme von Calcium über Nahrung und Supplemente erfasst wird, sind die Forscher um Julie Paik in Boston der Frage nachgegangen, ob die Calciumzufuhr einen Einfluss auf die Entstehung eines primären Hyperparathyreoidismus hat.
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Ein Schlaganfall-Patient
Patient Friedhelm Schumacher ist 61 Jahre alt. Um 7:40 Uhr erwacht er mit einer Schwäche und Gefühlsstörung der rechten Körperseite. Wenig später, so berichtet die Ehefrau, habe er auch nicht mehr sprechen können. Frau Schumacher bemerkt außerdem ein "schiefes Gesicht" und verständigt schon kurz danach den Notarzt. Show more"Gefährliches Johanniskraut"
In einem aktuellen Übersichtsartikel hat eine Arbeitsgruppe der China Medical University die publizierte Evidenz (Primär-, Sekundär- und Tertiär-Literatur) der Jahre 2000 bis 2010 zum Thema unerwünschter Interaktionen von Phytopharmaka und Nahrungsergänzungsmitteln mit klassischen Arzneimitteln systematisch recherchiert und ausgewertet. Obwohl die Arbeit epigonal ist und inhaltlich keine neuen Erkenntnisse bietet, rief sie ein breites Echo in der Fach- und Laienpresse hervor.Show more"Bewahren Sie Ihr Augenlicht"
Initiative informiert über Augenerkrankungen
Altersabhängige Makuladegeneration und diabetische Retinopathie sollten so früh wie möglich erkannt und konsequent behandelt werden. Denn nur so lässt sich das Risiko des Sehverlusts reduzieren. Die Initiative "Bewahren Sie Ihr Augenlicht" hat sich deshalb die Aufklärung auf die Fahnen geschrieben. Sie bietet umfangreiches Informationsmaterial und Ansprechpartner. So soll der Gang zum Augenarzt erleichtert und die Möglichkeit einer rechtzeitigen Intervention mit Erhalt des Augenlichts eröffnet werden.
Show moreBtM-Verschreibungspflicht für Tilidin/Naloxon
Retardierte Arzneiformen sind nicht betroffen
Ab dem 1. Januar 2013 werden Tilidin/Naloxon in schnell freisetzenden Arzneiformen der BtM-Verschreibungspflicht unterstellt, so fordert das die 26. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (26. BtMÄndv), die im Juli dieses Jahres beschlossen wurde. Hintergrund ist, dass Tilidin-haltige Lösungen mit schneller Wirkstofffreisetzung trotz des Zusatzes von Naloxon immer wieder mit gefälschten Rezepten missbräuchlich erworben wurden.
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