Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Neue Hinweise zu Captopril, Cefixim und Codein-Kombinationen
Captopril kann auch nach Jahren noch Angioödeme auslösen, Cefixim eine Enzephalopathie. Codein-haltige Schmerzmittel-Kombinationen bekommen gleich mehrere neue Warnungen. Neues gibt es auch bei Gabapentin. Was ändert sich in den Fach- und Gebrauchsinformationen?Show moreFrüher Beginn einer antiretroviralen Therapie verhindert möglicherweise HIV-Infektion
Ist die "functional cure" einer HIV-Infektion möglich? Das war sicherlich DIE spannende Frage auf der 20th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections, die vom 3. bis 6. März in Atlanta stattgefunden hat. Aufhänger war der Fall eines infizierten frühgeborenen Mädchens.Show moreBereits im Nanogramm-Bereich nachweisbar
(hel). Pharmakologen des Universitätsklinikums Heidelberg konnten erstmals zeigen, dass sich Wechselwirkungen von Medikamenten mithilfe winziger Dosen im Nanogramm-Bereich nachweisen lassen. Show moreHausärztliche Leitlinie „Multimedikation“ gibt Tipps
Medikationsmanagement ist schwer im Kommen. Mithilfe des Medikationsmanagements soll gewährleistet werden, dass jeder Patient notwendige Medikamente zum richtigen Zeitpunkt in adäquater Dosierung und geeigneter Darreichungsform erhält. Inhalte des Medikationsmanagements haben jetzt auch Eingang in die Hausärztliche Leitlinie gefunden, die Empfehlungen zum Umgang mit Multimedikation bei Erwachsenen und geriatrischen Patienten gibt.Show moreSchwarzes Dreieck für Arzneimittel | Keine neue Diätpille für Europa | EMA empfiehlt Indikationserweiterungen
Vitamin D und das Allergierisiko
Weltweit hat die Prävalenz allergischer Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen [1]. Bereits in den ersten Lebensjahren können sich allergische Erkrankungen als Nahrungsmittelallergie oder als atopische Dermatitis manifestieren. Später werden sie oft von respiratorischen Allergien mit Rhinitis allergica und/oder Asthma bronchiale abgelöst [2]. Umweltfaktoren und der jeweilige Lebensstil scheinen das individuelle Erkrankungsrisiko bedeutend zu beeinflussen. Seit Ende der 1990er Jahre wird auch über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und Allergien diskutiert [3, 4].Show moreRevival für Nalmefen zur Behandlung Alkoholabhängiger
Abstinenz ist für viele Alkoholabhängige ein sehr hoch, häufig zu hoch, gestecktes Ziel. Nun soll der Opioid-Rezeptormodulator Nalmefen, ein alter Wirkstoff mit neuer Indikation, Süchtigen helfen, den Alkoholkonsum lediglich zu reduzieren. Ende Februar hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung für Nalmefen (Selincro®) zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit erteilt. Die Markteinführung in Europa ist für Herbst dieses Jahres geplant.Show moreTyp-2-Diabetiker können gleich nach dem Spritzen essen
Insulinpflichtige Diabetiker halten normalerweise einen Spritz-Ess-Abstand: Bisher wurde darauf hingewiesen, nach der Insulinspritze eine Pause von 20 bis 30 Minuten einzuhalten, bevor etwas gegessen werden kann. Eine neue Studie des Universitätsklinikums Jena (UKJ) widerlegt diese These und zeigt, dass Patienten direkt nach dem Spritzen von Normalinsulin essen können, ohne dass der Blutzuckerspiegel zu stark ansteigt.Show morePositive Corticoid-Effekte sind nur von kurzer Dauer
Schmerzen aufgrund einer lateralen Epicondylitis werden durch Corticoid-Injektionen rasch behoben, allerdings kehrt der Schmerz nach kurzer Zeit wieder zurück. Physiotherapeutische Maßnahmen führen hingegen zu einem längerfristigen Erfolg, so das Ergebnis einer australischen Studie.Show more
Blutdruck runter, Blutzucker rauf
Von Verena Stahl | Bis zu 90% der Typ-2-Diabetiker leiden unter Hypertonie [1] und hypertone Diabetiker zeigen eine ausgeprägte Erhöhung ihres gesamten kardiovaskulären Risikos. Einer gut abgestimmten Therapie beider Erkrankungen inklusive der Einhaltung bestimmter Zielwerte kommt daher eine große Bedeutung zu. Jedoch gibt es auch antihypertensive Wirkstoffe, die diabetogen wirken und daher bei hypertonen Diabetikern vermieden werden sollten.Show more

Eine Patientin mit Juckreiz und Ödemen
Die 89-jährige Frau K. lebt seit Jahren in einem Seniorenwohnheim. Sie ist verwitwet und war früher Lehrerin. Nach einem leichten Schlaganfall im Jahr 2010 hat sich ihr Zustand verschlechtert. | Von Gabriele Baumgärtner, Markus Zieglmeier, Robert Hermann und Hartmut Derendorf
Show moreBritische Studie spricht von kausaler Assoziation
Seit 2010 besteht der Verdacht, dass zwischen der Pandemrix®-Impfung und dem Auftreten einer Narkolepsie ein Zusammenhang besteht. In mehreren europäischen Studien wurde dieser Frage nachgegangen, die jüngste Untersuchung hierzu wurde Ende Februar 2013 publiziert. Die Autoren sprechen von einer kausalen Assoziation zwischen der A/H1N1-Impfung und einer Narkolepsie, halten sich aber mit einer konkreten Einschätzung des Risikos zurück.Show moreHochdosiertes Calcium ohne Risiko für Frauen?
In einer breit angelegten US-amerikanischen Studie wurde der Zusammenhang zwischen regelmäßiger Calcium-Einnahme und dem Auftreten von Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Das erstaunliche Ergebnis: Die Einnahme von hochdosiertem Calcium erhöht das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben – allerdings überraschenderweise nur bei Männern. Frauen waren davon nicht betroffen.Show moreErster Vergleich antibiotischer Therapien bei akuten bakteriellen Hautinfektionen
Mit Tedizolid befindet sich eine Alternative zur Behandlung akuter bakterieller Hautinfektionen zum seit 2001 eingesetzen Linezolid in klinischer Prüfung. Beide Oxazolidinon-Antibiotika führen zu vergleichbaren klinischen Ansprechraten. Allerdings gibt es Hinweise auf leichte Vorteile von Tedezolid bei der Therapiesicherheit. Außerdem ist die Therapiedauer unter der neuen Substanz kürzer. Die ESTABLIH-1 Studie soll zeigen dass Tedizolid dem etablierten Linezolid nicht unterlegen ist.Show moreNeuer IL5-Antikörper Mepolizumab bei Asthma
Die Blockade von Interleukin 5 durch den monoklonalen Antikörper Mepolizumab senkt das Exazerbationsrisiko von Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma.Show moreEvidenzlage und Nebenwirkungen der Cholesterinsenker-Therapie
Von Olaf Rose | Cholesterin-Senker vom Typ HMG-Co-A-Reduktase-Hemmer gehören zu den weltweit mit am häufigsten eingesetzten Medikamenten. Dank ausgezeichneter Evidenzlage setzen viele Leitlinien wie der Third Report of the National Cholesterol Education Program (NCEP) seit über 10 Jahren auf Statine als Standard in der Therapie erhöhter Cholesterin-Werte. Die bekannteste Nebenwirkung ist spätestens seit dem Skandal um Lipobay® der gefürchtete Muskelabbau, die Rhabdomyolyse. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen niedrigen Coenzym Q10-Spiegeln, bedingt durch den Wirkmechanismus der Statine, und unerwünschten Wirkungen auf die Muskulatur wird diskutiert.Show more
Diabetes mellitus Typ 2
Seit dem ersten Pharmakologisch-Beitrag zu Diabetes mit dem Titel "Diabetes mellitus Typ 2– die Spinne im Netz des metabolischen Syndroms" (DAZ 5/2009, 424 – 443) hat sich im Bereich der Diabetes-Therapie eine der großen "Revolutionen" der Pharmakotherapie vollzogen: die oralen insulinotropen Sulfonylharnstoffe und Glinide werden durch Inkretin-Mimetika und Gliptine verdrängt. Dazu kommt noch mit den SGLT-2-Hemmstoffen ein weiteres neues Prinzip, nämlich die Förderung der Glucose-Ausscheidung mit dem Harn.
Von Thomas Herdegen
Cochrane Review bewertet topische Corticosteroide
Eine chronische Rhinosinusitis, die mit Nasenpolypen einhergeht, ist die Folge entzündlicher Schleimhautveränderungen in der Nase und den Nasennebenhöhlen. Es kommt zur Verengung der Luftwege, der oft mit einer Nasennebenhöhlen-Operation begegnet wird. Zudem gehören topische Corticosteroide zur Therapie der ersten Wahl. In einem Cochrane-Review wurde untersucht, welchen Stellenwert sie im Zusammenhang mit einer Operation haben.Show moreVereinzelte Todesfälle sorgen für Unruhe
In den letzten Tagen überschlugen sich wieder einmal die Meldungen zu einem angeblich "neuen Coronavirus", das neuerdings sein Unwesen treiben soll. "Gefährlicher Erreger: Neues Coronavirus umgeht Immunabwehr..." titelt der Focus. Der Spiegel weckt Neugier mit der Überschrift "Großbritannien: Patient stirbt nach Coronavirus-Infektion". Und die Welt überschreibt ihren Bericht mit "Neues Coronavirus trickst Immunsystem leicht aus". Was ist dran an diesen Meldungen, und wie hat man sie unaufgeregt zu werten?Show moreTherapieoptionen bei aktinischer Keratose im Vergleich
Aus einer aktinischen Keratose kann sich ein Plattenepithelkarzinom entwickeln, daher sollte sie grundsätzlich behandelt werden. Erfreulicherweise gibt es eine Vielzahl wirksamer Therapieoptionen, wie ein kürzlich veröffentlichter Cochrane-Review zeigt.Show moreSo wirken Notfallkontrazeptiva
Letzte Woche haben die deutschen Bischöfe entschieden, die "Pille danach" für vergewaltigte Frauen zu erlauben. Allerdings nur, wenn sie die Befruchtung verhindere, nicht aber zum Abort der befruchteten Eizelle führe. Aber wie wirken die in Deutschland auf dem Markt befindlichen Präparate zur Notfallkontrazeption eigentlich? Welche Unterschiede gibt es zwischen dem etablierten Levonorgestrel und dem neueren Ulipristalacetat und für wen eignet sich welches Präparat?Show moreLungenkarzinom überholt Mammakarzinom
In wenigen Jahren wird Lungenkrebs in Europa die häufigste Krebstodesursache bei Frauen sein und damit das Mammakarzinom überholen. Das zeigen neue epidemiologische Daten, die von italienischen und Schweizer Wissenschaftlern publiziert worden sind.Show moreTiefe Hirnstimulation auch in frühen Stadien
Die EARLYSTIM-Forschungsgruppe um Prof. Dr. Günther Deuschl von der Neurologie der Uni-Klinik Schleswig-Holstein in Kiel hat am 14. Februar eine viel beachtete Studie im New England Journal of Medicine zur frühzeitigen tiefen Hirnstimulation veröffentlicht. Sie könnte zu einem Paradigmenwechsel in der Parkinsonbehandlung führen und eine Option auch in wesentlich früheren Krankheitsstadien werden.Show moreNSAR Phenylbutazon in Fertiggerichten
Jeden Tag tauchen neue Meldungen über weitere Fertigprodukte auf, in denen als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch enthalten ist. Das ist zwar aus Sicht des Verbraucherschützers fragwürdig, stellt aber an sich keinerlei gesundheitliche Bedrohung dar. Nun wurde in einigen Proben der Stoff Phenylbutazon nachgewiesen. Ein Analgetikum aus der Gruppe der NSAR, das aufgrund seines Nebenwirkungspotenzials bei Menschen nur noch äußerst sparsam eingesetzt wird. Im Pferdesport wird es zur Leistungssteigerung verwendet.Show moreRechtliches
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