Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
Tecovirimat Siga bei Mpox nicht mehr zugelassen
Menschen mit Mpox dürfen Tecovirimat künftig nicht mehr erhalten, die Zulassung wird beschränkt. Grund ist eine fehlende Wirksamkeit. Bei Pocken und Kuhpocken bleibt das Virostatikum weiter zugelassen.Show more
Pille vergessen – was nun?
Von Verena Stahl | Gibt man in die Internetsuchmaschine Google den Begriff "Pille vergessen" ein, erhält man fast eine halbe Million Treffer. Diese erstaunlich hohe Trefferanzahl spricht Bände. Sie verdeutlicht einerseits, dass es scheinbar häufig Probleme bei der regelmäßigen Einnahme der beliebtesten Verhütungsmethode – der Pille – gibt. Sie zeigt mit ihren unzähligen Einträgen in Internetforen andererseits, dass bei diesem sensiblen Thema oft Beratungsbedarf besteht und weitreichende Folgen befürchtet werden. Nicht wenige Anwenderinnen suchen in der Apotheke Rat und wollen kompetent beraten werden.
Show moreNeue Therapieoption für Dialysepatienten
Colestilan (BindRen®) ist ein Phosphatbinder zur Behandlung der Hyperphosphatämie bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung im Stadium 5, die sich einer Hämodialyse oder Peritonealdialyse unterziehen. Durch die Bindung von Phosphat aus der Nahrung im Verdauungstrakt senkt Colestilan die Phosphatkonzentration im Serum.Show moreVerdacht auf erhöhtes Thromboembolierisiko
Der Überschuss von endogenem Cortison wird mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) in Zusammenhang gebracht, aber inwiefern auch exogen zugeführte Corticosteroide die Inzidenz von venösen Thromboembolien erhöhen, war bisher unklar. Eine dänische Kohortenstudie zeigte eine deutliche Risikoerhöhung ganz besonders für Lungenembolien bei Patienten unter Glucocorticoid-Therapie.Show moreAlte Krankheit mit neuem Gesicht
Wie verlaufen Windpocken bei Kindern, die eigentlich dagegen geimpft sind? Ist der Krankheitsverlauf in geimpften und ungeimpften Kindern derselbe? Mit dieser Frage beschäftigte sich kürzlich die kanadische Wissenschaftlerin Jessica C. Stovel.Show moreNutzen überwiegt dennoch Risiko
Eine Metaanalyse hat gezeigt, dass innerhalb von sechs Wochen nach einer Impfung gegen die pandemische Influenza A/H1N1 ein 2,35-fach erhöhtes Risiko besteht, am Guillain-Barré-Syndrom (GBS) zu erkranken. Ausgewertet wurden die Daten von 23 Millionen Personen, die sich während der Pandemie 2009 in den USA impfen ließen. Auch eine epidemiologische Studie des Paul-Ehrlich-Instituts weist auf ein erhöhtes Risiko hin.Show moreNur Panikmache oder wirklich ein Grund zur Sorge?
SARS 2002/2003, Vogelgrippe 2006, Schweinegrippe 2009, Coronavirus und Vogelgrippe 2013 – mehr oder weniger regelmäßig werden die Zeitungen geflutet von neuen viralen Erregern. Besteht Grund zur Sorge? Ein Meinungsbeitrag von Ilse Zündorf und Theo Dingermann.Show moreRuhen der Zulassung empfohlen
Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) bei der EMA empfiehlt, die Zulassung Tetrazepam-haltiger Arzneimittel ruhen zu lassen. Das ist das Ergebnis einer Neubewertung des Wirkstoffes aufgrund von Berichten über schwere Hautreaktionen und Kontaktdermatitiden unter Tetrazepam, die auf Antrag der französischen Aufsichtsbehörde gestartet worden war. Experten befürchten, dass durch das Ruhen der Zulassung und den erforderlichen Rückruf Tetrazepam-haltiger Arzneimittel eine große therapeutische Lücke entstehen wird, da keine gut erprobten Alternativen zur Verfügung stehen.Show moreKardiovaskuläre Risiken von Makrolid-Antibiotika
Makrolid-Antibiotika geraten immer mehr unter Verdacht, das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse und kardiovaskulär bedingter Mortalität zu erhöhen. Unter der Therapie mit allen Wirkstoffen der Gruppe sind eine Verlängerung des QT-Intervalls sowie eine Ausbildung von lebensgefährlichen Torsade-de-pointes-Arrhythmien belegt. Aber auch lange nach Absetzen von Clarithromycin können sich kardiovaskulär bedingte Ereignisse und Todesfälle manifestieren, wie britische Wissenschaftler jetzt feststellten.Show moreBegünstigt ein Mangel an Melatonin Typ-2-Diabetes?
Das Epiphysen-Hormon Melatonin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus, ist aber auch an zahlreichen weiteren physiologischen Prozessen beteiligt. Melatonin-Rezeptoren finden sich in vielen Geweben. Unter anderem soll Melatonin das Risiko beeinflussen, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie, die im Rahmen der großen Nurses’ Health Study stattfand, bestätigen einen Zusammenhang zwischen geringer Melatonin-Sekretion und Typ-2-Diabetes.Show moreRheuma erhöht das Herzinfarktrisiko
(hel). Bei Menschen mit entzündlichem Rheuma ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöht. Eine frühzeitige Behandlung des Rheumas könnte Betroffene auch vor den Gefäßschäden und ihren tödlichen Folgen schützen, wie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) jetzt mitteilte.Show moreErhöhtes Risiko bei hochpotenten Wirkstoffen
Akutes Nierenversagen unter einer Statintherapie wurde bisher meist nur in Zusammenhang mit der schwerwiegenden Komplikation Rhabdomyolyse betrachtet. Doch möglicherweise sind auch andere Faktoren nierenschädigend. Dies diskutieren Autoren einer Auswertung von Kohortenstudien und Metaanalysen mit über zwei Millionen Patienten aus Kanada, den USA und Großbritannien. Darin zeigte sich unter Behandlung mit den hochpotenten Wirkstoffen Atorvastatin, Rosuvastatin und Simvastatin eine signifikant erhöhte Rate von Hospitalisierungen infolge eines akuten Nierenversagens.Show moreFrauen in der Postmenopause profitieren
Die Langzeiteinnahme niedrig dosierter Acetylsalicylsäure besitzt hohe Relevanz in der Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Doch auch chemopräventive Effekte von ASS gelangen zunehmend in den Fokus medizinischen Interesses. Daten der Observationsstudie Women’s Health Initiative (WHI) zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von ASS einen protektiven Einfluss auf die Melanomentstehung bei postmenopausalen Frauen besitzt.Show moreKeine Auswirkungen auf die fetale Entwicklung in der Embryonalphase
Eine große epidemiologische Studie zeigte keinen Zusammenhang zwischen der mütterlichen Einnahme von Ondansetron während der Schwangerschaft und dem Auftreten fetaler Störungen. Obwohl ein potenzielles Risiko nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, erachten die Studienautoren die Einnahme von Ondansetron in der frühen Schwangerschaft für unbedenklich.Show moreL-Carnitin: nicht nur nutzlos, sondern schädlich
(jb). Der Verzehr von viel rotem Fleisch erhöht das Risiko für Herzerkrankungen, und zwar unabhängig vom Fett- und Cholesterol-Gehalt. Das gilt als belegt. US-amerikanische Forscher könnten jetzt die Ursache gefunden haben: L-Carnitin im Zusammenspiel mit Darmbakterien. Show moreFrühe Therapie kann Chronifizierung stoppen
Bei der Therapie von peripheren neuropathischen Schmerzen kommt es weniger auf die Ursache des Schmerzsyndroms an, als vielmehr auf die Frühzeitigkeit von Diagnose und Behandlung. Je kürzer die Schmerzkarriere, desto besser das Therapieansprechen und der Schutz vor Rezidiven. Das zeigen aktuelle Studiendaten mit hochdosiertem topischem Capsaicin.Show moreThrombin- und Faktor-Xa-Inhibitoren als Alternative
Was leisten die neuen oralen Antikoagulanzien Dabigatran, Rivaroxaban und Apixaban bei Patienten mit Vorhofflimmern? Sind sie Vitamin-K-Antagonisten überlegen und welche Vor- und Nachteile ergeben sich im Vergleich mit der herkömmlichen Standardtherapie? Mit diesen Fragen befasste sich Prof. Dr. Dietmar Trenk, Freiburg, beim 41. Schwarzwälder Frühjahrskongress am 24. März 2013 in Villingen.Show moreInteraktionen von Phytopharmaka mit konventionellen Arzneimitteln
Von Oliver von Richter und Robert Hermann | Extrakte aus dem Sonnenhut sollen das Immunsystem stärken und Erkältungen vorbeugen, Präparate mit getrocknetem Presssaft von Echinacea purpurea als Monotherapie oder in Kombinationspräparaten sind sehr beliebt bei sich anbahnenden Erkältungen mit Halsschmerzen. Gerade in Deutschland werden in der Selbstmedikation pflanzliche Arzneimittel in dem Glauben eingenommen, dass sie "natürlich" und damit "ungefährlich" sind. Vor allem bei älteren und chronisch kranken sowie multimorbiden Patienten, die eine Vielzahl von Arzneimitteln einnehmen, sind Interaktionen zwischen Phytopharmaka und Arzneimitteln prinzipiell möglich.Show moreWohin geht es in der Dermatologie?
Von neuen Therapien und Perspektiven
Welche Chancen wird die Dermatologie in Zukunft bieten? Welche Trends prägen das Fachgebiet? Für welche Erkrankungen zeichnen sich erfolgreiche neue Therapieansätze ab? Um diese Fragen ging es beim Symposium über "neue therapeutische Konzepte in der Dermatologie" im Rahmen der 17. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) am 21. März in Mainz.Show moreMittelmeerkost schützt das Herz
Eine Diät, die schmeckt und satt macht und auch noch das Herz schützt – das ist die sogenannte Mittelmeer-Diät, bei der viel Olivenöl und Nüsse verzehrt werden. Sie kann die Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse signifikant um 30 Prozent senken und die Gesamtsterblichkeit verringern.Show moreBlutungsgefahr unter Goji-Beeren | Dimethylfumarat von der FDA zugelassen
Wie Phytos und Arzneimittel interagieren
Teil 1: Einführung und klinische Problemstellung
Von Robert Hermann und Oliver von Richter | Phytopharmaka enthalten Vielstoffgemische organischer Verbindungen aus offizinellen Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen [1]. Sie genießen im Rahmen der komplementären und alternativen Medizin eine zunehmende Popularität und werden meist zur Behandlung leichter oder chronischer Beschwerden sowie zur Prophylaxe eingenommen. Gerade in Deutschland erfreuen sich Phytopharmaka wachsender Beliebtheit mit einem Anteil von ca. 22% der nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel, was einem aktuellen Jahresumsatz von etwa 1,2 Milliarden Euro entspricht. In den USA wenden schätzungsweise 12 bis 19% und in Kanada 9 bis 23% der Erwachsenen pflanzliche Arzneimittel an [2, 3, 4].Show moreKonkurrenz für Exenatide mit nur einmal täglicher Injektion
Ein HbA1c -Wert unter 7% ist einer der Zielparameter bei der Therapie des Diabetes mellitus. Wird dieser trotz Basalinsulin nicht mehr erreicht, kann eine Ursache die unzureichende Kontrolle der postprandialen Blutzucker sein. Vor Einführung der GLP-1-Agonisten waren Mischinsuline oder kurzwirksame Insuline Mittel der Wahl, diese Blutzuckerspitzen abzufangen. Der Preis: Gewichtszunahme und erhöhtes Hypoglykämierisiko. Nun steht zur postprandialen Blutzuckerkontrolle mit Lyxumia® neben Exenatide ein weiterer, sogenannter prandialer GLP-1-Agonist zur Verfügung.Show moreSchlaganfall – die Epidemie des 21. Jahrhunderts
Was muss der Apotheker wissen?
In Zukunft werden in der öffentlichen Apotheke vermehrt Fragen zur Therapie, Symptomatik und Prävention eines Schlaganfalls gestellt werden, da das Bewusstsein für präventive Maßnahmen wächst und seit kurzem neue Wirkstoffe zur Verfügung stehen. Was der Apotheker darüber wissen sollte, erläuterte Priv.-Doz. Dr. Dr. Lars Marquardt, Erlangen, beim 41. Schwarzwälder Frühjahrskongress am 23. März 2013 in Villingen.Show moreRechtliches
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