Arzneimittel und Therapie

Deutscher Apotheker Verlag - PROD
PDE-4-Inhibitoren: Zielgerichteter Eingriff ins Immunsystem
Die Hemmung der Phosphodiesterase 4 hat sich zur Entzündungshemmung bewährt, etwa bei Roflumilast (COPD) oder Apremilast (Psoriasis). Doch gastrointestinale Nebenwirkungen schränken den oralen Einsatz ein. Inhalative Applikation, spezifische PDE-4B-Inhibitoren sowie neue topische Wirkstoffe zeigen, wie sich die Klasse weiterentwickelt.Show more
Ein Patient mit koronarer Herzkrankheit
Sigfried Wenzel ist ein 74-jähriger Stammkunde Ihrer Apotheke. Er berichtet Ihnen, dass er in letzter Zeit unter Schwindel und schwankendem Blutdruck leidet. Bei körperlichen Tätigkeiten, wie Treppensteigen ist er schnell aus der Puste. Außerdem berichtet er von Schmerzen in den Knien. Im Gespräch erfahren Sie, dass Herr Wenzel keinen Alkohol trinkt, sich aufgrund der Knieschmerzen wenig bewegt und dass er vor zehn Jahren aufgehört hat, zu rauchen. Ab und zu trinkt er eine Tasse Kaffee. Die Patientenziele sind nicht erreicht und Herr Wenzel ist nicht optimal mit seiner bisherigen Therapie eingestellt. Schwindel und Blutdruckschwankungen sowie Schmerzen in den Knien machen einen dringenden Medikationscheck notwendig.
Show moreGleiche Quelle, gleiche Wirkung?
Von Markus Veit | Pflanzliche Arzneimittel in Deutschland sind bis auf eine Ausnahme nicht mit vollständigen Dossiers, sondern basierend auf ihrer allgemeinen medizinischen oder tradierten Anwendung zugelassen oder registriert (s. DAZ 2014, Nr. 31, S. 44). Dabei stellt sich nun die Frage, inwieweit man Produkte, die aus dem gleichen Pflanzenausgangsmaterial hergestellt wurden, vergleichen kann, oder – im Apothekenalltag wichtiger – wann auf pharmakologische und klinische Daten, die mit einer spezifischen Zubereitung erhalten wurden, Bezug genommen werden kann. Letztlich geht es darum, unter welchen Bedingungen Produkte, mit denen keine spezifischen Daten etabliert wurden, gleich oder austauschbar mit solchen sind, mit denen Daten generiert wurden.Show more
Unterversorgt
Von Verena Stahl | Ein im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) oft vernachlässigter Aspekt ist die Unterversorgung mit Arzneimitteln (engl. underprescribing). Zu Unrecht, denn die Nichtverordnung einer indizierten Arzneimitteltherapie stellt ebenso eine Fehlverordnung und wichtige Ursache unzureichender Behandlungsqualität dar wie die Überversorgung mit Arzneimitteln. Dies ist insbesondere bei den kardiovaskulären Erkrankungen brisant, deren Morbidität und Letalität sich mit medikamentöser Therapie relevant reduzieren lässt. Gerade ältere Patienten und Frauen erhalten nicht alle bei ihnen indizierten Arzneimittel, trotz oft vorhandener Polypharmazie.Show moreHilfe bei trockener Haut
Wenn trockene Haut zur Qual wird, greifen viele Menschen zu Linola® – und das schon seit Generationen. Gerade feierte die Traditionsmarke der Dr. Wolff-Gruppe ihr 75-jähriges Bestehen. Das Unternehmen selbst blickt sogar auf eine über 100-jährige Erfolgsgeschichte zurück.Show moreHPV-Impfung auch für Jungen?
Die Empfehlungen für eine Ausweitung der HPV-Impfung werden derzeit erneut diskutiert. Ein Ende Juli im British Medical Journal veröffentlichtes Statement spricht sich für eine Impfung von Jungen und Mädchen mit der tetravalenten Vakzine aus.Show moreASS gegen Krebs?
Acetylsalicylsäure (ASS) wird zur Sekundärprophylaxe eines erneuten Schlaganfalls oder Herzinfarkts eingesetzt. Ein Nachteil ist dabei das vermehrte Auftreten von Blutungen. Neueste Daten weisen nun darauf hin, dass ASS die Mortalität dennoch deutlich senken könnte, und zwar durch eine tumorpräventive Wirkung.Show moreHDL-Erhöhung ohne Nutzen
Die Debatte um die Rolle von LDL- und HDL-Zielwerten hat neues Futter: Keinerlei Schutzwirkung vor Infarkten und Herztod bescheinigt die bisher größte Endpunktstudie zur HDL-Erhöhung der Kombination Niacin/Laropiprant (Tredaptive®). Jedoch wurden schwere unerwünschte Wirkungen beobachtet, unter denen ein erhöhtes Diabetesrisiko hervorstach. Angesichts des negativen Nutzen-Risiko-Verhältnisses sollte Niacin nicht mehr routinemäßig eingesetzt werden, so Kommentatoren. Die Studie wirft die Frage auf, ob HDL überhaupt als kausaler Risikofaktor für atherothrombotische Ereignisse zu sehen ist. Show moreBrinzolamid/Brimonidin als Fixkombination | Obinutuzumab zugelassen
Entwarnung für COX-Hemmer
Cyclooxygenase-Inhibitoren (COX-Inhibitoren, syn. nicht-steroidale Antirheumatika) können über einen längeren Zeitraum eingenommen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen. In welchem Ausmaß einzelne Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac oder die Coxibe das Risiko beeinflussen, wird kontrovers diskutiert. Eine weitere Auswertung der Women’s Health Initiative untersuchte nun, ob kardiovaskuläre Ereignisse bei postmenopausalen Frauen mit der Einnahme von NSAR assoziiert sind und ob es einen Zusammenhang mit der Selektivität für die beiden Isoformen der Cyclooxygenase (COX 1 und COX 2) gibt. Wir baten den Pharmakologen Prof. Dr. Thomas Herdegen um eine Bewertung der Studie.Show moreRechtliches
© 2026 Deutsche Apotheker Zeitung