Was uns die Entwicklungen in den USA lehren
Von Monika Alter,
Paul Doering und
Hartmut Derendorf
Stellen Sie sich vor, Sie beginnen gerade einen neuen Arbeitstag. Sie betreten die Apotheke, doch begeben sich nicht hinter den Verkaufstisch. Sie gehen stattdessen in Ihr Beratungszimmer; Ihr Patient wartet dort bereits. Auf dem Tisch liegt ein Haufen Medikamente: frei verkäufliche wie verschreibungspflichtige, pflanzliche Produkte und Nahrungsergänzungsmittel. Das alles hat der Patient mitgebracht, er sollte schließlich alles einpacken, was er gerade so einnimmt. Sie schließen die Tür und atmen tief durch. Für die nächsten 60 Minuten gehört Ihre Aufmerksamkeit ganz dem Patienten: allen Erkrankungen, der gesamten Medikation sowie allen Problemen, die sich dadurch auftun. Nach einer Stunde verlässt der Patient sichtlich erfreut Ihre Apotheke; nie hat sich jemand so viel Zeit für ihn genommen und alle Fragen so genau erklärt. Sie atmen auf und begeben sich an Ihren Computer. Sie stellen eine Kostenrechnung für dieses Beratungsgespräch auf, die Sie noch am gleichen Tag der Krankenkasse zur Abrechnung zufaxen.