Sie sind hier: Tagesnews-Spektrum > News

Spektrum

Rund 96 Prozent der Teilnehmer stimmten bei unserer DAZ.online-Umfrage gegen eine Apothekenpflicht. (Foto: knotsmaster - Fotolia.com)

Rund 96 Prozent der Teilnehmer stimmten bei unserer DAZ.online-Umfrage gegen eine Apothekenpflicht. (Foto: knotsmaster - Fotolia.com)

DAZ.online-Umfrage zu E-Zigaretten

Große Mehrheit für freien Verkauf

Stuttgart - Die Mehrheit der DAZ.online-Leser sieht die E-Zigaretten im freien Verkauf außerhalb der Apotheke. Bei unserer DAZ.online-Umfrage stimmten lediglich 3,5 Prozent dafür, die elektrische Zigarette wie ein Arzneimittel zu behandeln und unter die Apothekenpflicht zu stellen. Viele Teilnehmer posteten, die elektrische Zigarette sei weniger schädlich als die Tabakzigarette.

Bei E-Zigaretten verdampfen Liquids mit Nikotin sowie weiteren unterschiedlichen Inhaltsstoffen und werden inhaliert. Sie sollen als rauchfreie Alternative zur herkömmlichen Zigarette dienen, weshalb sie äußerlich der klassischen Zigarette nachempfunden sind – so wird beispielsweise mittels einer LED-Lampe die Glut einer normalen Zigarette imitiert.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatte vor den elektrischen Zigaretten gewarnt, weil Dosis und Wirkung der zusätzlich zum Nikotin in den Kartuschen enthaltenen Substanzen derzeit noch nicht geklärt seien. Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hatte die Bezirk- und Kreisaufsichten auf das mangels erforderlicher arzneimittelrechtlicher Zulassung ihrer Meinung nach bestehende Handels- und Verkaufsverbot hingewiesen. Daraufhin verteidigten die E-Zigaretten-Händler das eigene Produkt: Die elektrische Zigarette sei erheblich weniger schädlich als Tabakzigaretten, so der Verband des deutschen E-Zigarettenhandels. Ein Verbot sei darüber hinaus nicht zulässig, weil weder Arzneimittel- noch Medizinproduktegesetz Regelungen zur E-Zigarette treffen.

Wir fragten die DAZ.online-Leser nach ihrer Meinung zur Frage, ob E-Zigaretten wie Arzneimittel behandelt und daher nur in der Apotheke und mit entsprechender Beratung abgegeben werden sollten. Rund 96 Prozent der Teilnehmer stimmten bei unserer DAZ.online-Umfrage gegen eine Apothekenpflicht. Lediglich 3,5 Prozent sähen es gerne, dass die elektrische Zigarette nur in Verbindung mit einer entsprechenden Beratung in Apotheken abgegeben werden darf. Weniger als ein Prozent legte sich in dieser Frage nicht fest.

Die Umfrageteilnehmer sehen in den elektrischen Zigaretten eine weniger schädliche Variante zur Tabakzigarette. Weil die Tabakzigarette frei erhältlich sei, sollte dies auch für die elektrische Variante gelten: „An den Folgen des Tabakrauchens sind in den letzten 100 Jahren Millionen von Menschen vorzeitig gestorben. Obwohl die Gefahren seit Jahren bekannt sind, wurde das Rauchen niemals generell verboten. Mittlerweile wird jede Packung mit Warnhinweisen bedruckt, welche auf die Gefahren des Rauchens hinweisen. Die Entscheidung darüber, ob er sich dieser Gefahr aussetzt, liegt beim Konsumenten.
Daher sollte ein entsprechender Warnhinweis bei den viel weniger giftigen E-Zigaretten ebenfalls genügen“, kommentierte ein Teilnehmer.

Ein weiterer Teilnehmer postete, für den Fall, dass die E-Zigarette wie ein Arzneimittel behandelt werde, müssten die Tabakzigarette und Zigarren wohl ein „Fall für den Hochsicherheitstrakt einer Apotheke“ sein, denn sie enthielten weitaus mehr Schadstoffe als die E-Zigarette. Sein Fazit daher: Wenn Apotheke, dann nur, wenn alle Tabakwaren dorthin wandern. Dem schloss sich eine weitere Teilnehmerin an: „Solange eine Tabakzigarette mit 4000 Inhaltsstoffen, davon mind. 90 krebserregend, im freien Verkauf erhältlich ist, sollte es die E-Zigarette und deren Liquids, die lediglich 3-4 Inhaltsstoffe haben, die nicht verbrannt werden, schon erst recht sein.“

Lesen Sie hierzu auch:

Arzneimittel oder nicht?: Steffens warnt vor E-Zigaretten

E-Zigaretten: Händler mahnen Kritiker ab

Juliane Ziegler / 11.01.2012, 10:51 Uhr

Kommentare:

12345  nächste 
Peter Voss sagt:
05.03.2012 02:50

Zu Erst einmal vielen Dank für diesen Bericht in dieseer Zeitung. Eine solche Berichterstattung und solche Umfragen würde ich mir in der Tagespresse wünschen, die ja ihr Geld nicht zuletzt durch Journalismus verdienen (abgesehen von Werbung). Warum das dort anders gehandhabt wird lässt leider nur noch böse Schlüsse (von Faulheit bis hin zur Bestechlichkeit) zu. Als Optimist vertraue ich darauf: Alles wird gut.
Als Damfer seit 4 Monaten kann auch ich von all den beschriebenen gesundheitlichen Verbesserungen berichten.
Ich würde mir wünschen, dass die Apotheker, auch wenn sie kein Liquid verkaufen, bei Nachfragen mit objektiven Informationen aufwarten könnten und wenn sie gar davon überzeugt sind zum Umstieg auf die E- Zigarette raten würden, so wie es viele Ärzte schon tun. Es würde mit mehr...

Stefan Taubert sagt:
24.01.2012 04:03

Auch meinen Dank für diesen Artikel, der endlich einmal relativ wertfrei die Fakten darlegt.
Ich dampfe seit gut 5 Monaten. Eine "Wunderheilung" sämtlicher Raucherkrankheiten, die definitiv ausschliesslich durch das Rauchen verursacht werden, gab es bei mir noch nicht. allerdings sind mir - nach derzeitigem Wissen - sowas wie Lungen-Kehlkopf-Luftröhren und sonstige Krebserkrankungen noch erspart geblieben - deswegen auch keine "Heilung" davon.
Was allerdings tatsächlich passiert ist, möchte ich gerne einmal aufzählen :
Ich habe nichtmal mit dem Ziel das Rauchen aufzugeben, mit dem Dampfen angefangen. Ich habe 28 Jahre lang jeden Tag zwischen 25-40 Kippen weggezogen. Ich habe nur nach einer alternative gesucht, um den Dreck um meinen PC-Arbeitsplatz herum zu mehr...

Dampfzeug sagt:
23.01.2012 23:07

Kompliment für den ausgewogenen Artikel, der m. E. die gegenwärtige Situation gut wiederspiegelt.

Das elektrische Dampfen als nicht so schädliche Alternative zum Tabak rauchen hat längst die Realität vieler Menschen erreicht.

Verbote schaffen Schwarzmärkte u. kriminalisieren die Nutzer und wären ein Schildbürgerstreich, angesichts der Inhaltsstoffe, die bis auf Nikotin welches in Tabakprodukten frei verkäuflich ist, allesamt als unbedenklich eingestuft sind.

Andere Länder sind uns da vorraus, in den USA hat das Verbieten auch nicht geklappt und in Groß Britannien ist die Regierung sogar so klar bei Verstand, die Situation richtig zu erkennen und Elektrisch Dampfen zu empfehlen!

Eugen sagt:
17.01.2012 22:34

Super Bericht !!!! Ich bedanke mich dafür.

Bitte weiter so.

Dampfer voraus!

Simone sagt:
13.01.2012 12:36

Zitat:
"Tabakwaren werden in Deutschland besteuert. Der Steueranteil einer Zigarette besteht aus der Tabaksteuer sowie der Mehrwertsteuer. Er beträgt momentan etwa 76 % des Preises einer Zigarette. Die Höhe der Tabaksteuer wird gesetzlich festgelegt. Sie ist in den letzten Jahren mehrfach angehoben worden, in den Jahren 1998 bis 2001 moderat von 7,57 Cent auf 8,02 Cent pro Zigarette. In den Folgejahren (ab 2001) stieg die pro Zigarette zu entrichtende Tabaksteuer auf 13,93 Cent (seit 2008).

Das Tabaksteueraufkommen lag im gleichen Jahr (2003) bei rund 14,095 Milliarden Euro. Im Jahr 2007 wurden durch die Tabaksteuer 14,248 Milliarden Euro eingenommen."

So viel dazu, dass der Staat angeblich nur 19 % MWSt an den Pyros verdient. Von daher logisch, dass Fr. Steffens so gegen mehr...

Inge sagt:
12.01.2012 15:59

Ich habe 40 Jahre Pyros geraucht und bin jetzt aufs Dampfen umgestiegen. Seither geht es mir DEUTLICH BESSER! Bessere Kondition, keine Kreislaufbeschwerden mehr etc. etc.! Ein Unterschied wie Tag u. Nacht!

Ich dampfe jetzt viel weiger Nikotin (medium oder zero)!

Und Frau Steffens soll sich jetzt mal gepflegt raushalten!
Bin drauf u. dran, diese ständig hetzende Dame zu verklagen!!!

(Wo ist eigentlich ihr Verbot, genmanipulierte Lebensmittel zu verkaufen? Denn auch dafür gibt es KEINE LANGZEITSTUDIEN (= 20 Jahre minimum!), auf denen sie so gerne herumreitet!

Und wie sieht es eigentlich mit NIKOTINFREIEN Liquids aus? Auch ab in die Apotheke?

Meine FORDERUNG (und die Apotheken mögen sich dann bei Steffens & Co. bedanken):

ALLE mehr...

Theo sagt:
12.01.2012 11:08

Nicotin an der Tankstelle, Paracetamol auf Rezept - brauchen wir noch eine Apothekenpflicht?

Apotheker B sagt:
11.01.2012 22:00

O.K.

...alles abgehakt,..aber "Apotheker gibt Online-Anleitung zur Inhalation von Scheibenwaschwasser" wäre schon mal eine Schlagzeile wert;-)
5. -12,90€ für 10ml (keine Ahnung was das sonst kostet), wenn viel zu teuer, schade! Aber vielleicht gibt´s ja noch die tollen Apothekentaler dabei (Kot..).

Gute Nacht dann auch noch.

Linne sagt:
11.01.2012 21:02

Ich hätte nichts dagegen die Liqiuds in einer Apotheke zu kaufen. Dann muss ich nicht 3-4 Tage wegen der Lieferzeit warten.

Ich sehe aber schon den preislichen Unterschied zwischen Apotheken und Online-Shops. Wenn ich mir im Internet ein Starterset der eGo-T mit 2 e-Zigaretten kaufe zahle ich round about 65€. In einer Apotheke zahle ich für eine schon diesen Preis...
Selbst der Apotheker bei mir um die Ecke hat mir geraten alles rund um die e-Zigarette im Internet zu kaufen, weil es viel günstiger ist.

Michael R. sagt:
11.01.2012 20:18

@ Apotheker

1. jut, sind wir uns da schon mal einig. :-)
2. wer reichert denn Liquids mit Mittel für die Scheibenwaschanlage an?
3. Mir ist sehr wohl bewußt, daß es so einiges an Stoffen in Lebensmitteln, von denen
wir gar nichts wissen wollen. Um mal beim Nicotin zu bleiben: Die meisten, wenn nicht
alle Nachtschattengewächse enthalten es, z.B. Kartoffel, Tomate, Aubergine, Paprika
4. Nun, zumindest ich bin nicht euphorisch. Aber ich merke halte deutliche und spürbare
Unterschiede. Wie halt viele andere auch.
5. Hier muß ich jetzt mal zugeben, daß ich zuwenig von ihrem Geschäft verstehe. Von daher
halte ich mich da besser zurück. Allerdings möchte ich doch eines noch anmerken, daß es
bereits wenigstens eine Apotheke gibt, die Liquid als mehr...

12345  nächste 

Kommentar abgeben:

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

 

 

 

Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:

RSS-Feed Tagesnews Alle

RSS-Feed Tagesnews Spektrum

 Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.