Wie viele Apotheken sind genug?

Overwiening: „Politik verfolgt keinen konkreten Plan, Apotheken zu dezimieren“

Berlin - 20.01.2023, 07:00 Uhr

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening: „Jede einzelne Apotheke ist wichtig und ist uns wichtig.“ (Foto: ABDA)

ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening: „Jede einzelne Apotheke ist wichtig und ist uns wichtig.“ (Foto: ABDA)


Wie viele Apotheken sind nötig, um die flächendeckende Arzneimittelversorgung sicherzustellen? Manch eine:r munkelt, die Politik – und möglicherweise gar die ABDA – hätten bei dieser Frage eine konkrete Zahl vor Augen. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening weist solche Vermutungen rundweg zurück und vermutet dahinter eine Angst, nicht gewollt zu sein.

Seit Jahren hört man immer mal wieder, dass die mittlerweile merklich sinkende Apothekenzahl eigentlich ganz im Sinne von Politik und auch der Standesvertretung ist. Dahinter steckt auch die (zu) schlichte Überlegung, dass die Arzneimittelversorgung günstiger gehalten werden könne, wenn der Kuchen auf weniger Apotheken aufgeteilt würde und jeder Betrieb damit am Ende größer und effizienter wäre.

Aber wie viele Apotheken sind wirklich nötig, um die flächendeckende Versorgung sicherzustellen? 12.000, 15.000, 18.000? Oder sind diese Zahlen alle zu gering? ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening will von solchen Gedankenspielen gar nichts wissen. Im Gespräch mit der DAZ stellt sie unmissverständlich klar: „Die ABDA arbeitet auf gar keinen Fall daran, die Apothekenzahl zu reduzieren. Jede einzelne Apotheke ist wichtig und ist uns wichtig“. Es gehöre zur Daseinsberechtigung der Apotheken in ihrer jetzigen Struktur, dass sie die flächendeckende Versorgung sichern. Genau das erwarteten die Menschen – und auch die Kommunen. „Allein unsere Bürgermeisterkampagne hat gezeigt, dass es den Kommunen sehr wichtig ist, mindestens eine Apotheke zu haben und zu halten“. Overwiening versichert: „Wir setzen alles daran, diese Flächendeckung mit all unserer Kraft zu erhalten“.

Politik muss für Apotheken sensibilisiert werden

Und die ABDA-Präsidentin ist überzeugt, dass die Politik das nicht anders sieht. Schließlich haben die Mitglieder des Bundestages alle einen Wahlkreis – und dort fordern die Bürger:innen ihre Apotheke vor Ort ein. Overwiening räumt ein, dass manche Politiker:innen möglicherweise keinen Bezug zur Apotheke haben, weil sie selbst gesund sind und bisher keinen Bedarf haben. Es könne daher sein, dass sie gar nicht wissen, was aufs Spiel gesetzt wird, wenn man Apotheken vernachlässigt. Aber die Präsidentin hat keinen Zweifel: „Politik verfolgt keinen konkreten Plan, Apotheken zu dezimieren“ – solche Unterstellungen sind für sie von einer aus zu wenig Selbstbewusstsein erwachsenden Angst geprägt. Eher fehle es an Interesse für die Bedeutung der Apotheken. „Wir müssen also Politik dafür sensibilisieren, dass sie sich für Apotheken interessieren“. Es gebe schließlich so viele Themen, die Abgeordnete im Kopf haben müssten – gerade jetzt, da Krieg in der Ukraine herrscht, Inflation und Energiepreise steigen. „Da macht sich doch die Politik keine strategischen Gedanken, ob sie lieber 18.000 oder 15.000 Apotheken hätte“, ist sich Overwiening sicher.

Eine klare Meinung hat die ABDA-Präsidentin zudem zu der Frage, was passieren muss, wenn die sinkenden Apothekenzahlen auch zu größeren Verbünden führen, die am Ende so stark und damit teuer werden, dass sie nicht mehr verkauft werden können. Deshalb an den bestehenden Strukturen mit Fremd- und Mehrbesitz zu rütteln und möglicherweise Finanzinvestoren den Weg zu ebnen, kommt für sie ganz und gar nicht infrage. Solche Verbünde müssten im Zweifel eben zerschlagen werden. „Sorry, das en bloc zu verkaufen geht dann eben nicht“. Wer so etwas als Unternehmensgruppe verkaufen wolle, hätte nicht selbstständige:r Apotheker:in werden dürfen, sondern einen Job in einem anderen, weniger dem Gemeinwohl verpflichteten Unternehmen wählen müssen.

Kommt in die Kammern und Verbände – Einladung an alle Kritiker:innen

Overwiening hat im Übrigen auch eine Botschaft an all jene, die die Standespolitik kritisieren: Sie sind herzlich eingeladen, den Schulterschluss zur ABDA zu suchen. „Ich bin offen für jeden Austausch und nehme auch Kritik gerne an, weil ich davon überzeugt bin, dass wir voneinander lernen können“. Die ABDA-Präsidentin ist sicher, dass bei aller Kritik auch viel Gutes gedacht wird, das sich in die Berufspolitik einbauen lässt. Sie ermuntert die Kolleginnen und Kollegen ebenso, sich mit ihren Ideen und ihrem Enthusiasmus in den Kammern und Verbänden zu engagieren. „Wir brauchen auch da die konstruktiv kritischen Geister!“ 

Wovor Overwiening jedoch warnt ist, dass sich Kritiker:innen, gegebenenfalls auch im Verbund mit Gleichgesinnten, öffentlich als Gegenentwurf zur ABDA positionieren. Denn damit gäben sie den Widersachern Futter. „Damit schaffen sie die Basis für einen Spaltkeil zwischen uns“, so die ABDA-Präsidentin. Es dürfe nicht dazu kommen, dass sich die ohnehin recht kleine Apothekerschaft in noch kleinere Teile spalte und am Ende selbst zerlege – das könnte manchem Interessenvertreter oder auch Politiker zupasskommen. 


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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20 Kommentare

Wie viele Apotheken sind genug?

von B.S. am 22.01.2023 um 10:13 Uhr

Ganz einfache Antwort: es sind mindestens 4000 Einwohner pro Apotheke nötig, um vernünftig wirtschaften zu können! Die Beschränkung der Niederlassungsfreiheit hätte niemals aufgegeben werden und der Mehrbesitz nie erlaubt werden sollen. Meiner Meinung nach gibt es in der Tat - vorallem in den Städten- zu viele Apotheken, ist leider so! Wozu braucht man in einem Straßenzug drei Apotheken?

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Sensibilisierung!

von Thomas Eper am 21.01.2023 um 11:31 Uhr

Sehr geehrte Frau Kollegin Overwiening, die Politik muss für Apotheken sensibilisiert werden. Dann fangen Sie damit endlich an!
Es kann doch nicht sein, dass jeden Tag eine Apotheke schließt, weil unser Honorar seit fast 20 Jahren nur um 3 % (drei!!!) erhöht wurde. Inflationsbereinigt haben wir eine ca. 45% Honorarkürzung!
Es kann auch nicht sein, dass wir für die Fehler der Ärzte (teilwiese tausende € !) zahlen müssen (Retaxe).
Es kann doch nicht sein, dass die Politiker das nicht wissen!

Stoppen Sie das Apothekensterben und sichern Sie die Arzneimittelversorgung der deutschen Bevölkerung indem Sie die Politiker für die beschämende wirtschaftliche Situation der meisten Apotheken sensibilisieren.
Ergreifen Sie die erforderlichen Maßnahmen, erzielen Sie Erfolge für uns.
Wenn Sie das nicht können, treten Sie bitte zurück!

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es wird Zeit

von Dieter Dosquet am 20.01.2023 um 22:18 Uhr

es wird Zeit für eine zweite Stimme wie ein starke FA, was sie einzig zu den huflahmen Wolf, Quotenossi Schmidt auf die reihe bekommen haben, ist das sie ein Gebärdensprache die keiner versteht in den Ring geworfen haben. Meine Sympathie gilt klar Daniela Hänel und einer starken FA. Sie Frau Präsidentin und alle in der ABDA haben ihre Schäfchen im Trockenen, ich übrigens dankenswerter Weise auch. Ich würde bekloppt, wenn ich noch im HV stehen würde und mich ihre Schlurigkeit direkt beträfe. Die ABDA hat seit 20 Jahren keine Berechtigung, Berufsvertretung ist sie jedenfalls nicht.

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AW: es wird Zeit

von Dieter Dosquet am 20.01.2023 um 22:53 Uhr

P.S. Es sollte nicht heißen Daniela Hänel trifft GRO, sondern umgekehrt, GRO zu Gast bei Daniela Hänel und darf auch mal was äußern.

vielleicht stimmt das sogar

von Dr. House am 20.01.2023 um 18:28 Uhr

....Vielleicht sind wirklich alle Verantwortlichen nicht am Verfall des Gesundheitssystems, Rentensystems, Wohlstands, gesellschaftlichen Zusammenhalts,.... interessiert. Vielleicht sind sie einfach nur alle unfähig... Warum beruhigt mich das nur leider nicht? Und wie will man jemanden völlig unfähigen sensibilisieren? Da ist doch erst Recht Streik die einzige wirksame Chance.... Alle 4 Jahre wird neu gewählt. D.h. ich habe genau 2 Jahre Zeit als Lobby die Politiker zu überzeugen und die schaffen vielleicht gradeso in den verbliebenen Monaten ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Wie genau sensbibilisiert man Politiker in 2 Jahren effektiv und wirksam? Wenn Sie es können - sehr gut, bitte schreiben Sie, werte Frau Overwiening, dazu einen ausführlichen QMS Vorgang, damit auch ein Kleingeist wie ich es verstehe....

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Dauerschleife ABDA

von Dorf-Apothekerin am 20.01.2023 um 14:00 Uhr

Frau Overwiening, wo haben Sie bisher gelebt?
--Schon Anfang der 90er Jahre vertrat der BAV die Meinung, dass es 10% zuviel Apotheken gäbe. Ich bin daraufhin aus dem BAV ausgetreten. Seit Anfang der 2000er Jahre hat die SPD mit Ulla Schmid und Karl Lauterbach die Pläne für MVZ's in der Schublade. Die 'Flächendeckung' mit MVZ's kommt ganz gut ohne ländliche Gemeinden aus.
Diese Fakten sind bei der ABDA bis heute nicht angekommen.
--Die Aussage, die Flächendeckung zu erhalten ist allein schon falsch. Sie muß wieder hergestellt werden. Gerade in den Flächenstaaten ist die Fläche nicht mehr abgedeckt. Bei uns gibt es auf ca. 400 qkm keine Apotheke mehr. --Was die Ängste und unser Selbstbewußtsein betrifft, da wurde durch die Standesvertretung, die Aufsichtsbehörden und die Politik hart dran gearbeitet Ängste zu schüren und das Selbstbewußtsein gar nicht erst aufkommen zu lassen: Seit über 700 Jahren heißt es 'recipe'! i-Tüpfelchen waren und sind wichtiger als der Blick auf das Ganze. Das Apothekerchen hatte zu funktionieren und nicht zu fordern.
Was uns jetzt treibt ist existenzielle Todesangst. Das Selbstbewußtsein aufzubauen dauert zu lange, da sind wir eher gestorben.
--Wir werden nicht mehr als Pharmazeuten mit Erfüllung eines öffentlichen Auftrages gesehen, sondern nur noch als Kaufleute, ob wir das wollen oder nicht. Und in der Wirtschaft muß knallhart verhandelt werden können. Und man muß den Filz kennen, um von ihm nicht eingepackt zu werden. Da muß man niemanden sensibilisieren. Eine fatale Denkweise! Auf der Intensivstation muß der Arzt auch nicht erst für den Zustand seines Patienten sensibilisiert werden. Er muß handeln!
-- Alle Kritiker sollten ja nicht in die Verbände gehen. Sie würden genauso blind und im Mühlrad zerkleinert. Es braucht den Blick von außen. Ist unsere Meinung nur etwas wert, wenn wir so viel verdienen, dass wir uns dieses Ehrenamt leisten können?
--Die ABDA hat Angst vor Spaltung! Eine Einheit hat es doch nie gegeben, jeder hat für sich gekämpft. Ihr ist nicht bewußt, dass wir nur noch eine Herde irrender Schafe sind ,ohne Hirte und uns dort anschließen, wo es noch ein Fünkchen Hoffnung gibt. Und da wo es Einigkeit gibt, wird sie von der ABDA als Konkurrenz gesehen, anstatt sie zu nutzen und uns zusammenzuschweißen.
-- Liebe ABDA verlaßtl Euren Standeshimmel und bemüht Euch runter auf die Erde zu Euren KollegInnen, stellt Euch auf die gleiche Ebene, dann werdet Ihr wieder Augen für das Elend bekommen.
--

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AW: Dauerschleife ABDA

von Linda F. am 20.01.2023 um 15:14 Uhr

Ich kann Ihnen nur zustimmen! Wo soll unser Selbstbewusstsein denn herkommen? Von der letzten Honorarkürzung oder der Tatsache, dass unsere Vergütung in den letzten fast 20 Jahren in Summe nicht angehoben wurde, während die Kosten für den Betrieb einer durchschnittlichen Apotheke im selben Zeitraum um mindestens 40% gestiegen sind? Davon ganz bestimmt nicht. Auch nicht davon, dass das BMG lieber in Gesundheitskioske investiert als in die bestehenden Strukturen.
Gemeinsame Streikmaßnahmen könnten ein neues Selbstbewusstsein innerhalb der Apothekerschaft auslösen, vor allem dann, wenn wir merken - und das würden wir - dass es an uns keinen Weg vorbei gibt und die Politik unseren Forderungen entgegenkommen muss. Offensichtlich mangelt es aber am Willen und am Selbstbewusstsein unserer Standesvertretung einen solchen, in unserer Lage inzwischen notwendigen Schritt zu gehen.

Konkreter Plan??

von Thomas Beck am 20.01.2023 um 13:14 Uhr

Man könnte doch im Berliner ABDA-Hauptquartier auch einmal in Fachliteratur investieren?

Wie wäre es mit dem Titel "Endspiel des Kapitalismus. Wie Konzerne die Macht übernehmen und wie wir sie zurückholen"
Verfasser: Dr. Norbert Häring, Wirtschaftsjournalist, Handelsblatt, auch Betreiber des Blogs "Geld&mehr", www. norberthaering.de
Das könnte helfen, die Zusammenhänge und die aktuelle Politik besser zu verstehen.

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„Politik verfolgt keinen konkreten Plan, Apotheken zu dezimieren“

von Heiner U am 20.01.2023 um 9:44 Uhr

Sehr interessante Wortwahl von Frau Overwiening. Natürlich verfolgt die Politik kein konkretes Maß, auf das wir reduziert werden sollen. Das passiert alles indirekt durch den realen, also inflationsbereinigten Entzug von Geldern, die wir dringend bräuchten, um die Arzneimittelversorgung aufrechtzuerhalten und das Überleben unserer Apotheken zu sichern. Diesen inflationsbereinigten Entzug über Jahre und Jahrzehnte überlebt langfristig kein Berufsstand. So ist es auch bei uns - die Netto-Schließungszahlen steigen stark an. Wir werden also nicht konkret - aber dennoch geplant - von der Bundesregierung dezimiert. Um diesen Niedergang zu verhindern, bräuchte es dringend Streikmaßnahmen (Kündigung der Lieferverträge, Einschränkung der Notdienste, etc.) solange wir noch politisches Gewicht haben. Mit jeder Apotheke, die schließt, wird dieses politische Gewicht geringer und damit auch die Chance, in Zukunft die Rahmenbedingungen wieder etwas mehr zu Gunsten der Apotheken verändern zu können. Es betrifft uns also alle. Wir müssen jetzt gemeinsam für ein besseres Apothekenhonorar streiken, bevor es gänzlich zu spät ist!

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Keinen plan Apotheken zu dezimieren

von Pille62 am 20.01.2023 um 9:20 Uhr

.......niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!

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AW: Keinen plan Apotheken zu dezimieren

von A.B. am 21.01.2023 um 11:21 Uhr

Seit dem am Anfang der Corona-Zeit von höchster politischer Stelle proklamiert wurde, dass Masken nichts helfen (nur weil man nicht genügend hatte, selbst das Gesundheitspersonal nicht), traue ich im Zweifelsfall keinen politischen Aussagen mehr!
Fakt ist, dass durch Sparmaßnahmen, keine adäquate Anpassung des Gehalts etc. die Ausübung des Berufs nicht attraktiver wird! Im meinem Semester hat dies zu Folge, dass die meisten Absolventen in das besser bezahlte Ausland oder in die Industrie abwandern! Da helfen auch keine größeren Absolventenzahlen. Wenn sich die Leute überhaupt noch für dieses Studium entscheiden, schauen sie sehr wohl danach nach den Verdienstaussichten! Von irgendetwas muss man in den Zeiten höherer Preise leben können! Und hilft es auch nicht, wenn die Arbeit on der Apotheke an sich gut gefällt ( was mit Lieferengpässen, Präqualifizierung, Hash-Code, etc. auch immer weniger wird), sondern man muss auch konkurrieren können mit dem Gehalt anderer Studienabgänger- die jungen Leute sind ja nicht blöd!

Spaltkeile

von Tobias Kast am 20.01.2023 um 9:17 Uhr

Sehr geehrte Frau Overwiening,

nachdem Sie den Hammer jetzt aus der Hand gelegt haben, würde ich Ihnen gerne weitere Perspektiven aufzeigen;
"Solche Verbünde müssten im Zweifel eben zerschlagen werden. [...]" passt zwischen;
- Betriebe in einem Unternehmen, die gemeinsam effizienter sind als alleine,
- Kollegen in einem Unternehmen, die gerne zusammen arbeiten,
- Angestellte und ihr Unternehmen, die gerne die Vorzüge eines großen Unternehmens nutzen (Flexibler, Spezialisierungen, ...),
- Angestellte und ihr Ehrenamt, die die Flexibilität ihres Arbeitgebers für ein standespolitisches Engagement nutzen,
- potentielle Nachwuchs-Offizin-Apotheker und ihre Ambitionen,
- Apotheken und die Flächendeckung, wenn die nächste Filiale nicht dazu genommen wird, weil man Angst hat keinen Käufer mehr zu finden und zerschlagen zu werden,
[... ich könnte hier noch länger weiter machen, aber ich denke der Grundgedanke kommt an ...]
- die standespolitischen Organisationen und ihre Haupt-Beitragszahler,

So sehr ich manchem zustimmen mag - ich bin nicht der Meinung, dass dies die einzige Antwort (noch dazu in dieser Form) sein kann und darf.

MfG
Tobias Kast

PS:
Nicht Inhaber oder Angestellter in einem potentiell betroffenen Konstrukt

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Zitat

von Thomas B am 20.01.2023 um 9:14 Uhr

Ich darf an dieser Stelle an eine Zitat von - Gott hab ihn selig - Herrn Ströbele erinnern, der einst zu Standesvertretern sagte :
"Dann quälen wir euch eben so lange, bis wir die [Apotheken]Zahl erreicht haben, die wir uns vorstellen".

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Totalversagen beim Apothekenhonorar

von Arne Mann am 20.01.2023 um 9:07 Uhr

Welcher andere Berufsstand lässt sich in Zeiten einer solch hohen Inflation auf eine HonorarKÜRZUNG ein?! Das ist doch absoluter Wahnsinn und nichts anderes als eine Politik der Apothekenvernichtung, die von der ABDA mindestens geduldet wird.
Die Kosten für Löhne, Miete, Software, Rezeptabrechnungen usw. werden auch dieses Jahr wieder deutlich steigen. Wenn es demgegenüber bei der Honorarkürzung bleibt, werden 2023 nicht 500, sondern eher 1.000 Apotheken für immer schließen müssen. Für den Fall, dass das von der ABDA nicht gewollt ist, hätte sie etwas dagegen tun müssen!
Falls es dabei bleibt und unser Honorar nicht bald deutlich auf ein angemessenes Niveau angehoben wird, geht Gabriele Overwiening als ABDA-Präsidentin in die Geschichte ein, die den Untergang der Apotheken vor Ort zu verantworten hat.

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AW: Totalversagen beim Apothekenhonorar

von Karl Friedrich Müller am 20.01.2023 um 11:38 Uhr

Das hat schon ihr Vorgänger, Friedemann Schmidt, zu verantworten, der, glaube ich, noch Kammerpräsident in Sachsen ist.
Er hat konsequent Forderungen nach mehr Honorar ignoriert, weil er ums Verrecken die pdl durchboxen wollte. Seitens der Politik kam wohl die klare Ansage: beides gibt es nicht.
Hinter dem Wahnsinn steht die ganze ABDA, also auch der DAV, der uns wirtschaftlich vertreten sollte, was ja auch nie klappt. Verträge mit den KK zu unserem Nachteil. Die Standesvertretung ist ein unprofessioneller Haufen, der und nur schadet. Letztes Desaster: VSA.
Die Politik hat keine Ahnung von unserer Tätigkeit und so kursieren eben (negative) Vorurteile. Die Äußerungen sind eindeutig. Wenn man dann noch Vorteile von Versendern annimmt, ist doch alles klar. Die sponsern wohl auch die Gematik. Die Augen vor solcher Einflussnahme zu verschließen, finde ich schon fast kriminell.

Konkret nicht

von ratatosk am 20.01.2023 um 8:59 Uhr

Sicher keine konkrete Zahl, das würde die Bürokraten auch überfordern. Langsames Erdrosseln trifft es sicher besser, da weiß man auch nicht ganz genau, wann das Opfer erstickt und man kann mal mehr oder weniger zuziehen.
Wenn ich meine Tomatenpflanzen nicht mehr gieße, gehen die auch ein, so einfach ist das.
Bei Karl ist dies jedem der es sehen will völlig klar. Für die SPD waren schon immer konzerngeführte Strukturen beliebt, da man dann Gewerkschaften installieren kann etc.

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Konstruktiv kritische Geister…

von Ulrich Ströh am 20.01.2023 um 8:28 Uhr

..wir brauchen auch in den Kammern konstruktiv kritische Geister…

Stimmt ! Da muss sich noch viel verändern.

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.

von Anita Peter am 20.01.2023 um 8:28 Uhr

"Overwiening: „Politik verfolgt keinen konkreten Plan, Apotheken zu dezimieren“"

Hat Ihnen bestimmt ein Poltiker gesagt Frau Overwiening? Wer nicht völlig sediert ist und nicht 2 große Fleischtomaten auf den Augen hat, der weiss, dass genau das der Pan ist!
Und die obere Hälfte profitiert ja vom aktuellen Geschehen, darum hält die ABDA schön die Füße still.

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Es passt nicht zusammen

von Linda F. am 20.01.2023 um 8:17 Uhr

Das, was Overwiening hier behauptet und die Standespolitik der ABDA passen nicht zusammen. Sie hat unsere Interessen in den letzten Jahren in keinster Weise angemessen vertreten und bspw. bis heute nicht konkrete Honorarforderungen an die Politik gerichtet, obwohl uns allen klar ist, dass das mit Abstand das dringendste Thema ist. Mindestens 12 Euro Packungshonorar wären angesichts der Inflation der letzten Jahre angemessen, dazu eine merkliche Erhöhung der variablen Vergütung auf zumindest 5% angesichts der zunehmenden unternehmerischen Risiken, denen wir ausgesetzt sind. Das haben auch viele Kollegen an anderer Stelle gefordert, doch die ABDA regt sich nicht und schaut scheinbar lieber zu, wie jeden Tag mehr und mehr Apotheken schließen müssen. So ist es doch kein Wunder, dass bei vielen Kolleginnen und Kollegen inzwischen jegliches Vertrauen in unsere Standesvertretung verloren gegangen ist.

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Wie viele Apotheken sind genug? Overwiening: „Politik verfolgt keinen konkreten Plan, Apotheken zu dezimieren“

von Bernd Haase am 20.01.2023 um 7:19 Uhr

Seit 20 Jahren keine Anpassung der apothekerlichen Vergütung. Das ist wirklich kein konkreter Plan !

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