Semesterstart Pharmazie

Von Analytik bis Zauberei – ABC für Erstsemester

Stuttgart - 05.10.2022, 09:15 Uhr

Nicht immer bunt und farbenfroh: Der Weg zum approbierten Giftmischer. (Foto: shaiith / Fotolia)

Nicht immer bunt und farbenfroh: Der Weg zum approbierten Giftmischer. (Foto: shaiith / Fotolia)


In diesen Wochen beginnt an den Universitäten das neue Semester – auch eine neue Charge Pharmaziestudenten sitzt gerade zum ersten Mal im Hörsaal. Aufregender Anfang oder beängstigender Beginn? Was man als Pharmaziestudenten-ABC-Schütze wissen sollte – die DAZ hat sich Gedanken gemacht.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – sagt Hermann Hesse. Und so ein klein wenig von Zauberei und Hexenküche hat das Pharmaziestudium durchaus. Ob es nun ein guter Zauber oder böser Zauber ist – darüber scheiden sich bei den Pharmaziestudenten die Geister. Es hält sich allerdings hartnäckig das Gerücht: Letzteres sei der Fall. Nichtsdestotrotz sind Erstsemester gespannt, erwartungsvoll, freuen sich auf die Uni und das Studentenleben und gehen optimistisch ans Werk. Und vielleicht sind Hesses romantische Einstellung und ein leicht verklärter Blick durch die rosarote Erstsemester-Studentenbrille durchaus nicht verkehrt, wenn man sich in den Strudel des Pharmaziestudiums stürzen will.

ABC für Pharmaziestudenten

Welche Ersti-Fehler sollten Pharmaziestudenten vermeiden? Wer wird für die nächsten acht Semester die Wege der Pharmaziestudenten kreuzen? Und was hilft den Pharmaziefrischlingen, sich an der Uni zurechtzufinden? Das kleine DAZ-Einmaleins rüstet angehende Apotheker.

 

Mit den Assistenten sollte man sich gut stellen. Sie entscheiden über Wohl und Wehe bei den Analysen und den Protokollen. Bestandene Laboranalysen sind in der Regel Voraussetzung für die Zulassung zu den Klausuren. Fehlen diese, bedeutet das in der Regel: Nachkochen. Also nochmals die Schutzbrille auspacken und den Bunsenbrenner anwerfen. Solche „Nachkoch-Termine“ für nicht bestandene Laboranalysen sind natürlich generell lästig. Und liegen zeitlich obendrein meist direkt vor den Klausuren.

 

Bibliotheksausweis besorgen und Bücher insbesondere vor Klausuren rechtzeitig reservieren. Es könnte nämlich sein, dass sich die Klausur im Semester bereits rumgesprochen hat und der Rest der Pharmazeutentruppe erstaunlicherweise ebenfalls auf diese Klausur lernen muss. Schnell ist die Bibliothek leergefegt von klassischen Standardwerken wie Ehlers Analytik. Was dann hilft? Ein dickes Bankkonto oder nette Eltern, die die Fachbücher finanzieren. Immerhin geht es ja um die Zukunft ihrer Kinder – und um ihre Rente. Wenn das keine überzeugenden Argumente sind?!

 

Trotz Verschlafens und 15 Minuten Verspätung pünktlich in der Vorlesung sein? Traumhaft, im wahrsten Sinne des Wortes. Cum tempore oder das akademische Viertel macht das möglich. C.t. ist somit eine der wichtigsten Zeitangaben im Studium – den Busfahrplan ausgenommen. Bei allen Vorlesungen, die 8 Uhr c.t. beginnen, kann man getrost um 8:15 Uhr im Hörsaal Platz nehmen. Erste Reihe dann natürlich. Mindestens genau so wichtig wie 15 Minuten länger schlafen am Morgen, ist die Deckung des körperlichen Grundbedürfnisses nach Café: Die Caféteria, bei eingefleischten Studenten kurz Caféte, mit Betonung auf der zweiten Silbe, wird für die kommenden vier Jahre somit fortwährende Versorgungsstation. Im Laufe der Semester entwickelt man allerdings durch chronischen Abusus eine Resistenz gegen den Weckeffekt des Xanthinderivats. Und im zweiten Semester wirkt die wasserfreie Bestimmung des Coffeins meist auch nur wenig stimulierend auf die Studenten – sondern bringt diese eher auf die Palme.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Tränen gelacht

von Robert Rabe am 21.11.2016 um 15:00 Uhr

Ich danke für diesen wunderbaren und treffenden Beitrag, der mir den trüben Novembernachmittag versüßt.

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