NRW hat rund 7.300 Impfdosen erhalten

Impfstoff gegen Affenpocken soll an Apotheken der Universitätskliniken gehen

Stuttgart - 21.06.2022, 07:00 Uhr

Impfstoff gegen Affenpocken – momentan werden Jynneos-Chargen für den europäischen Markt geliefert. (b/Symbolfoto: Tobias Arhelger / AdobeStock)

Impfstoff gegen Affenpocken – momentan werden Jynneos-Chargen für den europäischen Markt geliefert. (b/Symbolfoto: Tobias Arhelger / AdobeStock)


Das Land Nordrhein-Westfalen hat am vergangenen Freitag rund 7.300 Impfdosen gegen Affenpocken erhalten. Der Pockenimpfstoff kommt vom Bund und muss bei minus 20 Grad Celsius transportiert und gelagert sowie nach dem Auftauen innerhalb von zwölf Stunden verimpft werden. Vor diesem Hintergrund wird an einem Verteilsystem an die Apotheken der Universitätskliniken gearbeitet, hieß es am Freitag. 

Eine Impfstofflieferung gegen Affenpocken hat NRW erreicht. Die Handhabung des tiefgekühlten Impfstoffes ist allerdings nicht leicht. Deshalb soll er an Apotheken der Universitätskliniken gehen.

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Es handelt sich um rund 7.300 Impfdosen. Der Pockenimpfstoff dritter Generation komme vom Bund und sei am Freitag geliefert worden, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums der dpa. Der Impfstoff muss allerdings bei minus 20 Grad Celsius transportiert und gelagert sowie nach dem Auftauen innerhalb von zwölf Stunden verimpft werden. 

Vor diesem Hintergrund werde an einem Verteilsystem an die Apotheken der Universitätskliniken gearbeitet. Um kurzfristig die Möglichkeit zu schaffen, in medizinisch begründeten dringenden Einzelfällen gegen Affenpocken impfen zu können, sollten voraussichtlich am Samstag zunächst einige wenige Impfdosen an die Apotheken der Universitätskliniken in Köln und Düsseldorf geliefert werden, hieß es am vergangenen Freitag. Sollte es im Verlauf des Wochenendes oder Anfang nächster Woche aus medizinischen Gründen geboten sein, Einzelpersonen zu impfen, könne dies im Rahmen einer ärztlichen Einzelfallentscheidung an diesen Universitätskliniken erfolgen, hieß es. Die weiteren Universitätskliniken des Landes seien darüber informiert, erläuterte der Ministeriumssprecher.

Auszug aus Fachinformation des Af­fen­po­cken-Impf­stoffs 

Über den Internetauftritt des Paul-Ehrlich-Institus (PEI) kann die Fachinformation zum Affenpocken-Impfstoff aufgerufen werden – dort heißt es: „Imvanex ist in der Europäischen Union als Pockenimpfstoff jedoch noch nicht als Affenpockenimpfstoff zugelassen. In den USA ist dieses Arzneimittel unter dem Namen Jynneos zugelassen als Impfstoff zur Vorbeugung von Pocken- und Affenpockenerkrankungen bei Erwachsenen ab 18 Jahren, bei denen ein hohes Risiko für eine Pocken- oder Affenpockeninfektion 
besteht. Momentan werden Jynneos-Chargen für den europäischen Markt geliefert. Es wird bestätigt, dass die folgenden Informationen für Imavanex und Jynneos anzuwenden sind. [...] 

Jynneos-Chargen sind nur mit einer Lagertemperatur von -15 °C bis -25 °C ausgezeichnet. Die folgenden Informationen sind für die Jynneos-Chargen gültig. 

3 Jahre bei -20 °C ± 5 °C 

5 Jahre bei -50 °C ± 10 °C 

5 Jahre bei -80 °C ± 10 °C 

Nach dem Auftauen sollte der Impfstoff sofort verwendet werden; andernfalls kann der Impfstoff – sofern er zuvor bei -20 °C ± 5 °C aufbewahrt wurde – vor der Anwendung für 12 Stunden bei 2 °C – 8 °C im Dunkeln gelagert werden. Den Impfstoff nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Affenpocken für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten, wie sie in der vergangenen Woche mitteilte. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht die STIKO bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Auch Personal von Speziallaboratorien komme unter Umständen für eine vorsorgliche Impfung infrage, teilte die STIKO mit.

Nach Auskunft des Landesgesundheitsministeriums sind bislang in Nordrhein-Westfalen 43 Affenpockenfälle bestätigt (Stand Freitag). Verdachtsfälle müssten nicht gemeldet werden, deshalb lägen dem Ministerium dazu keine Zahlen vor, erläuterte der Sprecher. Die ersten drei bestätigten NRW-Fälle waren vor dreieinhalb Wochen in Köln bekannt geworden. Dem RKI sind mit Stand Freitag 338 Affenpockenfälle aus elf Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) übermittelt worden, wie das Institut zur Situation in Deutschland im Internet ausführt.

Die Europäische Union hat rund 110.000 Dosen Impfstoff gegen Affenpocken gekauft. Wie die EU-Kommission mitteilte, wurde der Vertrag mit dem Unternehmen Bavarian Nordic über 109.090 Dosen Impfstoff der dritten Generation am vergangenen Dienstag geschlossen. Er soll den 27 EU-Staaten sowie Norwegen und Island zur Verfügung stehen.


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