AZ-Tipp

Erfolgskonzept Kaminaufstieg

09.05.2022, 12:00 Uhr

Vom Teammitglied in die Führungsrolle: Die richtige Kommunikation ist gefragt. (c / Foto: shock / AdobeStock)

Vom Teammitglied in die Führungsrolle: Die richtige Kommunikation ist gefragt. (c / Foto: shock / AdobeStock)


Man arbeitet viele Jahre zusammen, ist gar befreundet, und dann fällt die Entscheidung, dass Sie die Filialleitung oder die Apotheke übernehmen. Der Freude über die neue Herausforderung folgen direkt die Gedanken, was nun passiert. Alles bleibt beim Alten? Ganz sicher nicht. Was genau passieren wird, kann keiner voraussagen, denn der Kaminaufstieg ist staubig, steil und nicht störungsfrei. Die gute Nachricht – es sind schon viele durch diese Stolperfallen gegangen. Also warum nicht daraus lernen?

Sie sitzen mit Ihrem Chef zusammen und sind sich einig, dass Sie künftig eine Führungsposition einnehmen. Ob das nun die Filialleitung ist oder Sie die Apotheke übernehmen: Es gilt, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge anzugehen. Wer kommuniziert jetzt eigentlich wann und wie? Den richtigen Zeitpunkt, um es zu kommunizieren, gibt es nicht. Allerdings empfiehlt es sich, dies zeitnah nach der Entscheidung und gemeinsam zu tun. Der Flurfunk funktioniert meist besser, als Sie denken. Die Neuig­keiten persönlich in einem Teammeeting zu verkünden, ist ein geschätzter Weg. Davor sollte Ihr Chef mit eventuellen Mitbewerbern sprechen und Sie mit den Ihnen besonders nahen, vertrauten Personen aus dem Team. Im Teammeeting kann Ihr Chef den Kollegen direkt vermitteln, warum die Filialleitung durch Sie besetzt wird. Falls es sich um eine Übernahme handelt, ist es besonders wichtig, den Übergabezeitpunkt und den groben Rahmen zu kommunizieren. Sie sollten als neuer, zukünftiger Chef auch die Gelegenheit nutzen, kurz etwas dazu zu sagen. Floskeln wie „Es bleibt alles beim Alten“ oder „An sich wird sich nichts ändern“ nehmen Ihnen die Kollegen nicht ab.

Aber was ist richtig? Wenn Sie genau hinschauen, entdecken Sie das Wort UNIKAT in Kommunikation. Einzigartig sind wir per Definition als Mensch ohnehin und trotzdem verbiegen wir uns zu oft oder imitieren andere. Seien Sie daher von Anfang an authentisch und sagen Sie, wie es ist: eine Veränderung, die alle betrifft und die sie nun gemeinsam angehen. Vielleicht auch, dass Sie froh sind, nicht als Externer einzusteigen, sondern die einzelnen Teammitglieder kennen und deren Stärken zu schätzen wissen. Die Reaktionen sind eventuell anders, als Sie erwarten – sowohl positiv als auch negativ. Es gilt, die Sensoren zu aktivieren: Ein Kommentar mit Augenzwinkern, ein Blick oder gar kein Blick – das kann von Bedeutung sein. Natürlich müssen Sie nicht alles auf die Goldwaage legen, dennoch können es Indizien sein. Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagte schon, wir können nicht nicht kommunizieren – achten Sie daher verstärkt auf die nonverbale Kommunikation.

Dann kommt der erste Tag als Chef. Endlich, Sie haben so lange und hart dafür gearbeitet. Aber alles, was Sie benötigt haben, um dahin zu kommen, macht Sie noch nicht zu einer guten Führungskraft. Der Motivationsexperte Reinhard K. Sprenger würde sagen, Sie müssen jetzt Fremdoptimierer werden. Es geht nicht mehr darum, selbst Höchstleistungen zu erzielen, sondern das Beste aus Ihrem Team und jedem Einzelnen herauszuholen.

Was Sie dabei in den ersten Wochen beachten sollten, nicht nur im Umgang mit den Mitarbeitern, sondern auch angesichts der Veränderungen der eigenen Arbeitssituation, erklärt Dani Hildebrand, Impuls- und Strukturgeberin für Apothekeninhaber, im dritten Teil unserer Mini-Serie „Wer ist hier der Boss?“ in der aktuellen AZ 2022, Nr. 19, S. 6


Apotheker Zeitung (AZ)
redaktion@daz.online


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