Nahrungsergänzungsmittel

Bayerns Apotheker warnen vor falschen Werbeversprechen

München - 29.04.2022, 07:00 Uhr

BLAK und BAV raten von einer unbedarften Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ab. (s / Foto: IMAGO / Westend61) 

BLAK und BAV raten von einer unbedarften Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ab. (s / Foto: IMAGO / Westend61) 


Abnehmen ohne Diät? Heilung von schwerwiegenden Krankheiten? Wenn Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln mit solchen Versprechungen werben, ist Vorsicht geboten: Was sich zu gut anhört, um wahr zu sein, ist es meist auch, warnen Apothekerkammer und -verband aus Bayern. Stattdessen drohen oftmals Wechselwirkungen mit möglicherweise regelmäßig anzuwendenden Arzneimitteln.

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind sehr beliebt. Allerdings sollten Verbraucherinnen und Verbraucher Werbung für diese Produkte immer kritisch hinterfragen, betonen die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) und der Bayerische Apothekerverband (BAV) in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom gestrigen Donnerstag. „Die Versprechen hören sich oft verlockend an, zum Beispiel Heilung von schwerwiegenden Krankheiten ohne Nebenwirkungen oder Abnehmen ohne Diät“, sagt Apotheker Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern. „Aber wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist das oft schlicht erfunden.“

Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, das Apothekenpersonal um Rat zu fragen. „Die Apotheken in Bayern informieren die Patientinnen und Patienten kompetent und unabhängig darüber, woran Schwindelprodukte erkennbar sind und welche Präparate in welcher Lebenssituation wirklich helfen“, berichtet Schmitt. Im Gegensatz zu Medikamenten können NEM nicht nur über die Apotheke, sondern auch über andere Vertriebswege wie Lebensmittelhandel, Direktvertrieb oder das Internet verkauft werden. Obwohl NEM oftmals in Form von Tabletten oder Dragees angeboten werden, sind sie nämlich keine Arzneimittel, betonen BLAK und BAV. Sie müssen deshalb kein Zulassungsverfahren durchlaufen, sondern unterliegen nur einer Registrierungspflicht.

In der Apotheke beraten lassen

Anwenderinnen und Anwender sollten sich unbedingt in der Apotheke zur Einnahme beraten lassen. „Gerade wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte nicht unbedarft zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen“, unterstreicht Schmitt. „Denn es kann zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Grund hierfür sind die Inhaltsstoffe wie zum Beispiel pflanzliche Bestandteile, Vitamine, Mineralstoffe oder Fettsäuren in den Präparaten. Sie alle können dazu führen, dass Arzneimittel weniger oder gar nicht mehr wirken.“



Deutsche Apotheker Zeitung
redaktion@daz.online


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