Nasensprays und Sublingual-Film

Nadelfreie Adrenalin-Applikatoren in der Entwicklung

Stuttgart - 18.03.2022, 11:45 Uhr

Neben zwei Nasensprays (hier Neffy) erprobt die Firma „Aquestive Therapeutics“ derzeit einen sublingual verabreichten Briefmarken-großen Film (AQST-109). (c / Screenshot: ars-pharma.com (18.03.2022)) 

Neben zwei Nasensprays (hier Neffy) erprobt die Firma „Aquestive Therapeutics“ derzeit einen sublingual verabreichten Briefmarken-großen Film (AQST-109). (c / Screenshot: ars-pharma.com (18.03.2022)) 


Adrenalin-Pens haben hinsichtlich ihrer Aktivierung in der Vergangenheit des Öfteren Probleme gemacht. Deshalb sollen Allergiker immer zwei Adrenalin-Pens mit sich führen. Weniger fehleranfällige Alternativen wären nadelfreie Systeme. Drei solche sich in der Entwicklung befindliche Adrenalin-Applikatoren wurden auf der diesjährigen American Academy of Allergy, Asthma & Immunology vorgestellt. 

ARS Pharmaceuticals und Bryn Pharma haben jeweils ein Epinephrin-Nasenspray entwickelt (Neffy 1 mg und BRYN-NDS1C 6,6 mg) und auf der diesjährigen „American Academy of Allergy, Asthma & Immunology“ vorgestellt. 

In einer randomisierten Phase-I-Studie im Cross-over-Design wurden die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von „Neffy 1 mg“ im Vergleich zu zwei Autoinjektoren (EpiPen 0,3 mg und Symjepi 0,3 mg) sowie einem intramuskulär applizierten Epinephrin-Präparat an 171 gesunden Probanden verglichen. Unter dem EpiPen dauerte es etwa zwölf Minuten, bis die maximale Plasmakonzentration (tmax) erreicht war. „Neffy 1 mg“ lag mit einer tmax-Zeit von 20 Minuten in der Mitte, am längsten benötigte das intramuskulär applizierte Präparat (40 min). 

Das Spray konnte von allen Probanden in einer simulierten Notfallsituation sicher angewendet werden. ARS hofft auf eine Zulassung seines Sprays im kommenden Jahr. Aber auch das Nasenspray von Bryn Pharma überzeugte in einer Pharmakokinetik-Studie: So war sowohl unter Selbstanwendung als auch unter Applikation von Fachpersonal eine tmax-Zeit von etwa 20 Minuten messbar. 

Ein ganz anderes Darreichungsprinzip erprobt die Firma „Aquestive Therapeutics“ mit seinem sublingual verabreichten Briefmarken-großen Film (AQST-109). Einmal unter der Zunge appliziert, wird ohne Schlucken und ohne die Zugabe von Wasser Epinephrin freigesetzt. So konnten bereits nach etwa 15 Minuten maximale Plasmaspiegel unter AQST-109 gemessen werden. Bei ähnlich schnellen tmax-Zeiten wie den bisher zugelassenen Autoinjektoren stellen alle drei Devices vielversprechende Alternativen dar.

Literatur

Abstracts #006, #009 und Poster # L37 des American Academy of Allergy, Asthma & Immunology (AAAAI) Annual Meeting, 25. bis 28. Februar 2022


Marina Buchheit, Apothekerin
redaktion@daz.online


Deutsche Apotheker Zeitung / dm
redaktion@daz.online


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