FUTUREPHARM

Mitarbeitersuche 2022: Wie gewinnt man das Interesse des Nachwuchses?

Berlin - 15.03.2022, 13:45 Uhr

Anike Oleski und Anja Paape waren bei der FUTUREPHARM live zugeschaltet und sprachen mit DAZ-Herausgeber Peter Ditzel darüber, wie sie die Personalsuche angehen. (Foto: DAV/Hahn)

Anike Oleski und Anja Paape waren bei der FUTUREPHARM live zugeschaltet und sprachen mit DAZ-Herausgeber Peter Ditzel darüber, wie sie die Personalsuche angehen. (Foto: DAV/Hahn)


Apotheken brauchen für neue Dienstleistungen viel Manpower, doch der Fachkräftemangel macht es bereits jetzt schwer, neue Team-Mitglieder zu finden. Die Apothekerinnen Anike Oleski und Anja Paape von den Berliner Medios Apotheken zeigten den Zuschauern der FUTUREPHARM am vergangenen Freitag ein Arsenal an Möglichkeiten auf, um Nachwuchskräfte auf die Apotheke aufmerksam zu machen. Dabei gilt es ihrer Meinung nach nicht nur, neue Kanäle im Blick zu behalten, sondern auch die Bedürfnisse der jüngeren Generation.

Eine der größten Bedrohungen der Institution Apotheke ist aktuell der Personalmangel. Zahlreiche Apotheken Deutschlands versuchen Lücken im Team zu schließen oder suchen Nachfolger:innen für die Übernahme. Aber wo die Leute hernehmen – und wie?

Anike Oleski, Inhaberin der Medios Apotheken Berlin, und Anja Paape, die dort auf die Mitarbeitersuche spezialisiert ist, erklärten auf der FUTUREPHARM am 11. März, mit welchen Mitteln und Wegen sie in ihrem Apothekenverbund Personal binden und finden – die FUTUREPHARM ist Teil der INTERPHARM online 2022. 

Eine wichtige Rolle spielt in ihren Augen die Stellenanzeige. Doch wie sieht eine gute Stellenanzeige aus? Anike Oleski gibt drei Tipps: „Selbstlob minimieren, Arbeitgeberleistungen authentisch aufführen und auf Augenhöhe kommunizieren, dabei aber die Zielgruppe beachten.“

Veranstaltung verpasst?

Kein Problem! Wer nicht live dabei sein konnte, kann die Veranstaltung ab kommenden Dienstag noch bis zum 2. Mai 2022 als Video ansehen. Tickets und weitere Infos gibt es hier!

Viele Pharmazeut:innen und PTAs finden Stellenausschreibungen über die Apothekerkammern. Aber dort warteten auf sie unzählige Arbeitgeber, gibt Oleski zu bedenken. Daher versuchten die Kandiat:innen, mehr über die Apotheken herauszufinden, bei denen sie sich bewerben wollen. Zum Beispiel auf der Website. Da gelte es dann, aus der Masse herauszustechen. „Wer sich auf Gebieten engagiert, für die sich auch potenzielle Bewerber interessieren – zum Beispiel Klimaschutz – gewinnt das Interesse des Nachwuchses“, erklärte Oleski.

Werte der Apotheke teilen

„Jede Apotheke kann nach außen tragen, was ihr wichtig ist“, ergänzte Anja Paape. Dazu gehörten nicht nur Dienstleistungen, sondern auch Wertevorstellungen oder die Philosophie im Team. „Auf der Website kann eine eigene Karriere-Rubrik erstellt werden, unter der Bewerber erfahren, was sie von ihrem neuen Arbeitsplatz erwarten können“, so Paape. 

Aber nicht nur über die Kammern und Websites werde pharmazeutisches Personal auf Arbeitgeber aufmerksam. Neun von zehn Vertreter:innen der Generation zwischen 14 und 28 Jahren nutzten soziale Netzwerke aktiv, allen voran Instagram und Youtube, so Paape. Die Medios-Apotheken seien daher auf beiden Plattformen präsent. 43 Prozent ihrer neuen Mitarbeiter gaben an, sich vorher über YouTube über die Apotheke informiert zu haben, via Instagram sogar 57 Prozent, berichtet die Apothekerin. Wer hier sichtbar sei, habe einen Vorteil bei der Mitarbeitersuche. In den meisten Apotheken fänden sich Mitarbeiter, die mit sozialen Netzwerken vertraut sind. Paape und Oleski gaben den Tipp, hierfür die Stärken des Teams auszunutzen.

Mit Wertschätzung Mitarbeiter binden

Erreichen neue Bewerbungen die Apotheke, ist die Arbeit damit nicht getan. Auf Bewerbungen sollte man schnell mit einer kurzen Rückmeldung antworten, bald darauf sollte die Kontaktaufnahme persönlich oder telefonisch folgen, lautet ihre Empfehlung.

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Wer Mitarbeiter:innen haben will, die bleiben, sollte seine neuen Teammitglieder gut einarbeiten, so Anja Paape. Eine Mappe oder Checklisten, um „reinzukommen“, seien hilfreich und regelmäßige Gespräche Gold wert. Von ihnen profitiert Paapes Erfahrung nach auch die Apotheke, da sie Feedback mit neuen Kollegen ohne Betriebsblindheit für sich nutzen könne.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist in den Augen der beiden Berlinerinnen Wertschätzung. Sie zu erfahren sei jedem wichtig und daher ein gutes Mittel, Angestellte zu binden. Die Mediosapotheke bemühe sich um jährliche Gespräche mit jedem Mitarbeiter. Erfolge sollte eine Apotheke gemeinsam mit dem Team feiern und hervorheben, wer etwas geleistet hat. Das fange schon mit kleinen Aufmerksamkeiten zum Geburtstag an. Außerdem bekämen Mitarbeiter diesen Tag frei, schließlich wolle man den selbst ja auch mit der Familie verbringen, so Anike Oleski. 

Die INTERPHARM online geht weiter

Für alle, die Lust auf mehr haben, geht es am 18. März weiter mit dem ApothekenRechtTag. Eine Woche später finden der pharmazeutische eKongress und der PTAheute-eKongress statt, und am 1. April bildet die Heimversorgung KOMPAKT den Abschluss der INTERPHARM online. Tickets und alle weiteren Informationen unter: http://www.interpharm.de/. 


Marius Penzel, Apotheker und Volontär
redaktion@daz.online


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