So brachte Noweda Arzneimittel in die Ukraine

Vorgestern gepackt, am nächsten Tag ausgeliefert

Stuttgart - 03.03.2022, 14:00 Uhr

 Am gestrigen Mittwoch erreichte eine Arzneimittelspende der Noweda die West-Ukraine. (Foto: NOWEDA)

 Am gestrigen Mittwoch erreichte eine Arzneimittelspende der Noweda die West-Ukraine. (Foto: NOWEDA)


Die Not der ukrainischen Zivilbevölkerung ist groß. In den umkämpften Städten fehlt es an Lebensmitteln, Trinkwasser und Arzneimitteln. Zahlreiche Initiativen und Hilfsorganisationen versuchen seit Tagen das Nötigste ins Land zu bringen. Auch die pharmazeutischen Großhändler aus Deutschland sind aktiv. Am gestrigen Mittwoch sollte bereits eine Arzneimittelspende der Noweda in der West-Ukraine ausgeliefert werden, wie Pressesprecher Joachim Reinken der DAZ berichtete.

NOWEDA-Pressesprecher Joachim Reinken (Foto: NOWEDA)

DAZ: Herr Reinken, vorgestern haben Sie in einer Mitteilung darüber informiert, dass Noweda die Ukraine mit Schmerzmitteln, Verbandsmaterialien, Desinfektionsmitteln sowie Kinder- und Babynahrung unterstützen will. Nun soll die Lieferung bereits am Zielort eingetroffen sein und an die Bevölkerung ausgeliefert werden. Wie haben Sie das organisiert?

Reinken: Das Bedürfnis zu helfen ist immens. Wir erhalten seit Tagen entsprechende Ideen und Nachfragen aus der Apothekerschaft und haben uns in der Noweda direkt überlegt, wie wir den Menschen unmittelbar und unkompliziert helfen können. Die Bedarfsliste des Vereins „Ukraine-Hilfe Berlin e.V.“, die uns über den Phagro erreicht hat, war für uns ausschlaggebend und diente gewissermaßen als Vorlage. Das haben wir dann kurzfristig hier in der Essener Niederlassung in fünf große Sprinter gepackt und sie Richtung polnisch-ukrainische Grenze geschickt.

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In welcher Größenordnung bewegt sich der Warenwert?

Insgesamt handelt es sich um Arzneimittel, Medizinprodukte und Hygieneartikel mit einem Gesamtwert in Höhe von rund 80.000 Euro. Zudem haben wir ein Spendenkonto errichtet.

(Foto: NOWEDA)

Haben sich Ihre Fahrer tatsächlich einfach auf den Weg gemacht, ohne ein konkretes Ziel zu kennen?

Ganz genau – das ist schlicht der aktuellen Lage geschuldet. Der Weg bis in die West-Ukraine dauert ohnehin lange und diese Zeit haben wir genutzt, um endgültig zu eruieren, wo unsere Hilfslieferung genau hinkommen soll. Übrigens haben wir dafür auf dieselben Fahrzeuge und Fahrer zurückgegriffen, wie auch bei den Auslieferungen an die Apotheken. Die zehn Fahrer waren total motiviert und glücklich, dass sie sich an der Hilfsaktion beteiligen können.

Was haben Ihnen die Fahrer denn für Eindrücke von ihrer Tour gemeldet?

Reinken: Die Verkehrslage wird rund um Krakau unübersichtlicher. Inzwischen kommen einem ja nicht nur Flüchtende entgegen, sondern auch in Richtung Ukraine nimmt der Straßenverkehr zu, weil so viele Menschen und Organisationen Hilfsgüter ins Land transportieren.

Nun ist die Noweda-Lieferung am Ziel?

Gestern Nachmittag wurden die Fahrzeuge unmittelbar vor der polnisch-ukrainischen Grenze entladen und die Ware an die Hilfsorganisation vor Ort übergeben. Auf diesem Weg werden dort Flüchtlingsunterkünfte, Kinderheime, sowie ein ukrainisches Krankenhaus versorgt. Gestern Abend zwischen 20 Uhr und 22 Uhr ging es wieder zurück Richtung Essen.

Und dann steht der nächste Hilfstransport an?

Das kann ich Ihnen Stand heute nicht verlässlich beantworten. Die Situation in der Ukraine ist hochdynamisch. Deshalb führen wir derzeit viele Gespräche, wie wir weiterhin möglichst konkret helfen können.

Womit rechnen Sie?

Dass mehr Lagerkapazitäten für die unzähligen Hilfsgüter an den Landesgrenzen geschaffen werden müssen. Aktuell wird das Spendenaufkommen immer größer. Hier können wir uns als Noweda vorstellen, mit Transport- und Lagerkapazitäten auch langfristig auszuhelfen.

Herr Reinken, vielen Dank für das Gespräch.

NOWEDA-Stiftung

Stichwort „Ukraine“

Konto IBAN DE60 3006 0601 0008 7777 72

Deutsche Apotheker- und Ärztebank


Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@daz.online


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