Xevudy

COVID-19-Antikörper Sotrovimab soll noch im Januar kommen

Stuttgart - 21.01.2022, 12:15 Uhr

Sotrovimab „besetzt“ das Spikeprotein von SARS-CoV-2 und verhindert, dass dieses menschliche Zellen infiziert. (s / Bild: Matthieu / AdobeStock)

Sotrovimab „besetzt“ das Spikeprotein von SARS-CoV-2 und verhindert, dass dieses menschliche Zellen infiziert. (s / Bild: Matthieu / AdobeStock)


Mit Sotrovimab (Xevudy®) soll demnächst eine weitere medikamentöse Behandlungsoption für COVID-19-Patienten zur Verfügung stehen. Der monoklonale Antikörper kann bei Risikopatienten schweren Krankheitsverläufen vorbeugen. Er soll auch bei der Omikron-Variante wirksam sein. 

Seit 17. Dezember 2021 ist Sotrovimab (Xevudy®) zur Behandlung von COVID-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren zugelassen. Er eignet sich für Patienten, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen und ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, zum Beispiel Personen mit Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder immunsupprimierte Patienten. Die Gabe erfolgt als intravenöse Infusion einmalig innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten von COVID-19-Symptomen.

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Sotrovimab richtet sich gegen das Spikeprotein von SARS-CoV-2. Dadurch fängt Sotrovimab das Virus ab und verhindert, dass dieses menschliche Zellen infiziert. Zur Erinnerung: SARS-CoV-2 benötigt das Spikeprotein, um an menschliche Zellen zu binden. Ist jedoch das Spikeprotein bereits mit einem Antikörper „besetzt“, kann dieser Prozess nicht stattfinden. Eine prophylaktische Gabe ist jedoch von der Zulassung nicht erfasst.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stützte ihre Zulassungsempfehlung zu Sotrovimab auf eine Studie mit 1.057 COVID-19-Patienten mit mindestens einer Grunderkrankung und einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf. Sotrovimab reduzierte sowohl die Zahl der Krankenhausaufenthalte wie auch die der Todesfälle: In der Sotrovimabgruppe musste 1 Prozent (6 von 528) der Patienten innerhalb von 29 Tagen nach der Behandlung für mindestens 24 Stunden in ein Krankenhaus, während es in der Placebogruppe 6 Prozent (30 von 529) waren. In der Placebogruppe starben zwei Patienten, in der Antikörpergruppe gab es keinen Todesfall. Die EMA bewertete das Nebenwirkungsprofil von Sotrovimab als „günstig“, es sei zu einer geringen Zahl an überempfindlichkeits- und infusionsbedingten Reaktionen gekommen.

Wie die KBV in ihren Praxisnachrichten mitteilt, soll Sotrovimab noch im Januar zur Verfügung stehen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) habe Kontingente des Arzneimittels Xevudy® zentral beschafft. Sie sollen Ende Januar über sogenannte Sternapotheken verfügbar sein. Auch Vertragsärztinnen und -ärzte können die Therapie demnach dann durchführen.

Wie wirkt Sotrovimab?

Sotrovimab ist ein monoklonaler Antikörper, der das Spikeprotein von SARS-CoV-2 adressiert. Dem Spikeprotein kommt eine Schlüsselfunktion beim Eindringen von SARS-CoV-2 in die menschliche Zelle zu. Dadurch, dass Sotrovimab an das Spikeprotein bindet, verhindert der Antikörper, dass SARS-CoV-2 menschliche Zellen infizieren und sich darin vermehren kann. Das soll sowohl die Schwere der COVID-19-Erkrankung abmildern wie auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle verringern. Sotrovimab wird als intravenöse Infusion verabreicht.

Die Packungen sollen jedoch zunächst nur in englischer und französischer Sprache beschriftet sein. Deutsche Fach- und Gebrauchsinformation können mithilfe des beigelegten QR-Codes abgerufen werden, heißt es. Alternativ sind sie auch auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden.

Die Monoklonale-Antikörper-Verordnung (MAKV) und die Allgemeinverfügung zum Bezug und zur Anwendung von monoklonalen Antikörpern, die die Details zum Bezug und zur Vergütung der Antikörper regeln, wird der KBV-Info zufolge derzeit um Sotrovimab ergänzt. Das BMG bereite die Anpassungen vor, heißt es.

Im Gegensatz zur bereits im Einsatz befindlichen Antikörperkombination Casirivimab/Imdevimab / Ronapreve®, wo In-vitro-Tests jüngst ergeben haben, dass sie möglicherweise nicht bei der Omikron-Virusvariante wirksam ist, soll Sotrovimab auch Omikron neutralisieren.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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