Keine Zulassung in Europa

US-Krankenversicherung begrenzt Einsatz von Alzheimer-Antikörper Aducanumab

Stuttgart - 13.01.2022, 07:00 Uhr

Aducanumab ist zur Behandlung der Alzheimer-Demenz umstritten. Doch Patienten-Organisationen haben sich für die Zulassung starkgemacht – auch weil sie die Forschung auf dem Gebiet stärke. (s / Foto: Me studio / AdobeStock)

Aducanumab ist zur Behandlung der Alzheimer-Demenz umstritten. Doch Patienten-Organisationen haben sich für die Zulassung starkgemacht – auch weil sie die Forschung auf dem Gebiet stärke. (s / Foto: Me studio / AdobeStock)


Dem Alzheimer-Präparat Aduhelm erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA vergangenem Sommer in einem beschleunigten Verfahren die Zulassung, in Europa wurde sie erst vor Kurzem versagt. Dabei war die Zulassung auch in den USA nicht unumstritten. Die öffentliche US-Krankenversicherung will die Übernahme der immensen Kosten für das neue Arzneimittel nun stark begrenzen. 

Die öffentliche US-Krankenversicherung kommunizierte am vergangenen Dienstag eine vorläufige Entscheidung, dass der neue Alzheimer-Antikörper Aducanumab nur für Patient:innen bezahlt werden soll, die an klinischen Versuchen teilnehmen. Dies könnte einen entscheidenden Rückschlag für die Zukunft des Präparats mit dem Markennamen Aduhelm bedeuten. Dessen Kosten sind pro Jahr und Patient bei etwa 28.000 US-Dollar (rund 24.500 Euro) gelistet.

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Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Aduhelm trotz umstrittener Wirksamkeit im vergangenen Sommer zugelassen. Der Wirkstoff Aducanumab sei die erste neuartige Behandlungsmethode gegen die neurodegenerative Erkrankung, die seit 2003 zugelassen worden sei. Das vom US-Biotechnologiekonzern Biogen entwickelte Medikament soll Patient:innen mit Alzheimer im Frühstadium als monatliche Infusion gegeben werden und den geistigen Abbau stoppen. Es ist damit auch der erste in den USA zugelassene Wirkstoff, der dem Fortschritt der Krankheit und nicht nur Symptomen entgegenwirken soll.

Wie gut Aducanumab wirkt, ist allerdings umstritten: Ein internes Beratergremium der FDA hatte sich gegen die Zulassung ausgesprochen, mehrere Wissenschaftler:innen hatten sich öffentlich skeptisch geäußert. Zahlreiche Patienten-Organisationen hatten sich jedoch für die Zulassung starkgemacht – auch weil die Zulassung die Forschung auf dem Gebiet stärke.


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