Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

12.12.2021, 07:30 Uhr

Also doch: Wir dürfen gegen Covid-19 impfen, wenn wir wollen. Wollen wir? Wir wollen! (Foto: Alex Schelbert)

Also doch: Wir dürfen gegen Covid-19 impfen, wenn wir wollen. Wollen wir? Wir wollen! (Foto: Alex Schelbert)


Was für eine Nikolauswoche! Sie bescherte uns einen neugestylten Gesundheitsminister ohne Fliege, der Corona-Probleme mit einem Nussknacker lösen soll, und Covid-19-Impfungen in Apotheken, die noch geschult werden müssen. Aber bevor es so richtig Weihnachten wird, müssen sich unsere Apotheken noch mit gefälschten Impfbüchern herumschlagen (ein Unding, wo bleibt die digitale Unterstützung?) und einem Apothekenportal-Server, der schwer überlastet in die Knie geht. Fröhliche Weihnachtszeit war früher anders.

6. Dezember 2021

Nikolaustag 2021: Karl Lauterbach wird unser neuer Bundesgesundheitsminister. Die Gerüchte um diese Ernennung hatten sich in den Tagen zuvor verdichtet – und alles andere hätte sich nicht so richtig angefühlt, zumindest nicht für unseren neuen Bundeskanzler Scholz. Also, mein liebes Tagebuch, Karl Lauterbach statt Jens Span. Karlchen, wie ihn einige liebevoll nennen, freut sich, auch wenn er es nicht offen zeigt. Ein Traum geht für ihn in Erfüllung, den er seit 20 Jahren träumt. Schon seit einigen Monaten hat er seine Fliege abgelegt und kurz vor der Ernennung ließ er sich auch seine Haare frisch schneiden. Jetzt wechselt er also vom Talkrunden-Sessel auf den Minister-Stuhl – obwohl, er möchte auch in Zukunft noch gerne talken, wie durchblicken ließ. Er wird uns mit epidemiologischen Sachverstand durch die Corona-Epidemie führen, das trauen wir ihm zu. Früher, als er noch der Gesundheitsexperte der SPD war, zelebrierte er ein gewisses, sagen wir mal Eigenleben: oft ein bisschen kauzig und unbequem, leicht süchtig nach Mikrofon und Kamera, als Gast in gefühlt nahezu jeder Talkshow hatte er zu allem und alles eine Meinung. Und was hält er von uns Apothekers? Viel Gutes. Er zeigte sich immer überzeugt davon, dass die Kompetenz des Apothekers, der Apothekerin in unserem Gesundheitswesen besser eingesetzt werden müsste. Mein liebes Tagebuch, das lässt hoffen. Was er bereits durchblicken ließ und in seiner Antrittsrede sagte: „Mit mir wird es keine Kürzungen im Gesundheitssystem geben.“ Nun gut, mein liebes Tagebuch, sagen kann man viel, da müssen Taten folgen. Was noch auf ihn zukommt: Da wartet zum Beispiel die Einführung des E Rezepts zum 1. Januar 2022 auf ihn. Und er wird sich – hoffentlich – mit Forderungen der ABDA konfrontiert sehen nach einer Honoraranpassung für Apotheken. Und dann wabern ja auch noch die honorierten pharmazeutischen Dienstleistungen durch den apothekerlichen Äther. Sie sollten ihm gefallen, denn sie passen zu seinem Anspruch an uns Apothekers. Aber, wie er selbst sagt, die wichtigste Aufgabe für sein Haus wird es sein, die Pandemie für Deutschland zu beenden. „Wir werden es gemeinsam schaffen“ – das wird wohl zu den größten Nüssen gehören, die Lauterbach zu knacken hat. So ist es kein Wunder, dass er bei der Amtsübergabe in Berlin vom Staatssekretär im BMG, Thomas Steffen, einen Nussknacker als Geschenk erhielt.

 

Da kommt echt Fahrt auf am Wochenanfang: Mit dem überarbeiteten neuen Gesetzentwurf der Ampel-Koalitionäre zum Infektionsschutzgesetz sollen neben Zahnärzten und Tierärzten auch Apotheker gegen Covid-19 impfen dürfen und das bereits bei Personen ab zwölf Jahren. Mein liebes Tagebuch, also, stehen wir zu unserem Wort und zeigen wir, was wir können bzw. noch lernen wollen. Denn vor dem Impfen stehen die Schulungen. Allerdings sollen sie so gestaltet werden, dass die bereits erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen der jeweiligen Berufsangehörigen berücksichtigt werden und darauf aufgebaut wird. Das würde in unserem Fall bedeuten: Apothekerinnen und Apotheker, die bereits gegen Grippe impfen, haben da einen kleinen Vorsprung.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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3 Kommentare

Karl L.

von Dr.Diefenbach am 13.12.2021 um 13:57 Uhr

...ist im Kommentar in der Montags DAZ vom 13.12.21 von Herrn Prof.Kaapke wohl richtig beschrieben worden.Man möge sich an seine Auftritte
bei diversen Apothekertagen erinnern.Warum sollte sich in Zeiten gerade wirklich!! knappen Geldes seine Thesenpolitik
also geändert haben.?;Man vergesse auch nicht,dass jetzt in der Ersteuphorie einer Amtsübernahme Dinge wie Honorierung oder mehr Verantwortung (wie schön wäre DAS) noch wunderbar dargestellt werden.Die Fakten kommen sicher später!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Mut lohnt sich !

von Ulrich Ströh am 12.12.2021 um 9:16 Uhr

Mit der Pandemie sind den Vorortapotheken viele Möglichkeiten vor die Füße gefallen, die es jetzt als freier Heilberuf zeitnah zu nutzen gilt.

Sonst passiert es wie hier in Schleswig Holstein, wo GEHE die Umsetzung des Impfens in Apotheken
erfolgreich im Land vorantreibt.

Mut lohnt sich!

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Mut lohnt sich

von Sabine Schneider am 12.12.2021 um 11:41 Uhr

Man kann es so sehen wie sie Herr Ströh. Für mich entscheidet das E-Rezept die Zukunft der Apotheken. Was macht zur Rose und Shop Apotheke? Wie empfänglich sind die Ärzte für Gaben ? Wie empfänglich sind die Kunden für Gaben ? Impfen ist eine Nebelkerze und provoziert nur Streit mit den Ärzten. Ps: Laumann hat bei mindestens 70Prozent der Ärzte recht.

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