Biontech/Pfizer-Impfstoff

Kürzungen um mehr als die Hälfte

Stuttgart - 03.12.2021, 10:45 Uhr

Trotz erhöhter Liefermengen geht die KBV davon aus, dass auch in der Woche ab dem 13. Dezember die Nachfrage nicht bedient werden kann. (s / Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Trotz erhöhter Liefermengen geht die KBV davon aus, dass auch in der Woche ab dem 13. Dezember die Nachfrage nicht bedient werden kann. (s / Foto: IMAGO / Beautiful Sports)


Zwar hat das BMG höhere Liefermengen der Corona-Impfstoffe angekündigt. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer bleibt aber weiterhin Mangelware. Darüber informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung in ihren Praxisnachrichten. Etwas mehr als die Hälfte der Bestellungen für die kommende Woche konnte demnach nicht bedient werden.

Die Arztpraxen haben laut den Praxisnachrichten der KBV für die kommende Woche knapp zehn Millionen Dosen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bestellt. Damit sei die Zahl der Bestellungen auf eine Rekordzahl von rund 111.000 gestiegen, heißt es. Allerdings wird offenbar nicht einmal die Hälfte der bestellten 6,5 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs ausgeliefert. Der Rest könne durch den Bund nicht bedient werden, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Damit müssten viele Praxen wieder Kürzungen hinnehmen.

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„Es ist vollkommen unverständlich, dass die Niedergelassenen erneut weniger Impfstoff erhalten, als sie verimpfen könnten und der Bund dem Bedarf der Praxen nicht nachkommt“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen. „Gerade jetzt, wo das Impftempo rapide angestiegen ist, darf es zu solchen Engpässen einfach nicht kommen“, sagte KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister.

Für die Woche vom 13. bis 19. Dezember sollen dann rund fünf Millionen Dosen Comirnaty von Biontech/Pfizer für die Arztpraxen und den Öffentlichen Gesundheitsdienst bereitgestellt werden. Das ist der KBV zufolge mehr als in der kommenden Woche ausgeliefert wird. Praxen können aber weiterhin nur maximal 30 Dosen Cormirnaty bestellen. Aufgrund der steigenden Zahl von Booster- und mittlerweile auch wieder Erst- und Zweitimpfungen geht die KBV davon aus, dass die Menge voraussichtlich nicht ausreicht, um die Nachfrage an Impfungen zu bedienen. Beim Impfstoff von Moderna ist man seitens des Bundes aber zuversichtlich, ausreichend zur Verfügung stellen zu können.

Bis kommenden Dienstag kann auch erstmals der Kinderimpfstoff von Biontech/Pfizer bestellt werden. Höchstbestellmengen gibt es hier nicht. Für die Bestellung ist kein separates Rezept nötig. Praxen sollen auf dem Rezept, auf dem sie auch den Impfstoff für Jugendliche und Erwachsene bestellen, die Anzahl der Kinderimpfstoff-Dosen mit angeben. Zum Beispiel: „30 Dosen Comirnaty plus Impfzubehör und 20 Dosen Comirnaty für Kinder (fünf bis elf Jahre) plus Impfzubehör“. Wichtig ist der Zusatz „für Kinder (fünf bis elf Jahre)“. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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