Gastkommentar

Mehr Studienplätze – keine Lösung, aber eine sinnvolle Ergänzung

23.11.2021, 15:15 Uhr

Albert Glaser ist Beauftragter für Qualitätsmanagement beim Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland. (Foto: BPhD)

Albert Glaser ist Beauftragter für Qualitätsmanagement beim Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland. (Foto: BPhD)


Mehr Studienplätze für Pharmazie werden das Nachwuchsproblem in den Apotheken allein nicht lösen. Es braucht auch eine aktive Nachwuchsgewinnung und -förderung, meint der Beauftragte für Qualitätsmanagement des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD), Albert Glaser.

Der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel ist in unseren Augen ein großes Problem für den gesamten Berufsstand. Apotheker*innen werden jetzt schon fast überall händeringend gesucht – nicht nur in der öffentlichen Apotheke. Besonders dort wird es voraussichtlich auch in der Zukunft nicht besser werden.

Für uns ist klar, dass zunehmend mehr personelle Kapazitäten eingefordert werden, um die überaus wünschenswerten Entwicklungen im Berufsbild umzusetzen. Im Zuge des DAT 2021 fordert die Apotheker*innenschaft nun einen Ausbau der Studienplätze. Die Absage neuer Studienstandorte von einigen verschiedenen Landespolitiker*innen gab uns den Anlass, diese Forderung zu unterstützen.

Mehr Studienplätze, besonders mehr Studienanfänger, heißen leider nicht unbedingt automatisch mehr Studienabschlüsse. Neue Standorte wären eine sinnvolle Ergänzung beziehungsweise Alternative zum alleinigen Ausbau vorhandener Studienkapazitäten. Die hohen Ausbildungsstandards dürfen jedoch in keinem Fall verringert werden.

Mehr neuapprobierte Apotheker*innen sind eine Maßnahme, dem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel entgegenzuwirken. Allerdings sehen wir als Studierendenvertretung dies nicht als alleinige, absolute Lösung an. Es soll eine aktive Nachwuchsgewinnung und -förderung geben. Bei der Entwicklung eines Konzeptes, wie es die Standespolitik angehen will, müssen wir Studierende einbezogen werden.


Albert Glaser, Beauftragter für Qualitätsmanagement beim Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Mangel? Nein

von Dr. Potte am 24.11.2021 um 12:26 Uhr

An Apothekern oder PTA s mangelt es nicht.
Es mangelt eher an Approbierten die zu Dumpinglöhnen arbeiten. Ein Pfleger verdient mittlerweile, was ich auch gut finde ca. 4000 Brutto.
Bei uns verdient ein Werksarbeiter bei Daimler ab 4500 Brutto.
Wieso soll jemand für 2200 etwa Netto arbeiten? Und in einer Großstadt, davon die Hälfte für Miete abgeben?
Die Zukunft der Apotheken ist auch Ungewiss, immer mehr Apotheken schließen.
Die Kammer versucht natürlich immer mehrtJunge Leute für den Beruf zu begeistern und somit mehr Kammerbeiträge zu kassieren.
Aber, wo ist die gerechte Bezahlung?

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