Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Konferenz

Kommen die Booster-Impfungen in die Apotheken? Auch RKI-Chef dafür

Berlin - 17.11.2021, 20:00 Uhr

RKI-Chef Wieler will Apotheken ins Impfgeschehen einbeziehen. (x / Foto: IMAGO / Metodi Popow)

RKI-Chef Wieler will Apotheken ins Impfgeschehen einbeziehen. (x / Foto: IMAGO / Metodi Popow)


Kommen die COVID-19-Impfungen doch in die Apotheke – und das auch noch in Kürze? Nun hat sich auch der Präsident des Robert Koch-Instituts, Professor Lothar Wieler, dafür ausgesprochen. Und auch die Bund-Länder-Konferenz wird sich am morgigen Donnerstag wohl mit dem Thema befassen. Eine entsprechende vorläufige Beschlussvorlage liegt der Redaktion vor. 

Professor Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, will das Impf-Tempo durch COVID-19-Impfungen in Apotheken erhöhen. „Wir sind in einer Notlage, und in einer Notlage muss man bestimmte Dinge großzügig gestalten“, sagte Wieler am Mittwochabend bei einer Online-Diskussionsveranstaltung mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Deshalb sei er ganz klar dafür, dass unter anderem Apotheker:innen impfen sollten. „Je schneller geimpft wird, desto besser.“ Es brauche jedes niedrigschwellige Angebot. „Sonst kriegen wir diese Krise nicht in den Griff.“

Zugleich plädierte Wieler für die 2G-Regeln (geimpft und genesen). „Wir dürfen denen, die sich nicht impfen lassen, wirklich nicht die Chance geben, die Impfung zu umgehen, zum Beispiel, indem sie sich freitesten lassen.“ Momentan laufe Deutschland auf eine „ernste Notlage“ zu. „Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht handeln.“

Mehr zum Thema

Am morgigen Donnerstag kommen angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage erstmals nach der Bundestagswahl wieder die Länderchefs und -chefinnen sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer Videokonferenz zusammen. In einer Beschlussvorlage für das Treffen geht es unter anderem darum, die Impfangebote auszuweiten – möglicherweise auch mithilfe der Apotheken. Konkret heißt es in dem der DAZ vorliegenden Entwurf:


Bund und Länder werden die Impfangebote ausweiten (mobile Impfteams, Impfzentren, Krankenhäuser, niederschwellige Angebote, Apotheken, Arztpraxen, Betriebsärzte, Ärztinnen und Ärzte der Gesundheitsämter und andere Möglichkeiten), auch, um die Impfung von Personengruppen wie z.B. Kindern zwischen 5 und 11 Jahren rasch anbieten zu können, sobald eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorliegt.“

Beschlussvorschlag für die Videoschaltkonferender  Bundeskanzlerin  mideRegierungschefinnen und -chefs  der Länder am 18November 2021 (Stand 17. November 2021)


Es wird sich zeigen, welche Ergebnisse die Konferenz morgen bringt und wie schnell sich diese umsetzen lassen. In Nordrhein, wo Apotheken bereits seit der vergangenen Saison Grippeimpfungen anbieten, sind offenbar viele bereit, auch Booster-Impfungen gegen COVID-19 vorzunehmen. Und auch beim Deutschen Apothekertag hatten die Delegierten mit einer Zweidrittelmehrheit für einen Antrag gestimmt, in dem sie die COVID-19-Impfungen in den Apotheken fordern. Dem war allerdings eine intensiv geführte Debatte vorausgegangen.


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5 Kommentare

Pustekuchen-Impfung

von Andreas P. Schenkel am 19.11.2021 um 0:14 Uhr

• Apotheken werden aufgeplustert und boostern Deutschland bis Heiligabend aus dem Schlamassel. So stellt man sich das also vor....

• Klappt aber nicht: Es gibt nur wenige Impfapotheker. Und die müssten in einigen Dingen neu geschult werden für Corona-Impfstoffe. Alle anderen müssten, so sie wollten, erst für Impfungen geschult werden. Schulungskapazitäten müssten erweitert werden. Zeit für Schulung müssten vorhanden sein. Neue Räumlichkeiten müssten vorhanden sein, QMS muß zuvor (!) erweitert werden. Betriebshaftpflicht muss erweitert werden. Und Dinge, an die ich jetzt nicht gedacht habe, müssten auch noch... ach jeee...

• Und dies aller müsste innerhalb der Weihnachtstrubel-Erkältungs-Jahresendhatz-Kalenderausgabestelle-Geschenkeinpackungs-Zertifikatsdigitalisierungs-...-Zeit gemacht werden.

Noch Fragen, Kienzle?

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Impfzentren?

von Jan Kusterer am 17.11.2021 um 23:08 Uhr

Wer soll für Fehlplanungen der Politik (Herrn Wieler halt ich hier völlig raus) wieder die Welt für nix retten? Wieso wurden die Impfzentren geschlossen,obwohl im Juli August der positive Effekt der Booster- Impfung auf Delta längst bekannt war und aufgrund einer mangelhaften Impf- und Impfwerbekampagne grad mal an den 65-70% gekratzt wurde? Impfzentren auf und zwar schon vorgestern!

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Impfzentren

von Holger am 18.11.2021 um 15:43 Uhr

Weil wir uns in unserem Impfzentrum schon im Juli nur noch die Beine in den Bauch gestanden haben. Die Auslastung lag bei unter 10% weil kaum Nachfrage da war. Und ist Ihnen klar, dass der Betrieb dieser Impfzentren
a) unglaubliche Kosten verursacht
b) Personalkapazität aus anderen Bereichen abzieht?

Die Impfzentren waren am Anfang wichtig, weil öffentliche Apotheken und Arztpraxen sicher nicht flächendeckend in der Lage gewesen wären, mit Kühllagerung bei -70°C umzugehen. Und es galt eine Priorisierung der Impfreihenfolge durchzusetzen - dem einzelnen Arzt würde ich da Partikularinteressen unterstellen, die erst durch so eine administrative Struktur zu overrulen sind.

Aber grundsätzlich sind Impfzentren eigentlich in unserem überversorgten Land Unfug. Das müssen und werden die niedergelassenen Ärzte schon schaffen. Aber wenn 60 Mio Impfberechtigte alle gemeinsam 4 Sommermonate vertrödeln und dann auf einmal alle im ersten Herbstmonat geimpft werden wollen - das kann kein Gesundheitswesen der Welt schaffen.

Also…

von gabriela aures am 17.11.2021 um 22:18 Uhr

..mal langsam zum mitschreiben : für die Abgabe von fertig abgepackten und konfektionierten Spritzen, Kanülen und Trinknahrung sind wir zu blöd, aber zum Impfen absolut qualifiziert ? Genau mein Humor !

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: +1

von Andreas P. Schenkel am 18.11.2021 um 23:55 Uhr

Auf den Punkt gebracht. Danke dafür!

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