LAV Niedersachsen

Groeneveld fordert Dynamisierung der packungsabhängigen Vergütung

Berlin - 16.11.2021, 12:30 Uhr

Berend Groeneveld fordert die Politik auf, endlich das Apothekenhonorar anzupassen. (Foto: LAV Niedersachsen / Lorena Kirste) 

Berend Groeneveld fordert die Politik auf, endlich das Apothekenhonorar anzupassen. (Foto: LAV Niedersachsen / Lorena Kirste) 


Der Chef des LAV Niedersachsen, Berend Groeneveld, ruft die Politik dazu auf, die Apothekenvergütung zukunftsfest zu machen. Aus seiner Sicht braucht es eine Dynamisierung der packungsabhängigen Vergütung oder zumindest eine Überprüfung alle zwei Jahre. Zwar habe es während der Pandemie Einmaleffekte gegeben, letztlich seien viele Betriebe aber „plus minus null da rausgegangen“. Nun gelte es, die Existenz der inhabergeführten Apotheken langfristig zu sichern. Das könne mit Blick auf die begrenzten finanziellen Mittel nicht allein über honorierte pharmazeutische Dienstleistungen gelingen.

Der Landesapothekerverband Niedersachsen appelliert an die Politik, das System der Apotheken zu stärken und krisenfest zu machen. Die Apotheken hätten sich als wichtiger Baustein in der Corona-Bekämpfung bewährt, sagte der Verbandsvorsitzende, Berend Groeneveld, der Deutschen Presse-Agentur. Die rund 18.500 Apotheken in Deutschland, davon rund 1.800 in Niedersachsen, hätten deutlichen Mehraufwand gehabt, der auch honoriert worden sei. Es müsse aber nun um eine Anpassung der Basisfinanzierung gehen.

„Wir haben in der Corona-Pandemie viele Sonderaufgaben übernommen. Das fing an mit der Herstellung von Desinfektionsmitteln, setzte sich dann unter anderem fort mit der Vergabe zertifizierter Masken, dem Angebot von Corona-Testungen und dem Arzneimittel-Botendienst für Risikopatienten, die, als es noch keinen Impfstoff gab, zum Schutz vor Infektionen möglichst wenig Kontakt haben sollten“, erinnerte Groeneveld. „Ich glaube, viele Apotheken sind mehr oder weniger plus minus null da rausgegangen.“

Die Zukunft der inhabergeführten Apotheken müsse langfristig gesichert sein. Die Basishonorierung sei seit dem Jahr 2004 mit einer Ausnahme im Jahr 2013 nicht angepasst worden. „Die Apotheken sind bei der Basishonorierung komplett abgekoppelt von der wirtschaftlichen Entwicklung. Das kann so nicht weitergehen.“ Groeneveld forderte eine Dynamisierung oder mindestens eine zweijährige Überprüfung der packungsabhängigen Honorierung. Notwendig sei zudem eine zweite Finanzierungssäule, die unabhängig von den Arzneimittelpackungen sein müsse. „Die angedachte Honorierung der zusätzlichen Leistungen, wie zum Beispiel der pharmazeutischen Dienstleistungen, reicht da nicht aus.“ Derzeit sind für pharmazeutische Dienstleistungen jährlich 150 Millionen Euro eingepreist.


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