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Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Fiebersaft und Vanilleeis als Medizin

Berlin - 15.11.2021, 07:00 Uhr

Wie so viele andere Viruserkrankungen kann auch die Hand-Fuß-Mund-Krankheit nur symptomatisch behandelt werden. (x / Foto: Krzysztof / AdobeStock)

Wie so viele andere Viruserkrankungen kann auch die Hand-Fuß-Mund-Krankheit nur symptomatisch behandelt werden. (x / Foto: Krzysztof / AdobeStock)


Kita-Kinder und ihre Eltern werden in diesem Jahr nicht geschont: Gefühlt steht alle zwei Wochen ein neuer Keim auf der Tagesordnung, der sich munter beim Spielen und Toben verbreitet und zu Krankentagen zwingt. Auffallend ist, dass die Infektionen früher und geballter als üblich verlaufen. Hat in den vergangenen Wochen noch das RS-Virus für Unruhe gesorgt, führen vielerorts nun Enteroviren die Hitliste an. Die Fallzahlen von Hand-Fuß-Mund-Krankheit steigen seit Jahren. Im Unterschied zu anderen Kinderkrankheiten schützt eine Infektion aber nicht vor wiederholter Ansteckung.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK), seltener auch als Hand-Fuß-Mund-Exanthem oder Falsche Maul- und Klauenseuche bezeichnet, tritt gehäuft im Spätsommer und Herbst in Erscheinung und betrifft vor allem Kinder unter zehn Jahren. Haupterreger sind Enteroviren der Gruppe A, darunter Coxsackie A-Viren (A2 - A8, A10, A12, A14, A16), Enterovirus A71 (EV-A71) und neuere Serotypen. Sie können den Magen unbeschadet passieren und sind relativ resistent gegen Umwelteinflüsse. 

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Das einzige Reservoir ist der Mensch. Eine Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Nasen- und Rachensekreten, Speichel, Sekreten aus Bläschen) oder Stuhl und durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen. Vor allem in den ersten Tagen nach der Ansteckung spielt aber auch die Tröpfcheninfektion eine Rolle. Die Inkubationszeit liegt zwischen drei und zehn Tagen.

Wie äußert sich die Krankheit?

Die Krankheit kündigt sich meist durch Fieber und Appetitlosigkeit an, gegebenenfalls auch durch Halsschmerzen. Nach ein bis zwei Tagen bilden sich häufig kleine rote Flecken im Mundbereich, an den Handflächen und den Fußsohlen, manchmal mit Blasenbildung, aber in aller Regel ohne Juckreiz. Insbesondere bei der Ulzeration der Bläschen sind die Patienten hochkontagiös. Der Hautausschlag kann auch am Gesäß, im Genitalbereich, an den Knien und den Ellenbogen auftreten. Quälend können schmerzhafte Enantheme der Mundschleimhaut sein. Nach fünf bis zwölf Tagen ist aber größtenteils alles überstanden, auch ohne ärztliche Hilfe.

Insbesondere aus dem westpazifischen Raum gibt es regelmäßig Berichte über große Ausbrüche der Hand-Fuß-Mund-Krankheit mit schweren Verläufen. Sehr selten breitet sich das Virus im zentralen Nervensystem aus und verursacht virale Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen mit Verwirrtheit und Krampfanfällen bis hin Lähmungserscheinungen, Koma oder Tod. Derartige Fälle gehen oft auf das Konto von EV-A71-Viren. Hierzulande verläuft die Erkrankung in der Regel mild. Bei atypischen Verläufen verlieren einige Patienten etwa vier Wochen nach der Infektion Finger- und Zehennägel, die aber wieder nachwachsen.



Rika Rausch, Apothekerin
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Dentinox

von K. Stülcken am 15.11.2021 um 10:26 Uhr

Dentinox Gel erst ab dem dritten Lebensjahr??

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Dentinox

von DAZ-Redaktion am 15.11.2021 um 16:40 Uhr

Das ist ein Fehler. Haben wir korrigiert. Laut CAVE-Modul gibt es eine Anwendungsbeschränkung nach dem vollendeten 3. Lebensjahr, nicht davor. Entschuldigen Sie die Verwirrung
Grüße und einen schönen Abend
Ihre Redaktion

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